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Veröffentlicht am 04.02.2026

Interessante Ansätze und starke Dynamik, doch der rote Faden fehlt

Empire of Whispers and Shadows
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Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann ist eine japanisch inspirierte Romantasy mit einem vielversprechenden Grundkonzept: Verrat, Rache, tödliche Prüfungen und zwei Figuren, die sich hassen; ...

Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann ist eine japanisch inspirierte Romantasy mit einem vielversprechenden Grundkonzept: Verrat, Rache, tödliche Prüfungen und zwei Figuren, die sich hassen; aber zusammenarbeiten müssen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es in der Umsetzung für mich deutliche Schwächen hatte.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Der Prolog ist spannend, es passiert direkt etwas, und man möchte sofort mehr über die Figuren erfahren. Erzählt wird aus zwei Ich-Perspektiven; aus der von Saya und der von Teno; was grundsätzlich gut funktioniert und einen interessanten Blick auf beide Charaktere ermöglicht.

Besonders begeistert war ich vom Setting. Die japanisch inspirierte Welt wird immer wieder aufgegriffen: Katanas, Tantos, Shuriken, Kimonos, Geishas; all das verleiht der Geschichte ein frisches Flair. Da ich asiatisch inspirierte Mythologie und Fantasy generell sehr spannend finde, hat mich dieser Aspekt sofort abgeholt. Auch das Assassinen-Thema fand ich reizvoll und voller Potenzial.

Leider hatte ich jedoch zunehmend Probleme mit der Handlung und ihrer Logik. Zwar ist klar, dass Saya und Teno sieben tödliche Prüfungen bestehen müssen, um Teil der Schattenarmee des Gottkaisers zu werden; doch was genau diese Prüfungen sind, blieb für mich oft unklar. Viele Aufgaben wurden nur nebenbei erwähnt oder scheinbar übersprungen. Hinzu kamen zahlreiche Zeitsprünge, teilweise über mehrere Wochen, die es mir sehr schwer gemacht haben, den Überblick zu behalten.

Ich hatte während des Lesens ständig Fragen:

Warum sind die Figuren gerade hier?
Was ist das konkrete Ziel dieser Aufgabe?
Wer arbeitet eigentlich für wen?
Warum sind die Assassinen in permanenter Gefahr, obwohl sie dort leben und ausgebildet werden?

Diese Fragen wurden für mich leider nicht zufriedenstellend beantwortet. Auch die Nebencharaktere und ihre Rollen blieben blass und schwer einzuordnen, ebenso der politische Hintergrund der Welt. Ein weiterer Punkt, der mir das Eintauchen erschwert hat, war das Worldbuilding im Fantasy-Bereich. Während die Welt an sich atmosphärisch funktioniert, blieb der eigentliche Magieaspekt sehr vage. Es gibt den Gottkaiser, der offenbar über besondere Fähigkeiten verfügt, außerdem sogenannte Gezeichnete, die verfolgt oder getötet werden, sowie eine Form von Lebensenergie, die eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Doch was diese Magie genau ist, wie sie funktioniert und welche Regeln sie hat, blieb für mich durchgehend unklar.

Viele dieser Elemente wurden zwar eingeführt, aber kaum erklärt. Dadurch wirkte der Fantasy-Aspekt auf mich zu schwammig und unausgereift. Während ich mir die Kämpfe, die Assassinen-Ausbildung und den Umgang mit Waffen sehr gut vorstellen konnte, hatte ich kaum eine Vorstellung davon, wie die übernatürlichen Kräfte dieser Welt eigentlich funktionieren. Für einen Fantasy-Roman blieb dieser Teil für mich überraschend blass.

Was das Buch für mich dennoch getragen hat, war ganz klar die Dynamik zwischen Saya und Teno. Ihre gezwungene Zusammenarbeit, die langsame Annäherung und das gegenseitige Misstrauen waren spannend zu lesen. Auch die romantischen Szenen haben mir insgesamt gut gefallen. Gerade im Hinblick auf Sayas Vergangenheit wird hier sehr respektvoll und reflektiert damit umgegangen Besonders Saya als Figur fand ich gelungen: Ihr Hintergrund wird immer wieder aufgegriffen, und ihre Motivation; der Wunsch nach Rache, ist klar, greifbar und emotional nachvollziehbar.

Gegen Ende wird noch einmal Spannung aufgebaut, die neugierig auf die Fortsetzung macht. Gleichzeitig bleiben aber erneut viele offene Fragen. Zwar passt diese Unwissenheit auch zu den Protagonisten selbst, dennoch bin ich unsicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen möchte.

Fazit:

Empire of Whispers and Shadows überzeugt mit starken Ideen, einem atmosphärischen Setting und interessanten Hauptfiguren. In der Umsetzung hapert es jedoch an Klarheit, Struktur und logischer Nachvollziehbarkeit. Wer über diese Schwächen hinwegsehen kann und vor allem Wert auf Charakterdynamik legt, könnte dennoch Freude an der Geschichte haben.

Gute Ansätze, starke Figuren, aber die Unklarheiten in Handlung und Welt führen bei mir zu einer Bewertung von etwa 3–3,5 Sternen

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Gezeichnet von Liebe, Leid und Magie

Medea
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Medea ist ein Fantasyroman mit starkem historischem und mythologischem Einschlag. Wir begegnen Königen, Prinzessinnen, Machtstrukturen, Magie und Göttern, eingebettet in eine Welt, die stark von der griechischen ...

Medea ist ein Fantasyroman mit starkem historischem und mythologischem Einschlag. Wir begegnen Königen, Prinzessinnen, Machtstrukturen, Magie und Göttern, eingebettet in eine Welt, die stark von der griechischen Mythologie geprägt ist.

"Als ich noch klein war, verwandelte ich meinen Bruder in ein Schwein. Damals fand ich das Knacken seiner berstenden Knochen und das fleischige Geräusch seiner sich verformenden Muskeln und Sehnen amüsant."

Die Sprache ist dabei bewusst förmlich gehalten, ohne jemals gekünstelt zu wirken. In vielen Passagen ist sie überraschend poetisch, teilweise sehr düster, stellenweise auch derb. Besonders hervorheben möchte ich hier die deutsche Übersetzung, die es schafft, die Atmosphäre und die sprachliche Tiefe des Originals eindrucksvoll zu transportieren.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Medea selbst. Dadurch entsteht eine intensive Nähe zur Hauptfigur, die das gesamte Buch trägt. Wir begleiten Medea von ihrer Kindheit an über mehrere Jahrzehnte hinweg. Sie wächst in einer zutiefst dysfunktionalen Familie auf: ein gewalttätiger Vater, eine emotional abwesende Mutter, eine Schwester, der der Kontakt zu ihr verboten ist, und ein Bruder, der sie hasst. Gleichzeitig besitzt Medea eine immense magische Macht eine Gabe, die ebenso gefährlich wie isolierend ist.

Das Worldbuilding hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Die Welt ist stark von der griechischen Mythologie geprägt, und Magie ist kein beiläufiges Element, sondern ein fester Bestandteil der Geschichte. Die Götter sind präsent, werden immer wieder namentlich genannt und greifen auf unterschiedliche Weise in das Geschehen ein. Besonders schön fand ich, dass sich diese göttliche Präsenz sehr natürlich in die Welt einfügt und ihr spürbar Leben einhaucht. Mir haben die vielen Beschreibungen von Räumlichkeiten und vom äußeren Erscheinungsbild der Figuren sehr gefallen. Orte, Kleidung und Personen werden so detailliert dargestellt, dass man sich die Welt gut vorstellen kann und schnell ein klares Bild im Kopf hat. Gegen Ende des Buches hat es für mich etwas nachgelassen, sodass ich nicht mehr ganz so viele klare Bilder im Kopf hatte wie zuvor. Das war stellenweise etwas schade, insgesamt aber auch in Ordnung, da der Fokus dort stärker auf dem Abschluss der Geschichte lag.

Das Buch lebt weniger von einer actionreichen Handlung sondern von inneren Konflikten, Entwicklungen und Konsequenzen. Die Geschichte erstreckt sich über mehrere Zeitsprünge. Gerade nach diesen Zeitsprüngen hatte ich kurzzeitig das Gefühl, den emotionalen Anschluss zu verlieren, da Beziehungen und Dynamiken neu eingeordnet werden müssen. Das ist für mich eine kleine Schwäche des Romans, auch wenn ich verstehe, dass diese Struktur notwendig ist, um das Ende in dieser Form zu ermöglichen. Glücklicherweise findet man relativ schnell wieder in die Geschichte zurück.

Ein zentrales Thema des Buches ist der Umgang mit Konsequenzen, was es bedeutet, mit den eigenen Taten zu leben, egal wie gerechtfertigt sie sich im Moment angefühlt haben. Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie es der Autorin gelingt, trotz Medeas oft moralisch fragwürdiger oder sogar grausamer Entscheidungen eine starke emotionale Bindung zu ihr aufzubauen. Man leidet mit ihr, ist wütend auf sie, versteht sie und verurteilt sie zugleich. Diese Ambivalenz macht die Figur unglaublich spannend und menschlich.

Es gab immer wieder Passagen, in denen ich bewusst Pausen brauchte; nicht aus Langeweile, sondern weil mich die Emotionen überwältigt haben. Angst, Wut, Trauer: Gefühle, die ich bei vielen anderen Büchern so intensiv nicht erlebe. Medea berührt auf einer anderen Ebene als klassische Liebesgeschichten oder typische Fantasyromane. Es ist kein Buch zum Wegatmen, sondern eines, das nachhallt.

Der Abschluss jedoch etwas überhastet, da viele Entwicklungen in kurzer Zeit zusammengeführt werden. Ich hätte mir hier mehr Raum und ein längeres Auskosten der Konsequenzen gewünscht. Dennoch ist das Ende inhaltlich stimmig, emotional überzeugend und passt gut zu Medeas Weg.

Fazit

Medea ist ein düsteres, emotionales Fantasybuch, das sich Zeit für seine Figuren nimmt und vor allem durch seinen besonderen Schreibstil und die intensive Nähe zur Hauptfigur überzeugt. Es ist keine Geschichte für zwischendurch, sondern ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Wer vielschichtige Charaktere, moralische Grauzonen und eine von Mythologie geprägte Welt schätzt, wird hier ein sehr eindrückliches Leseerlebnis finden.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Drei Sterne für den Weg – fünf für das Ende

Nightweaver
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Der Einstieg in Nightweaver fiel mir leider recht schwer. Man wird ohne große Vorbereitung direkt in die Handlung hineingeworfen: viel Action, viele Informationen und extrem viele Namen. Gerade zu Beginn ...

Der Einstieg in Nightweaver fiel mir leider recht schwer. Man wird ohne große Vorbereitung direkt in die Handlung hineingeworfen: viel Action, viele Informationen und extrem viele Namen. Gerade zu Beginn passiert sehr viel auf einmal, was es mir erschwert hat, emotional in der Geschichte anzukommen. Das dichte Worldbuilding und erste politische sowie monarchische Strukturen werden sehr früh eingeführt, ohne dass man genügend Zeit bekommt, sie einzuordnen.

Perspektive & Protagonistin

Die Geschichte wird ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Aster erzählt. Sie ist 17 Jahre alt und Piratin, die den Großteil ihres Lebens auf einem Schiff verbracht hat, da Menschen von den Nightweavern vom Land verdrängt und gejagt werden.

Als Figur konnte mich Aster leider nur bedingt überzeugen. Obwohl es einzelne starke Szenen gab, blieb sie für mich emotional oft unglaubwürdig. Besonders auffällig war, dass sie ihre Identität als Piratin sehr häufig wiederholt, was mit der Zeit eher ermüdend als charakterstärkend wirkte.

Schreibstil

Der Schreibstil ist sehr intensiv, stark auf innere Zerrissenheit und Emotionen fokussiert und arbeitet viel mit Umschreibungen. In actionreichen oder dramatischen Szenen hat das gut funktioniert, in ruhigeren Passagen empfand ich ihn jedoch als zu ausschweifend. Vor allem im Mittelteil verstärkte das die ohnehin vorhandenen Längen.

Brutalität und düstere Atmosphäre der Welt

Die Welt von Nightweaver ist insgesamt sehr brutal und gnadenlos angelegt ist. Gewalt, Tod und Leid sind allgegenwärtig und werden teilweise äußerst intensiv und detailliert beschrieben. Es geht dabei häufig um Blut, verstümmelte oder tote Körper und sehr grausam wirkende Szenen. Für mich persönlich war diese Brutalität jedoch stimmig, da sie gut zu der düsteren, unterdrückenden Welt passte und das Ausmaß der Grausamkeit dieser Gesellschaft deutlich gemacht hat Diese Darstellungen sind nicht nur angedeutet, sondern werden explizit geschildert, was für empfindliche Leserinnen und Leser definitiv eine Triggerwarnung wert ist. Meine Empfehlung wäre ab 16 Jahren.

Worldbuilding & Magiesystem

Das Worldbuilding bietet viele interessante Ansätze, ließ für mich aber auch viele Fragen offen. Die Nightweaver sind eine vampirähnliche Spezies, funktionieren jedoch anders als klassische Vampire.Ihre Macht stammt aus einer besonderen Essenz, die unter anderem aus dem Blut von Menschen und einer speziellen Blume gewonnen wird. Spannend fand ich zudem das Elementarmagiesystem: Jeder Nightweaver beherrscht ein eigenes Element mit individueller Bezeichnung.

Zusätzlich kommt ein sehr dichtes Worldbuilding hinzu. Politische und monarchische Strukturen werden früh angerissen, Zusammenhänge schnell erklärt, ohne dass man Zeit bekommt, sie wirklich zu verarbeiten. Dadurch fiel es mir schwer, emotional in die Geschichte hineinzufinden oder eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Positiv hervorzuheben ist aber eine Szene, in der Aster in ihrem inneren Monolog drei verschiedene Kreaturenarten noch einmal bewusst durchgeht und ihre Eigenschaften zusammenfasst. Diese Wiederholung war sehr hilfreich und gut in die Handlung eingebettet.

Handlung mit Höhen und deutlichen Längen

Nach dem ersten Handlungsschub wurde es zunächst etwas besser, doch besonders im Mittelteil hatte das Buch für mich große Längen. Zwar werden Mysterien aufgebaut und Pläne geschmiedet, vieles passiert jedoch eher im Hintergrund. Es wird viel nachgedacht, überlegt und vorbereitet aber wenig aktiv umgesetzt. Hinzu kamen Zeitsprünge, die sich für mich nicht flüssig angefühlt haben. Teilweise vergehen plötzlich Monate, ohne dass dies erzählerisch gut eingebettet wurde. Das nahm der Geschichte zusätzlich an Spannung.

Charaktere, Dynamiken & Liebesgeschichte

Ein zentraler Kritikpunkt für mich ist die enorme Anzahl an Charakteren. Neben Asters Eltern und ihren zahlreichen Geschwistern treten viele weitere Nebenfiguren auf, die alle namentlich eingeführt werden. Dadurch geht sehr schnell der Überblick verloren, was es mir schwer gemacht hat, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. Irgendwann war es mir leider egal, wer gerade angesprochen wurde, weil es schlicht zu viele Personen auf einmal waren.

Die Geschichte enthält mehrere zwischenmenschliche Beziehungen, die zeitweise wie mögliche romantische Entwicklungen wirken. Zu Beginn wird eine erste Verbindung aufgebaut, die mit einer leichten, ruhigen Spannung arbeitet und durchaus Potenzial hat. Diese Dynamik wird jedoch über einen längeren Zeitraum unterbrochen, wodurch sie für mich emotional deutlich an Gewicht verliert.

In dieser Phase entstehen andere Beziehungen, die sich für mich wesentlich greifbarer anfühlten. Dabei handelt es sich nicht zwingend um romantische Entwicklungen, sondern vielmehr um Bindungen, die durch gemeinsame Erlebnisse, gegenseitige Unterstützung und Präsenz wachsen. Problematisch wurde es für mich gegen Ende des Buches, als die ursprüngliche Verbindung plötzlich wieder stark in den Fokus gerückt wird. Mir sollte vermittelt werden, dass hier eine große, tiefgehende Liebe existiert, eine emotionale Intensität, die ich als Leserin jedoch nicht fühlen konnte. Gerade im Vergleich zu den anderen, organischer gewachsenen Beziehungen wirkte diese „Hauptliebe“ für mich konstruiert und emotional nicht verdient.

Fazit

Nightweaver hat ein starkes Konzept und definitiv Potenzial, konnte mich aber erst in den letzten rund 30 % vollständig überzeugen. Ab diesem Punkt wird die Handlung deutlich spannender, Twists werden aufgelöst und der intensive Schreibstil passt plötzlich sehr gut zur Geschichte. Diese letzten Kapitel waren für mich echte 5-Sterne-Momente.

Der Weg dorthin war jedoch zäh: ein überfordernder Einstieg, zu viele Figuren, Längen im Mittelteil und eine schwache emotionale Bindung an die Protagonistin. Insgesamt vergebe ich daher 3 bis 3,5 Sterne.

Das Ende macht neugierig auf Band zwei, und ich überlege, diesen zu lesen, in der Hoffnung, dass nun alle Grundlagen gelegt sind und die Geschichte fokussierter, dynamischer und mit stärkerer Charakterentwicklung fortgesetzt wird.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein beinahe Fünf-Sterne-Highlight

A City of Flames
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A City of Flames – Glühende Rache hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage beendet habe, was bei mir eher selten vorkommt. ...

A City of Flames – Glühende Rache hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage beendet habe, was bei mir eher selten vorkommt. Meine Neugier darauf, was als Nächstes passiert, wurde konstant aufrechterhalten, und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.

Perspektive & Erzählweise

Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Nara erzählt. Diese Erzählform hat für mich hervorragend funktioniert, da man ihren Gedanken und Gefühlen sehr nahekommt. Gerade Naras innere Zerrissenheit, ihre Wut und ihre Motivation waren dadurch sehr greifbar. Ich hatte das Gefühl, emotional direkt an ihrer Seite zu sein, was das Lesen besonders intensiv und mitreißend gemacht hat.

Schreibstil

Der Schreibstil ist locker, treibend und sehr zugänglich. Emotionen spielen eine große Rolle und werden offen und häufig thematisiert, ohne dabei überladen zu wirken. Die Handlung ist actionreich, leicht verständlich und größtenteils sehr bildlich beschrieben, ich konnte mir die Welt, die Kämpfe und die Figuren lange Zeit hervorragend vorstellen.
Erst gegen Ende des Buches gab es für mich kleine Schwächen: In den finalen Abschnitten ließ die Bildhaftigkeit etwas nach, und ich konnte mir manche Szenen nicht mehr ganz so klar vorstellen wie zuvor. Bis dahin war der Stil jedoch durchweg sehr stimmig und atmosphärisch.

Welt, Magiesystem & Grundidee

Besonders spannend fand ich das Magiesystem und den Weltenaufbau. In dieser Welt gibt es Gestaltwandler, die sich entweder in drachenähnliche Wesen oder in monströse Schlangenkreaturen verwandeln können und anschließend wieder eine menschliche Gestalt annehmen. Auch ich habe erst etwa zur Mitte des Buches vollständig verstanden, dass diese Kreaturen eine menschliche Form besitzen, was rückblickend ein sehr spannender Effekt war. Die Gestaltwandler werden gejagt und gelten als böse, während die sogenannten Venatoren als eine Art militärische Einheit ausgebildet werden, um gegen sie zu kämpfen. Diese Konstellation fand ich sehr interessant, vor allem in Verbindung mit Naras persönlicher Geschichte: Ihr Vater wurde von einem Drachen getötet, weshalb sie voller Hass den Venatoren beitritt und sich zur Kämpferin ausbilden lässt.

Charaktere & Dynamiken

Besonders interessant fand ich Naras persönliche Entwicklung: Ausgehend von ihren klaren Werten, Überzeugungen und ihrem tief verwurzelten Hass habe ich ihren Weg und die inneren Konflikte, die sich daraus ergeben, sehr gern verfolgt, auch wenn mir ihre Entscheidungen zum Ende hin nicht immer ganz logisch erschienen, war der Weg dorthin für mich nachvollziehbar, spannend und gut aufgebaut. Die Nebencharaktere haben mir besonders gut gefallen. Während ihrer Ausbildung lernt Nara mehrere Figuren kennen, die der Geschichte Tiefe, Humor und emotionale Wärme verleihen. Die Gruppe besteht aus sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, von schüchtern über egoistisch bis hin zu herzlich, was für Abwechslung sorgt und Naras Entwicklung glaubwürdig unterstützt.

Auch die romantische Komponente hat mir überraschend gut gefallen. Zwar wird von Romantasy gesprochen, doch lange Zeit bleibt offen, in welche Richtung sie sich entwickelt. Zwei Figuren kommen potenziell infrage, ohne dass frühzeitig Klarheit geschaffen wird. Diese Zurückhaltung empfand ich als sehr erfrischend. Das Buch kommt vollständig ohne Spice aus; es gibt lediglich ein paar zarte romantische Momente wie Küsse. Der Fokus liegt klar auf dem Kennenlernen, auf aufkeimenden Gefühlen und inneren Konflikten und weniger auf körperlicher Nähe. Für mich war das ein großer Pluspunkt, da es Raum für Entwicklung lässt, vermutlich erst in Band zwei.

Besonders spannend fand ich zudem die Katze-und-Maus-Dynamik mit einer weiteren Nebenfigur. Es handelt sich hierbei nicht um ein klassisches Enemies-to-Lovers, sondern eher um ein Spiel aus Misstrauen, Geheimnissen und dem Hinterfragen von Motiven. Nara nutzt diese Figur zeitweise als Mittel zum Zweck, wägt ihre Entscheidungen ab und bewegt sich in einem moralischen Graubereich. Diese Dynamik hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und war für mich einer der stärksten Aspekte der Geschichte.

Handlung & Kritikpunkte

Bis kurz vor Schluss hatte ich stark das Gefühl, ein absolutes Fünf-Sterne-Highlight zu lesen. Leider gab es im letzten Teil des Buches einige Punkte, die mich etwas gestört haben.
Zum einen traten für mich kleinere Logikfehler auf: Bestimmte Handlungen einzelner Figuren wirkten nicht ganz konsequent oder nachvollziehbar, vor allem im Hinblick auf frühere Entscheidungen. Die daraus resultierenden Konsequenzen kamen für mein Empfinden zu spät.
Zum anderen war das Pacing im großen Finale nicht mehr ganz rund, und der Schreibstil konnte dort nicht mehr vollständig mit der Intensität der Handlung mithalten.

Zusätzlich (ich habe das Hörbuch gehört) fiel es mir stellenweise schwer, den Überblick über die vielen Figuren zu behalten, insbesondere über die männlichen Charaktere. Durch die hohe Anzahl und teils sehr ähnlich klingende Namen habe ich oft eher in Rollen und Funktionen als in konkreten Namen gedacht. Bei den weiblichen Figuren empfand ich die Übersicht deutlich einfacher.
Gleichzeitig fand ich es grundsätzlich positiv, dass auch kleinere oder einmalige Figuren nicht anonym bleiben, sondern selbst in kurzen Szenen mit einem Namen versehen werden. Das verleiht der Welt mehr Tiefe und Authentizität, kann im Hörbuch jedoch auch verwirrend wirken, wenn neue Namen auftauchen, die nur ein- oder zweimal erwähnt werden und sich nicht klar zuordnen lassen.

Dennoch möchte ich betonen, dass sich diese Kritik wirklich nur auf die letzten Seiten und einzelne Aspekte bezieht. Der Weg dorthin war durchgehend spannend, unterhaltsam und emotional fesselnd. Im Laufe des Buches wird zudem ein kleines Mysterium aufgebaut, das sich durch subtile Hinweise und Andeutungen zieht und den Leser immer wieder zum Grübeln anregt. Auch wenn wir am Ende erfahren, was geschehen ist, bleibt dennoch genug offen, um eine neue Richtung für die Handlung anzudeuten, eine vollständige Auflösung bleibt aus und macht definitiv neugierig auf Band zwei.

Fazit

A City of Flames – Glühen der Rache ist ein mitreißender Auftakt mit einer spannenden Welt, starken Charakterdynamiken, einer angenehm zurückhaltenden Romance und einer fesselnden Ich-Perspektive. Trotz kleiner Schwächen im Finale hat mich das Buch sehr überzeugt und hervorragend unterhalten.
Für mich liegt die Bewertung bei 4 bis 4,5 Sternen – je nachdem, wie stark man die Logik- und Pacing-Probleme am Ende gewichtet.

Band 2 werde ich auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Wenn die Fantasy überzeugt, die Liebe aber stolpert

The Ordeals
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The Ordeals von Rachel Gleenlaw hat mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht und war für mich auch das erste Buch dieser Art mit tödlichen Spielen bzw. Prüfungen. Genau dieses Element hat mich sofort angesprochen. ...

The Ordeals von Rachel Gleenlaw hat mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht und war für mich auch das erste Buch dieser Art mit tödlichen Spielen bzw. Prüfungen. Genau dieses Element hat mich sofort angesprochen. Die Geschichte punktet mit originellen Themen, kreativen Fantasy-Elementen und einem sehr packenden Einstieg, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat.

Erzählstil & Perspektive

Das Buch ist klar und übersichtlich strukturiert. Zu Beginn bekommen wir einen gelungenen Einstieg in die Handlung. Erzählt wird die Geschichte ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Sophia. Dadurch ist man sehr nah an der Protagonistin und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. An manchen Stellen wirkte diese Perspektive jedoch etwas einseitig, da mir gelegentlich andere Blickwinkel oder zusätzliche Informationen gefehlt haben. Das ist jedoch nicht ausschließlich dem Erzählstil geschuldet.

Schreibstil & Atmosphäre

Der Schreibstil ist insgesamt sehr treibend, atmosphärisch und sorgt dafür, dass man schnell durch die Seiten fliegt. Nur in wenigen Szenen fiel es mir etwas schwer, mir alles bildlich vorzustellen, was jedoch meinen Lesefluss kaum gestört hat. Besonders positiv fand ich die Kapitelüberschriften, da sie die Stimmung gut einfangen haben

Welt & Setting

Die Welt wirkt auf den ersten Blick modern, Autos werden zumindest einmal erwähnt, rückt jedoch nicht stark in den Vordergrund. Dadurch bleibt viel Raum für die eigentliche Handlung und das Magiesystem. Man kann sich eine eher moderne, aber nicht zu dominante Umgebung vorstellen, die vor allem als Bühne für die Fantasy-Elemente dient.

Magiesystem & Akademie

Ein großer Pluspunkt des Buches ist das Magiesystem. Es gibt Illusionisten, Botaniker, Alchemisten sowie Gestaltwandler, die sogenannten Maskierer. Obwohl einige dieser Magiearten zunächst vertraut erscheinen, ist ihre konkrete Ausgestaltung kreativ und interessant umgesetzt. Besonders die Akademie, an der diese Wirkmagie gelehrt wird, spielt eine zentrale Rolle und trägt stark zur Atmosphäre der Geschichte bei.

Die Ordeals: Prüfungen, Spannung & Mystery

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die sogenannten Ordeals, tödliche Prüfungen, die Sophia bestehen muss, um eine vollwertige Studentin der Akademie zu werden. Dieses Setting sorgt für eine konstant hohe Spannung. Man bangt mit der Protagonistin und weiß nie, was als Nächstes passieren könnte. Zusätzlich gibt es mehrere Morde, deren Hintergründe lange im Dunkeln bleiben, was der Geschichte eine starke mysteriöse Komponente verleiht.

Nebencharaktere, Dynamik

Die Nebencharaktere haben mir insgesamt sehr gut gefallen. Sie sind abwechslungsreich gestaltet, nicht eintönig und besitzen klare Charakterzüge. Besonders die Dynamik zwischen Sophia und den anderen Figuren, vor allem innerhalb der Ordeals; hat mir viel Spaß gemacht und zur Spannung sowie zur emotionalen Tiefe der Geschichte beigetragen.

Auch die Dynamik zwischen den beiden zentralen Protagonisten hat mir zu Beginn sehr gut gefallen. Durch die Umstände der Ordeals kommen sie sich gezwungenermaßen näher, was zu vielen humorvollen, neckerischen Momenten führt. Dieses spielerische, leicht sarkastische und zugleich respektvolle Miteinander hat für mich sehr gut funktioniert und war einer der Aspekte, die ich besonders gern gelesen habe. In dieser Phase wirkten sie eher wie Freunde oder Verbündete, die sich langsam annähern und genau das hatte für mich großes Potenzial. Leider konnte mich die spätere Entwicklung nicht überzeugen, obwohl die Dynamik zwischen den beiden grundsätzlich stimmig war, wirkte der Übergang von dieser freundschaftlich-neckischen Beziehung hin zu romantischen Gefühlen für mich zu abrupt und nicht ausreichend aufgebaut. Viele der romantisch gemeinten Szenen hätten meiner Meinung nach auch ohne explizite Liebesaspekte funktioniert. Gerade weil die anfängliche Dynamik so gelungen war, hätte man hier deutlich mehr herausholen können, etwa durch eine langsamere Entwicklung oder eine stärkere Verschiebung dieses Elements in den zweiten Band.

Ende & Fazit

Das Ende ist intensiv, spannend und lässt viele Fragen offen. Genau das macht neugierig auf die Fortsetzung. Neben der weiteren Entwicklung des Magiesystems und der Handlung verspricht auch die übergeordnete Geschichte großes Potenzial für Band zwei.

The Ordeals ist ein spannender und origineller Fantasyroman mit einem starken Magiesystem, einer interessanten Protagonistin und einer fesselnden Grundidee. Trotz Schwächen im Romance-Bereich konnte mich das Buch insgesamt überzeugen.

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