»Du arbeitest für die einflussreichste Familie Miamis, Charlotte. Wir haben Feinde, eine ganze Menge Feinde. Dass du irgendwann ins Fadenkreuz geraten würdest, hätte dir von Anfang an klar sein sollen.«
Uuuh, ...
»Du arbeitest für die einflussreichste Familie Miamis, Charlotte. Wir haben Feinde, eine ganze Menge Feinde. Dass du irgendwann ins Fadenkreuz geraten würdest, hätte dir von Anfang an klar sein sollen.«
Uuuh, war das ein spannender Read!
Was erwartet euch?
❏ Setting-Liebe: Miami, Baby!
❏ High Society
❏ Enemies to Lovers
❏ Mafia-Romance
❏ Action, Spice, Humor, Spannung
First things first: Der wunderschön funkelnde, glitzernde Metallic-Farbschnitt ist ein absoluter Eyecatcher! Ich lieb's!
Nun aber zum Inhalt. - Es geht direkt zackig los - man wird ohne Umschweife mitten in die Handlung der aus mehreren Perspektiven erzählten Story katapultiert. Bedeutet: Kenntnis der beiden Kingsbay-Secrets-Vorgängerbände ist essenziell, das habe ich schnell gemerkt (da eine Vielzahl an Charakteren sowie diverse Familienkonstellationen in der gefährlichen Fehde zwischen den Favreaus und den Newtons erst einmal durchblickt werden müssen; hierbei war die im Innencover abgebildete Figurenübersicht eine gute Unterstützung).
Charlie hat ein Händchen dafür, sich in gefährliche Situationen zu bringen und erschien mir zeitweise weniger als toughe Heldin, sondern eher als die permanent zu Rettende (- nicht tragisch, nur eine Beobachtung).
"Es reicht schon, wenn er mich nur ansieht. Wenn dieser eindringliche Blick über mich wandert und mich in Flammen setzt, ohne dass ich etwas dagegen tun kann. Ich muss mich zusammenreißen. Mich konzentrieren. Auf das Wesentliche, nicht auf diesen Mann, der mich früher oder später mit in seinen Abgrund ziehen wird."
Gideon oder Roméo - who's it gonna be? Lest selbst!
Mein Highlight war tatsächlich das Ende - herrlich kitschig-romantisch, so mag ich das.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Rasante New-Adult-Story voller Lügen & Intrigen, Geheimnissen und dunklen Mafia-Vibes (derbe Wortwahl in den Dialogen, Gewalt oder deren Androhung, etc). Klare Empfehlung für alle Fans der Trilogie und von der Autorin, deren mitreißender Schreibstil mal wieder ein Träumchen ist.
Seitdem ich vor einer Weile zufällig die englischsprachige Ausgabe dieser Memoiren auf Bookstagram entdeckt hatte, wusste ich, dass ich das Buch auf jeden Fall lesen möchte. Seit jeher bin ich vom Mythos ...
Seitdem ich vor einer Weile zufällig die englischsprachige Ausgabe dieser Memoiren auf Bookstagram entdeckt hatte, wusste ich, dass ich das Buch auf jeden Fall lesen möchte. Seit jeher bin ich vom Mythos Elvis Presley fasziniert (und ärgere mich noch immer, dass sich während meiner Zeit in den USA kein Graceland-Besuch ausgegangen ist.)
Wer war Lisa Marie Presley? Tochter von Elvis und Priscilla, klar. Zwischenzeitlich verheiratet mit Michael Jackson - wenn ich mich recht entsinne, gab es damals sogar ein gemeinsames Musikvideo ("You are not alone"). Und sonst… ? Ich gebe zu, dass diese paar Eindrücke so ziemlich alles zusammenfassen, was ich vor der Lektüre dieses Werkes über Lisa Marie wusste. Und die Tatsache, dass ihre Augen in jeder Aufnahme, die ich je von ihr gesehen habe, einen ungemein traurigen Ausdruck hatten.
"Sie fand sich selbst nicht interessant, obwohl sie das natürlich war. Sie sprach nicht gern über sich selbst. Sie war unsicher. Sie wusste nicht, welchen Wert sie für die Öffentlichkeit hatte, außer Elvis’ Tochter zu sein. Sie war so sehr von Selbstkritik geplagt, dass ihr die Arbeit an dem Buch unglaublich schwerfiel." (Riley)
Dieses Buch hat mich gleichermaßen berührt wie nachdenklich gemacht. Es ist keine einfache Lektüre, kein weichgespülter Rückblick, sondern eine intime, rohe und oftmals erschütternde Begegnung mit zwei Stimmen: der von Lisa Marie Presley (Ton: stark, direkt, ungeschönt, manchmal regelrecht hart) und der von Riley Keough, die mit ihrer feinfühligen, melancholischen Sprache voller Liebe und Schmerz auf ihre Mutter blickt.
"Wer ihr je begegnet ist, erlebte eine Naturgewalt - Leidenschaft, Geborgenheit, Loyalität, Liebe und die tiefe Verbundenheit mit einer unglaublich starken spirituellen Kraft. Die spirituelle Kraft, die mein Großvater besaß, floss zweifellos auch in den Adern meiner Mutter. Wenn man mit ihr zusammen war, konnte man das spüren." (Riley)
Diese Gegenüberstellung macht das Buch so besonders - Lisas eher umgangssprachliche, saloppe, 'frei nach Schnauze'-Erzählweise, die keine Umwege kennt, trifft auf Rileys reflektierte, von Trauer und Zuneigung durchdrungene Perspektive. Nichtsdestotrotz spürt man in beiden Texten: Hier schreiben Mutter und Tochter in einem Dialog über Leben, Verlust, Liebe und Schmerz.
"Meine Mutter selbst fühlte sich prinzipiell kaputt, nicht liebenswert, nicht schön. Sie hatte das tiefsitzende Gefühl, wertlos zu sein […]. Meine Mutter war ein unglaublich komplizierter und äußerst missverstandener Mensch." (Riley)
Sehr gelungen finde ich auch die fotografische Gestaltung, denn im Werk enthalten sind einige berührende Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die das Gelesene visuell untermalen. Auch das Cover selbst - eine ausdrucksstarke Farbfotografie passt perfekt zum Genre. Was mir hingegen weniger gut gefallen hat, war die nicht ideale Abgrenzung der Erzählstimmen. Zwar sind für die zwei Perspektiven unterschiedliche Schriftarten verwendet worden, diese wirkten auf mich persönlich jedoch optisch zu ähnlich. Ich hätte klare Namensüberschriften wie "Lisa Marie" oder "Riley" bevorzugt, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Inhaltlich ist das Buch voller intensiver und teils kaum zu ertragender Passagen. Lisa wirkt in der Beschreibung ihrer Jugendzeit oftmals tough, manchmal auch unsympathisch, mit Allüren und einem Diva-Gehabe, das man schwer entschuldigen kann. Aber gleichzeitig begreift man auch, wie einsam und zerrissen ihr Aufwachsen war - zwischen der Vergötterung ihres Vaters Elvis und einer distanzierten, ungeliebten Mutter Priscilla.
Speziell das nachfolgende Zitat bewegte mich sehr, nicht nur aus Sicht eines Kindes, das sich von ihrer Mutter nicht geliebt fühlte, sondern auch im Hinblick auf Lisa Maries Entwicklung aufgrund dieses Schmerzes.
"Meine Mutter erzählte mir mal, dass sie darüber nachgedacht hatte, sich vom Pferd fallen zu lassen, um eine Fehlgeburt her-beizuführen. Sie wollte keine Schwangerschaftspfunde. Sie dachte, das würde ihr als Elvis’ Frau nicht gut zu Gesicht stehen. Es waren so viele Frauen hinter ihm her, und alle wunderschön. Sie wollte seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie war so erschrocken darüber, schwanger zu sein, dass sie zunächst nur Äpfel und Eier aß und nicht viel zunahm. Ich ging ihr von Anfang an auf die Nerven und hatte immer das Gefühl, dass sie mich nicht wollte. Ich glaube an vorgeburtliche Energie, also spürte ich vielleicht bereits ihre Vibes, als sie früh versuchte, mich loszuwerden. Schließlich entschied sie sich zwar, mich zu behalten, aber damals hatte sie keine großartigen Muttergefühle. Wahrscheinlich ist es das, was mit mir nicht stimmt."
(Lisa Marie)
Mutterliebe sieht definitiv anders aus. Interessanterweise weckte gerade diese durchwegs negative Darstellung Priscilla Presleys allerdings meine Neugier, auch einmal mehr über ihre Sicht zu lesen. Ich werde mich auf jeden Fall nach Literatur zu ihrem Leben umschauen.
Unglaublich spannend empfand ich die Passagen über Lisa Maries Ehe mit Michael Jackson. 'Unterhaltsam' wäre das falsche Wort, aber ich habe diese Einblicke gerne gelesen, weil sie nochmal eine andere, überraschende Seite gezeigt haben.
Am meisten ergriffen haben mich die Passagen, in denen Riley von ihrer Liebe zu ihrer Mutter spricht, von ihrer Trauer nach Lisa Maries Tod und von dem unermesslichen Schmerz um ihren Bruder Ben, der sich das Leben nahm. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sehr diese Familie, die in aller Welt berühmt ist, von Leid geprägt war. Und dennoch liest man in Rileys Worten immer wieder diese tiefe, unerschütterliche Liebe zu ihrer Mutter.
Für Lisa Marie empfinde ich rückblickend aufrichtiges Mitgefühl. Ja, sie hatte eine außergewöhnliche Kindheit, viele Privilegien … musste jedoch auch unglaublich viel Schmerz ertragen und bittere Enttäuschungen erleben. So was prägt einen Menschen, leider.
"Tief in ihrem Herzen hatte sie Graceland nie verlassen, hatte sich nach dem Tod ihres Vaters emotional nicht weiterentwickelt. Sie war sich bewusst, wie sehr sie sich Freunde wünschte, aber nach fast vierzig Jahren ständiger Enttäuschungen - Leute, die sie an die Presse verkauften, Leute, die unverantwortlich mit ihrem Geld umgingen, Leute, die aus den falschen Gründen ein Date mit ihr wollten - lautete die Lehre, alle Menschen aus ihrem Leben auszuschließen und nicht zurückzublicken." (Riley)
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Keine auf Glamour getrimmte, romantisierte Story, sondern die ungemein menschliche, ungeschönte Geschichte einer Frau, die ihr Leben lang auf der Suche war nach Liebe und Rückhalt. Klare Empfehlung für Presley-Interessierte.
Einfach nur WOW. - Dieses Buch hat mich komplett umgehauen und wird ohne Frage eines meiner absoluten Jahreshighlights bleiben! Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so restlos begeistert, so ...
Einfach nur WOW. - Dieses Buch hat mich komplett umgehauen und wird ohne Frage eines meiner absoluten Jahreshighlights bleiben! Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so restlos begeistert, so mitgerissen - und das, obwohl ich um Krankenhaus-Romane (und -TV-Serien) normalerweise einen großen Bogen mache (da mich die individuellen Patientenschicksale immer zu sehr mitnehmen). Hier jedoch passte einfach alles!!
Die Dynamik zwischen Grace (Sapphire) und Julian? Off the charts! Ihre Chemistry sprüht von der ersten Begegnung an und entwickelt eine solche Intensität, dass ich teilweise das Gefühl hatte, selbst mit im Raum zu stehen. Was mir besonders gefallen hat: Sie reden miteinander. Nicht dieses klassische Aneinander-vorbeilaufen, sondern echte, offene, ehrliche Kommunikation – gerade im entscheidenden Moment, als es dramatisch wird. Das hat mir so viel gegeben und die Geschichte für mich auf ein ganz neues Level gehoben.
Ein weiteres Highlight: der Krankenhausalltag. Diesbezüglich merkt man sofort, dass die Autorin vom Fach ist (= sie arbeitet selbst als Ärztin in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe). Die Beschreibungen sind realistisch, authentisch, voller Leben – und trotzdem nie zu viel oder überfordernd. Diese perfekte Balance zwischen Fachterminologie und Lesefluss hat mich einfach nur begeistert. Man taucht ein in die Welt der Assistenzärzte, spürt den Druck, die Verantwortung, den Stress, aber auch die Leidenschaft, die Liebe zum Beruf. Und das ohne jemals das Gefühl zu haben, als Laie in einem Fachjournal gelandet zu sein.
Auch die Themen Mental Health und der Umgang mit Gerüchten, Druck und unfairen Vorurteilen wurden unglaublich stark umgesetzt. Grace' Weg, wie sie sich behauptet, wie sie wächst und gleichzeitig verletzlich bleibt, war für mich wahnsinnig nachvollziehbar und berührend. Besonders großartig fand ich, dass ein gewisser Konflikt nicht auf kitschige Art einfach "weggezaubert", sondern so realistisch gelöst worden ist, wie es auch im wirklichen Leben geschehen wäre. - Habe ich total gefeiert!
Ehrlich, die Seiten sind nur so dahin geflogen! Ich habe jede Minute mit diesem Buch geliebt, habe mit den Figuren gelitten und mitgefiebert - und war am Ende einfach nur hin und weg. Ich kann kaum fassen, dass es sich bei diesem Leseträumchen tatsächlich um ein Debüt handelt - für mich ist schon jetzt klar: Ich will ALLES von dieser Autorin lesen, was noch kommt. Merkt euch den Namen Deidra Duncan.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Die perfekte Mischung aus prickelnder Romantik, mitreißendem Kliniksetting, authentischer Tiefe und wundervollen Charakteren, die man einfach nur lieben muss. Klare Leseempfehlung für alle Fans von Liebesromanen mit Krankenhaus-Vibes à la Grey's Anatomy!
Der zweite Band der New York Love Songs-Dilogie entführt uns mitten hinein in die Glitzerwelt New Yorks und zeigt gleichzeitig, wie dunkel es hinter der Fassade eines Rockstars sein kann. Erzählt wird ...
Der zweite Band der New York Love Songs-Dilogie entführt uns mitten hinein in die Glitzerwelt New Yorks und zeigt gleichzeitig, wie dunkel es hinter der Fassade eines Rockstars sein kann. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Blake und Lennon, was ich sehr geliebt habe; mittlerweile bin ich ein großer Fan des Dual POVs.
Besonders eindrucksvoll waren für mich Blakes innere Monologe … sein Kampf mit den eigenen Dämonen, Schuldgefühlen und der ständigen Angst, zu versagen. Manche seiner Gedankengänge haben mich regelrecht erschüttert. Umso bedeutsamer war seine Charakterentwicklung im Laufe der Handlung.
Aber keine Sorge, »Like Secrets in the Dark« ist nicht nur eine Geschichte über Schmerz, sondern auch über Hoffnung und zweite Chancen. Denn die sympathische Lennon bringt Licht in Blakes Dunkelheit - und obwohl ihr Arrangement als reines Fake Dating beginnt, spürt man schnell, dass sich zwischen ihnen etwas sehr Echtes entwickelt. Diese Mischung aus romantischen Momenten und ernstem Unterton hat mir richtig gut gefallen.
Bedeutet das, der Fokus liegt rein auf der tollen Love Story? - Absolut nicht! … denn das Ganze wurde mit einem spannenden Aspekt verwoben: dem Kampf um das Familienimperium, den Erwartungen von außen, dem Druck, allen gerecht werden zu müssen. Jennifer Wiley hat hier die Balance zwischen Herzklopfen, Drama und emotionalen Abgründen ideal getroffen.
Was mir ebenfalls positiv in Erinnerung bleibt:
❏ der flüssige Schreibstil, der mich mühelos durch die Seiten getragen hat
❏ das wunderschön gestaltete Cover, das perfekt zur Atmosphäre des Romans passt
Ganz rund war es für mich nicht (bei einigen Passagen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht und manche Konflikte wirkten vorhersehbar), aber insgesamt war es eine mitreißende, atmosphärische Rockstar-Romance, die sich wunderbar lesen ließ.
Fazit:
Solide Fake-Dating-Story mit einem gebrochenen Rockstar, die berührt und gut unterhält, die innere Kämpfe spürbar macht, aber auch zeigt, dass Liebe heilen kann. Definitiv ein schönes Leseerlebnis, daher empfehle ich den Read sehr gerne weiter an alle Romance-Fans.
"Im Krieg laufen wir alle immer Gefahr, zu Monstern zu werden. Selbst die Guten."
Es gibt Bücher, die beim Lesen nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern ein ganzes Stück Geschichte lebendig machen ...
"Im Krieg laufen wir alle immer Gefahr, zu Monstern zu werden. Selbst die Guten."
Es gibt Bücher, die beim Lesen nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern ein ganzes Stück Geschichte lebendig machen - und genau das gelingt Hanna Caspian hier auf gleichermaßen eindringliche wie mitreißende Art und Weise.
Meine Highlights:
❏ der auf Emotion gelegte Fokus
❏ die intensive Bildsprache der Autorin
❏ die Einbindung wichtiger politischer Details, ohne dass der zwischenmenschliche Aspekt der Handlung dadurch verblasst - das Gleiche gilt übrigens auch für die Love Story: ja, es gibt sie, aber der Hauptschwerpunkt liegt auf den Kriegsnachwehen und den daraus resultierenden Konsequenzen für alle Beteiligten
Im Hinblick auf den Inhalt verweise ich direkt auf den Klappentext, der ideal die wichtigsten Fakten hervorhebt, ohne Elementares zu spoilern - mich hatte er jedenfalls sofort neugierig gemacht, da ich historische Romane, deren Handlung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges angesiedelt ist, enorm gerne lese.
Die Autorin versteht es meisterhaft, das unermessliche Leid dieser Zeit in Worte zu fassen. Die Bilder, die sie zeichnet, sind roh, erschütternd, tragisch und wirken in gewissen Details (Stichwort: Mutter mit Baby - oder: Olgas Erzählungen vom Verhalten deutscher Soldaten in Bezug auf russische Kinder) lange nach. Durch das Schicksal der Figuren wird deutlich, wie tief die Narben des Krieges gehen und wie schwer es ist, überhaupt wieder Hoffnung zu fassen.
Dieser Roman ging mir schon ordentlich an die Nieren, das muss ich zugeben. Während der Lektüre musste ich immer wieder daran denken, dass es meiner eigenen Urgroßmutter einst so ergangen war wie Liesl - und Abertausenden von Frauen:
"Er wusste so gut wie sie, dass schon einzelne russische Wörter bei ihr Atemnot und Angstanfälle auslösten. Allein der Klang der Sprache katapultierte sie wieder zurück in den Keller, in den Hinterhof, in das leer stehende Fabrikgebäude. Männer. Schändung.[…]"
Neben der historischen Genauigkeit, die einmal mehr die bravouröse Recherchearbeit der Autorin verdeutlicht, war es für mich vor allem die emotionale Intensität, die dieses Buch so besonders gemacht hat. Schmerz, Schuld, Verzweiflung. … aber auch ein zartes Aufflackern von Liebe und Menschlichkeit inmitten der Trümmer. Ann und Jackson haben mich bewegt, insbesondere da ihre Geschichte von Anfang an eigentlich unter keinem guten Stern stand. Lediglich im Bezug auf das Ende hätte ich mir einen etwas runderen Abschluss gewünscht.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein Roman, der nachhallt. Der einen daran erinnert, wie grausam der Krieg war – wie grausam Krieg ist. … und dass wir, angesichts der aktuell noch immer andauernden Konflikte auf der Welt, als Menschheit noch immer nicht wirklich dazugelernt haben. Klare Leseempfehlung für alle Fans des Genres.