Profilbild von Franci

Franci

Lesejury Star
offline

Franci ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franci über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2025

Tolle Geschichte, die auch Erwachsene Seufzen lässt.

Pauline & Emma - Auch Filmheldinnen müssen Mist schaufeln
0

„Pauline & Emma: Auch Filmheldinnen müssen Mist schaufeln“ ist ein gemütlich-humorvoller Coming-Of-Age Roman von Melody Rose, in der die Temperaturen frostig, aber die Charaktere herzenswarm sind.

In ...

„Pauline & Emma: Auch Filmheldinnen müssen Mist schaufeln“ ist ein gemütlich-humorvoller Coming-Of-Age Roman von Melody Rose, in der die Temperaturen frostig, aber die Charaktere herzenswarm sind.

In neun Tagen endet das Jahr, damit ein neues beginnen kann. Für Pauline heißt das, dass sie nur noch weniger als zwei Wochen Zeit hat, endlich ihr selbstauferlegtes „Must-Do“ zu erfüllen: sich zu verlieben.
Dumm nur, dass ihre Workaholic-Eltern sie gerade jetzt in die Alpen verfrachten, damit die 16-Jährige die Tage bis zum Jahreswechsel nicht alleine verbringt. Und dann auch noch auf einem Bauernhof zu Fremden.
Aller Horrorvorstellungen zum Trotz entwickelt sich dieser winterliche, naturlastige Aufenthalt zu einer intensiven Erfahrung, denn Pauline kommt zum ersten Mal in den Genuss davon, was es bedeutet, Teil einer Familie zu sein. Und ganz nebenbei lernt sie Emma kennen …

Die Autorin schrieb eine zuckersüße Young-Adult-Geschichte, in der sowohl Setting als auch Charaktere toll zur Geltung kamen. Neben Spaß und Witz finden sich wichtige Themen, die auf eine einfühlsame Art behandelt werden und dadurch ausreichend Raum geben, um sich mit diesen und den Protagonistinnen zu identifizieren.

Paulines Gefühlswirrwarr – Wut und Enttäuschung, der Gedanke, nicht gewollt, nicht wichtig zu sein, waren greifbar und verständlich. Auch wie sie sich mit ihren Empfindungen bzgl. ihrer Eltern auseinandersetzt wurde ebenso authentisch aufgegriffen wie Paulines Schmetterlinge, die bei Emmas Anblick, in der Nähe des schönen, bodenständigen Mädchens, aufgeregt in ihrem Inneren flattern.
Das Mehrgenerationen-Leben der Familie des Bergbauernhofs war dicht und herzlich – obwohl ich weder Fremden noch dem Winter etwas abgewinnen kann, wäre ich Pauline gerne in diese liebevolle Umgebung, in der es Verständnis, aber auch Verantwortung und Pflichten gibt, gefolgt.
Zaghaft und sanft, begleitet von einem Hauch Unsicherheit, nähern sich die Mädchen an. Ihre Gespräche sind ehrlich und ernst, aufschlussreich und hoffnungsvoll. Jedoch können weder Harmonie noch Verliebtsein etwas an der Tatsache ändern, dass sich die Wege der Teenagerinnen nach den Ferien trennen. Und gleichgeschlechtliche Liebe noch immer mit Vorurteilen bedacht wird, vor allem in einem traditionellen Dorf …

Ob die beiden Alternativen, Kompromisse und den Mut finden, etwas zu wagen und zu ihren Gefühlen zu stehen? Solltet ihr unbedingt in diesem wunderbaren Roman nachlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2025

Wunderschön, heilsam und tief berührend.

In Richtung Stoppelfelder
0

Es gibt immer wieder Romane, bei denen es schwerfällt, die Empfindungen während und die Begeisterung nach dem Lesen in spoilerfreie Worte zu fassen. „In Richtung Stoppelfelder“ gehört für mich in diese ...

Es gibt immer wieder Romane, bei denen es schwerfällt, die Empfindungen während und die Begeisterung nach dem Lesen in spoilerfreie Worte zu fassen. „In Richtung Stoppelfelder“ gehört für mich in diese Kategorie und zudem in jene, der besten Debüts, die ich bisher in die Hände bekommen habe.

Auf wenigen Seiten schafft es Lene Jansen wichtige, bewegende und relevante Themen aufzugreifen, nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern tief zu graben. Bedeutung und Schwere dieses Buchs sind unglaublich und ebenso wenig auszublenden wie die Enge in der Brust, der Knoten im Magen und der Nachklang, die diese Zugfahrt unweigerlich hinterlässt.

Eine Geschichte, die im ICE spielt? Klingt langweilig, eintönig, festgefahren? Die Gäste des Intercity-Express 512, die sich mit Jule und Hannes ein Abteil teilen, sehen das wahrscheinlich anders und erleben eine Reise, wie sie einmaliger und aufregender nicht sein könnte.

Lene erzählt in sepiafarbenen Erinnerungen von der Nostalgie einer unbeschwerten Kindheit, vom Verlust der ersten großen Liebe, einer Freundschaft, die intensiver und ehrlicher nicht sein könnte, von leisen Veränderungen und dem Wandel, den das Erwachsen werden mit sich bringt. In bunten Bildern sehen wir Städte vorbeirauschen, sind bruchstückhaft – dennoch nicht weniger intensiv – Teil eines aussichtslosen Kampfs, erleben Trauer und Verzweiflung, die auf Tod und Verlust folgt.

Während der Fahrt von München nach Münster fühlen wir die facettenreichen Arten von Schmerz, vor allem jenen, der bis ins Mark kriecht und „Zurückgelassenen“ den Boden raubt – das alles und viel mehr begleitet Jule auf dem Weg zum Abschied nehmen. Und uns.

Ein Wiedersehen nach zehn Jahren Funkstille und Schweigen, eine Fahrt nach Hause, der letzte Weg, den Jule zu Ehren ihrer Freundin auf sich nimmt. Als wären die letzten Wochen und Monate nicht Strafe genug, trifft sie auf Hannes, den feigen Verräter, ihre erste große Liebe, bis heute die einzige … Die nächsten sechseinhalb Stunden muss sie auf engstem Raum mit diesem „Lebenskünstler“ verbringen, eine Konfrontation mit der Vergangenheit, der sie sich in der Gegenwart nicht gewachsen fühlt. Denn hat Jule nicht gerade die platonische Liebe ihres Lebens, ihre Seelenverwandte, ihr Gegenstück verloren, ist erneut, unwiderruflich zerbrochen? Hält sich das Schicksal für so witzig?

Obgleich Jule innerlich tobt, ein Sturm aus den verschiedensten Gefühlen, Erinnerungen, Wünschen wütet, warten nach den Stunden im ICE, angekommen in der Heimat, nicht nur Tränen, Schreie und Schmerz, sondern auch Trost und Erkenntnis.

Ach, Lene, es war mir eine Freude in Deinen Zug zu steigen. Viele Rückblicke, Beschreibungen, die Sehnsucht nach „damals“ berührten mich, weil ich so vieles verstand, nachvollziehen konnte und mich durch Deine Worte an Haltestellen meines Lebens erinnerte. Ich ging in der Wut und Verzweiflung, den Schuldgefühlen und Tränen auf, musste durchatmen und dennoch, aufgrund humorvoller Dialoge, Kreativität und dem authentischen Schreibstil schmunzeln. Die Umschwünge der Stimmung sind unberechenbar – wie Flashbacks, Trauer und der Tod selbst.

Über einige Themen wird auf frische Art philosophiert, die Gedankenspiele ermöglichen einen neuen Blickwinkel auf das hier kreierte Geschehen sowie auf das eigene Leben. Die Szenarien, ganz gleich, ob die melancholischen Rückblicke oder die Skurrilität des Gesamten, sind lebendig und ausdrucksstark, Emotionen ergreifend und echt.

Die Autorin lässt auf unter 200 Seiten so viel von allen einfließen, wie es namhafte AutorInnen oft nicht in ausgewachsenen Romanen schaffen.

Poetisch, malerisch, ergreifend, im angenehmen Wechsel zwischen einfühlsam und impulsiv, zurückhaltend und voller Temperament vergeht die Zugfahrt viel zu schnell.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2025

Kampf auf Leben und Tod.

Revenant Games – Spiel auf Leben und Tod
0

Hexen, Vampire, ein tödlicher Wettkampf – „Revenant Games“ war ein Muss für mich.

Um Emersons Leben zu retten, nicht auch noch die letzte Konstante zu verlieren, tritt Bly bei den gefürchteten »Revenant ...

Hexen, Vampire, ein tödlicher Wettkampf – „Revenant Games“ war ein Muss für mich.

Um Emersons Leben zu retten, nicht auch noch die letzte Konstante zu verlieren, tritt Bly bei den gefürchteten »Revenant Games« an. Ein Spiel auf Leben und Tod. Bly will siegen, koste es, was es wolle.
Doch trotz ihrer Entschlossenheit, aller Kälte, trotz des Kampfes, der auf sie wartet, ist es gerade ein Vampir, ein Gegner, der Bly aus dem Konzept bringt und zur größten Herausforderung wird …

Margie Fustons Idee ist nicht komplett neu, jedoch bringt die Autorin frische Elemente und interessante Facetten mit. Zum einen wären da zwei Gruppierungen übernatürlicher Wesen, die beide als Ganzes bösartig sind, die Menschen ausbeuten, über sie herrschen und die einzig ein fragiles, halbgares Abkommen daran hindert, sich gegenseitig abzuschlachten.
Ein wankelmütiger Frieden.
Zum anderen zieht die Autorin eine junge Frau in den Fokus, die weit weg von „strahlend“ und „heldenhaft“ ist. Dafür umso verzweifelter, einsam und von quälender Schuld zerfressen.

War die Entwicklung, die die Freundschaft von Emerson und Bly nimmt, bereits im ersten Kapitel vorhersehbar, kam mit Kerrigan und allem, was er auslöst, was er preisgibt, ein aufgeregtes Kribbeln in die Story. Nicht gänzlich durchschaubar, dafür umso spannender.
Dass sich dem Zweiergespann zuvor neben einer Hexe auch ein skrupelloses Geschwisterpaar anschließt, gab dem Ganzen weitere unberechenbare Komponenten. Denn ist einer Hexe und ausgehungerten, gnadenlosen TeilnehmerInnen wirklich zu trauen? Wer hält sich letztlich an Pläne und Abmachungen und wer spielt ein eigenes Spiel?
Während sich die Truppe erst nach Vagaris und dann nach Havenwhile durchschlägt, werden die einen oder anderen Geheimnisse und Zusammenhänge offenbart, manche so überraschend, dass der Verlauf eine neue Richtung einschlägt.

Ergreifenden, malerischen Schilderungen von Gefühlen und Empfindungen zum Trotz bewegen wir uns stilistisch auf einer recht einfachen und leicht verständlichen Ebene, der ein wenig mehr Anspruch und Raffinesse nicht geschadet hätte, um den Ernst zu unterstreichen und die Dramatik passend(er) zu inszenieren. Inhaltliche Wiederholungen, etliche Längen sowie ausschweifende, sich um sich selbst drehende Überlegungen kamen diesem Ton auch nicht zugute.
Bly wirkt sensibel und gewissermaßen selbstlos, begibt sie sich doch auf dieses perfide Spielfeld, um die Menschen zu retten, die sie liebt, doch im Verlauf lernen wir eine Seite kennen, die, beachtet man ihre Welt, viel besser passt: manipulativ, trickreich und bereit, andere zu opfern. Hier und da fehlte es mir jedoch an ausreichend Tiefe und Raum, um Beweggründe und Reaktionen nachvollziehen zu können, sodass der Eindruck von „Sprunghaftigkeit“ und spröder Entschlossenheit entsteht. Die drohenden Gefahren, die zu erwarten wären, die eigentliche „Mission“, rücken mehrfach in den Hintergrund, denn selbst in brenzligen Situationen kreisten ihre Gedanken um Irrelevantes. Ebenso blieb das Worldbuilding auf der Strecke, wenn auch eine vorsichtsheischende Atmosphäre das Geschehen begleitete. Dafür wurden einige der Vampire und Hexen, denen wir begegnen, mit charakterlichen Zügen bestückt, die (teilweise) vom Bekannten und Vermuteten abweichen. Es war definitiv schwer, hinter aufgesetzte Freundlichkeit und herablassende Überlegenheit zu blicken.
Bis zum Schluss war Emerson für mich übrigens niemand, dem ich sonderlich viel Respekt oder Anerkennung entgegenbringen konnte. Hoffen wir mal, dass er noch eine Chance bekommt, seinen Mann zu stehen.

Kerrigan, ein wichtiger Bestandteil der Storyline, ist für die LeserInnen genauso interessant und undurchsichtig, dadurch so reizvoll wie für Bly. Es machte Spaß, sorgte hier und da für Abwechslung und Funken, die beiden zusammen zu erleben. Jedoch sollten wir niemandem vertrauen… Ein Fehler und alles wäre vorbei …

„Revenant Games“ hält die eine oder andere Wendung, leise Spannung und ein ausgewogenes Tempo bereit, zudem unberechenbare Situationen, Blut und emotionale Augenblicke. Ich wäre bereit für Band zwei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2025

Tolle Fortsetzung, die Überraschungen bereithält und gespannt auf das Finale warten lässt.

Dragon Games - Flügel aus Stahl
0

„Fluegel aus Stahl“ ist der langersehnte zweite Band der Fantasy-Serie „Dragon Games“ –
Knapp sieben Monate sind vergangen, seit Victoria Black ihr Geheimnis offenbarte und vornehmlich dazu beitrug, die ...

„Fluegel aus Stahl“ ist der langersehnte zweite Band der Fantasy-Serie „Dragon Games“ –
Knapp sieben Monate sind vergangen, seit Victoria Black ihr Geheimnis offenbarte und vornehmlich dazu beitrug, die Attentäter, die es auf Drachenritter abgesehen hatten, zu stoppen. Zwar ist Callum noch immer flüchtig und das drohende Unheil, welches Robert Moore prophezeite, unvergessen, doch an der Seite von Sir James und als die erste offizielle Drachenritterin lebt Vic in annehmlichen Verhältnissen. Alles könnte so schön sein, wären da nicht die veralteten, patriarchalischen Strukturen, engstirnige reiche Männer und die neuen Aufgaben ihres Geliebten. Denn statt mit Onyx, Vic und Daireann durch die Lüfte zu gleiten, verbringt dieser den Großteil des Tages in den Fabriken, mit Verhandlungen und politischen Debatten. Sein Vorhaben, aktiv für die dringend benötigten Veränderungen in den Minen und Armenvierteln einzutreten, scheint vergessen – im Gegensatz zu Kriegsbesprechungen. Dieser Umstand lastet schwer auf der Beziehung. Und dann verschwinden auch noch immer häufiger Drachen …

Zuerst möchte ich auf die am Beginn zu findende Zusammenfassung inkl. des Personenverzeichnisses hinweisen. Dies erleichtert den Einstieg und ist bei Serien unglaublich hilfreich.
Spielte sich der Auftakt der Trilogie im staubigen Ferridum ab, (ent)führt die Autorin ihre taffe Protagonistin nun hinter das Kulethische Meer, auf den verloren geglaubten Teil der Welt. Látaiea steht im starken Kontrast zu dem, was Victoria kennt – es grünt und blüht. Die Menschen leben minimalistisch, im Einklang mit der Natur und ihresgleichen, sind frei. Genau wie die Drachen. Und doch wird ihr Dasein immer stärker von dem rigorosen, ausbeuterischen Verhalten des Stahlimperiums, der wachsenden Industrie und dem steigenden Kohleabbau beeinflusst: Hitze, Ascheregen und Stürme sind nur einige der Auswirkungen, denen das vergessene Volk ausgesetzt ist. Doch nicht nur die Natur, sondern auch die geflügelten Wesen leiden …
Ein Wandel muss her – wenn auch mit Gewalt.
Mittendrin Vic. Doch auf welcher Seite wird sie kämpfen?

Den Hauptteil des Geschehens verfolgen wir aus der Perspektive der Drachenritterin, die von all den Enthüllungen und Wundern überrumpelt ist, jedoch zusehends stärker an dem, was sie kennt, an den altbackenen Strukturen, zweifelt. War ihre Abscheu gegenüber dem System, in dem sie aufwuchs, von Anfang an greifbar und ihr das Leben, das sie an der Seite von James führt, zuwider, so wird sie nun mit dem Ausmaß der Zerstörung konfrontiert, muss sich mit unleugbaren Tatsachen und dem Wanken ihrer Loyalität auseinandersetzen. Dass dieser Kontinent einige Gefahren zu bieten hat und nur wenige BewohnerInnen von Látaiea einer potenziellen Feindin aufgeschlossen gegenüberstehen, erfährt Vic rasch am eigenen Leib. Wenig hilfreich, bei all dem Chaos, das in ihr tobt, ist ihr widersprüchlicher, ruppiger Entführer. Zwar rettet Kill ihr mehrfach das Leben, weiht sie in Religion und Regeln seiner Heimat, in Geheimnisse und Schlachtpläne ein … doch Victoria zweifelt nicht, dass sich der Krieger ihrer jederzeit entledigen würde, sollte sie den Clans bei ihrem Ziel in die Quere kommen.
In deutlich weniger Kapiteln begleiten wir James, der aus purer Verzweiflung bereit ist, nicht nur auf Schlaf und sein Erbe zu verzichten … Aber wie soll er ohne Unterstützung Lady Victoria finden, wenn die Spur ins Nichts weist und allseits von Krieg geflüstert wird? Wo lauert die wahre Bedrohung?

Mit dem Settingwechsel und den neuen Gegebenheiten überrascht die Autorin ebenso sehr wie mit Twists und der Fülle an frischen Eindrücken und interessanten Entwicklungen. Der Verlauf ist angefüllt mit Humor und viel Gefühl, mit ereignisreichen, bedrohlichen und rasanten Szenen, wenn ich auch weniger Aufregung und Spannung als im Vorgänger empfand. Auch fehlte es mir öfter an Ernsthaftigkeit in Vics Ton und Verhalten – nichtsdestotrotz handelt die Drachenritterin selbstlos, mit dem Ziel, das Richtige zu tun und zu helfen.
Ursas Stil ist wie gewohnt detailliert und verständlich, Wesen und Charaktere wurden lebendig, die Storyline logisch und die Probleme nachvollziehbar gezeichnet. Für Abwechslung sorgen Látaieas Gefahren und der originelle, mystische Glaube, Victorias inneres Straucheln und die Vielzahl realitätsnaher, kritischer Gedanken. Wie Jaumann in ihrem Fantasy-Roman die (unsere) Ausbeutung von Flora und Fauna sowie die verheerenden Auswirkungen aufgriff, hat es mir ebenso angetan wie die wundervollen Drachen und Killian, der eine frische, prickelnde Komponente in die Dynamik des romantischen Strangs, der sich mMn nicht in den Vordergrund drängt, bringt.
Am Ende wartet ein Cliffhanger, der uns atemlos zurück- und das Finale herbeisehnen lässt.

Wärst du bereit, alles zu verraten, was du kennst, woran du glaubst und was du liebst, um zu retten, was wirklich zählt?
Würdest du eine blutige Schneise durch die Welt schlagen – um für das Richtige zu kämpfen?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2025

Was ist dein dunkelstes Geheimnis?

Seven Ways to Tell a Lie
0

„Seven Ways to Tell a Lie“ ist der neue Jugend-Thriller von Colin Hadler, in dem uns der Autor in eine unbescholtene Kleinstadt führt – in der ein Video dafür sorgt, dass Chaos und Unbehagen ausbrechen ...

„Seven Ways to Tell a Lie“ ist der neue Jugend-Thriller von Colin Hadler, in dem uns der Autor in eine unbescholtene Kleinstadt führt – in der ein Video dafür sorgt, dass Chaos und Unbehagen ausbrechen …

Ein Unglück, das niemand überlebt.
Das sich nie ereignet hat, wie Jonah, einer der Toten, weiß.
Doch wer steckt hinter dem schrecklichen Deepfake und was will er/sie damit erreichen? Eine Prophezeiung? Oder nur ein schlechter Scherz?

Als immer mehr Clips auftauchen, die Jonah und seine ehemalige Clique, die vor einem Jahr zerbrochen ist, als Enya spurlos verschwand, „ansprechen“, machen sich die Jugendlichen gemeinsam auf die Suche nach den Initiatoren und nach Wahrheiten. Dabei kommen ungeahnte Geheimnisse ans Licht …

Wiedergegeben wird das Geschehen aus der Sicht von Jonah, durch den wir seine alten FreundInnen – Ruby, Victor, Samuel, Jessica, Laurin – kennenlernen und auch einiges über Enya erfahren. Thea schließt sich dem Trupp an und bereichert diesen, ist sie doch nicht vom Zwist der TeenagerInnen betroffen. Langsam verändert sich die Dynamik, wird mal enger und freundschaftlicher, bis Misstrauen und Argwohn mitmischen. Aufgrund der unterschiedlichen Charaktere und der Vielzahl (möglicher) Motive, der Tatsache, dass jedeR mindestens ein Geheimnis von mehr oder minder größerem Ausmaß hat, ist es nicht ersichtlich, wer hinter den Videos steckt – und somit führt uns der Autor gekonnt an der Nase herum.

Da „Seven Ways to Tell a Lie“ ab 13 Jahren empfohlen wird, war es wenig überraschend, dass der Stil recht einfach gehalten wurde, mir an so mancher Stelle Ernst und Tiefe, ja, auch Abwechslung und vor allem Spannung fehlten. Der Verlauf – bestückt mit immer neuen „Twists“ und Offenbarungen – selbst wirkte öfter stark konstruiert, im Showdown fehlte es mir an Details, war die Auflösung zwar hervorragend gewählt und unerwartet, jedoch rasch vorbei. Wie Hadler sensible Themen – u. A. Homophobie, Rassismus, Gewalt – einflocht, durch die die einzelnen Figuren und Reaktionen mehr Griffigkeit bekamen, ist gut gelungen und in einem Buch, das sich an eine jüngere Zielgruppe richtet, ungemein wichtig. Zusätzlich beschäftigt sich Colin mit den – aktuell heiß diskutierten – Gefahren rund um KI. Wie leicht Mensch Fake-News verbreiten, Medien manipulieren kann. Unangenehme Vorstellung, doch leider Realität.

Fazit: Ein Roman, der zum Nachdenken animiert; spaßige, gefühlvolle und spannende Sequenzen bereithält. Was ist dein dunkelstes Geheimnis?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere