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Franziska19

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Eine dunkle Macht dringt an die Oberfläche

Gebieterin der Dunkelheit
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Dylan Alexander ist von jeher eine andersartige, teils ausgestoßene Frau. Von ihrem Vater als Sonderling aus der Familie verstoßen, weil sie anscheinend tote Menschen sehen kann, wächst sie in einer sehr ...

Dylan Alexander ist von jeher eine andersartige, teils ausgestoßene Frau. Von ihrem Vater als Sonderling aus der Familie verstoßen, weil sie anscheinend tote Menschen sehen kann, wächst sie in einer sehr innigen Beziehung zu ihrer Mutter auf und ahnt nichts von ihrer besonderen Art eine Stammesgefährtin zu sein. Als ihre Mutter an Krebs erkrankt nimmt Dylan gemeinsam mit den Freundinnen ihrer Mutter an einer mehrwöchigen Weltreise teil, die sich auch nach Osteuropa führt. Als sie eine alte Grabkammer entdecken, witter sie ihre Chance für das journalisitische Schmierblatt, bei welchem sie als freie Autorin angestellt ist, eine Story hervorzubringen, die ihr ein wenig mehr Geld in die leeren Kassen spülen wird. Doch da ahnt sie noch nicht, in welche dunklen Machenschaften sie hereingerät und das sie für Rio, den Stammesvampir, der die Gruft bisher bewacht und eigentlich als Zielmission in die Luft sprengen soll, eine neue Zeitwende markiert. Durch eine kaum spürbare Faszination zueinander gelingt Rio sein eigentliches Ziel - Vernichtung der Kammer und sich selbst - nicht und als er das besondere Mal bei ihr entdeckt, fühlt er sich seinen Stammesbrürdern gegenüber noch immer verpflichtet die sehr ehrenswerte Frau in einen dunklen Hafen zu bringen. Erneut spielt dabei der deutsche Vampir Andreas Reichen eine besondere Rolle. Im Verlauf wird die Anziehung von Dylan und Rio immer größer und als Dylan schließlich in Lebensgefahrt gerät, weil der Sohn Dragos den ursprünglichen Plan seines Vaters - die Unterjochung der gesamten Menschheit - nun einige Jahrhunderte später doch noch in die Tat umsetzen will, und mit ihr und ihresgleichen eine neue Armee von Stammesvampiren züchten möchte, spürt Rio, dass er sich schon mit Haut und Haaren in Dylan verliebt hat und es nicht ertragen kann sie in Gefahr zu wissen.

Die Midgnight-Breed-Reihe macht mit diesem Band für mich eine deutliche Wendung, da die bisherigen Geschehnisse nun miteinander verbunden werden und sich ein Plot entwickelt, der sich auch noch über viele weitere Bände hinziehen wird und die einzelnen Teile miteinander verbindet, auch wenn die Hauptcharaktere in jedem Band wechseln. Aber auch dieser Teil ist voller Leidenschaft und Romantik gespickt, dass es beim Lesen zwischen den Fingerspitzen prickelt.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Faszinierend und abstoßend zugleich

Sturmhöhe
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In einigen Literaturkritiken wird "Sturmhöhe" als ein Klassiker der britischen Romanliteratur des 19. Jahrhundert bezeichnet und gefeiert. Zuerst bin ich diesem Buch tatsächlich in der Twilight-Trilogie ...

In einigen Literaturkritiken wird "Sturmhöhe" als ein Klassiker der britischen Romanliteratur des 19. Jahrhundert bezeichnet und gefeiert. Zuerst bin ich diesem Buch tatsächlich in der Twilight-Trilogie begegnet und weil ich von Bella so fasziniert war, habe ich als Jugendliche dieses Buch gelesen. Heute - fast 13 Jahre später habe ich es erneut gelesen. Ich muss sagen, dass ich noch genauso verstört und zwischen Abstoß und Faszination gefangen bin, wie nach meinem ersten Lesen. Auf der einen Seite finde ich überhaupt keinen Charakter des Buches sympathisch und empfinde nur gelegentlich sehr geringes Mitleid. Auf der anderen Seite finde ich die Bösartigkeit, Niederträchtigkeit und Selbstliebe der Charaktere so gelungen dargestellt, dass ich es auf der anderen Seite wieder absolut gelungen finde. Was dennoch bleibt, ist, dass ich unglaublich lange für dieses Buch gebraucht habe. Aufgrund der Verzwickungen der beiden Familien Earnshaw und Linton, deren Familiengeschichte über drei Generationen hinweg erzählt wird und keine der Generationen sich in ihren Wesenszügen grundlegend ändert, trieft die Erzählung gerade so vor Missgunst und Abwertung, dass ich immer nur kurze Abschnitte lesen kann, um es dann fast angewidert nach ein paar Tagen in die Hand zu nehmen. Dennoch konnte ich es auch beim zweiten Mal nicht komplett zur Seite legen, bis ich es ausgelesen habe. Dieses Buch charakterisiert für mich auf der einen Seite den unverholenen Wunsch der Menschen von anderen Menschen geliebt, gebraucht und zugehörig zu fühlen, zeigt aber auf der anderen Seite, dass die weniger offene Bekennung oder Anerkennung der Gefühle Anderer zu Missverständnissen, Abgrenzung und Missgunst führt, wodurch letztendlich alle Beteiligten leiden und ein trostloses und deutlich weniger zufriedenes Leben führen müssen. Vielleicht ist es genau dieser Zwiespalt, der das ganze Buch nicht überwunden werden kann, der das Buch so einmalig macht.

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Veröffentlicht am 16.05.2022

Wundervoll

Die Rebellinnen von Oxford - Furchtlos
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Ich liebe die Bücher von Evie Dunmore. Anders kann ich meine Begeisterung kaum in einem prägnanten Satz ausdrücken: Tolle Charaktere, eine prickelnde Spannung die zwischen beiden ensteht, eine mitreißender ...

Ich liebe die Bücher von Evie Dunmore. Anders kann ich meine Begeisterung kaum in einem prägnanten Satz ausdrücken: Tolle Charaktere, eine prickelnde Spannung die zwischen beiden ensteht, eine mitreißender Plot, ein gelungener Spannungsbogen, ein flüssiger Schreibstil, eingebettet in eine sehr gelungene historische Atmosphäre - zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch einfach zum Verschlingen ist. Ich habe es innerhalb von 3 Tagen ausgelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Viel zu schnell war die Geschichte ausgelesen, aber es war definitiv nicht das letzte Mal, dass ich dieses Buch verschlungen habe. Die Rebellinnen von Oxford-Reihe bekommt definitiv einen Highlight-Platz in meinem Bücherregal!

Harriet Greenfield, Tochter des Unternehmers Julien Greenfield studiert Kunst und Kunstgeschichte in Oxford. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Lucie, Annabelle und Catriona setzt sie sich für Frauenrechte und das Frauenwahlrecht ein und mischt damit ihre gesellschaftliche Schicht ordentlich auf. Aufgrund ihrer Kunstbegeisterin begibt sie sich zu einer Ausstellung von Mr Blackstone, doch wird ihr Auftauchen falsch bewertet, sodass Mr Blackstone von einem frivolen Angebot Hatties ausgeht. Nach diesem Kuss scheint er von ihr wie besessen und wählt sie sich mit einer List als seine zukünftige Ehefrau aus. Nach der Hochzeit beginnt ein zähes Ringen zwischen Stolz, angestrebten Lebenszielen und einer fast magischen, körperlichen Anziehungskraft, bei der beide Lernen die eigenen Vorstellungen zu verwerfen, dem anderen zu vertrauen, aber ihn auch wieder freizugeben, um eine gemeinsame Zukunft aufbauen zu können. Dazu wird das Leben der englischen Bergmannsfamilien sehr illustriert dargestellt und einiges über das Eheleben von Frauen zur damaligen Zeit berichtet.
Für mich eindeutig ein grandioser historischer Roman.

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Veröffentlicht am 09.05.2022

Tod in der Tanzschule

Eiskalt tanzt der Tod
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Kommissar Völxen wird von seiner Ehefrau Sabine zu einem Tangotanzkurs gezwungen. Doch sein Unglück dauert nur sehr kurz an, da bereits vor der zweiten Stunde der Tanzlehrer tot im Foyer seiner Tanzschule ...

Kommissar Völxen wird von seiner Ehefrau Sabine zu einem Tangotanzkurs gezwungen. Doch sein Unglück dauert nur sehr kurz an, da bereits vor der zweiten Stunde der Tanzlehrer tot im Foyer seiner Tanzschule aufgefunden wird; anscheinend wurde er mit einem auf einem Sideboard stehenden Kerzenständer erschlagen - natürlich ohne Fingerabdrücke zu hinterlassen. Da Völxen direkt nach der Tat zur Stelle ist, beginnen die Ermittlungen unkompliziert und schnell. Alle Familienmitglieder und alle Tanzkursteilnehmenden müssen befragt werden und schon danach treten erste Zweifel auf, ob der Tanzlehrer ein so sorgenfreies und geheimnisloses Leben geführt hat. Zumindest seine portugisischen Wurzeln, seine verführerische Art auf Frauen zu wirken und die Familiengeschichte scheinen eine besondere Rolle zu spielen auch wenn der Zusammenhang auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.
Auch dieser Band der hannoverischen Ermittlungsstelle strotzt vor schwarzem Humor und bietet damit einige unterhaltsame Lesestunden. Flüssig zu lesen, bekannte Charaktere mit ihren Schwächen und Leidenschaften und ein sehr interessanter Kriminalfall, der mit einer Mischung aus Tanzkenntnis, moderner Kunst und einer Menge skurrilen weiteren Charakteren und Nebenschauplätzen ein gut zu lesendes Bühnenbild mit Regionalkultur schafft - aber auch für nicht Hannoveraner bietet der Roman einiges an Unterhaltung. Um auf die vollen Lesekosten zu kommen, empfehle ich aber doch die anderen Bände der Reihe vorher gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 09.05.2022

Die Geschichte einer Kathedrale

Die Säulen der Erde
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Zentrum dieses historischen Romanes bildet die entstehende Kathedrale "die Säulen der Erde" von Kingsbridge - in und um diesen Ort ranken sich unterschiedliche Geschichten zur Zeit der Klöster, Ritter ...

Zentrum dieses historischen Romanes bildet die entstehende Kathedrale "die Säulen der Erde" von Kingsbridge - in und um diesen Ort ranken sich unterschiedliche Geschichten zur Zeit der Klöster, Ritter und Könige in England. Unterschiedliche Erzählstränge laufen im Verlauf des Buches zueinander. Da ist zum einen Tom Builder, der mit seiner Familie am Hungertuch nagt und verzweifelt eine Anstellung als Steinmetz sucht. Gleichzeitig strebt er danach sich in der Baukunst zu verwirklichen. Ihm begegnet Ellen mit ihrem Sohn Jack, zwei Freigeister, die sich durch die Liebe mit der Familie von Tom verbünden, sich ihr Leben lang aber schwer mit Demut und einschränkenden Grenzen tun. Prior Philipp versucht unterdessen Kingsbridge zu mehr Wohlstand und dem Kloster eine bessere Führung zu geben. Und dann leben in der Grafschaft Shiring noch Aliena und ihr Bruder Richard, deren Vater einem Komplott zum Opfer fällt, sodass die beiden zu Waisen werden und von völliger Armut bedroht werden. Sie alle verbinden sich im Laufe der Geschichte, um den bösen Machenschaften von Waleran Bigod und William Hamleigh ein ums andere Mal zu entkommen.
Das Buch ist ein fantastisches geschichtliches Epos - und zeigt, dass sich brutale und niederträchtige Menschen noch so viele Pläne schmieden können, die ihnen zwischendurch eine gewisse Macht und gesellschaftliche Stellung einbringen, aber niemals Ruhe und Frieden finden und ihre Vorherrschaft immer nur von begrenzter Dauer ist. Auch wenn dieses Buch schon vor einer gefühlten halben Ewigkeit geschrieben wurde und ich es jetzt erst zum ersten Mal in den Händen gehalten habe, ist es absolut lesenswert. Ich freue mich schon auf die Folgebände. Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Hauptcharaktere sehr unterschiedlich, jeder aber mit einer besonders sympathischen Art ausgestattet und stets gelingt es dem Autor aufs Neue eine unerwartete Wendung und einen faszinierenden Spannungsbogen aufzubauen.

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