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Veröffentlicht am 17.06.2025

Grumpy Rapunzel & Mister Mexx

Sommerglück am Chiemsee
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"Es ging nicht darum, das Nein-Sagen zu lernen, bis die Leute es aus meinem Mund respektierten. Vielmehr ging es darum, rigoros zu entscheiden: Wer in meinem Leben akzeptierte mein Nein, egal wie leise ...

"Es ging nicht darum, das Nein-Sagen zu lernen, bis die Leute es aus meinem Mund respektierten. Vielmehr ging es darum, rigoros zu entscheiden: Wer in meinem Leben akzeptierte mein Nein, egal wie leise und unsicher? Und bei wem war Hopfen und Malz verloren, sodass mir keine andere Möglichkeit blieb, als einfach zu gehen?"

Eigentlich möchte Josefine, angereist aus Berlin, in ihrer alten Heimat einen Schritt in Richtung Familienversöhnung machen, denn zwischen ihr und ihren Eltern, den Betreibern einer Kampfsportschule in Bayern, herrscht absolute Funkstille. (Spoiler: Es wunderte mich nicht. In kurzen Erinnerungspassagen Josefines erhaschen wir im Laufe der Handlung hin und wieder einen Eindruck davon, wie es war, mit dieser herzlosen, gefühlskalten Sippe aufzuwachsen. An ihrer Stelle hätte ich ebenfalls die Flucht ergriffen - allerdings ohne jemals wieder einen Gedanken an diese Leute zu verschwenden.)

"»Du taugst nichts.« [...] Ja, den Satz hatte ich als Kind oft gehört. Meist in Verbindung mit: Nimm dir ein Beispiel an deiner großen Schwester. Wie sehr hatte ich es gehasst, mit jemandem verglichen zu werden, der mir nicht weniger ähnlich hätte sein können."

Bevor sie ihren Eltern gegenübertreten kann, haut es Josefine jedoch - im wahrsten Sinne des Wortes - von den Socken. Grund dafür ist nicht etwa ihre attraktive Spontanbekanntschaft im regionalen Bus (= aufgrund seiner Parfumwolke "Mister Mexx" genannt), auch wenn dieser noch eine bedeutende Rolle einnehmen soll, sondern ein quirliger Riesenschnauzer namens Klitschko. Dieses "rüpelhafte Energiebündel" gehört nämlich zum liebenswerten Schreiner Peter, bei dem Josefine vorerst wohnen wird. Resultat der tierischen Kollision: Höllische Rückenschmerzen.

Josefines Hexenschuss nimmt einen Großteil der Handlung ein - etliche Passagen handeln von ihren Schmerzen. Ja, ich verstehe, dass ihre Angst vor fremden Berührungen ein zentrales Element der Handlung ist. Dennoch hätte ich mir statt der Rückenthematik lieber mehr bzw. intensivere Beschreibungen ihrer Trauma-Aufarbeitung oder des immerhin wunderschönen Settings gewünscht. Diese fielen im Vergleich etwas spärlich aus, zumindest für meinen Geschmack. Auch der eigentliche Grund für Josefines Anreise (= das Treffen mit ihrer Familie) wurde nur kurz und knapp abgehandelt.

Was ich hingegen geliebt habe: Peters Söhne (Nico, Leon und Adrian) und ihre humorvollen Wortgefechte, Peter, der die deutsche Sprache zelebriert und so eine liebe, tiefgründige Seele ist, Josefines beste Freundin Finja - chaotisch und charmant zugleich ... Überhaupt ist die gesamte Figurenzeichnung ungemein gut gelungen - auch in Bezug auf toxische Familienverhältnisse. Vielschichtige Charaktere, eine kreative Rahmenhandlung (= der Big Reveal am Ende, der mich tatsächlich komplett überrascht hat - Stichwort "Baxi") und ein wichtiges Thema, das von der Autorin gekonnt und mit viel Feingefühl in die Story eingebaut worden ist. Ich habe Josefines Entwicklung und Lossagung von alten Verhaltens- und Denkmustern gefeiert, am liebsten hätte ich am Ende jubelnd eine Faust in die Luft gereckt!

(Der Romance-Aspekt stand für mich eher im Hintergrund, ich war vielmehr neugierig auf Josefines Begegnung mit ihrer Family gewesen.)

Fazit: Angenehmer Wohlfühlroman unter bayerischer Sonne mit interessanter Hintergrundgeschichte und bedeutsamer Message.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Unterhaltsamer Frauenroman

Die Blütenfreundinnen – Mandelträume
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Bei diesem unterhaltsamen Read, der den zweiten Teil der mir bis dato unbekannten Buchreihe "Die Blütenfreundinnen" darstellt, waren es insbesondere die folgenden Punkte, die meine Neugier entfacht hatten: ...

Bei diesem unterhaltsamen Read, der den zweiten Teil der mir bis dato unbekannten Buchreihe "Die Blütenfreundinnen" darstellt, waren es insbesondere die folgenden Punkte, die meine Neugier entfacht hatten:

das im Klappentext angeteaserte Setting - Portugal (... so urlaubsreif wie ich bin, kommt mir ein literarischer Ausflug in die Sonne gerade recht!),

das offensichtlich im Fokus stehende Thema Frauenfreundschaft,

* die bezaubernde, frühlingshaft-frische Covergestaltung.

Gleich vorweg möchte ich festhalten (keine Kritik - nur eine persönliche Anmerkung): Mit dem im Präsens und in der dritten Person der jeweiligen Perspektive gehaltenen Erzählstil wurde ich bis zuletzt nicht warm, unabhängig vom Inhalt. Was ich meine: Sätze wie "Noch immer kann Lena nicht fassen, was ihr widerfahren ist." Oder: "Nicole und Toni gratulieren. Lena spricht ihre Bewunderung für Kristin aus [...]" - Fühle ich einfach nicht. Das ist natürlich reine Geschmackssache, aber diese Art von Schreibstil lässt bei mir einfach immer eine gewisse Distanz bestehen.

Was mir hingegen großartig gefallen hat: Wir lernen jede der vier Frauen - allesamt reifere Persönlichkeiten weit jenseits der 30er, was eine erfrischende Abwechslung im Liebesroman-Genre darstellt - individuell in ihren eigenen Kapiteln kennen. Lena muss aufgrund der betrügerischen Machenschaften einer ehemaligen Mitarbeiterin ihre Apotheke schließen und verliert von heute auf morgen ihre Existenz. Nicole trauert um ihren verstorbenen Mann Lutz und erhält ein überraschendes Jobangebot, das letztlich die gesamte Freundesgruppe auf einen unvergesslichen Ausflug nach Portugal führen soll. Kristin nähert sich ihrem Expartner Holger wieder an, nachdem dieser sie für eine jüngere Frau verlassen hatte - kann das wirklich gutgehen? Und Antonia - Toni - hat zwar finanziell ausgesorgt, fühlt sich allerdings einsamer denn je.

Authentische Dialoge, eine glaubwürdige Handlung, bildreiche Settingbeschreibungen ... on paper passte alles. Dennoch wollte der Funke nicht ganz überspringen, wobei ich überzeugt davon bin, dass dies in der besagten Distanz begründet lag.

Fazit: Von mir gibt es eine zufriedene Leseempfehlung für alle Fans von modernen Frauenromanen mit reifen, lebensnah angelegten Charakteren.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Wundervoller Wohlfühlroman

Listen to Love – Jedes Wort führt mich zu dir
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"Das ist das Problem mit Dating-Apps [...].Sie beginnen immer mit einem Algorithmus. Ich wünsche mir aber eine Geschichte. Und wenn ich die nicht haben kann, lese ich lieber ein Buch."

Aufgrund der Covergestaltung ...

"Das ist das Problem mit Dating-Apps [...].Sie beginnen immer mit einem Algorithmus. Ich wünsche mir aber eine Geschichte. Und wenn ich die nicht haben kann, lese ich lieber ein Buch."

Aufgrund der Covergestaltung würde man inhaltlich vielleicht eher eine lockere RomCom erwarten, aber haltet euch fest: Dieser rundum bezaubernde, tiefgründige Liebesroman ist so viel mehr als 'nur' eine unterhaltsame, humorvolle Romanze! Ich habe von der ersten Seiten an alles an Gigis Geschichte geliebt, nicht zuletzt dank des herrlich angenehmen, warmherzigen Schreibstils der Autorin - viel Gefühl und Sanftheit pur in den leisen Momenten, gleichermaßen realistische wie amüsante Dialoge, ungemein bildreiche Settingbeschreibungen ...Schon seit Jahren träume ich von einer Reise durch das malerische Südengland und durch diesen wundervollen 5-Sterne-Read wurde meine Sehnsucht nur noch mehr verstärkt.

Die Figuren - allesamt so liebenswert! Speziell Gigis Reisegruppe hatte es mir angetan - Francis mit seinem Diktiergerät (Taschentuch-Alarm!), Charlotte (die eine neue Liebe findet und für eines meiner Lieblingszitate verantwortlich ist: "»Die schönsten Erinnerungen entstehen aus Pannen und Missgeschicken«"), Nelle & Jenny ... Am Ende hatte ich das Gefühl, alle Reisemitglieder persönlich zu kennen und zu vermissen. Gigi durchlebt im Laufe der Handlung eine bemerkenswerte emotionale Entwicklung und ich gönne es ihr von Herzen, dass sie ihr wohlverdientes Happy End bekommt.

Fazit: Eines meiner bisherigen Jahreshighlights. Was für eine schöne Überraschung! Zwar ahnte ich bereits aufgrund des vielversprechenden Klappentextes, dass mir das Werk sicherlich gut gefallen würde, aber meine Erwartungen wurden gehörig übertroffen. Ich würde mich riesig über eine Verfilmung freuen, das Potential dazu hat die Story definitiv! Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Emotionaler Abschlussband der Trilogie "Die Frauen der Villa Sommerwind"

Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Liebe am Horizont
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Obwohl mir die beiden Vorgängerbände nicht bekannt waren, zog mich der bildreiche, einladende, rundum angenehme Schreibstil von Anna Husen direkt in den Bann und ließ mich mühelos in die Storywelt eintauchen, ...

Obwohl mir die beiden Vorgängerbände nicht bekannt waren, zog mich der bildreiche, einladende, rundum angenehme Schreibstil von Anna Husen direkt in den Bann und ließ mich mühelos in die Storywelt eintauchen, als wäre ich von Anfang an dabeigewesen. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen würden - vielmehr las sich das große Geheimnis um Gerdas verschwundene Eltern (sie hatten mutig gegen die Nazis aufbegehrt, dann verlor sich ihre Spur) unheimlich spannend.

Sowohl den Zeitgeist als auch das Setting hat die Autorin enorm stimmungsvoll eingefangen; ich habe richtig Sehnsucht nach dem Timmendorfer Strand bekommen, so lebendig waren die atmosphärischen Beschreibungen - ganz große Ostsee-Liebe.

Apropos 'Liebe' - natürlich kommt dieser Aspekt ebenfalls nicht zu kurz. Die Annäherung zwischen Gerda und Henning las sich wundervoll, voller Leichtigkeit und Tiefe zugleich. Alles entwickelt sich in einem glaubwürdigen Tempo und die meisten ihrer Begegnungen und Dialoge stecken voller Schmunzelmomente.

"Er musste zugeben, diese Frau schaffte es immer wieder, ihn zu überraschen und vor den Kopf zu stoßen. Sie war blitzgescheit und wortgewandt – in einem Augenblick wirkte sie liebenswert, und im nächsten fühlte er sich erschlagen von der Heftigkeit ihrer Worte. Als wäre sie ein Vulkan, der unentwegt brodeln würde."

Was mir am meisten gefallen hat, sogar mehr noch als die wirklich ansprechende Romanze, war die intensive und lebensnahe Darstellung der Familiendynamik bzw. allgemein die tolle Ausarbeitung der Figuren - das innige Verhältnis zwischen Gerda und ihrer Tante Julia (die seit dem Verschwinden ihrer Schwester Christine automatisch in deren Mutterrolle geschlüpft war), die weise und liebenswerte Oma Henni, Gerdas Freundschaft zu Hannes, die letztlich (trotz nachvollziehbarem Drama) eine Wendung genommen hat, welche ich sehr begrüßt habe, Hennings Verhältnis zu seiner Schwester Annabella ... Insbesondere Gerdas Wut und Verzweiflung, ihre tiefe Traurigkeit und Sehnsucht nach den Eltern fühlte ich in jeder Zeile.

Mein Lieblingszitat:

"Am Ende wird alles gut, am Ende wird die Liebe immer siegen, die Hoffnung nie vergehen, und mit einem Quäntchen Glück können wir alles erreichen."

Fazit: Klare Leseempfehlung für alle Fans von herrlich mitreißenden, historischen Familienromanen!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Tiefgründiger als erwartet

Perfect Girl Paradox
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"Lark Hockney. Die Königin der gesamten verdammten Highschool, hatte sich in ein blasses, dünnes, zittriges Gespenst verwandelt [...]"

Bei diesem Roman hatte mich der Klappentext direkt am Haken und ich ...

"Lark Hockney. Die Königin der gesamten verdammten Highschool, hatte sich in ein blasses, dünnes, zittriges Gespenst verwandelt [...]"

Bei diesem Roman hatte mich der Klappentext direkt am Haken und ich wusste: Muss ich lesen! Das ausdrucksstarke Cover war ein Bonus, ich liebe ja solch intensive Farben – und passenderweise spielt die Liebe zur Kunst storytechnisch ebenfalls eine bedeutende Rolle.

Ich wollte unbedingt erfahren, was es mit Larks Absturz auf sich hat und erhoffte mir eine tiefgründige Romance à la "Wie die Ruhe vor dem Sturm" von B.C. Cherry. Im Nachhinein kann ich sagen: Inhaltlich, speziell in Bezug auf die Einbindung der Themen Mental Health, Umgang mit Depressionen/Panikattacken, Selbstfindung etc., lag ich nicht falsch. Diese werden von der Autorin auf eine sehr sanfte, einfühlsame Weise behandelt. Trotz klassischer New-Adult-Elemente und einem angemessenen (nicht übertriebenen) Spice-Anteil handelt es sich beim vorliegenden Werk also um keinen reinen Happy-Peppy-Sunshine-Read. Den Schreibstil habe ich als angenehm empfunden (lediglich Larks Entwicklung am Ende erschien mir ein wenig überstürzt dargestellt.)

"Spitzenleistungen lagen ihr im Blut. Zumindest hatte sie das gedacht. […] Ihre lange Auszeit nach nur einem SemesterMedizinstudium versetzte ihr Eltern – beide Gynäkologen mit eigener Klinik, die ein Eckpfeiler der eng verbundenen Gemeinschaft des Ortes war – in große Angst. Eine Gemeinschaft, die fest damit rechnete, dass Lark in die großartigen Fußstapfen ihrer Eltern treten würde. […] Spring Valley, eine verschlafene Touristenfalle inmitten der sanften grünen Hügel Virginias, verlangte von seinen Einwohnern, dass sie in feste Rollen schlüpften, die genauso leicht zu identifizieren waren wie die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Lark war früher einmal der Liebling aller gewesen […]."

Ich mochte die beiden Hauptfiguren, denen durch ihre individuellen Eigenheiten ein realistisches Wesen verliehen worden ist, prinzipiell gerne. Keine Perfektion, denn auch im echten Leben hat jeder Mensch seine Fehler. Nick ist ein absoluter Good Guy – verständnisvoll, bestärkend … er hat eine unheimlich beruhigende Ausstrahlung. So weit, so gut - ist doch der Sympathiefaktor DAS entscheidende Kriterium für mich (= ausschlaggebend dafür, ob ich bei einer Story mitfiebern kann). Allerdings muss ich gestehen: Die Nebenfiguren haben Lark und Nick definitiv den Rang abgelaufen. Tammy und Linda waren meine Königinnen, ich liebte ihre Passagen!

Fazit: Auch wenn die eigentliche Romance mich nicht vollkommen überwältigt hat (wie gesagt, im Vergleich zu einer B.C. Cherry), war es ein wirklich netter Read. Wenn ihr Kleinstadtromane mit den Tropes Second Chance und Found Family mögt, werdet ihr viel Freude mit der Geschichte haben.

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