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Veröffentlicht am 21.11.2025

Gewöhnungsbedürftige Dystopie

Die Spur der Vertrauten
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„Die Spur der Vertrauten" ist ein vielschichtiges Jugendbuch – so komplex und tiefgründig, dass ich es eher als Dystopie für (junge) Erwachsene empfehlen würde. Doch worum geht’s eigentlich?

Claire und ...

„Die Spur der Vertrauten" ist ein vielschichtiges Jugendbuch – so komplex und tiefgründig, dass ich es eher als Dystopie für (junge) Erwachsene empfehlen würde. Doch worum geht’s eigentlich?

Claire und Goliath leben in einer dystopischen Welt, in der es keine Individualität gibt. Stattdessen besitzt jeder Mensch einen sogenannten Instinkt, der ihn dazu bringt, stets dem Allgemeinwohl zu dienen. Als Claire und Goliath auf ungeklärte Vermisstenfälle stoßen, beginnen sie, tiefer im Verborgenen der Gesellschaft zu graben als jemals jemand zuvor – und entdecken dabei lebensgefährliche Geheimnisse.

Der Stil von Christelle Dabos ist eher ungewöhnlich für ein Jugendbuch – wobei mir das bei „Die Spiegelreisende“ (kleine Korrektur des Titels) damals gar nicht so aufgefallen ist. Ich hattehier allerdings nur selten einen flüssigen Lesefluss, da der Satzbau manchmal ungewöhnlich, beinahe elliptisch wirkt. Zudem treten viele Charaktere auf und es gibt zahlreiche Details zur Gesellschaft und zum Instinkt.

Im Roman werden Themen wie Individualität, Vorurteile, Verlust und Einsamkeit mitunter eher indirekt behandelt. Durch diese Themen und die dystopische Gesellschaft entsteht eine düstere Grundstimmung, die vor allem durch Goliath meiner Meinung nach perfekt verkörpert wird. Die Protagonisten Claire und Goliath fand ich sehr cool: Sie sind alles andere als perfekt, beide tragen ihr Päckchen, und dennoch finden sie zueinander und ermutigen sich gegenseitig.

Die Grundidee mit dem Instinkt, dem man widerstandslos ausgeliefert ist, fand ich grandios – endlich mal wieder was ganz Originelles. Im Laufe der Geschichte tauchen immer mehr Andeutungen und Geheimnisse auf, die man sich gern merken möchte, weil sie wichtig für den Verlauf scheinen. Doch dann kommt die Enttäuschung: Am Ende werden viele dieser Andeutungen oder Handlungsstränge gar nicht mehr aufgegriffen oder aufgelöst.

So wirkt das Ende überwältigend: Es passiert sehr viel auf einmal – und doch weiß man kaum, warum. Die über 600 Seiten finden ihren Showdown auf vielleicht fünf Seiten, und man bleibt mit unglaublich vielen Fragen zurück. Schade, denn ich hatte mir wirklich mehr erhofft!

„Die Spur der Vertrauten“ ist ein interessantes und vielschichtiges Buch. Wenn man sich darauf einlässt und nicht alles hinterfragt, bietet es unterhaltsame Lesestunden und zugleich tiefgründige Themen zum Nachdenken.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Spannend und überraschend emotional

Daughter of Smoke and Bone
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Für mich wird „Daughter of Smoke and Bone: Zwischen den Welten" als eines der Fantasybücher mit der emotionalsten und überraschendsten Wendung in Erinnerung bleiben. Pluspunkte gibt es obendrein für die ...

Für mich wird „Daughter of Smoke and Bone: Zwischen den Welten" als eines der Fantasybücher mit der emotionalsten und überraschendsten Wendung in Erinnerung bleiben. Pluspunkte gibt es obendrein für die coolen Charaktere, das atmosphärische Setting und eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Spice auskommt.

Die 17-jährige Karou führt ein außergewöhnliches Doppelleben: Sie ist Kunststudentin in Prag und erledigt zugleich mysteriöse Aufträge für Brimstone – den Mann, der sie großgezogen hat. Brimstone und sein Gefolge sind Chimären und für Karou seit jeher wie eine Familie. Doch immer wieder fragt sie sich, woher sie wirklich stammt und warum sie, seit sie denken kann, Hamsas in die Handflächen tätowiert hat. 

Laini Taylors Stil ist faszinierend: Sie schafft einen grandiosen Spagat zwischen realistischem Setting, Urban-Fantasy und einer ungewöhnlichen, detailreichen Fantasywelt. Ich konnte mir sowohl das Leben in Prag als auch in der Fantasywelt wunderbar bildlich vorstellen. Taylors Schreibstil ist leicht, mit einer poetischen Note, sodass dieses Buch definitiv für Jugendliche geeignet ist – auch wenn es manchmal recht düster und grausam ist, denn ein Krieg in der fantastischen Welt spielt eine zentrale Rolle. 

Der Roman ist in drei Teile gegliedert, und der letzte Teil hat mich komplett aus den Socken gehauen: Geheimnisse werden gelüftet, Details fügen sich zusammen und es wird überraschend emotional. Mit dieser Wendung habe ich überhaupt nicht gerechnet – und ich fand sie genial! 

Es ist schwer, noch mehr Details preiszugeben, ohne zu spoilern – daher kann ich nur sagen: „Daughter of Smoke and Bone: Zwischen den Welten" ist ein großartiger Auftakt der Fantasytrilogie und perfekt für alle, die Urban Fantasy, magische Charaktere und große Gefühle (ohne Spice!) lieben. 

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Solider Thriller mit Überraschungen

Knochenkälte
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Endlich wieder unterwegs mit David Hunter! Jahrelang musste ich auf die Fortsetzung warten und dementsprechend groß war die Vorfreude auf „Knochenkälte” – aber wurden all meine Erwartungen erfüllt?  

Der ...

Endlich wieder unterwegs mit David Hunter! Jahrelang musste ich auf die Fortsetzung warten und dementsprechend groß war die Vorfreude auf „Knochenkälte” – aber wurden all meine Erwartungen erfüllt?  

Der forensische Anthropologe David Hunter ist aufgrund eines Wintersturms in einem abgeschiedenen Ort eingeschneit. Mit dem Fund eines Skeletts beginnt für ihn eine gefährliche Suche nach der Wahrheit – sehr zum Missfallen der verschlossenen Einwohner.  
 
An Becketts Thrillern liebe ich immer die nervenaufreibende Grundstimmung: Wann wird das Skelett entdeckt, wer sind die Verdächtigen und wird Hunter in Gefahr geraten? Und ganz wichtig: Welcher Plottwist wird mich diesmal aus den Socken hauen?  
 
Ja, meine Erwartungen waren hoch und – und wurden leider nicht ganz erfüllt. Die Atmosphäre im Dorf ist von Anfang an spannend, düster und geheimnisvoll. Wie gewohnt, sorgt Becketts Stil dafür, dass man direkt in die Atmosphäre des Romans abtauchen kann und die Szenen beinah wie in einem Film vor einem ablaufen.

Für meinen Geschmack dauert es jedoch einen Tick zu lange, bis Hunter endlich auf das Skelett stößt. Generell hatte ich das Gefühl, die Action verlor sich manchmal in detaillierten Naturbeschreibungen. Als Kontrast dazu habe ich auf einen grandiosen Plottwist nach dem anderen gehofft. Doch auch hier blieb leider der große Wow-Moment aus. Vielleicht lag es am begrenzten Setting oder daran, dass die Bösewichte für mich zu früh erkennbar waren. 

Insgesamt ist „Knochenkälte” ein guter Thriller mit einigen Überraschungen. Als siebter Teil der Hunter-Reihe lässt er sich auch gut ohne Vorwissen lesen.  

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Düstere und spannende Urban-Fantasy

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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Mit „Velvet Falls, but the Gods forgot to die” entführt uns Julia Dippel in eine düstere Urban-Fantasy-Welt voller Gefühle, Intrigen und Verführungen. Neugierig, warum mir in diesem Buch vor allem der ...

Mit „Velvet Falls, but the Gods forgot to die” entführt uns Julia Dippel in eine düstere Urban-Fantasy-Welt voller Gefühle, Intrigen und Verführungen. Neugierig, warum mir in diesem Buch vor allem der Spice positiv aufgefallen ist?

Velvet ist eine Damönenreiterin und fühlt sich verpflichtet, aufgrund einer Vision die Götter zu retten. Dafür muss sie jedoch mit ihrem Ex Kash zusammenarbeiten – und das gestaltet sich schwierig, denn zwischen den beiden schweben noch jede Menge unausgesprochene Worte.

Dies war mein erstes Buch von Julia Dippel und ihr Schreibstil hat mich direkt in den Bann gezogen. Ich mag ihre lockere, freche und humorvolle Art sehr. Besonders klasse fand ich, dass das Buch weitgehend auf Anglizismen und englische Phrasen verzichtet.

Velvet ist eine sehr starke Protagonistin, deren Sarkasmus einfach großartig ist. Gleichzeitig hat sie eine weiche Seite, und sowohl sie als auch Kash geben dem Roman mit Einblicken in ihre Gefühlswelt, ihre Zweifel und Sehnsüchte sehr viel Tiefe. Die Mischung aus taffen Charakteren in einer düsteren Welt und deren zerbrechlichen Innenleben hat für mich eine richtige Sogwirkung erzeugt.

Spannend war es zudem, weil ich mich ständig gefragt habe, was damals wohl zwischen den beiden vorgefallen ist und wie sich die Spannung zwischen den beiden entladen wird. Apropos: Die spicy Szenen tragen meiner Meinung nach zur Geschichte bei und verdeutlichen die Dynamik der beiden. Und das Beste: Die Szenen sind gekennzeichnet – im E-Book mit einer horizontalen Linie.

Wer Lust auf knallharte, emotionale Urban-Fantasy mit facettenreichen Charakteren hat, sollte sich „Velvet Falls, but the Gods forgot to die” nicht entgehen lassen. Und Fans von lustigen Sidekicks kommen hier definitiv auf ihre Kosten!

Ich freu mich schon sehr auf den zweiten Teil!

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