Wahrlich wundervoll!
Das Weihnachtswunder von Stowford"Genau darin lag die wahre Magie von Büchern: Sie brachten Menschen zusammen."
Ich habe diesen zauberhaften Weihnachtsread in einem Rutsch durchgelesen; die Story gab mir alles, was ich mir von einem ...
"Genau darin lag die wahre Magie von Büchern: Sie brachten Menschen zusammen."
Ich habe diesen zauberhaften Weihnachtsread in einem Rutsch durchgelesen; die Story gab mir alles, was ich mir von einem tollen Buch dieses Genres erwarte: jede Menge Weihnachtsvorfreude, liebenswerte Figuren, eine unterhaltsame Handlung und einen gefühlvollen Schreibstil, der mir so manches Mal Tränen der Rührung in die Augen trieb.
Zunächst wird rein aus der Sicht von Nora bzw. Simon erzählt - übrigens habe ich die Tatsache geliebt, dass hier mal ein Paar im Fokus steht, das bereits seit vielen Jahren glücklich verheiratet ist. Kein tränenreiches Liebesdrama um Affären etc., das fand ich herrlich erfrischend - und kreativ. Denn, mal ehrlich: Geschichten über zerstrittene Paare gibt es doch wie Sand am Meer, ich würde sogar behaupten, dass die meisten Liebesromane davon handeln. Streit und Versöhnung - dazu lässt sich schnell mal was schreiben. Aber welche Story dichtet man zwei Menschen an, die einander (noch immer) über alles lieben, einander wertschätzen und respektieren? Finde ich - aus schriftstellerischer Sicht - schon deutlich kniffeliger, da was Interessantes draus zu basteln, bei dem die Leser:innen sich am Ende nicht langweilen.
Im Laufe der Handlung wurde ich dann von einigen weiteren Perspektiven überrascht, wobei diese nicht überhandnahmen und plottechnisch so passend platziert waren, das alles stimmig wirkte und der Fokus stets auf den Hauptfiguren lag.
Nächster Pluspunkt: Endlich mal ein Buchhandlungs-Roman, in dem die im Klappentext erwähnten Bücher auch wirklich einen bedeutenden Aspekt der Handlung darstellen und nicht nur schmückendes Beiwerk sind (- wie ich es bei vielen anderen Werken bereits erlebt habe). Bücher sind Noras und Simons Leidenschaft, und das spürt man.
In puncto Setting hebt sich die Story ebenfalls von der Masse ab, denn während in anderen Romanen die Cotswolds-Region einzig als charmant-idyllischer Handlungsort präsentiert wird (süße Cottages, wunderschöne Landschaft, etc.), bleibt die Autorin hier nah an der Realität. Stowford mag ein malerisches kleines Dorf sein, wo jeder jeden kennt (Small-Town-Vibes: Check), doch auch hier tänzeln die Menschen nicht selig berauscht und sorgenfrei mit einem Dauerlächeln durchs Leben. Insbesondere solch winzige Orte haben oft mit Problemen wie Arbeits-/ Perspektivlosigkeit zu kämpfen.
War die Entwicklung der einzelnen Handlungsstränge ein klein wenig vorhersehbar? Ja. Aber guess what: Von einem solchen Roman erwarte ich schließlich auch ein Happy Ever After - und zwar für ALLE Figuren, natürlich läuft also alles darauf hinaus … zum Glück! Speziell die beiden Hauptcharaktere verdienen ihr persönliches Weihnachtswunder.
Trotz allerhand eigenem Kummer (- der von Noras Mutter geerbte Bookshop steht vor dem finanziellen Aus = es drohen gleichzeitig Job- UND Wohnungsverlust; Simon erholt sich gerade erst von einem Herzinfarkt; Tochter Charlotte ist seit geraumer Zeit auf Weltreise und wird erstmalig wohl nicht gemeinsam mit ihnen Weihnachten feiern können -) haben Nora und Simon immer ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Mitmenschen, zeichnen sich durch aufrichtige, nicht aufgesetzte Hilfsbereitschaft aus. Auch wenn die Meldungen in unseren Nachrichten meist das Gegenteil suggerieren: Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es auch im realen Leben nach wie vor solch gütige Menschen gibt.
Apropos Hoffnung - folgende Aussage fand ich sehr bedeutungsstark:
"»Nämlich, dass es in schweren Zeiten die unterschiedlichsten Arten von Hilfe gibt […]. Sie kann von der Familie kommen, von Freunden oder von Fremden […], aber sie kann sich auch zwischen zwei Buchdeckeln verbergen. Verlieren Sie nie die Hoffnung, denn es kann tatsächlich ein Happy End für Sie geben, und vielleicht ist das nächste Kapitel in Ihrem Leben das beste.«" Sehe ich ganz genauso.
Irgendwann während der Lektüre dachte ich mir: Hey, eine Verfilmung davon wäre cool, das hätte ein bisschen was von "Love, Actually" ("Tatsächlich Liebe"), einem meiner allerliebsten Lieblingsfilme.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 5 ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Was für ein wundervoller, herzerwärmender Weihnachtsroman, der recht ruhig und gemächlich beginnt, mich letztlich aber richtig gecatcht hat - ich vergebe begeisterte 5 Sterne und spreche eine klare Empfehlung aus für alle Fans von cosy Feel-Good-Storys bzw. angenehmen Liebesgeschichten, die auch ohne viel Drama auskommen.