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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2025

Tiefgang nur, wenn es passt

How To End A Love Story
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Als sich Helens Schwester in der Highschool das Leben nahm, indem sie sich auf dem Highway vor ein fahrendes Auto warf, in dem zufällig Grant saß, wurden die Schicksale der beiden ungewollt miteinander ...

Als sich Helens Schwester in der Highschool das Leben nahm, indem sie sich auf dem Highway vor ein fahrendes Auto warf, in dem zufällig Grant saß, wurden die Schicksale der beiden ungewollt miteinander verwoben. 13 Jahre später ist Helen erfolgreiche YA-Autorin und ihre Bücher sollen in eine Serie adaptiert werden. Nur blöd, dass gerade Grant einer der Autoren ist. Werden die beiden es schaffen, ihre Vergangenheit zu überwinden?

Ich fand die Grundprämisse des Buches unheimlich toll. Ich finde es immer spannend, wenn man hinter die Kulissen Hollywoods blicken kann und auch hier hat man einen interessanten Einblick bekommen, wie die Entstehung einer Serie abläuft.

Auch Themen der psychischen Gesundheit mit einer Liebesgeschichte zu verbinden, mag ich oft sehr gern. Hier konnte mich die Geschichte aber weniger überzeugen.Die Traumata der beiden Figuren werden in der Geschichte entweder allbestimmend beschrieben oder sie existieren gar nicht. Erst kann Helen nicht mit Grant in einem Raum sein, kurz danach ist das ohne wirkliche Erklärung kein großes Problem mehr. Zwar waren die Szenen, in denen diese Themen besprochen werden, meiner Meinung nach sehr gut, aber sie waren für meinen Geschmack einfach zu wenig da und es wirkte auf mich manchmal echt so, als hätte die Autorin vergessen, was ihre Figuren durchgemacht haben.

Ein etwas komisches Erzähltempo tat der Problematik da auch keinen Gefallen. Manche Dinge wurden sehr schnell abgehandelt, während andere Szenen unnötig lang und irgendwann ziemlich öde wurden. Das führte manchmal auch dazu, dass ich bestimmte Entscheidungen der Figuren nicht so wirklich verstehen konnte.

Positiv möchte ich die spicy Szenen hervorheben, die wirklich gut geschrieben waren. Aber auch diese hätten einfach besser gewirkt, wenn die Beziehung drumherum besser und verständlicher aufgebaut worden wäre.

"How to end a love story" konnte mich also nicht wirklich überzeugen, auch wenn es ein paar gute Aspekte gab.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Es gibt einen Weg zurück

Before I Let Go
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Einst waren Yasmen, Josiah und ihre beiden Kinder die absolute Traumfamilie. Doch seit einiger traumatischer Erlebnisse, die in der Scheidung von Yasmen und Josiah gipfelten, ist diese schöne Zeit vorbei. ...

Einst waren Yasmen, Josiah und ihre beiden Kinder die absolute Traumfamilie. Doch seit einiger traumatischer Erlebnisse, die in der Scheidung von Yasmen und Josiah gipfelten, ist diese schöne Zeit vorbei. Zwar schaffen es beide, ihre Kinder gemeinsam großzuziehen und zusammen ein Restaurant ohne große Konflikte zu führen, doch beide merken, dass sie letztendlich doch unglücklich sind. Gibt es doch noch einen Weg zurück?

Scheidungen im Allgemeinen und geschiedene Paare, die wieder zueinander finden, im Speziellen sind Themen, denen ich persönlich nur sehr selten in Romance-Büchern begegne. Umso schöner fand ich es, dass sie in "Before I Let Go" aufgegriffen und auch sehr gut umgesetzt wurden. Psychische Gesundheit ist ebenfalls ein Gebiet, das in dem Buch sehr gut bearbeitet wurde. Auch wenn ich noch keine persönliche Berührung mit dieser Thematik hatte, konnte ich mich unheimlich gut in die Charaktere, ihre Zerrissenheit und auch ihr organisatorisches Chaos hineinfühlen. Ich finde es wirklich fantastisch, dass Kennedy Ryan diesen Themen Aufmerksamkeit schenkt.

Ebenso mochte ich die Welt, die die Autorin in diesem Buch geschaffen hat. Man bekommt einen tollen Einblick in die größtenteils afroamerikanische Community der Protagonisten, vor allem der Zusammenhalt zwischen Yasmens Freundinnen wurde super illustriert. Ich mochte auch, wie Themen wie Black Hair angeschnitten wurden.

Besonders erwähnenswert bei diesem Buch ist der doch recht intensive Schreibstil. Vor allem, wenn es um die Gefühle der beiden Hauptfiguren geht, nutzt die Autorin viele detaillierte, spannende Beschreibungen. Durch sie wird das Innenleben der Figuren so gut deutlich und bei einem Buch mit dieser Thematik ist das unheimlich wichtig. Trotzdem wurde mir diese Blumigkeit an manchen Stellen etwas zu viel, vor allem gegen Ende, wo ich das Gefühl hatte, dass sich einige Dinge immer wieder wiederholten.

Als einziger Kritikpunkt muss ich also die an manchen Stellen etwas ausufernden Beschreibungen anbringen, ansonsten kann ich jedem Romance-Fan "Before I Let Go" wärmstens ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Alle kaputt

Die Fletchers von Long Island
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1980 in Long Island: Das scheinbar perfekte Leben der wohlhabenden Fletchers bekommt einen heftigen Riss, als Familienoberhaupt Carl vor seiner Haustür entführt wird. Als er eine Woche später nach Lösegeldübergabe ...

1980 in Long Island: Das scheinbar perfekte Leben der wohlhabenden Fletchers bekommt einen heftigen Riss, als Familienoberhaupt Carl vor seiner Haustür entführt wird. Als er eine Woche später nach Lösegeldübergabe frei gelassen wird, beschließen seine Angehörigen nie wieder über den Vorfall zu sprechen, um Carl zu schützen. Und tatsächlich, 40 Jahre später scheint es wirklich so, als ob es Carl, seiner Frau und seinen drei Kindern gut geht und das Beste aus dem Leben gemacht haben. Doch wie so häufig trügt der Schein...

Mit einer gut geschriebenen Familiengeschichte kann man mich einfach leicht um den Finger wickeln, und das war hier definitiv der Fall. Nach einer kurzen Einleitung in den 80ern spielt sich der Großteil der Geschichte in der Gegenwart ab und wird nacheinander erst aus der Sicht von Carls Kindern, Carls Frau und dann Carl selbst erzählt. Wie man sich denken kann, haben sie alle die Ereignisse eher schlecht als recht verarbeitet und haben alle gewissen Macken entwickelt, die auf den ersten Blick schrullig erscheinen, sich dann später stets als absolut zerstörend erweisen.

Besonders gut gefiel mir der leicht schwarze Humor der Autorin, die ihre Leser auch nie vergessen lässt, dass ihre Protagonisten trotz aller Traumata in einer doch sehr privilegierten Lage befinden. Sicher ist diese Art von Witz etwas speziell und wird vielleicht nicht bei jedem gut ankommen, ich hatte aber sehr viel Spaß daran.

Schlussendlich zeigt die Geschichte wunderbar, warum es wichtig ist, auch über schwere Zeiten im Leben zu reden und was passiert, wenn man diese Traumata stets zu ignorieren versucht.

Die Fletchers und ihre Geschichte sind vielleicht nichts für jeden, aber für mich ist das Buch jetzt schon eines meiner Jahreshighlights!

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Leider zu wenig historische Einblicke

Der große Riss
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Um die Jahrhundertwende gibt es wohl kaum einen so aufregenden Ort wie Panama, wo zu dieser Zeit das umstrittene Megaprojekt des Panamakanals entsteht. Auch wenn vor allem einige Einheimische mehr als ...

Um die Jahrhundertwende gibt es wohl kaum einen so aufregenden Ort wie Panama, wo zu dieser Zeit das umstrittene Megaprojekt des Panamakanals entsteht. Auch wenn vor allem einige Einheimische mehr als kritisch auf das Bauvorhaben schauen, werden vor allem viele Menschen aus dem Ausland in das Land gezogen, weil sie sich lukrative Arbeit in und um den Kanal erhoffen. Eine Handvoll von ihnen und ihre Geschichten lernen wir in "Der große Riss" kennen.

Dank Donald Trump ist der Panamakanal seit einigen Wochen ja wieder etwas präsenter in den Medien, die deutsche Veröffentlichung dieses Buches kommt also zur perfekten Zeit, um sich die Bedeutung dieses Projekts, aber auch seine negativen Folgen noch einmal genau anzuschauen. Ich hatte mir von der Lektüre erhofft, mehr darüber zu erfahren, wie der Kanal Panama beeinflusst hat und was ihn historisch so bedeutend macht.

Natürlich lernt man auch so einiges in dem Buch. Vor allem der multikulturelle Charakter der Menschen, die um den Kanal lebten und arbeiteten, wird sehr gut herübergebracht. Besonders gut gefiel mir, wie auf die auf den ersten Blick nicht ganz offensichtliche Malaria-Problematik in der Handlung eingegangen wurde.

Trotzdem hatte ich mir doch etwas mehr in der Informationsvermittlung erhofft. Zwar fand ich die verschiedenen Figuren durchaus interessant, in manchen Fällen hatten ihre Schicksale aber nur absolut peripher mit dem Kanal zu tun. An einigen Stellen wusste ich tatsächlich nicht so recht, warum sie im Rahmen des Buches eine Rolle spielten. Der Panamakanal war eher der Hintergrund verschiedener Geschichten als selbst ein Charakter in der Geschichte.

Alles in allem war "Der große Riss" also für mich kein schlechtes Buch, ich bin nur leider mit den falschen Erwartungen in die Lektüre gegangen. Wer wirklich Fakten über den Panamakanal erfahren möchte, wird hier wahrscheinlich enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Komplizierte Dreiecksbeziehung

Rückkehr nach Budapest
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"Rückkehr nach Budapest" erzählt die Geschichte von Márta, einer Ungarin, die zu Beginn des Buches in der heutigen Zeit vom Tod ihrer Cousine Theresa erfährt. Von dort aus erleben wir immer wieder Rückblicke ...

"Rückkehr nach Budapest" erzählt die Geschichte von Márta, einer Ungarin, die zu Beginn des Buches in der heutigen Zeit vom Tod ihrer Cousine Theresa erfährt. Von dort aus erleben wir immer wieder Rückblicke in Mártas Studienzeit Ende der 80er, als sie bei einem Besuch in Ost-Berlin Theresas Freund Konstantin kennenlernt, in den sich Márta schnell verliebt, obwohl er doch zu Theresa gehört. Die nun beginnende Dreiecksbeziehung wirkt sich nicht nur negativ auf die Freundschaft der Cousinen auf...

Da ich eigentlich gern Geschichten aus der Wendezeit lese und besonders interessant finde, wie sie außerhalb Deutschlands erlebt wurde, war ich eigentlich sehr auf dieses Buch gespannt. Es ist mit seinen knapp 300 Seiten eine sehr kurzweilige Lektüre und tatsächlich gibt es immer mal interessante Einschübe zu politischen Entwicklungen der Zeit und wie sie die Protagonisten beeinflusst haben. Trotzdem war "Rückkehr nach Budapest" ziemlich enttäuschend.

Der Hauptgrund lag eigentlich darin, dass für mich zu viel Konzentration auf die Beziehungen der Frauen mit Konstantin gelegt wird. Natürlich, sie sind die Protagonisten der Geschichte, aber ich konnte irgendwie nie so ganz verstehen, was dieser Mann für diese beiden besonders machte. Ganz im Gegenteil fand ich ihn persönlich sogar ziemlich abstoßend und wünschte mir fast, dass sie beide vor ihm Reißaus nehmen. Viel lieber hätte ich noch mehr über den Zeitgeist der Wende in Ungarn erfahren, aber diese Aspekte wurden dann doch nur oberflächlich angeschnitten.

Auch das Ende kam mir irgendwie zu holprig vor und erschloss sich mir aus dem Rest der Handlung nicht so wirklich.

Mich konnte dieses Buch also leider nicht überzeugen.

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