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Veröffentlicht am 09.12.2024

Nicht nur für Fans von Romeo & Julia.

Rosaline
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Wer kennt sie nicht? „Romeo und Julia“: Eine der bekanntesten und größten Tragödien aller Zeiten.

Natasha Solomon gibt dieser vermeintlich aufopferungsvollen Liebesgeschichte nun durch Rosaline, der ...

Wer kennt sie nicht? „Romeo und Julia“: Eine der bekanntesten und größten Tragödien aller Zeiten.

Natasha Solomon gibt dieser vermeintlich aufopferungsvollen Liebesgeschichte nun durch Rosaline, der untergegangenen Geliebten, einen neuen, frischen und kritischeren Blickwinkel. Diese Interpretation spielt sich in zwei Wochen ab, und hält trotz der Kürze interessante, überraschende und starke Entwicklungen bereit.

Obwohl Ton und Ausdruck passend für die Zeit der Renaissance sind, ursprüngliche Elemente erhalten blieben, gewissermaßen ein warmes, italienisches Flair die Storyline begleitet, war der Stil der Autorin leicht(er) und modern(er) zu lesen und zu verstehen, die Atmosphäre vorsichtheischend, melancholisch und schwer. Gerade Rosalines Wesen, die kämpferisch wirkt, weder in das patriarchalische System passt noch passen will und sich nicht in den gesponnenen Intrigen oder der Falschheit von Romeo verstricken lässt, gibt dem Verlauf rege Auftrieb. Es war leicht, sich in die Protagonistin zu versetzen, ihre Gedanken, Ängste und Intentionen zu verstehen, mitzufühlen. Das damals vorherrschende Rollenbild der Frau, Konventionen und gesellschaftliche Erwartungen bis hin zu Hierarchien wurden kraftvoll herausgearbeitet. Solomon gibt zudem den bekannteren Figuren neue Züge: So wirken weder Julia noch Romeo unschuldig und sanft. Dies verleiht der Handlung eine unterschwellige Spannung, während Rosalines zerbröselnde Hoffnung, durch ihren Romeo Autonomie zu erlangen, für Dramatik sorgt. Anfallende Entscheidungen und Reaktionen? Nicht vorhersehbar. Und doch findet dieser Roman ein passendes Ende.

Außerdem gelang es Natasha Solomon mit dieser Neuerzählung eine ungesunde, toxische Liebe zu entklären – und damit einen angemessenen Roman für die heutige, kritische Zeit zu kreieren, in der immer mehr Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Partnerschaften auf Augenhöhe vorherrschen.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Cozy, süß und winterlich.

A Bookboyfriend for Christmas
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Weihnachten alleine in einer Buchhandlung?
Was für ein Traum.
Auch für Mia, der dieser Wunsch erfüllt wird.
Doch statt die Auswahl an Bookboys zu genießen, sich in cozy Stunden zwischen Buchseiten zu verlieren ...

Weihnachten alleine in einer Buchhandlung?
Was für ein Traum.
Auch für Mia, der dieser Wunsch erfüllt wird.
Doch statt die Auswahl an Bookboys zu genießen, sich in cozy Stunden zwischen Buchseiten zu verlieren und nebenbei Punsch zu trinken, kommt alles anders…

Ein Schneesturm, der ganz New York lahm legt, und ein grinchiger Oberarzt wandeln Mias Auszeit in ein ebenso weirdes wie unvergessliches Weihnachtsfest, das so manch Veränderung für sie und Nick bereithält.

„𝐀 𝐁𝐨𝐨𝐤𝐛𝐨𝐲𝐟𝐫𝐢𝐞𝐧𝐝 𝐟𝐨𝐫 𝐂𝐡𝐫𝐢𝐬𝐭𝐦𝐚𝐬“ ist eine süße, kurzweilige und romantische Geschichte mit einem gleichermaßen hohen Unterhaltungs- wie Wohlfühlfaktor. Abgesehen von der zauberhaften Idee und den Zufällen, die sicherlich dem Schicksal zu verdanken sind, waren die Figuren einfach nur toll. Ja, auch der miesepetrige Arzt beweist recht schnell Sinn für das Schöne – und in dieser Buchhandlung ist das für ihn definitiv der Booknerd. Wirklich wunderbar fand ich, dass die romantische Annäherung, das Kennenlernen der Fremden ohne Missverständnisse und künstlich erzeugtes Drama auskam. Trotz der Vorurteile, die der Workaholic gegenüber der Booktokerin hat, gibt er sich Mühe, ihre Begeisterung für Bücher, das Lesen und sie zu verstehen.
Während der Strom ausfällt und die Handynetze brachliegen, zeigen sie einander Teile, die sie sonst verborgen halten, jenen Schmerz, den das Leben ihnen bescherte.


Freya Miles führt uns in einem lockeren, authentischen Ton und in wechselnder Perspektive durch den Verlauf, der neben Humor und kribbelnder Anziehung, einen Hauch weihnachtlicher Melancholie und Buchgeflüster auch Spannung und das seltene Gut der Hilfsbereitschaft bereithält. Das Setting verströmt Gemütlichkeit, während Nick und Mia Seufzen lassen.

Forced-Proximity, Strangers-to-Lovers, GrumpyxSunshine meets Fast-Burn-Romance. Eingeschneit am schönsten Ort der Welt:
„A Bookboyfriend for Christmas“.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Dieser Reihe gehört mein Herz.

Boys of Tommen 3: Saving 6
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„𝗦𝗮𝘃𝗶𝗻𝗴 𝟲“ (und „𝗥𝗲𝗱𝗲𝗲𝗺𝗶𝗻𝗴 𝟲“) erzählt die Geschichte von 𝓙𝓸𝓮𝔂 𝓛𝔂𝓷𝓬𝓱 & 𝓐𝓸𝓲𝓯𝓮 𝓜𝓸𝓵𝓵𝓸𝔂.
Eine, die mit Freundschaft begann und zu so viel mehr wurde.

Gleich an seinem ersten Tag auf der weiterführenden ...




„𝗦𝗮𝘃𝗶𝗻𝗴 𝟲“ (und „𝗥𝗲𝗱𝗲𝗲𝗺𝗶𝗻𝗴 𝟲“) erzählt die Geschichte von 𝓙𝓸𝓮𝔂 𝓛𝔂𝓷𝓬𝓱 & 𝓐𝓸𝓲𝓯𝓮 𝓜𝓸𝓵𝓵𝓸𝔂.
Eine, die mit Freundschaft begann und zu so viel mehr wurde.

Gleich an seinem ersten Tag auf der weiterführenden Schule begegnete Joey Molloy – und es schien, als würde die Welt stillstehen. Wie in dem Moment, als der 12-Jährige erfährt, dass Darren fort ist. Und er von nun an der Älteste, der Beschützer ist. Eine Rolle, für die er nicht bereit war.

Aoife war das Licht in Joeys Dunkelheit, war Hoffnung, alles Süße, ein Anker. Das einzig Gute. Auf die Tochter seines Chefs war Verlass. Doch Joey ist ein verletzter Junge, sein Körper übersät mit Narben und Blessuren, sein Geist stets in Aufruhr. Lynchi trägt Geheimnisse in sich, die bis ins Mark erschüttern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er unter Schmerz, Angst und der Bürde (zer)bricht.
Kann die Liebe einer Jugend diesem Sturm standhalten?

»𝐇𝐚𝐬𝐬𝐞 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐝𝐚𝐟𝐮𝐞𝐫, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐮𝐜𝐡𝐞, 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫𝐳𝐮𝐦𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧 (…) 𝐈𝐜𝐡 𝐭𝐮𝐞, 𝐰𝐚𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐭𝐮𝐧 𝐦𝐮𝐬𝐬, 𝐮𝐦 𝐮𝐞𝐛𝐞𝐫 𝐮𝐧𝐬 𝐡𝐢𝐧𝐰𝐞𝐠𝐳𝐮𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧. (…) 𝐠𝐞𝐧𝐚𝐮 𝐰𝐢𝐞 𝐝𝐮.«

Obgleich etliche Kapitel sogar noch vor „Binding 13“ spielen, braucht man nicht auf die Reihenfolge der beiden Dilogien zu achten. Zwar finden Shannon, Tadgh, Shan und Ollie Erwähnung, wachsen und entwickeln sich innerhalb der Handlung, nehmen aber keinen ausgeschmückten Raum ein – dennoch sorgt die Autorin mit der tiefen Verbindung zwischen den geschundenen Geschwistern für Gänsehaut.
In diesem Roman verfolgen wir, wie aus Kindern Teenager und junge Erwachsene werden, wie aus Freundschaft Liebe wird – allen Hürden zum Trotz –, die Distanz schrumpft, bis kein Blatt mehr zwischen die beiden passt. Das Spiel aus heiß und kalt, die ernsten Unterhaltungen und das neckische Geplänkel waren ein Genuss, Verlangen und Zwiespalt ebenso spürbar wie die bröckelnde Abwehr – denn Aoife wurde Joeys Grund, am Morgen aufzustehen, besser sein zu wollen.

Doch nicht nur Joeys Geheimnisse und die väterliche Beziehung zu seinem Chef, Molloys „Notliebe“ und die Leute, die reden, stehen dem „mehr als friends“ im Weg, auch Lynchs – sein eigener – Strudel aus Aggression und Rausch. Denn Joe rutscht immer weiter ab, verliert sich in Wut und Sucht, kämpft – gegen die Drogen und gegen Aoife, obwohl sie das Einzige ist, was sich anfühlt wie Glück.

So erstreckt sich die Handlung von „ #Saving6 “ über Jahre hinweg – mal mit mehr, mal mit weniger großen Zeitsprüngen, dramatischen Ereignissen und charakterlichen Veränderungen.
Neben dieser besonderen Zuneigung finden sich neue und andere Einblicke in die Familiendynamik sowie das vorherrschende Grauen und Leid. Und ja, es brach mir das Herz; die Angst, die Gewalt. Die Kinder – schreckhaft, unsicher, vorsichtig –, die all dem ausgesetzt sind. Eine Mutter, die erträgt, zulässt, verzeiht, fachte meine Wut ebenso an wie all die Menschen, die um die Zustände wissen und wegschauen.
Walsh lässt nicht von den ernsten Themen ab, von expliziten und detaillierten Darstellungen, emotionalen Worten, die unter die Haut kriechen und weh tun. Von Kritik an der Gesellschaft und Systemen, die die Kleinen schützen soll(t)en.
Dennoch: Es gab auch Szenen, bei denen ich, der kindlichen Skurrilität, der trockenen Ausdrucksweise, der humorvollen Flirts geschuldet, laut Lachen musste. Während zarte Romantik seufzen, die Vorahnung von Trennung schlucken ließ; Schmerz und Melancholie, immer dabei.

War das Zusammenfinden von Shannon und Johnny laut und schnell, ist die Geschichte von Joey und Aoife langsamer und leiser. Doch ebenso intensiv. (Be)Rührend und echt.
Stilistisch finden sich auch in dieser Romance neben einem authentischen Ton markante Formulierungen und College-Charme. Die Atmosphäre schwankt rege zwischen verrucht und bedrohlich, verzweifelt und hoffnungslos, dunkelgrau bis hin zu strahlend gelb. Unberechenbar die Stimmung, unerwartet so manch (brutales) Ereignis.
Beide Protagonisten wurden mit Tiefe gezeichnet, haben ihre Fehler und Eigenheiten; streiten, provozieren und diskutieren mit-, verletzen einander, und sind doch nicht gewillt, sich abzuwenden.

Joeys Verhalten – durch den Wunsch geprägt, zu vergessen, sich selbst zu verletzen, die Gedanken zur Stille zu zwingen –, seine extremen Reaktionen waren – für mich – absolut nachvollziehbar und eine logische Konsequenz. Dieser Mensch, der erst wachsen muss(te), um dem Ungeheuer zu Hause die Stirn zu bieten, der, selbst ein Kind, Verantwortung für das Leben seiner Geschwister übernahm und trotz allem, was auf und in ihm lastet, ein Bruder ist, der kämpft wie ein Löwe. Ein Junge ist, der das Mädchen, das er vom ersten Moment an liebte, schützen will. Egal wie.
Nur lässt sich Molloy nicht von Mauern beirren, lässt nicht los.
Aber wie lange kann sie dem Sturm standhalten, bis sie selbst zersplittert?

♡Am 21. Januar erfahren wir, wie die Geschichte von Joey Lynch & Aoife Molloy weiter- und ausgeht.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Das Finale wird sicher großartig.

Queen of Blood and Night
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„Queen of Blood and Night“ ist der Auftakt der düsteren, urbanen Romantasy-Dilogie „Rise of the Night“, in der die Leben von Lincoln Gabriel und Alyssa Ferrara binnen eines Wimpernschlags aus den Fugen ...

„Queen of Blood and Night“ ist der Auftakt der düsteren, urbanen Romantasy-Dilogie „Rise of the Night“, in der die Leben von Lincoln Gabriel und Alyssa Ferrara binnen eines Wimpernschlags aus den Fugen geraten.

Alyssa, die Prinzessin der Vampire, Tochter eines skrupellosen und machthungrigen Egomanes und Kind der eiskalten Nacht, hat das totalitäre Regime ihres Vaters, seine Grausamkeiten und seinen Gottkomplex satt. Doch in der Gemeinschaft gilt er nicht nur als König, sondern auch als unfehlbar. Um Beweise für eine mögliche, gleichberechtigte Koexistenz mit den Menschen zu finden, mischt sie sich unerlaubt unter die BesucherInnen des Scars, einer elitären Bar, in der beide Arten verkehren.
Während sich Lucy einen Leckerbissen aussucht, nicht ahnend, dass sie etwas Großes ins Rollen bringt, kollidiert Alyssas Blick mit jenem des Barkeepers und es scheint, als würde die Welt den Atem anhalten…
Lincoln, der sich und seine Mutter mit zwei Jobs über Wasser hält und davon träumt, Kunst zu studieren, weiß bei seinem Schichtbeginn nicht, dass er an diesem Abend Drinks an eine fremde Schönheit ausschenkt, die zum Schrecklichsten und gleichzeitig Schönsten seines Lebens wird.
Und sich alles unwiderruflich verändert.

Ohne Zweifel empfand ich mehrfach verdrehte Bis(s)-Vibes, dies schmälerte jedoch nicht das Leseerlebnis. Durch die wechselnden Perspektiven lernen wir die Protagonisten und ihre Situationen, ihre Probleme und Zweifel kennen, sind Teil von ihrem Kennenlernen und der nicht zu erklärenden Intensität. Der Stil ist modern, detailreich und stets den Umständen angemessen. Öfter schwangen Misstrauen und Dunkelheit zwischen den Zeilen mit, Verlangen und Blutdurst. Wut.

Ich habe schon einige Bücher von Yvonne Westphal gelesen und fand alle ausnahmslos (sehr) gut geschrieben. Auch ihre Urban-Fantasy-Romanze hatte seine positiven Seiten, jedoch blitzen diese erst ab der Hälfte der Geschichte auf, um sich gegen Ende vollkommen zu entfalten.
Mir fehlte es in den ersten 50 % an Spannung und signifikanten Ereignissen, dafür waren mir das Schmachten – beide sind unglaublich attraktiv – und die gewollten Anzüglichkeiten, wenn auch unterhaltsamer Natur, zu viel. Erst spät werden einige der Fragen beantwortet, statt, wie zu vor, nur zäh drumherum zu reden oder geflissentlich den Fokus zu verlieren. Allen voran die Tatsache, dass Vampire existieren, Kyle womöglich in Gefahr, Lucy Opfer der Pläne des „Gottkönigs“ und Lincoln der Einzige seines Umfelds ist, der von nichts eine Ahnung hat, bleiben auf der Strecke. Ebenfalls konnten mich die Reaktionen des Barkeepers nicht überzeugen: Einschneidende, gefährliche Momente und theoretisch unglaubliche Offenbarungen wurden frech grinsend abgetan, spröde akzeptiert. Beharrlichkeit scheint jedenfalls nicht zu seinem Wesen zu gehören, beachtet man, wie leicht er sich abwimmeln lässt. Dabei gibt es etwas, das er schleunigst verstehen sollte.
Hingegen sorgen die Hinterhältigkeit, die Intrigen und Manipulationen seitens des Senators von Oregon samt seines einnehmenden, eiskalten Auftretens für Gänsehautmomente. Denn Salvatore Ferrara ist ein drohendes Unheil, das nur darauf wartet, zuzuschlagen. Gibt es zwar noch andere Figuren, die mehr oder minder Erwähnung finden, war für mich doch Kataleyna Ferraras – die einige Überraschungen zu verantworten hat – der anziehendste, faszinierendste Charakter. Warum? Solltet ihr definitiv selbst herausfinden.

Was diese besondere Verbindung betrifft, die übrigens in die Kategorie Insta-Love fällt: Sie passiert, ist da. Ich bin kein Fan von derartigen Liebesexplosionen, aber letztlich konnte mich die Autorin durch ihre gefühlvollen Worte, ihre Art, intensive Emotionen und Leidenschaft einzufangen, mitreißen. Besonders schön fand ich die Zitate und poetischen Verse des ‚Propheten‘.
All der augenscheinlichen Kritik zum Trotz: Yvonne arbeitete den vampirischen Fantasy-Aspekt sehr genau aus – sowohl in historischen wie politischen als auch in religiösen Belangen. Zudem werden uns auch Hierarchien, die übernatürlichen Fähigkeiten und Alyssas Geschichte, ihre eigenen Intentionen, nähergebracht. Diese taffe – vermeintlich junge – Erwachsene ist aufmüpfig, hält an ihren Prinzipien fest – wenn diese Haltung auch Opfer verlangt. Mit dieser Vampirin bekommen wir eine vielschichtige Protagonistin, auf deren weitere Entwicklung ich schon unglaublich gespannt bin.

Band 1 offenbart noch nicht alle Hintergründe, hebt den Schleier, der über den Mysterien liegt, nur ein Stück an, schafft es aber, die Realität der Prinzessin und ihres Prinzen umzuwerfen, ihnen weh zu tun und ihnen Geliebtes sowie ein Stück ihres Selbst zu entreißen.
„Queen of Blood and Night“ ist zu großen Teilen eine undurchsichtige Fast-Burn-Romanze, die erst spät Antworten gibt und Spannung versprüht, jedoch mit einem großen Showdown schockt. Die Atmosphäre war durchweg düster und von Anspannung untermalt, von Misstrauen und Vorsicht. Denn selbst im eigenen Kopf ist man nie allein.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Originelle Idee, die mich nicht vollkommen abholen konnte.

Die Chroniken der Welten
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Eine buchverrückte, aufgeweckte und doch introvertierte junge Frau, die ihrer Leidenschaft ausgiebig mit der Arbeit in einer Bibliothek nachgehen kann – lieben wir, oder? Genauso wie wir Geschichten lieben, ...

Eine buchverrückte, aufgeweckte und doch introvertierte junge Frau, die ihrer Leidenschaft ausgiebig mit der Arbeit in einer Bibliothek nachgehen kann – lieben wir, oder? Genauso wie wir Geschichten lieben, in denen Bücher eine große Rolle spielen. Dass die Autorin bekannte Elemente aufgreift und mit frischen kombiniert, macht „Die Chroniken der Welten“ zu einer originellen, abenteuerlichen Urban-Fantasy-Serie.

Bei einem Ausflug, zu dem sich Minako nur durchgerungen hat, weil sie ihrer Chefin versprechen musste, während ihres Urlaubs unter Menschen zu gehen, stößt sie durch unglückliche Umstände auf eine Ruine, in der sie eine Entdeckung macht, die ihr komplettes Weltbild durcheinanderwirbelt. Denn plötzlich scheint es, als wäre sie nicht mehr in Mizusakura, jener Stadt, in der sie seit wenigen Jahren lebt. Und auch nicht mehr in ihrer Zeit.
Ethan – ruppig und arrogant – ist es, der ihre Annahme, in das alte Buch gereist zu sein, bestätigt und der überforderten Bibliothekarin zugleich offenbart, dass es noch mehr von solchen fremden Realitäten gibt, die es zu schützen gilt. Natürlich war das noch nicht alles: Denn Minako soll zu seinesgleichen zählen, zu den WeltenwächterInnen. Als sie mit eigenen Augen sieht, was passiert, wenn die SchattenmacherInnen nicht aufgehalten werden, sie detailliert erfährt, worin ihre Aufgabe von nun an bestehen soll, erwacht in der zurückgezogenen Buchverliebten der Sinn nach Abenteuern.
Blöd, dass ihr Leben von jetzt an gefährlicher ist, als es ein Nachmittag mit dem Schmökern je sein könnte. Denn der Kampf um die verborgenen Buchwelten tobt überall …

Livia Everwood konnte mich mit ihrer Idee sofort auf „Worte, die Welten formen“ neugierig machen, jedoch fiel es mir schwer, aufmerksam zu bleiben. Was daran lag, dass das Tempo, vor allem in der ersten Hälfte, hauptsächlich gemächlicher Natur ist und alles sehr lang und ausschweifend dargelegt wurde. Ebenso wenig konnte ich mich auf die recht steif wirkenden Dialoge und den Großteil der Figuren einlassen. Dennoch manifestierten sich die anderen WeltenwächterInnen nach und nach zu einer festen Gruppe, während sich auch die Beziehung von Ethan und Minako verfestigte.
Es fehlte mir an Schwung im Verlauf, an Abwechslung im Erzählstil und an echten Gefühlen. Das klingt jetzt erstmal nach viel Kritik, aber nichtsdestotrotz ist diesem Buch die Liebe zum Detail, die Mühe, die die Autorin aufwand, um eine logische Storyline, deren Fokus auf den versteckten Welten liegt, zu konzipieren, anzumerken.

Ob ich die Geschichte der frisch ernannten Weltenwächterin weiterverfolge, weiß ich zwar noch nicht, aber ich hoffe, dass viele LeserInnen einen Blick hinter das schöne, von Everwood selbst designte Cover werfen.

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