Profilbild von Feliz

Feliz

Lesejury Star
offline

Feliz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Feliz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2023

Prequels, die nicht vollkommen überzeugen

Because It's True − Tausend Momente
0

Das Cover mag ich an sich recht gerne. Es gefällt mir, dass es eine direkte Anlehnung an Instagram und die entsprechende Challenge gibt, dabei aber nicht kitschig wirkt. Allerdings gefällt mir nicht, dass ...

Das Cover mag ich an sich recht gerne. Es gefällt mir, dass es eine direkte Anlehnung an Instagram und die entsprechende Challenge gibt, dabei aber nicht kitschig wirkt. Allerdings gefällt mir nicht, dass das Buch im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern des Verlags glänzend ist und sich dadurch abhebt.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es sich um zwei kurze Geschichten handelt, die beide als eine Art Vorgeschichte zu kommenden Büchern der Autorinnen gestaltet sind. Die erste Geschichte behandelt die Liebesgeschichte der Lehrerin Rosemary, die durch ihre Schülerinnen mit dem grummeligen Bibliothekar Sheldon verkuppelt werden soll. Dieser hat zwar ein Auge auf die hübsche Frau geworfen, aber ganz andere Probleme, weil die Bibliothek seiner Familie dringend renoviert werden muss, aber kein Geld vorhanden ist. Doch während die beiden versuchen die Bibliothek zu retten, kommen sie sich näher.

Ich habe bei dieser Geschichte vor allem gemerkt, dass ich kein großer Fan mehr von niedlichen Kleinstadtgeschichten bin. Ich mag durchaus, wie die unterschiedlichen Charaktere miteinander interagieren und die Geschichte bietet auch einen nahezu perfekten Prolog zu der kommenden Reihe von Kelly Moran. Allerdings hat mich die Geschichte nicht wirklich gepackt, was auch ein bisschen am Schreibstil liegt. Dieser wirkte auf mich manchmal ein wenig gezwungen, fast umständlich. Die Charaktere mochte ich deutlich lieber, vor allem Sheldon habe ich in mein Herz geschlossen, er wirkt zwar wie ein unfreundlicher, verschlossener Typ, will eigentlich aber nur das Familienerbe schützen will. Ich mochte zu sehen, wie er selbst in der Kürze der Geschichte auftaut und sich Rosemary und seiner Umwelt öffnet. Die Geschichte als solche war durchaus rund und passend für eine kurze Geschichte, weil sie auch ohne, dass man die weiteren Bücher rund um die Bookish Belles lesen will, in sich abgeschlossen ist.

Das ist bei der zweiten Geschichte ganz anders. Jack hat es nicht leicht in seinem Leben, nach dem Tod seiner Mutter widmet sich sein Vater vor allem dem Alkohol, während Jack sich um seinen kleinen Bruder Finn kümmern muss, während er gleichzeitig versucht, zusammen mit seinem älteren Bruder die Kneipe des Vaters weiterzuführen. Doch als sein Bruder immer unzuverlässiger wird, lastet die komplette Verantwortung auf Jacks Schultern, nur bei seiner besten Freundin Vic kann er ein bisschen entspannen.

Diese Geschichte war ganz anders als die erste und lässt sich definitiv nicht als Kurzgeschichte bezeichnen. Ich mochte zwar den Schreibstil wirklich gerne, weil er so leicht und flüssig ist, aber die Geschichte ist noch mehr ein Prolog als die erste. Das finde ich durchaus schwierig, weil es so wirkt, als wolle man nur neugierig auf das im Februar erscheinende Buch machen. Das hat in meinem Fall sogar irgendwie funktioniert, weil ich die Charaktere direkt in mein Herz geschlossen habe, mir tat Jack so leid, weil er immer versucht, seine Familie am Laufen zu halten, aber immer noch mehr passiert, mit dem er sich auseinandersetzen muss. Ich mochte, dass er immer weiterkämpft, obwohl es leichter wäre, einfach aufzugeben. Bei Vic bin ich mir noch nicht sicher, wie sehr ich sie mag, aber es wird sehr deutlich, wie wichtig ihr Jack ist und ich freue mich tatsächlich auf ihre Geschichte. Mir gefällt allerdings nicht, wie offen das Ende ist, das ist einfach in der ersten Geschichte deutlich besser gelöst. Zumal diese im Gegensatz zur zweiten die Challenge sehr direkt aufgreift, während sie in der zweiten nur kurz angesprochen wird, ohne dass sie eigentlich eine größere Rolle spielt.

Alles in allem waren die Geschichten durchaus unterhaltsam und mir gefällt die Gestaltung der zweiten deutlich besser, aber es sind keine klassischen Kurzgeschichten, sondern vielmehr Teaser für kommende Bücher. Das fand ich vor allem bei der zweiten Geschichte schwierig, weil sie in sich nicht wirklich abgeschlossen war im Gegensatz zur ersten, die man auch unabhängig von der kommenden Reihe lesen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2022

Geschichte mit tollen Charakteren, aber nicht der gewohnten Emotionalität

Denn ohne Musik werden wir ertrinken
0

Eigentlich liebe ich die Cover von Brittainy Cherry, doch dieses kann mich auf den ersten Blick nicht wirklich überzeugen. Die Kombination aus Rosa und Hellblau wirkt für die Geschichte viel zu kitschig ...

Eigentlich liebe ich die Cover von Brittainy Cherry, doch dieses kann mich auf den ersten Blick nicht wirklich überzeugen. Die Kombination aus Rosa und Hellblau wirkt für die Geschichte viel zu kitschig und niedlich. Ich mag zwar den Hinweis auf das Ertrinken, aber in der Verbindung von den Farben und dem Wasser ist mir das einfach zu viel.

Die Geschichte hat mich dennoch gereizt: Als sich Hazel Stone und Ian Parker das erste Mal gegenüberstehen, ist es nicht gerade Liebe auf den ersten Blick. Vielmehr hasst er alles wofür sie steht und lässt sich das auch spüren. Jeden Tag, den sie für ihn auf der Ranch seines Großvaters arbeitet, macht er ihr zur Hölle, doch Hazel braucht das Geld unbedingt für ihre schwangere Mutter und kann es sich nicht leisten, einfach aufzugeben. Als ihr Stiefvater sie aus dem Haus wirft, weiß sie sich keinen anderen Rat, als Ian um Hilfe zu bitten und dieser lässt sie widerwillig bei ihm einziehen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten stellen sie fest, dass sie viel mehr gemeinsam haben, als sie gedacht hätte und Hazel hilft ihm sogar bei seiner Musik. Doch je erfolgreicher er mit seiner Band wird, desto schwieriger wird die beiden zusammenzufinden, vor allem weil Hazels Familie sich immer wieder in ihr Leben einmischt.

Ich liebe die Bücher von Brittainy Cherry, weil sie es jedes Mal wieder schafft, mich emotional an die Geschichte zu binden. Das ist auch bei dieser Geschichte der Fall. Das liegt auch an dem gewohnt leichten, poetischen Schreibstil, der es schafft, mich ab der ersten Seite in den Bann zu ziehen und mich bis zum Ende nicht wieder loszulassen.

Bei der Geschichte hatte ich da ein bisschen mehr Probleme, nicht weil ich sie nicht mochte, sondern weil sie mich ein wenig an ein anderes Buch erinnert hat, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich musste mich vor allem zu Beginn der Geschichte immer wieder erinnern, dass es sich nicht um dasselbe Buch handelt und dass manche Sachen eben hier nicht stattgefunden haben. Das fand ich ein bisschen ärgerlich, weil ich dadurch immer wieder ein bisschen rausgekommen bin und mich das Buch nicht so gefesselt hat, wie es das normalerweise getan hätte. Nachdem ich aber darüber hinwegschauen konnte, wie ähnlich sich die Geschichten sind, gefiel mir das Buch doch recht gut. Das liegt vor allem an den Charakteren, die wirklich schnell mein Herz erobert haben. Ich mochte, wie stark Hazel ist. Sie hat klare Vorstellungen davon, was ihr im Leben wichtig ist und setzt sich mit allem, was sie hat, dafür ein, selbst wenn sie sich damit selbst verletzt. Ich fand das sehr bewundernswert und habe sie mit jeder Seite mehr in mein Herz geschlossen. So ging es mir auch mit Ian. Zu Beginn fand ich sein Verhalten wirklich furchtbar, weil er seinen Zorn über seine Eltern an Hazel ausgelassen hat, aber mit zunehmendem Verlauf habe ich ihn immer besser verstanden. Man merkte ihm seinen Schmerz mit jeder Zeile an und tat so gut zu sehen, wie Hazel es schafft, seinen Gefühlen mit ihren Worten und seiner Musik Ausdruck zu verleihen.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen, es hat mich aber nicht ganz so fesseln können wie ihre anderen Bücher. Das liegt auch an der Ähnlichkeit zu anderen Büchern, die sehr zeitnah zu diesem rausgekommen sind, aber auch daran, dass das Ende mir eine Spur zu leicht, zu kitschig war. Normalerweise gibt es immer noch die ein oder andere Stelle, an der ich bei ihren Büchern die Taschentücher rauskramen muss, hier hat es mich zwar auch durchaus berührt, aber bei Weitem nicht in dem Ausmaß, in dem ich es gewohnt bin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2022

Fantastische Neuinterpretation von Peter Pan

Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald
0

Das Cover mag ich wirklich gerne, weil es wirklich gut zu der Geschichte passt. Es wirkt geheimnisvoll und recht düster, aber durch die Darstellung von den Silhouetten von Wendy und Peter wird schon ein ...

Das Cover mag ich wirklich gerne, weil es wirklich gut zu der Geschichte passt. Es wirkt geheimnisvoll und recht düster, aber durch die Darstellung von den Silhouetten von Wendy und Peter wird schon ein subtiler Hinweis auf den Inhalt gegeben. Ich mag das Cover des Originals allerdings noch eine Spur lieber, einfach weil mir die Farben deutlich besser gefallen.

Die Geschichte klang sehr vielversprechend: Schon fünf Jahre ist es her, dass Wendy zusammen mit ihren Brüdern Michael und John im Wald verschwand und alleine zurückkehrte. Noch immer hat Wendy keinerlei Erinnerungen an die Zeit im Wald und leidet darunter nicht zu wissen, was mit ihren Brüdern passiert ist. Als nun wieder Kinder verschwinden, muss sie sich mit den Dämonen ihrer Vergangenheit auseindersetzen und erhält dabei unerwartet Hilfe von Peter Pan, den sie aus den Erzählungen ihrer Mutter kennt und den es eigentlich gar nicht geben dürfte.

Ich finde es immer spannend, wenn bekannte Märchen oder Geschichten neuinterpretiert werden, deswegen wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Das liegt auch an dem poetischen, leichten Schreibstil. Ich musste mich zwar zu Beginn daran gewöhnen und habe ein wenig gebraucht, um so richtig in die Geschichte zu finden, aber nach ein paar Kapiteln habe ich mich an die Art der Erzählung gewöhnt und bin vollkommen in die Geschichte eingetaucht.

Das liegt auch an der wirklich gelungenen Atmosphäre, die in dem Buch erzeugt wird. Sie zeigt sehr deutlich, dass es sich hierbei um keine Geschichte für Kinder handelt oder eine bloße Erzählung eines Märchens. Ich mochte, dass es fünf Jahre nach Wendys Abenteuern in Nimmerland spielt, auch wenn sie sich nicht daran erinnert und es lange im Unklaren bleibt, ob das alles wirklich passiert ist oder nicht. Genau das macht die Geschichte so besonders, man fragt sich immer, was mit Wendy im Wald passiert ist, warum sie solche Angst hat und was genau mit ihren Brüdern passiert ist. Ich habe ein wenig gebraucht, um mit Wendy warm zu werden, weil ihr eben ein großes Stück ihrer Erinnerung fehlt und sie dadurch oft nicht weiß, ob sie sich selbst vertrauen kann. Doch sie ist mir mit jeder Seite mehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr mitgelitten, auch weil sie es schafft, ihre Ängste immer wieder zu überwinden und gegen sie anzukämpfen. Ich fand das unglaublich mutig, weil sie sich selbst so oft zurücknimmt, obwohl sie Angst hat, nur um anderen dadurch helfen zu können. Bei Peter fiel es mir nicht ganz so leicht, vielleicht auch weil ich in den Geschichten sonst eher nicht mochte. Ich konnte nie so richtig verstehen, wie man so wenig Verantwortung für etwas übernehmen konnte, sodass ich ihn immer eher als rücksichtslos wahrgenommen habe. In diesem Buch ist das aber anders, vielleicht auch weil er altert und sich notgedrungen mit manchen Szenarien auseinandersetzen muss, vielleicht auch weil er eine besondere Beziehung zu Wendy hat.

Die Interpretation der Geschichte ist an sich nichts Neues, besonders nicht, wenn man sich mit Neuinterpretationen von Märchen oder Mythen auseinandergesetzt hat, aber die Umsetzung ist dennoch besonders. Die Emotionalität, die Zerbrechlichkeit der Charaktere und das atmosphärische Erzählen geben der Geschichte einen Rahmen, der zugleich fesselt und emotional mitreißt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2022

Fesselnde Geschichte, die sich anders entwickelt, als gedacht

Ich. Bin. So. Glücklich.
0

Das Cover der neuen Auflage von Happiest Girl Alive mag ich recht gerne und ich bin normalerweise kein großer Fan von Büchern, die als Filmausgaben erneut herausgebracht werden. Aber die Darstellung passt ...

Das Cover der neuen Auflage von Happiest Girl Alive mag ich recht gerne und ich bin normalerweise kein großer Fan von Büchern, die als Filmausgaben erneut herausgebracht werden. Aber die Darstellung passt ziemlich gut zu meiner Vorstellung von Ani und verdeutlicht die Stimmung des Buches hervorragend.

Bei der Geschichte war ich mir lange nicht sicher, was ich erwarten sollte: Ani FaNelli kann es gar nicht erwarten, ihren Namen endlich loszuwerden und ihren Verlobten Luke Harrison zu heiraten. Sie liebt ihren Job bei einem Frauenmagazin und verdient genug, um ihr Leben in New York zu finanzieren. Doch sie hat ein Geheimnis aus ihrer Jugend und es hält sie nachts noch immer wach. Als sie dann eine Anfrage für eine Dokumentation erhält, muss sie sich notgedrungen mit dem auseinandersetzten, was sie erlebt hat und erkennen, dass sie vielleicht nicht der Mensch ist, für den sie sich selbst gehalten hat und den andere kennen.

Ich wusste nicht so richtig, was mich bei dem Buch erwarten würde, aber ich habe einiges über den Film gehört, sodass ich erst einmal das Buch lesen wollte. Ich fand es auch erstaunlich fesselnd und mitreißend, was auch am Schreibstil lag. Der hat es wirklich geschafft, mich in die Geschichte zu ziehen und mich bis zum Schluss festzuhalten. Allerdings ist es an der ein oder anderen Stelle nicht ganz einheitlich, was möglicherweise am eBook liegen könnte, aber ich fand es durchaus verwirrend, zumal es bei anderen Personen auch vorkommt, dass sie plötzlich mir anderen Namen angesprochen werden. Das sind nur Kleinigkeiten, aber ich finde es trotzdem störend, vor allem wenn es häufiger vorkommt.

Auch die Story fand ich zu Beginn nicht so super interessant, weil es zu Beginn vor allem darum geht, was Ani trägt, welche Taschen sie besitzt und wie viel Geld sie bzw. ihr Verlobter hat. Das alles wirkte sehr oberflächlich und irgendwie fake. In dieser Zeit mochte ich auch Ani nicht besonders, weil alles was sie tut, sehr kalkuliert und manipulativ wirkt. Ich habe selbst gemerkt, dass ich Abstand zu ihr genommen habe, weil ich es furchtbar fand, wie sie sich verhalten hat. Als dann aber zunehmend Rückblenden aus ihrer Jugend miterlebt habe, habe ich gemerkt, wie ich ihr Verhalten zunehmend besser verstanden habe, auch wenn ich sie als Teenager nicht immer mit der Frau in Verbindung bringen konnte, zu der sie geworden ist. Ab einem gewissen Punkt hatte ich das Gefühl, zu wissen, in welche Richtung sich die Story entwickeln würde, aber ich lag tatsächlich falsch, weil es um viel mehr ging. Das war es auch, was das Buch für mich so interessant gemacht hat, ich mochte es, nach jeder Seite mehr zu erfahren und das Gefühl zu haben, immer besser zu verstehen, was für ein Mensch Ani ist. Ihre Entwicklung, sowohl in ihrer Teenagerzeit als auch später während des Buches fand ich unglaublich spannend zu beobachten und diese macht das Buch auch so besonders für mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2022

Solide Geschichte, die nicht vollkommen überzeugen kann

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
0

Das Cover finde ich durchaus schön gestaltet, weil es so dramatisch wirkt. Allerdings finde ich, dass es nicht perfekt zum Inhalt passt. Da hätte ein Silvesterthema vielleicht besser gepasst als die Rosen ...

Das Cover finde ich durchaus schön gestaltet, weil es so dramatisch wirkt. Allerdings finde ich, dass es nicht perfekt zum Inhalt passt. Da hätte ein Silvesterthema vielleicht besser gepasst als die Rosen im Eis.

Der Inhalt klang aber vielversprechend: Fredrik und Nina wollen wie jedes Jahr Silvester mit ihren Freunden Lollo und Max und Malena feiern, während ihre 17-jährigen Töchter Jennifer und Smilla ihre eigene Party schmeißen. Obwohl Nina Zweifel daran hat, ihre Tochter feiern zu lassen, überredet ihr Mann sie dazu. Als sie nach einer feucht-fröhlichen Nacht am nächsten Tag aufwachen, ist sie für niemandem mehr dieselbe, denn Jennifer wird vermisst und es scheint, als sei Smilla die letzte, die sie gesehen hat, als sie vor Mitternacht von ihrer eigenen Party verschwunden ist. Doch alle Mitglieder der Familien haben ihre Geheimnisse und eines könnte Jennifer in Gefahr gebracht haben.

Ich habe mich schon darauf gefreut, einen richtig spannenden Thriller zu lesen, in dem man niemandem vertrauen kann und der einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt, so ganz überzeugen konnte es mich aber leider nicht. Das liegt allerdings eher nicht am Schreibstil, der ist zwar nicht außergewöhnlich, aber doch sehr leicht zu lesen, sodass man nur so durch die Seiten geflogen ist. Dazu trägt es auch bei, dass die Kapitel aus der Sicht verschiedener Personen erzählt wird und diese zumindest teilweise Dinge andeuten, von denen man unbedingt wissen will, was sie damit meinen.
Allerdings ist es auch das, was das Buch für mich manchmal schwierig macht. Durch die verschiedenen Sichten wurde man in eine bestimmte Richtung geleitet und ich habe die ganze Zeit gehofft, dass das Buch nicht ein bestimmtes Ende nimmt. Das tut es letztlich auch nicht komplett, aber es war mir dennoch eine Spur zu nah dran, als dass ich es wirklich gerne mochte. Natürlich wollte ich dennoch unbedingt wissen, was genau jetzt an Silvester und der Nacht von Neujahr passiert ist, aber ich hatte immer eine Vermutung, die zumindest zum Teil zutraf und fand das irgendwie schade. Außerdem fand ich eine der Entwicklungen nicht wirklich notwendig, ich verstehe sie, ich fand aber, dass sie einfach nur genutzt wurde, um Drama zu erzeugen und das war für mich nicht wichtig für die Entwicklung der Story.
Viel mehr hat mich aber gestört hat, ist, dass ich keinen Charakter so richtig gerne mochte. Ich brauche eigentlich immer jemanden, den ich zumindest ein bisschen mag, hier fiel mir das aber sehr schwer. Fredrik fand ich an vielen Stellen wirklich sehr selbstmitleidig und das hat mich extrem genervt, weil er seine Frau wirklich hätte mehr unterstützen können. Ich war nach einer gewissen Zeit wirklich sauer auf ihn, weil er sehr oft so getan hat, als wäre er der leidende Held der Geschichte, ich finde aber, dass er sich in wirklich vielen Situationen eben nicht korrekt verhalten hat. Nina konnte ich da oft sehr viel besser verstehen, aber ich wurde dennoch nicht so ganz warm mit ihr, was möglicherweise auch daran lag, dass sie in einem ganz anderen Abschnitt ihres Lebens ist als ich.

Alles in allem war das Buch durchaus fesselnd, aber eher weil ich wirklich wissen wollte, ob ich mit meiner Vermutung über das, was passiert ist, richtig lag. Ich fand die Auflösung aber nicht so richtig überzeugend, auch wenn sie besser war als meine Vermutung. Mein größtes Problem war aber, dass ich zu keinem Zeitpunkt einen richtigen Zugang zu den Figuren hatte, evtl. wäre es gut gewesen, noch den Blick von Smilla oder Anton oder vielleicht auch den von Jennifer vor ihrem Verschwinden zu erhalten, um eine größere Vielfalt der Personen abzubilden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere