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Veröffentlicht am 25.06.2021

Kurzweiliger Wohlfühlroman mit Schweden-Feeling

Mittsommerliebe
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Lina Hanssons Wohlfühlroman "Mittsommerliebe" schließt inhaltlich an ihr vorheriges Werk an ("Winterküsse in Schweden"), hat aber eine in sich geschlossene Handlung und lässt sich auch ohne jegliche Vorkenntnis ...

Lina Hanssons Wohlfühlroman "Mittsommerliebe" schließt inhaltlich an ihr vorheriges Werk an ("Winterküsse in Schweden"), hat aber eine in sich geschlossene Handlung und lässt sich auch ohne jegliche Vorkenntnis wunderbar genießen. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ruck, zuck war ich mittendrin im Geschehen rund um die sympathische Jule und ihre Freundesclique. Der angenehme, lockere Schreibstil voller Humor und realistischer Dialoge ließ die Seiten nur so dahinfliegen!

Im Vergleich zu ihrer Freundin Malin, die stets Langzeitbeziehungen hat und inzwischen mit Sven ihre große Liebe gefunden zu haben scheint, bevorzugt Jule im Hinblick auf amouröse Bekanntschaften flüchtige Abenteuer. Sie genießt ihre Freiheit und kann sich nur schwer vorstellen, eines Tages eine dauerhafte Beziehung zu führen. Im Grunde kann sie nicht klagen – die familieneigene Gärtnerei floriert, im wahrsten Sinne des Wortes, sie hat ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern und Geschwistern (auch wenn ihr Bruder Ruben sie gerne neckt) und ihre beste Freundin hat sich von dem einstigen schweren Unfall, der sie beinahe das Leben gekostet hätte, komplett erholt. Nur Malins Schulter ist noch nicht wieder fit genug, um sich damit an Kletterwänden entlangzuhangeln, aber diesbezüglich soll ein Fitnesscenter-Abo Abhilfe schaffen und Jule erklärt sich bereit, sie in Sachen Training nach besten Kräften zu unterstützen. Ihr Entschluss gerät allerdings schnell ins Wanken – denn der Personal Trainer ist ausgerechnet jener One-Night-Stand, dem Jule nach einem peinlichen Date nie wieder begegnen wollte. Und es kommt noch schlimmer: Lasse ist Svens bester Freund – und somit fortan mit von der Partie. In ihrer Panik und beflügelt vom Alkohol des Walpurgisnachtsfestes, erfindet Jule spontan eine Fake-Beziehung mit dem bereitwillig mitspielenden Studenten Björn, damit Lasse gar nicht erst auf den Gedanken kommt, ihr neuerliche Avancen zu machen. Dumm nur, dass dieser sich sogar relativ desinteressiert und abweisend Jule gegenüber verhält, was dann doch irgendwie an ihrem Stolz kratzt. Überhaupt wird sie nicht schlau aus diesem Typen. Ihr Lügenkonstrukt erweist sich als Schuss in den Ofen, denn plötzlich entpuppt sich der vermeintlich arrogante Lasse als äußerst charmant…

Die Figuren, vor allem Jule (aus deren Perspektive erzählt wird), sind unheimlich liebenswert und glaubwürdig ausgearbeitet worden. Ihr Verhalten wirkte auf mich authentisch, ihre Emotionen und Gedanken durch und durch nachvollziehbar. Jule ist eine richtig coole Socke, sehr loyal und hilfsbereit, witzig und spontan. Mit ihr wäre ich im echten Leben gerne befreundet.

Man spürt die Schweden-Liebe der Autorin; mit detailgetreuen, stimmungsvollen Beschreibungen lässt sie uns an interessanten nationalen Bräuchen teilhaben. Insbesondere die gleich zu Beginn der Handlung stattfindende Walpurgisnacht, in der es zum unverhofften, schicksalhaften Wiedersehen zwischen Jule und Lasse kommt, würde ich sehr gerne selbst einmal miterleben. Auch die Schönheit der schwedischen Natur wird gekonnt in der Story eingefangen. Toll fand ich außerdem, dass Jule und Malin das Klettern zum Hobby haben, was in ähnlichen Romanen dieses Genres eher ungewöhnlich ist. Dabei ist es solch ein faszinierender Sport!

Fazit: Ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt mit dieser Feel-Good-Story, die wie gemacht ist für entspannte sommerliche Lesestunden.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

Melancholisch und federleicht zugleich

Dein Herz in tausend Worten.
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Dieser im Juni 2021 beim Ullstein Verlag erschienene Roman hat mich von Anfang an in eine ganz sonderbar melancholisch-sentimentale Stimmung versetzt. Der Schreibstil von Judith Pinnow ist einfach wundervoll ...

Dieser im Juni 2021 beim Ullstein Verlag erschienene Roman hat mich von Anfang an in eine ganz sonderbar melancholisch-sentimentale Stimmung versetzt. Der Schreibstil von Judith Pinnow ist einfach wundervoll poetisch, voller Liebe fürs Detail und wortgewaltig – selbst in den leisen Tönen. Bei zahlreichen Formulierungen habe ich innehalten müssen und dachte: 'Welch wunderschöne Beschreibung!'

Die verträumt-sympathische Heldin, Millie, erinnerte mich in vielerlei Hinsicht an Amélie aus "Die fabelhafte Welt der Amélie" – eine Einzelgängerin, die gedanklich in ihrer eigenen Welt zu leben scheint. Hin und wieder wollte ich sie ein wenig wachrütteln, aus ihrem Schneckenhaus locken und in die Realität zwingen – auch die netteste Tagträumerin kann nicht ständig einen Freipass fürs Zuspätkommen auf der Arbeit bekommen, eigenes Zeitgefühl hin oder her. Sie huscht wie ein verschüchtertes Häschen durch den Alltag, bringt Fremden gegenüber kaum ein Wort heraus, beobachtet alle Details um sich herum scharfsinnig, kann ihr eigenes liebenswertes Wesen allerdings nicht erkennen. Die innige Beziehung zu ihrem Bruder Felix, der sich nach dem Tod der Eltern stets liebevoll um sie gekümmert hat und voller Verständnis für Millies spezielle Sicht auf die Welt ist, gefiel mir ausgesprochen gut. Zeitweise waren mir Millies Angst vor ihrem Umfeld und vor menschlicher Nähe sowie ihr Wunsch, unsichtbar zu sein bzw. nicht wahrgenommen/beachtet zu werden, etwas zu ausgeprägt. Ich konnte ihre Sorge zwar nachvollziehen, anderen Menschen womöglich nicht genug zu sein oder beim näheren Kennenlernen als Enttäuschung betrachtet zu werden, doch teilweise erschien mir dieser Charakterzug zu übertrieben, zu überspitzt dargestellt. Es kratzte gerade so an der Grenze meines Empfindens von 'unglaubwürdig' und 'anstrengend' (- vor allem Millies permanentes Wegrennen in gewissen Situationen).

"Vielleicht ist das ein Fehler, den man generell im Leben oft begeht. Etwas nicht zu versuchen aus Angst davor, dass es sowieso nicht klappt."

Millie arbeitet bei einem Verlag, der finanziell schon bessere Tage erlebt hat, aber abgesehen davon ist ihr Arbeitsumfeld ein Traum für jeden Bücherfan – zumal ihr Vorgesetzter ungemein verständnisvoll für ihre Marotten ist (Millie scheut sich, E-Mails zu schreiben und hat keinerlei Zeitgefühl). Auch das Lektoren-Team besteht aus drei sympathischen Kollegen/innen. Und dann ist da noch der Dachboden – der "Raum des Vergessens", wo die abgelehnten Manuskripte gesammelt und von Millie 'gerettet' werden – bis sie eines Tages dermaßen begeistert von einem dieser Werke (mit dem schönen Titel "Dein Herz in tausend Worten") ist, dass sie beschließt, kleine Passagen daraus in London zu verteilen.

"Ich spiele den guten Geist, der mit ein paar Wörtern Mut macht, zum Nachdenken anregt, lobt oder tröstet."

Der Autor der besagten Geschichte hingegen ist alles andere als begeistert davon und möchte unbedingt herausfinden, wer hinter dieser Aktion steckt, die ihn an sein persönlichstes Werk und an die schmerzhafteste Erfahrung seines Lebens erinnert.

Das Setting des charmanten Londoner Viertels Notting Hill ist prädestiniert für Romantik. Im Verlauf der Handlung erleben die Figuren natürlich eine Annäherung, wobei der Fokus deutlich mehr auf der persönlichen (Weiter-)Entwicklung der Charaktere als auf der sich langsam entspinnenden Liebesgeschichte liegt. Ein Highlight für mich waren die Nebenfiguren Rebecca (Millies extrovertierte und enorm charismatische Arbeitskollegin) und Coren (Williams bester Freund und Agent); auch die eigentümliche und voller Überraschungen steckende Mrs. Crane hat mich für sich eingenommen.

Es gibt ein paar wiederkehrende Elemente (Stichwort: Eule sowie der Obdachlose), die etwas märchenhaft bzw. bewusst unrealistisch inszeniert worden sind, der Story jedoch keinen Abbruch tun.

Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, die allesamt im Präsens geschrieben sind – zunächst lernen wir Millie (in der Ich-Form) kennen und lieben, später kommt die Sichtweise von William Winter, dem erfolgreichen Star-Autor, hinzu (in dritter Person) und abschließend übernimmt auch mal ein allwissender Erzähler die Perspektive, der Einblick in die Gedanken und Gefühle aller Figuren hat.

Fazit: Ich könnte mir sehr gut eine Verfilmung dieses leicht weltentrückten, mit einem Hauch zum (positiven) Kitsch neigenden Romans vorstellen. Klare Leseempfehlung für alle Fans von "Die fabelhafte Welt der Amélie".

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Veröffentlicht am 20.06.2021

Spannendes Lesevergnügen vor kanadischer Naturkulisse

Die Schattenwölfin der Rocky Mountains
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Bei "Die Schattenwölfin der Rocky Mountains" handelt es sich um den vierten Teil der in Kanada spielenden Willow-Ranch-Reihe von Autorin Natascha Birovljev. Ich kannte die Vorgängerbände nicht, hatte aber ...

Bei "Die Schattenwölfin der Rocky Mountains" handelt es sich um den vierten Teil der in Kanada spielenden Willow-Ranch-Reihe von Autorin Natascha Birovljev. Ich kannte die Vorgängerbände nicht, hatte aber auch als Quereinsteigerin keinerlei Verständnisschwierigkeiten, da es sich um eine in sich geschlossene Geschichte handelt. Zudem lernt man alle relevanten Figuren und ihre aktuelle Lebenssituation direkt zu Beginn kennen und kann sich fortan gut in die Perspektive der drei Hauptprotagonisten (Rosie, Woodwind und Cody) hineinversetzen.

Woodwind Jones lebt nun seit einiger Zeit wieder im Sunchild Reservat, ohne jedoch wirklich angekommen zu sein. Seine Arbeit in der Wildtierstation macht ihm Spaß, doch es widerstrebt ihm, sich in den Reservatsalltag einzufügen, da er das Gefühl hat, nur geduldet statt willkommen zu sein. Eine alte Schuld, für die er sich nicht vergeben kann, lastet schwer auf seinen Schultern und er treibt relativ orientierungslos durchs Leben. Obendrein hat es der Fiesling Jeremy Bull, der den Posten des Chiefs anstrebt, auf ihn abgesehen. Doch der weise Schamane Chinook stärkt Woodwind den Rücken und ermuntert ihn, sich in das gerade ins Leben gerufene Sommerprogramm für indianische Jugendliche einzubringen und die kürzlich ins Reservat zurückgekehrte Ayita zu unterstützen. Die schöne Frau scheint ebenso einsam zu sein wie er, wirkt recht verschlossen und hat eine dunkle Vergangenheit, über die sie nicht sprechen möchte. Ihr kleiner Sohn Wynono hat sogar ganz mit dem Sprechen aufgehört. Erst als Woodwind ihnen die Wölfin Kachina vorstellt, die sich bei ihm in Pflege befindet, scheinen Mutter und Sohn aufzublühen.

Rosie möchte gerne Pferdetrainerin werden – aber die Kosten für solch eine Ausbildung sind enorm. Ein unerwartetes Angebot ihres Ex-Freundes Calvin scheint die Lösung all ihrer Probleme zu sein, doch kann sie ihm trauen? Immerhin hatte er sie bereits während ihrer gemeinsamen Beziehung ständig belogen. Außerdem drängt sich ein alter Bekannter in ihr Leben (- der gerade aus Australien zurückgekehrte Feuerwehrmann Doug -), der keinen Zweifel daran lässt, dass er Interesse an Rosie hat. Und dann gibt es da noch den stets verlässlichen und herzensguten Nick, der Rosies Herz schneller schlagen lässt…

Cody trauert noch immer um seinen Bruder Scott, der sich das Leben genommen hat. Die Tatsache, dass Scott in den Augen seines Dads der Goldjunge gewesen war, während Cody es seinem alten Herrn nie recht machen kann, macht die Bekämpfung der aktuellen Probleme auf der Familienfarm nicht gerade leichter. Eigentlich wollte Cody immer schon mit Pferden arbeiten, nun wird von ihm erwartet, Milchfarmer zu werden. Soll er seine eigenen Träume wirklich zum Wohle des Familienfriedens aufgeben? Und wie wird das Wiedersehen mit Emma aus Deutschland verlaufen, mit der er sich durchaus eine gemeinsame Zukunft vorstellen könnte?

Überraschend spannend und höchst dramatisch entfalten sich die Ereignisse um die drei Figuren, die allesamt sehr realistisch und glaubwürdig ausgearbeitet worden sind. Cody, Rosie und Woodwind wirken wie aus dem Leben gegriffen, haben Ecken und Kanten, machen Fehler, sind einfach menschlich. Authentisch sind auch die herausfordernden Lebensbedingungen in dieser wunderschönen Region in die Story eingebunden worden - neben Lagerfeuerromantik und Naturverbundenheit werden auch Probleme wie die Perspektivlosigkeit und kulturelle Zerrissenheit junger Indianer, ihr Kampf um die Bewahrung der Traditionen, Alkoholismus und Depressionen angesprochen.

Ich war insbesondere von der im Prolog vorgestellten Legende der Cherokee begeistert, hätte im Laufe der Handlung jedoch noch gerne mehr über Wölfe im Allgemeinen bzw. die im Buchtitel erwähnte Wölfin gelesen. Leider nahmen diese anmutigen Tiere nur eine winzige Nebenrolle ein. Der Geschichte selbst hat dies allerdings keinen Abbruch getan; diese lebt von dem lebendig beschriebenen Setting, den mitreißenden Entwicklungen in den einzelnen Handlungssträngen und unerwarteten Wendungen, mystischen Elementen sowie überzeugenden, tiefgründigen Dialogen.

Fazit: Man spürt die Verbundenheit der Autorin mit jenem Land, in das sie vor einiger Zeit ausgewandert ist. Gerne spreche ich eine klare Leseempfehlung für alle Kanada-Liebhaber und Fans von indianischer Kultur aus.

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Veröffentlicht am 15.06.2021

Absolutes Herzensbuch – große Tokio-Liebe!

Der kleine Teeladen in Tokio
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Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich diese Feel-Good-Story geliebt habe! Für mich war es der erste Roman von Autorin Julie Caplin und ich bin so dermaßen begeistert, dass diese Rezension wohl besonders ...

Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich diese Feel-Good-Story geliebt habe! Für mich war es der erste Roman von Autorin Julie Caplin und ich bin so dermaßen begeistert, dass diese Rezension wohl besonders kurz ausfallen wird – theoretisch könnte ich auch nur zusammenfassend sagen: Ein richtig gutes Buch!!

Die englische Bloggerin Fiona hat sich aufgrund ihres fotografischen Talents für ein Stipendium qualifiziert; sie wird 2 Wochen in Japan verbringen, um Bilder für ihre anschließende Ausstellung in London zu sammeln. Vor Ort wird ihr ein Mentor zur Seite gestellt – der sich ausgerechnet als jener Mann entpuppt, vor dem sie sich einst unsterblich blamiert hat: der international gefeierte Fotograf Gabe Burnett. Zum Glück erinnert sich der leicht zynische und über seinen Job als Lehrmeister alles andere als erfreute Gabe nicht an Fiona, dennoch macht er es der jungen Frau nicht gerade leicht. Wesentlich herzlicher willkommen ist Fiona bei ihrer Gastfamilie und schon bald spürt sie, dass der Zauber dieses kontrastreichen Landes sie für immer verändern wird…

Euer Herz schlägt für Wohlfühlromane? – Lest dieses Buch! Ihr liebt Romanzen, die sich angenehm langsam statt Knall auf Fall entwickeln? – Lest dieses Buch! Ihr interessiert euch für Fotografie? – Lest dieses Buch! Ihr taucht literarisch gerne in die Kultur fremder Länder ein? – Lest dieses Buch! Ihr habt sogar ein Faible für Japan? – Lest UNBEDINGT dieses Buch!

Das Land der aufgehenden Sonne hat mich schon immer unheimlich fasziniert. Würde Japan nicht bereits auf meiner Reiseliste stehen, wäre dies spätestens nach der Lektüre dieses Romans der Fall. Die Autorin hat das einzigartige Flair einfach traumhaft eingefangen und in ihren stimmungsvoll atmosphärischen, bildreichen Beschreibungen so einladend formuliert, dass ich im Anschluss am liebsten sofort die Koffer gepackt hätte. Ob geschäftige Hektik in der Stadt oder sanfte Entschleunigung in der Natur - ich hatte das Gefühl, zusammen mit Fiona einen ganz persönlichen Kurzurlaub in Japan zu genießen. Insbesondere die Garten-Szenen haben mich innehalten und zur Ruhe kommen lassen. Welch ein (Lese-)Genuss!

Der Fokus der Story liegt weniger auf der Liebesgeschichte (die übrigens aus zwei Perspektiven, hauptsächlich aber aus Sicht von Fiona erzählt wird), sondern vielmehr auf dem Gesamterlebnis (Fionas Reise). Auch ihre Gastfamilie ist ein Highlight für sich, allen voran Haruka. - Ihre Weisheit empfand ich als wahre Bereicherung und habe viel Inspiration daraus mitnehmen können; vor allem mit dem Konzept des Wabi Sabi möchte ich mich auch zukünftig mehr auseinandersetzen. Außerdem gibt es einen bestimmten ABBA-Song, bei dem ich fortan immer schmunzeln und an diese zauberhafte Geschichte denken werde!

Fazit: Dieses Buch ist ein Geschenk und definitiv eines meiner Jahreshighlights! Für mich steht fest, dass ich nun auch alle anderen Werke der Romantic-Escapes-Reihe der Autorin lesen möchte. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.06.2021

Wundervolle Romanbiografie über die berühmteste Pianistin ihrer Zeit

Fräulein Mozart und der Klang der Liebe (Ikonen ihrer Zeit 4)
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"Ihr Klavierspiel verzauberte die Menschen. Es half ihnen, für ein paar Minuten in eine Welt der Fantasie einzutauchen. Sorgen verflogen und die Zuhörer fühlten sich unbeschwert und glücklich."

Beate ...

"Ihr Klavierspiel verzauberte die Menschen. Es half ihnen, für ein paar Minuten in eine Welt der Fantasie einzutauchen. Sorgen verflogen und die Zuhörer fühlten sich unbeschwert und glücklich."

Beate Malys zauberhaft atmosphärischer Roman über das Leben von Mozarts Schwester Maria Anna Mozart (kurz: Nannerl) hat mich restlos begeistert! Bisher hatte ich noch kein Buch über die Familie Mozart gelesen und wusste herzlich wenig über das Umfeld des musikalischen Wunderknaben – dass er eine ebenfalls außerordentlich musikalisch begabte Schwester hatte, war mir gänzlich unbekannt gewesen. Dabei handelt es sich bei Nannerl um solch eine faszinierende Persönlichkeit! Die Autorin hat mit ihrem Werk dieser bedeutenden und zu Unrecht in Vergessenheit geratenen, inspirierenden und couragierten Frau, die Zeit ihres Lebens im Schatten ihres Bruders gestanden hat, ein wundervolles Denkmal gesetzt.

Als großer Fan der Stadt Salzburg war ich natürlich hin und weg vom traumhaft schönen Cover, auf dem eine in Sepia-Tönen gehaltene historische Stadtansicht abgebildet ist. Dieser stimmungsvolle Eindruck jener Zeit spiegelt sich herrlich im angenehmen, vom lokalen Dialekt geprägten Schreibstil wider, der gleichermaßen bildhaft wie emotional und mitreißend ist. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, mit Nannerl und ihrer besten Freundin Katharina (Katherl) durch die Straßen zu wandern, hatte das emsige Treiben in den engen Gassen vor Augen, rümpfte die Nase über die Gerüche der Stadt und war ganz und gar angetan davon, wie mühelos die Autorin die damalige Atmosphäre eingefangen und die vorherrschenden Gesellschaftsordnungen in die Geschichte eingebunden hat!

Wer nun meint, es handele sich ausschließlich um eine Story, die sich in eleganten Konzerthäusern und Ballsälen abspiele, wo die feinen Damen ihre pompösen Kleider und gepuderten Perücken zur Schau tragen, der irrt gewaltig! Nicht alles war Glanz und Gloria – es war eine Zeit, in der Frauen noch öffentlich ausgepeitscht wurden, grauenvolle Krankheiten kursierten und die gesellschaftlichen Zwänge gnadenlos waren.

"Sobald Frauen auch nur ein kleines Stück von der Norm abwichen, waren sie der Kritik der Gesellschaft ausgeliefert."

Diese Erfahrung muss auch Nannerl machen, als sie sich in den charismatischen Franz Ippold (in Wirklichkeit: Franz d’Ippold) verliebt. – Dem Direktor eines Internats für adelige Schüler war aufgrund seiner Anstellung die Ehe verboten. Erstaunlicherweise ist Nannerl zwar betrübt über ihr Schicksal, hadert jedoch nicht damit und findet immer wieder Trost in der Musik und dem Wohlergehen ihrer Familie - "»Ich werde mich mit den Möglichkeiten arrangieren, die das Leben für mich bereithält.«"

Sie war eine sehr kluge, fortschrittliche Frau und bestand z.B. darauf, sich (entgegen der Norm) lieber mit Wasser zu waschen als sich mit trockenen, stark parfümierten Tüchern abzureiben. Als sie an den Pocken erkrankt, "neben der Pest eine der meistgefürchteten Krankheiten", bleibt ihre Schönheit unversehrt (im Gegensatz zu vielen anderen, von Narben gekennzeichneten Überlebenden).

Ihr Vater hatte sie zwar nie in Komposition unterrichtet, war sich ihres Ausnahmetalents allerdings sehr wohl bewusst, auch wenn von Anfang an klar war, dass Wolfgang als Star der Familie gilt. Die Geschwister absolvierten bereits in jungen Jahren internationale Tourneen und sahen dabei viel von der Welt, was sie für immer prägen sollte.

Besonders beeindruckt hat mich das innige, liebevolle Verhältnis zwischen Nannerl und Wolfgang. Trotz seiner oftmals (wenn auch nicht absichtlich bösartigen, aber dennoch) egoistischen, kindlich-naiven Verhaltensweise, die sich auf die gesamte Familie, insbesondere aber auf das Leben seiner Schwester auswirkte, haderte Nannerl nie mit ihrem Bruder und hielt ihm stets die Treue. Ihre Engelsgeduld und Loyalität (auch gegenüber ihren Eltern und Katherl) habe ich enorm bewundert. Es muss unsagbar schwer für sie gewesen sein, ihren eigenen musikalischen Ambitionen zu entsagen, ohne dabei zu verbittern oder von Neid auf die Chancen ihres Bruders zerfressen zu werden.

"»Was würde es denn für einen Sinn machen, wenn ich mir eine große Karriere als Künstlerin ausmale? […] Ich bin eine Frau. […] Ich habe als Mädchen das Wunderkind sein dürfen, und jetzt bin ich dazu verdammt, in deinem Schatten zu stehen.«" - "»[…] ich habe meine Träume der Wirklichkeit angepasst«".

So sehr sich Wolfgang seines eigenen Könnens bewusst war, so sehr schätzte er auch Nannerls Talent und betrachtete sie als eine Künstlerin auf Augenhöhe, was ihr unheimlich viel bedeutete.

"»Nein«, verbesserte Wolfgang. »Du kannst nicht bloß Klavier spielen. Du bist die beste Pianistin auf der ganzen Welt.«"

Fazit: Ich habe diesen umwerfenden Roman binnen kürzester Zeit verschlungen und lege das Werk allen Liebhabern von klassischer Musik sowie Fans von historischen Frauenromanen mit starken Protagonistinnen ans Herz!

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