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Veröffentlicht am 20.05.2025

Mut und Humor

"Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts."
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"»Sag, wat de denkst.

Sag, wat de brauchst.

Sag, wovor de Angst hast.

Sag, wat de willst.«"



Der Klappentext dieses Werkes hatte ich mich dermaßen angesprochen und neugierig gemacht, dass ich unbedingt ...

"»Sag, wat de denkst.

Sag, wat de brauchst.

Sag, wovor de Angst hast.

Sag, wat de willst.«"



Der Klappentext dieses Werkes hatte ich mich dermaßen angesprochen und neugierig gemacht, dass ich unbedingt mehr erfahren wollte - über den Autor Hubertus Meyer-Burkhardt und jene Frau, die ihn zwar nur kurze Zeit seines Erwachsenenlebens begleitet hat, ihn in seinem Wesen aber unverkennbar geprägt hat: seine gleichermaßen herzige wie schlagfertige "Osi" Christine (- »Christel« - Elise Wilhelmine Vollbrecht, geb. 17. Mai 1898), die in ihm die Neugier auf das Leben und die Menschen entfacht hat.



Ich lese ja unheimlich gerne Geschichten, die auf wahren Begebenheiten und realen Personen basieren, und hier konnte ich nun sogar einen Blick in eine 'echte' Familienhistorie erhaschen, so authentisch wie es nur geht, null Fiktion, Leben pur.



Selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen, da ich am liebsten sämtliche Passagen eins zu eins kopieren und mit euch teilen möchte.



Osi war ein absolutes Unikat, und es wundert mich überhaupt nicht, dass ihr Enkel sich auf eine ganz besondere, innige, seelenverwandte Weise mit ihr verbunden fühlt.



"Sie war eine Optimistin, eine lebenslustige und lebenshungrige Frau, die jeder Minute ihres Alltags Spannung abrang. Pessimisten empfand sie als intellektuell armselig […]."



Der rundum angenehme Schreibstil ist geprägt von enorm viel Feingefühl, Humor und Authentizität, ich hätte noch ewig weiterlesen können. Wie gerne hätte ich einmal die Gelegenheit gehabt, mit Osi gemeinsam in ihrem Lieblingslokal zu sitzen, ein gutes Getränk zu genießen und eine jener unterhaltsamen Diskussionen über Gott und die Welt mitzuerleben, die sie mittels provokanter Thesen zu entfachen liebte. Wahrscheinlich hätte ich die Rolle der still schmunzelnden Beobachterin eingenommen, Osi flößte einem nämlich automatisch Respekt ein. Gleichzeitig war sie ein Garant für intensive, kluge, bedeutungsschwere Gespräche.



"Sie war ein starker und vielschichtiger Charakter: kreativ, voller Witz und Eigensinn, genussfreudig, mutig, unangepasst, ja rebellisch, freiheitsliebend und ihrer Zeit weit voraus. Sie hatte Hal-tung, Geheimnisse und sicher auch innere Konflikte, die allerdings die wenigsten ahnten. Obwohl ihre Welt zweimal vor ihren Augen zerbrach, machte sie unerschrocken weiter ihr Ding und war dabei niemals Opfer, sondern immer angetrieben von einer tiefen Liebe zum Leben."



Osis von Individualität und Geradlinigkeit geprägte, lebensbejahende Haltung war für mich eine Quelle der Inspiration – so stark, dass Worte ihr kaum gerecht werden.



"Meine Osi ließ sich nicht kleinkriegen, sie sah das Leben als unverdientes Geschenk und entschied sich für das Glück und gegen das Selbstmitleid. Das hasste sie."



"Ihr Credo war: Die meisten Probleme sind ganz einfach zu lösen, wir müssen nur den Mut dazu aufbringen. Aber wie geht man dann mit Problemen um? Indem man, so meine Großmutter, zunächst das Wort »Problem« aus dem Wortschatz streicht und es durch »Aufgabe« ersetzt. Und dann auf diese Aufgaben mit der Haltung zugeht:» Det is det Leben. Und ick bin für det Leben. Punkt.«"



Besonders tiefgründige Zitate sind im Text vergrößert hervorgehoben worden, was auch dem Layout einen künstlerischen Touch verpasst.



In einigen von Osis Verhaltensmustern und Denkansätzen erkannte ich mich sogar ein wenig selbst wieder, was mich ungemein freute. Bestes Beispiel:



"Sie […] empfand es als magisch, ja schicksalhaft, dass Menschen zufällig gleichzeitig auf demselben Planeten, in derselben Stadt, im selben Zugabteil sitzen. Dieser Magie sei man verpflichtet, deshalb schulde man dem Schicksal eben auch etwas. Also forderte sie wildfremde Menschen oft unvermittelt dazu auf: »Erzähl doch mal, wer de bist. Wie is det Leben bisher gelofen?«"



Ich lieb's!



Im Anhang hat der Autor eine kleine Mediathek von Osis liebsten kulturellen Highlights zusammengestellt, ein liebevolles Detail, das Osis Wesen noch einmal aufleben lässt, und eine wunderbar persönliche Abrundung darstellt.



Abschließend kann ich nur sagen: Unsere heutige Welt bräuchte mehr Menschen mit Osis Charakterzügen. Es wäre mir eine Ehre gewesen, diese beeindruckende Frau persönlich kennenzulernen … aber in gewisser Weise durfte ich das ja nun dank dieser berührenden Erzählung nachholen. Es war eine wahre Bereicherung!

Was ich von Osi mitnehme: Im Jetzt leben. "»Am nächsten Tag kann allet passieren.«"





𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Von mir gibt es eine begeisterte Leseempfehlung für alle Fans von starken weiblichen Persönlichkeiten.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Gelungene RomCom

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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"»So mag ich dich am liebsten. Frisch geküsst. Aber ich mag dich auch am liebsten, wenn du sarkastisch bist, oder wenn du mir nichts durchgehen lässt, oder weil du deine Nase rümpfst, weil ich dich nerve.«"

Bereits ...

"»So mag ich dich am liebsten. Frisch geküsst. Aber ich mag dich auch am liebsten, wenn du sarkastisch bist, oder wenn du mir nichts durchgehen lässt, oder weil du deine Nase rümpfst, weil ich dich nerve.«"

Bereits ihr Roman "The Do-Over" hatte mich restlos begeistert, folglich konnte ich es nicht erwarten, dass neue Werk von Sharon M. Peterson zu lesen!

Erneut hat mich die Bestsellerautorin sowohl zum Schmunzeln als auch zum Träumen gebracht.

♡ Setting: Two Harts im U.S. Bundesstaat Texas (ja, 'Harts' ohne 'e') = Small-Town-Vibes pur, inklusive aller Facetten. Man kennt sich, jeder hat eine Meinung über jeden, aber wenn es hart auf hart kommt (z.B. wenn eine liebenswerte Bibliothekarin Unterstützung in Sachen Romantik braucht), hält die Gemeinschaft eisern zusammen.

♡ Figuren: So sympathisch!
Maebell Sampson (= herzensgute Seele, Familienmensch hoch zehn, Leseratte mit einer Schwäche für T-Shirts mit witzigen bibliophilen Sprüchen) hat schon früh im Leben gelernt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Sie ist eine typische Macherin - jammert nicht, sondern kümmert sich. Um alles. Nach dem Schlaganfall ihrer Mutter ist sie zur Alleinversorgerin der Familie geworden (quält sich sogar mit einem nervigen, geheimgehaltenen Zweitjob) und ihre jüngere Schwester Iris ist zwar liebenswert, befindet sich allerdings gerade inmitten einer Phase klassischer pubertärer Rebellion.

("Mama weigerte sich, sich einzugestehen, dass ihr kleiner >Sonnenschein< zu einer trüben, freudlosen Gothic-Queen-Gewitterwolke geworden war.")

Der Vater, ein stadtbekannter Krimineller: Not in the picture. Love Stories? - Die existieren für Mae nur zwischen zwei Buchdeckeln. Ihr schmieriger Ex (der amtierende Bürgermeister) hat ebenfalls nicht gerade dazu beigetragen, dass Mae diesbezüglich eine positive Erwartungshaltung hat.

"[…] so sehr ich auch daran glauben wollte, dass Träume nicht nur in Büchern, sondern auch im echten Leben in Erfüllung gehen konnten, bewahrheitete sich das doch nur für die allerwenigsten."

Maes beste Freundin Ali (Alicia Ramos) aka der "MacGyver der Rachefeldzüge" verdient eigentlich eine eigene Story. Auch wenn ich einige der (vergangenen, hier nicht weiter thematisierten) Aktionen ihres Rache-Repertoires etwas grenzwertig finde, mochte ich Alis peppige, direkte, loyale Art sehr.

Chris-der-Footballgott-Sterns ist eine wandelnde Green Flag. Aufrichtig, charmant, gütig, intelligent, aufmerksam. Liest gerne. Ist unverschämt attraktiv. Und obendrein gesegnet mit wundervollen Schwestern. I mean … wie perfekt kann ein Mann sein?!

Eine besondere Erwähnung verdient die herrliche Familiendynamik - speziell Maes Mama Lucy fand ich einfach zum Knuddeln.

♡ Schreibstil: Perfekter RomCom-Erzählton. Spritzig-modern, ohne klamaukig zu wirken, voller humorvoller Dialoge, gleichzeitig auch gespickt mit gefühlvollen, leiseren Momenten. Mein liebstes Wort, das ich eins zu eins in meinen Wortschatz übernehmen werde, war "flüster-schreien".

Die kreativ-amüsanten Anmachsprüche zu Beginn eines jeden Kapitels (à la: "Kennst du dich hier aus? Kannst du mir den Weg zu deinem Herzen zeigen?" oder "Ich habe meine Telefonnummer verloren, kann ich deine haben?") stammen übrigens allesamt aus Einsendungen von Petersons Fans - was für eine wunderbare Idee!

Meine Lieblingszitate (es gab so viele traumhafte Passagen!) sind diese hier:

"»Hoffnung und Liebe und Güte. Ist das nicht schön? Eine Ehe sollte auf all diesen Dingen aufbauen.«"

"»[…] Ich bin beeindruckt von dir, und ich bin jeden Tag aufs Neue erstaunt über deine Hartnäckigkeit und Ausdauer. Ich bewundere, wie leidenschaftlich du Menschen liebst. Ich will zu ihnen gehören. […]«"

In puncto Triggerwarnung sei gesagt: Es gibt zwei Figuren mit gesundheitlichen Beschwerden. Maes Mutter kämpft sich nach einem Schlaganfall ins Leben zurück und Chris' jüngste Schwester Millie leidet an einem angeborenen Herzfehler, dem Hypoplastischen Linksherzsyndrom (HLHS). Dennoch verleihen genau diese beiden Figuren dem Roman keineswegs Schwermut, sondern symbolisieren die Lebensfreude.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Rein im Hinblick auf die Storyline bleibt "The Do-Over" (aufgrund des Single-Dad-Tropes) mein Favorit, aber wer süße, Spice-freie Liebesgeschichten und Small-Town-Romances mag, wird "The Fake Out" genauso lieben wie ich!

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Glück ist so zerbrechlich wie Glas …

Tage aus Glas
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"Die Männer soffen, während die Frauen schufteten, so war das nun mal. Ihr war es mit Jakob so ergangen. Henrike und Bille würde es mit ihren Männern so ergehen. So war der Lauf der Dinge, besser man fand ...

"Die Männer soffen, während die Frauen schufteten, so war das nun mal. Ihr war es mit Jakob so ergangen. Henrike und Bille würde es mit ihren Männern so ergehen. So war der Lauf der Dinge, besser man fand sich ab. […] Das Leben hatte noch jeden zurechtgestutzt. […]"

Im Hinblick auf Dorothee Krings' aktuellen Roman bleiben mir insbesondere folgende Punkte in Erinnerung:

❏ der raue, ungeschönte, gänzlich unverschnörkelte Erzählton, der - gepaart mit authentisch-intensiven Schilderungen der damaligen Lebensumstände und zeitgerechter Wortwahl - dafür sorgt, dass man ein realistisches Bild vor Augen hat,

❏ das unterschwellige Gefühl von Melancholie, Pessimismus, Hoffnungslosigkeit, das wie eine graue Wolke über den Zeilen lag und die inhaltliche Schwere verstärkte (- bereits der Einstieg in die Handlung beginnt mit dem Tod eines kleinen Jungen -); wenn ich ein Wort als Gesamteindruck für die Atmosphäre wählen müsste, wäre es "Trostlosigkeit";

❏ die innere Zerrissenheit der beiden weiblichen Hauptfiguren, die zwischen Pflichtbewusstsein und der Erfüllung ihrer eigenen Wünsche/Träume schwanken.

Leider wurde ich mit den Charakteren bis zum Schluss nicht warm. Zwar hatten sie mein vollstes Mitgefühl, denn das Leben als Frau war im Grunde vorgezeichnet und vor allem geprägt durch Fremdbestimmung - durch die eigene Familie, die gesellschaftlichen Erwartungen, den Ehemann. Dennoch … ich hatte gerade zuvor einen anderen historischen Roman beendet (fast identischer Handlungszeitraum, ebenfalls zwei Frauenschicksale sowie Auswandererthematik), der mir in puncto Figurennähe dermaßen unter die Haut gegangen war, dass mir der Unterschied nun mal sehr auffällig erschien. Nichtsdestotrotz wird beim vorliegenden Werk deutlich, dass ihm eine fundierte Recherche zugrunde liegt.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein eher ruhiges, nachdenkliches Buch. Ich empfehle "Tage aus Glas" insbesondere eingefleischten Fans von historischen Romanen, für die der Fokus einer Geschichte nicht zwingend auf Happy-Sunshine-Vibes und Romantik liegen muss.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Histo-Highlight!

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Bereits seit ihrer grandiosen "Schokoladenvilla"-Trilogie bin ich ein erklärter Fan dieser gleichermaßen talentierten wie sympathischen Autorin und freue mich riesig, nun auch ihren neuesten Buch-Schatz ...

Bereits seit ihrer grandiosen "Schokoladenvilla"-Trilogie bin ich ein erklärter Fan dieser gleichermaßen talentierten wie sympathischen Autorin und freue mich riesig, nun auch ihren neuesten Buch-Schatz mein Eigen nennen zu dürfen.

Mit ihrem fulminanten, rundum mitreißenden Auftaktband "Little Germany - Der Duft der neuen Welt" entführt uns Maria Nikolai nach New York City zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ins an der Lower East Side liegende "Deutschländle"-Viertel ... wohin es die beiden weiblichen Hauptfiguren Lissi (vom Hausherrn geschwängertes Dienstmädchen) und Julia (Tochter aus gutem Hause, die aus einer arrangierten Ehe geflohen ist) verschlagen hat. Bereits ihre beiden Vorgeschichten, ihr Kennenlernen sowie die gemeinsame Schiffspassage in die USA lasen sich filmreif - und so unfassbar realistisch, dass man meinen könnte, die Autorin hätte all dies als stille Beobachterin miterlebt und nun exklusiv für uns niedergeschrieben. Ich hatte dank der herrlich atmosphärischen, auf exzellenter Recherche basierenden Beschreibungen quasi von Beginn an einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen und wähnte mich selbst mitten im Geschehen, fieberte mit den beiden jungen Frauen mit und hatte den immerhin über 600 Seiten starken Schmöker binnen kürzester Zeit verschlungen.

Als Amerikanistik-Studentin war es für mich ein ganz besonderes Schmankerl, New York City auf diese Weise nochmal intensiver kennenzulernen und am liebsten würde ich direkt auf eine eigene Recherche-Reise gehen, denn speziell die für dieses Werk essenzielle Auswandererthematik interessiert mich immens. Nicht nur Little Germany steht hier im Fokus, auch in andere New Yorker Viertel schnuppern wir hinein. Ich kann gar nicht genug betonen, wie authentisch, bildgewaltig und einnehmend die Settingbeschreibungen gestaltet worden sind. Wirklich ganz großes Kino - so und nicht anders muss ein historischer Roman aufgebaut sein.

Geschickt bindet die Autorin sämtliche realen geschichtlichen Hintergründe in die fiktive Handlung mit ein - im Anhang erwarten euch diesbezüglich ein umfangreiches Glossar, Personenregister und sogar ein paar ausgewählte Rezepte! (Schönes Extra: Die Karte im Innencover.)

"Sie hätte ein bequemes Leben haben können, aber mit ihrer Seele dafür bezahlt".

Sowohl Julia als auch Lissi sind dermaßen wundervolle Hauptfiguren, wie ich es selten erlebt habe - so liebenswert und eine wahre Inspiration. Was habe ich ihren Mut, aber vor allem ihre Determination, ihrer damaligen, unglücklichen Lebenssituation zu trotzen, bewundert! Sie sind das beste Beispiel dafür, dass man immer den Mut haben sollte - haben muss -, seinem Herzen zu folgen. ... selbst beziehungsweise GERADE DANN, wenn alles ausweglos erscheint, darf man die Hoffnung niemals aufgeben.

Fazit: Brillant geschrieben! Fans von historischen Romanen und Familien-Sagas kommen an diesem vor fundierter Recherche, Detailliebe und Flair des alten New York strotzenden Werkes unmöglich vorbei. Ich warte schon jetzt sehnsüchtig auf Band 2 ("Der Geschmack von Freiheit"), der im Oktober 2025 erscheint. Klare Leseempfehlung!!

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Strickwohlfühlroman mit Tiefgang

Die Liebe wartet im Watt
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Susanne Oswalds Strickromane sind bekannt für ein cozy Setting, in das man am liebsten selbst hineinschlüpfen würde, sympathische Figuren und natürlich a bisserl was fürs (Strick-)Herz - entspannte Lesestunden ...

Susanne Oswalds Strickromane sind bekannt für ein cozy Setting, in das man am liebsten selbst hineinschlüpfen würde, sympathische Figuren und natürlich a bisserl was fürs (Strick-)Herz - entspannte Lesestunden garantiert. Ihr aktuelles Werk, der Folgeroman von "Die Liebe wartet im Watt" (der durchaus als Standalone gelesen werden kann), bildet da keine Ausnahme. Bereits die Widmung stimmte mich froh und signalisierte mir, dass ich mich auf eine wie immer angenehm erzählte Feel-Good-Story freuen durfte:

"Für dich! Möge die Geschichte dich wie ein lockerleicht gestricktes Tuch umhüllen und der Wind der Nordsee die Sorgen von deiner Seele pusten."

Ganz soooo lockerleicht verlief die Lektüre allerdings nicht, im Sinne von: Es wurde tiefgründiger als erwartet. Da ich ein Faible für historische Romane habe (- speziell jene mit Handlungszeitraum/Thematik Zweiter Weltkrieg interessieren mich sehr -), rannte die Autorin mit diesem unerwarteten Story-Element offene Türen bei mir ein. Ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr mich diese Passagen berührt haben. So viel Feingefühl, solch rohe Emotionen. Ob Annelieses Abschied von ihrer Mutter (im Prolog) oder Bentjes Gedanken, als sie über einen bedeutungsschweren Brief aus dem Jahr 1939 stolpert, der direkt mit Annelieses Schicksal verknüpft ist.

"Sie hatte von den Kindertransporten gelesen, und schon damals hatte ihr die Vorstellung des Leides die Luft abgeschnürt. [...] Sie wusste nur, dass die Angst größer gewesen sein musste, als sie ermessen konnte. Es musste die Eltern innerlich zerrissen haben, sich zu diesem Schritt zu entscheiden. [...] Was für einen Mut es gebraucht haben musste, das eigene Kind in die Fremde zu schicken, um dessen Leben zu retten, überforderte ihre Vorstellungskraft. Gleichzeitig [...] war sie dankbar, dass offensichtlich ausgerechnet Lüttje Glück eine Anlaufstelle für Verfolgte gewesen war."

Welche Geschichte hinter dem alten Schriftstück steckt, müsst ihr selbst herausfinden!

Allgemein kann man Bentje um ihren Alltag schon beneiden - diese Frau hat vielleicht Dusel! ... nicht nur mit Jasper (toller Typ!), sondern auch mit der Tatsache, dass ihre beste Freundin Imke ihr mal eben spontan nach Kiekersum gefolgt ist, "in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ihren Job und die Wohnung gekündigt" hat. Wow. Wie realistisch diese Aktion ist, lasse ich dahingestellt - wenigstens in Romanen darf man schließlich von solchen Ereignissen träumen. (Was würde ich drum geben, wenn ein kompletter Ortswechsel auch für meine beste Freundin so einfach möglich wäre, schnüff. Ich gönne es Bentje und Imke jedenfalls von Herzen.)

Im Anhang dürft ihr euch nicht nur über die mittlerweile beinahe schon obligatorischen Strickanleitungen freuen (- mein Favorit: die "Pummelchen-Socken" -), sondern auch über ein Rezept für Friesischen Apfelkuchen. Wie viel Detailliebe in jedem Oswald'schen Roman steckt, lässt das umfassenden Personenregister erahnen (inklusive tierischer Bewohner) - auch die eigene Strickleidenschaft der Autorin ist überdeutlich spürbar. Was mir besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass sie reale Personen in die fiktive Handlung eingebunden hat - die (tierfreundlichen) Ferienwohnungen "Haus am Meer" sowie das mega idyllische Gourmet Café "Engelmühle" habe ich direkt gegoogelt.

Fazit: Ein rundum gemütliches Leseerlebnis, das mir insbesondere aufgrund der historischen Elemente prima gefallen hat.

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