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Veröffentlicht am 12.09.2019

Zwischen Sommersehnsüchten und herbstlicher Gemütlichkeit

Herbstblüten und Traubenkuss
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Mona hat gerade ihren Job, ihre Beziehung und damit auch ihre Wohnung verloren. Auf der Suche nach etwas Neuem wohnt sie vorrübergehend in dem (chaotischen) Haushalt ihrer besten Freundin, die auch Mutter ...

Mona hat gerade ihren Job, ihre Beziehung und damit auch ihre Wohnung verloren. Auf der Suche nach etwas Neuem wohnt sie vorrübergehend in dem (chaotischen) Haushalt ihrer besten Freundin, die auch Mutter zweier Kinder ist. Den Auszug kann Mona folglich kaum erwarten. Dafür versucht sie es sogar mit einem Job in einer Detektei. Sie soll Oliver Feeberger im Auftrag seiner Großeltern ausfindig machen. Dieser hat vor 5 Jahren die plötzliche Flucht vom Weinhof angetreten und sich seitdem nicht mehr gemeldet. Mona begibt sich auf die Suche und ist auch schnell erfolgreich. Nur leider will Oliver nicht alleine zum Weinhof der Großeltern zurück - Mona soll ihn begleiten. Und ehe sie sich versieht, hilft sie für 2 Monate auf dem Hof bei der Weinernte und in Küche und Service der Buschenschanke aus.

Als ich hiermit den Anfang des Romans noch einmal rekapituliert habe, ist mir aufgefallen, dass einiges doch ein wenig an den Haaren herbeigezogen ist. Monas Jobversuch in der Detektei ist vollkommen unwichtig; nur ein Mittel zum Zweck. Olivers Wunsch, dass Mona ihn zum Weinhof begleitet, ist absolut absurt angesichts der Tatsache, dass die beiden sich nicht kennen. Und damit fangen die kleinen Störfaktoren dieses Romans leider erst an. 

Insbesondere Monas Charakter machte es mir stellenweise wirklich schwer, mich in diesen Roman zu verlieben. Selten ist mir eine Protagonistin begegnet, bei der ich die wenigsten ihrer Handlungen nachvollziehen konnte. Ich konnte mich einfach nicht mit ihr identifizieren, stellenweise ja gar Empathie für sie aufbringen. Zwischendurch musste ich mich folglich immer mal wieder über Mona ärgern, was mir ein wenig die Freude am Lesen genommen hat.

Dabei hat der Roman auch einen ganz großen Pluspunkt: Die Atmosphäre des Weinhofs, die die Autorin hier schildert, ist einfach wunderschön und so gut getroffen! Gedanklich konnte ich mich richtig hineinversetzen, auf den Hof, auf die Weinfelder... Auch die Liebesgeschichte blieb dezent, jedoch im positiven Sinne. Sie hat sich langsam entwickelt und stand in einem guten Verhältnis zum (Haupt)handlungsstrang, der sich dem familiären Leben auf dem Weingut widmet. Am liebsten hätte ich direkt Monas Platz dort eingenommen.

Der Roman beginnt mit sommerlichen Gefühlen und Sehnsüchten und endet zum Schluss mit der Gemütlichkeit des Herbstes. Also genau die richtige Lektüre für den Spätsommer - wäre da nicht die Sache mit der Protagonistin. Da sollte man sich jedoch am besten einfach selbst eine Meinung bilden.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Noch besser als Band 1!

Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
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Band 2 der Spiegelreisenden-Saga geht noch spannender weiter als der Vorgänger!

Seitdem die Sippe der Drachen fast vollständig ermordet wurde, wird es gefährlich für Ophelia am Pol. Um zukünftig unter ...

Band 2 der Spiegelreisenden-Saga geht noch spannender weiter als der Vorgänger!

Seitdem die Sippe der Drachen fast vollständig ermordet wurde, wird es gefährlich für Ophelia am Pol. Um zukünftig unter dem Schutz des Familiengeistes Faruk zu stehen, muss sie diesem erstmals persönlich gegenüber treten. Kurzerhand ernennt sie dieser jedoch zur Vize-Erzählerin. Damit muss Ophelia nicht nur ihm, sondern dem ganzen Hof auf der Bühne Geschichten erzählen - und auch noch begeistern. Hinzu kommt, dass auf misteriöse Weise Adelige aus dem Mondscheinpalast verschwinden. Und während die Hochzeit mit Thorn immer näher rückt, versucht Ophelia herauszufinden was mit ihnen passiert ist. Schließlich könnte sie die nächste sein, die verschwindet...

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber dieser Band überbietet tatsächlich noch seinen Vorgänger. Die Spannung wird dauerhaft aufrecht erhalten, sodass man das Buch gezwungermaßen in jeder freien Minute weiterlesen möchte. Auch die Beziehung zwischen Ophelia und Thorn - die in Band 1 ja noch sehr im Schatten stand - nimmt neue Gestalt an. Was für eine, sei an dieser Stelle nicht verraten, jedoch waren die wenigen Szenen mit den beiden mir die liebsten. 

Ich fiebere nun schon sehr auf Band 3 hin, kann jedoch nur raten den Klappentext des 3. Bandes nicht schon zu lesen, bevor man Band 2 beendet hat - Spoilergefahr! ;)

Veröffentlicht am 01.09.2019

Unerwartet tiefgründig mit unvorhersehbarem Verlauf

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
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Ein Brand in ihrer Schule und eine Fehlgeburt: Die Grundschulehrerin Libby hat schwere Zeiten hinter sich als sie in ihrem Briefkasten ein Gesuche für einen Wohnungstausch entdeckt. Ein angesehener Arzt ...

Ein Brand in ihrer Schule und eine Fehlgeburt: Die Grundschulehrerin Libby hat schwere Zeiten hinter sich als sie in ihrem Briefkasten ein Gesuche für einen Wohnungstausch entdeckt. Ein angesehener Arzt sucht eine Wohnung in ihrem Heimatsort und bietet im Gegenzug sein luxoriöses Ferienhaus in Cornwall an. Libby und ihr Ehemann Jamie zögern nicht lange und nehmen das Tauschangebot an - eine verdiente Auszeit für die beiden im abgelegenen Küstenort. Vor Ort überschlagen sich jedoch seltsame Ereignisse und in Libby wächst die Angst, dass ihre Vergangenheit sie einholt. Doch was in ihrer Vergangenheit macht ihr solche Angst? Und wer ist verantwortlich für den Spuk, den das Ehepaar durchleben muss?

Der Autorin ist hier ein packender Thriller gelungen, der tief in die Psyche seiner Protagonisten eintaucht und durch unvorhersehbare Wendungen besticht. Auch wenn mir die Protagonistin Libby zunächst so gar nicht sympatisch wurde. Lange Zeit wird der Leser im Dunkeln gelassen, warum sie unter Paranoia leidet und in ständiger Angst und Sorge lebt. Mit ihr warm zu werden, schien mir anfangs schier unmöglich. Sämtliche Fragezeichen, die ihr Verhalten aufwirft, werden erst ab etwa der Mitte des Buchs aufgelöst. Ab hier hat sich auch mein Eindruck des Thrillers schlagartig geändert und sich zu einer fesselnden Story entwickelt, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Das ist genau die Art Thriller, die ich lesen möchte, ohne kranke Serienkiller, dafür mit viel Freiraum zum Miträtseln - leider nicht ganz ohne sich auch ein klein wenig mitzufürchten.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Unperfekte Charaktere und eine herrlich unvorhersehbare Handlung

Die Spiegelreisende 1 - Die Verlobten des Winters
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Die Welt, wie wir sie kennen, existiert in der Spiegelreisenden-Saga nicht (mehr), stattdessen ist sie zersprungen in Archen. Und auf einer dieser lebt Ophelia und leitet dort das Museum. In dieser Aufgabe ...

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert in der Spiegelreisenden-Saga nicht (mehr), stattdessen ist sie zersprungen in Archen. Und auf einer dieser lebt Ophelia und leitet dort das Museum. In dieser Aufgabe ist sie sehr begabt, denn Ophelia hat die Fähigkeit Gegenstände zu lesen. Das bedeutet, mit einer bloßen Berührung kann sie einem Gegenstand seine Geheimnisse entlocken und sehen, sogar spüren, was diejenigen fühlten, die diesen Gegenstand in Händen hielten. Doch die Pläne ihrer Familie für Ophelias Zukunft sehen anders aus. Sie wird als Verlobte einem Herren vom Hofe in Pol versprochen - eine weit entfernte Arche, bekannt für ihre eisige Kälte. Und ehe Ophelia sich versieht, wird sie von ihrem Zukünftigen bereits abgeholt und in ihre neue Heimat gebracht. Was dort auf sie wartet, ist jedoch alles andere als eine herzensgute Schwiegerfamilie und höfische Verhältnisse.

Dieser Fantasyroman ist für mich ein ganz besonderer - aus dem einfachen Grund, dass unsere Protagonisten hier mal nicht die allzu perfekten Helden darstellen. Ophelia erscheint mit ihrer Brille, ihren Omakleidern und ihrem langen, abgegrabbelten Schal einfach unperfekt perfekt. MIt ihrer leisen Stimme und ihrer ruhigen Art fällt sie so gut wie gar nicht auf, wäre sie nicht so wahnsinnig tollpatisch. Und ihr Verlobter? Alles andere als der bestaussehendste Mann im Land. Wir lernen Thorn als eiskalten Mann ohne jegliche Gefühlsregungen oder gar Interesse an seinen Mitmenschen kennen. Eben ganz spezielle Charaktere, die uns in diesem Roman begegnen. Dennoch fing ich während des Lesens an sie alle liebzugewinnen, ja, sogar den griesgrämigen Thorn. 

Obwohl der Titel "Die Verlobten des Winters" lautet, steht hier keinesfalls die Romantik im Mittelpunkt - ganz im Gegenteil. Insbesondere dieser erste Band dreht sich ganz um die Fantasywelt der Archen und Pol. Die Autorin hat sich für ihre Figuren ganz besondere Fähigkeiten erdacht, wie das schon erwähnte Lesen von Gegenständen oder die Fähigkeit durch Spiegel zu reisen, die mir so noch in keiner Literatur begegnet sind. Die Autorin hat diese wunderbar umgesetzt und großartig in ihre Welt und ihre Geschichte einfließen lassen. Bei über 530 Seiten ist der Roman zwar sehr üppig, nach meinem Empfinden aber noch nicht lang genug, denn jede Seite ist es wert gelesen zu werden und tiefer in Ophelias Geschichte einzutauchen. Gespannt sehe ich nun der Fortsetzung entgegen. Wie die Reihe wohl ausgehen mag? Das vermag ich nicht die Spur zu wissen - und gerade das macht diesen Roman so besonders und unterscheidet ihn von anderen Buchreihen des Genres. Für Fantasyliebhaber ein Muss!

Veröffentlicht am 24.07.2019

Die Geister, die ich rief

Heaven's End – Wen die Geister lieben
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Die 15-jährige Jojo hat eine ganz besondere Begabung: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen - ein Talent, das in ihrer Familie mütterlicherseits vererbt wird. So lebt sie neben ihren Eltern und ...

Die 15-jährige Jojo hat eine ganz besondere Begabung: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen - ein Talent, das in ihrer Familie mütterlicherseits vererbt wird. So lebt sie neben ihren Eltern und ihrem Bruder auch mit den Geistern ihrer verstorbenen Verwandten und dem ein oder anderen besonderen Fabelwesen zusammen. Ihre treusten Begleiter sind zwei Geisterwiesel. Nur leider muss Jojo ihre Begabung für sich behalten, denn als ihre Oma zu ihren Lebzeiten ihr Talent verkündete, warf das ein schlechtes Licht auf die Familie. Und dann wäre da noch Zach, der Schulschwarm, dessen Blicke sie einfach ganz schwach machen. Wären die Familien der beiden doch bloß nicht verfeindet... Und natürlich darf auch ein böser Geist nicht fehlen, der jede Menge Unruhe stiftet. 

"Heaven's End - Wen die Geister lieben" ist der erste Band einer Trilogie und vereint alles, was man von einem guten Jugend-Fantasy-Buch erwartet: eine sympatische Teenie-Protagonistin, einen süßen Schulschwarm, seine zickige Freundin - und Erzfeindin unserer Heldin -, coole Freunde und eine richtig gute Portion Ghostfantasy, wie sie mir so zuvor noch nicht in Romanen begegnet ist. 

Bereits der Schreibstil der Autorin ist bestechend. Das Buch lässt sich so runterlesen, gerade als Jugendroman ist es ideal. Es gibt nichts, worüber man als Leser groß stolpern könnte. Zudem geht die Autorin mit einer guten Portion Humor an das Geisterthema heran. Das macht es sicherlich auch für solche Leser angenehm, die das ganze Geisterthema vielleicht nicht so bevorzugen. Hier wird es aber mit Sympathie und Humor vereint sowie der idealen Portion Gruselfaktor, die in Nauncen an Supernatural oder Paranormal Activity erinnert - natürlich im jugendfreien Rahmen. ;) Und keine Sorge: Es gibt keine kitschige Liebesgeschichte zwischen Geist und Mensch! (Zumindest bisher nicht.) 
Jedoch sollte man ein wenig imun sein gegen die Klischee-Teenie-Liebe und dem Kitsch, die diese mitunter mit sich bringen kann. 

Für mich war es dennoch ein rundum tolles Leseerlebnis, bei dem alle Charaktere in meinen Augen perfekt ausgearbeitet waren. Schon als Erwachsene finde ich das Buch super, als Jugendliche hätte ich es vermutlich geliebt. Damit sind 5 Sterne mehr als gerechtfertigt.