Dieser Reihe gehört mein Herz.
Boys of Tommen 3: Saving 6
„𝗦𝗮𝘃𝗶𝗻𝗴 𝟲“ (und „𝗥𝗲𝗱𝗲𝗲𝗺𝗶𝗻𝗴 𝟲“) erzählt die Geschichte von 𝓙𝓸𝓮𝔂 𝓛𝔂𝓷𝓬𝓱 & 𝓐𝓸𝓲𝓯𝓮 𝓜𝓸𝓵𝓵𝓸𝔂.
Eine, die mit Freundschaft begann und zu so viel mehr wurde.
Gleich an seinem ersten Tag auf der weiterführenden ...
„𝗦𝗮𝘃𝗶𝗻𝗴 𝟲“ (und „𝗥𝗲𝗱𝗲𝗲𝗺𝗶𝗻𝗴 𝟲“) erzählt die Geschichte von 𝓙𝓸𝓮𝔂 𝓛𝔂𝓷𝓬𝓱 & 𝓐𝓸𝓲𝓯𝓮 𝓜𝓸𝓵𝓵𝓸𝔂.
Eine, die mit Freundschaft begann und zu so viel mehr wurde.
Gleich an seinem ersten Tag auf der weiterführenden Schule begegnete Joey Molloy – und es schien, als würde die Welt stillstehen. Wie in dem Moment, als der 12-Jährige erfährt, dass Darren fort ist. Und er von nun an der Älteste, der Beschützer ist. Eine Rolle, für die er nicht bereit war.
Aoife war das Licht in Joeys Dunkelheit, war Hoffnung, alles Süße, ein Anker. Das einzig Gute. Auf die Tochter seines Chefs war Verlass. Doch Joey ist ein verletzter Junge, sein Körper übersät mit Narben und Blessuren, sein Geist stets in Aufruhr. Lynchi trägt Geheimnisse in sich, die bis ins Mark erschüttern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er unter Schmerz, Angst und der Bürde (zer)bricht.
Kann die Liebe einer Jugend diesem Sturm standhalten?
»𝐇𝐚𝐬𝐬𝐞 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐝𝐚𝐟𝐮𝐞𝐫, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐮𝐜𝐡𝐞, 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫𝐳𝐮𝐦𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧 (…) 𝐈𝐜𝐡 𝐭𝐮𝐞, 𝐰𝐚𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐭𝐮𝐧 𝐦𝐮𝐬𝐬, 𝐮𝐦 𝐮𝐞𝐛𝐞𝐫 𝐮𝐧𝐬 𝐡𝐢𝐧𝐰𝐞𝐠𝐳𝐮𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧. (…) 𝐠𝐞𝐧𝐚𝐮 𝐰𝐢𝐞 𝐝𝐮.«
Obgleich etliche Kapitel sogar noch vor „Binding 13“ spielen, braucht man nicht auf die Reihenfolge der beiden Dilogien zu achten. Zwar finden Shannon, Tadgh, Shan und Ollie Erwähnung, wachsen und entwickeln sich innerhalb der Handlung, nehmen aber keinen ausgeschmückten Raum ein – dennoch sorgt die Autorin mit der tiefen Verbindung zwischen den geschundenen Geschwistern für Gänsehaut.
In diesem Roman verfolgen wir, wie aus Kindern Teenager und junge Erwachsene werden, wie aus Freundschaft Liebe wird – allen Hürden zum Trotz –, die Distanz schrumpft, bis kein Blatt mehr zwischen die beiden passt. Das Spiel aus heiß und kalt, die ernsten Unterhaltungen und das neckische Geplänkel waren ein Genuss, Verlangen und Zwiespalt ebenso spürbar wie die bröckelnde Abwehr – denn Aoife wurde Joeys Grund, am Morgen aufzustehen, besser sein zu wollen.
Doch nicht nur Joeys Geheimnisse und die väterliche Beziehung zu seinem Chef, Molloys „Notliebe“ und die Leute, die reden, stehen dem „mehr als friends“ im Weg, auch Lynchs – sein eigener – Strudel aus Aggression und Rausch. Denn Joe rutscht immer weiter ab, verliert sich in Wut und Sucht, kämpft – gegen die Drogen und gegen Aoife, obwohl sie das Einzige ist, was sich anfühlt wie Glück.
So erstreckt sich die Handlung von „ #Saving6 “ über Jahre hinweg – mal mit mehr, mal mit weniger großen Zeitsprüngen, dramatischen Ereignissen und charakterlichen Veränderungen.
Neben dieser besonderen Zuneigung finden sich neue und andere Einblicke in die Familiendynamik sowie das vorherrschende Grauen und Leid. Und ja, es brach mir das Herz; die Angst, die Gewalt. Die Kinder – schreckhaft, unsicher, vorsichtig –, die all dem ausgesetzt sind. Eine Mutter, die erträgt, zulässt, verzeiht, fachte meine Wut ebenso an wie all die Menschen, die um die Zustände wissen und wegschauen.
Walsh lässt nicht von den ernsten Themen ab, von expliziten und detaillierten Darstellungen, emotionalen Worten, die unter die Haut kriechen und weh tun. Von Kritik an der Gesellschaft und Systemen, die die Kleinen schützen soll(t)en.
Dennoch: Es gab auch Szenen, bei denen ich, der kindlichen Skurrilität, der trockenen Ausdrucksweise, der humorvollen Flirts geschuldet, laut Lachen musste. Während zarte Romantik seufzen, die Vorahnung von Trennung schlucken ließ; Schmerz und Melancholie, immer dabei.
War das Zusammenfinden von Shannon und Johnny laut und schnell, ist die Geschichte von Joey und Aoife langsamer und leiser. Doch ebenso intensiv. (Be)Rührend und echt.
Stilistisch finden sich auch in dieser Romance neben einem authentischen Ton markante Formulierungen und College-Charme. Die Atmosphäre schwankt rege zwischen verrucht und bedrohlich, verzweifelt und hoffnungslos, dunkelgrau bis hin zu strahlend gelb. Unberechenbar die Stimmung, unerwartet so manch (brutales) Ereignis.
Beide Protagonisten wurden mit Tiefe gezeichnet, haben ihre Fehler und Eigenheiten; streiten, provozieren und diskutieren mit-, verletzen einander, und sind doch nicht gewillt, sich abzuwenden.
Joeys Verhalten – durch den Wunsch geprägt, zu vergessen, sich selbst zu verletzen, die Gedanken zur Stille zu zwingen –, seine extremen Reaktionen waren – für mich – absolut nachvollziehbar und eine logische Konsequenz. Dieser Mensch, der erst wachsen muss(te), um dem Ungeheuer zu Hause die Stirn zu bieten, der, selbst ein Kind, Verantwortung für das Leben seiner Geschwister übernahm und trotz allem, was auf und in ihm lastet, ein Bruder ist, der kämpft wie ein Löwe. Ein Junge ist, der das Mädchen, das er vom ersten Moment an liebte, schützen will. Egal wie.
Nur lässt sich Molloy nicht von Mauern beirren, lässt nicht los.
Aber wie lange kann sie dem Sturm standhalten, bis sie selbst zersplittert?
♡Am 21. Januar erfahren wir, wie die Geschichte von Joey Lynch & Aoife Molloy weiter- und ausgeht.