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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2025

Nicht so ganz mein Ding

Immer muss man selber feiern
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Ich habe schon einige Bücher von Ellen Berg gelesen und war von den meisten begeistert, vor allem auch von den liebevoll gestalteten Covern. Das war leider hier nur beim Cover der Fall. Schon den Vorgängerband ...

Ich habe schon einige Bücher von Ellen Berg gelesen und war von den meisten begeistert, vor allem auch von den liebevoll gestalteten Covern. Das war leider hier nur beim Cover der Fall. Schon den Vorgängerband hatte ich abgebrochen, weil ich mit der Protagonistin, die in Ich-Form berichtet, überhaupt nicht warm werden konnte. Trotzdem habe ich es noch einmal versucht und mich an dieses Buch gewagt. Auch wenn es gerade in die Vorweihnachtszeit passt, konnte ich auch bei diesem Buch wenige Handlungen und Gedankengänge nachvollziehen, weil ich auch hier mit Nele nicht warm wurde (was bei mir vor allem an der mir eigentlich verhassten Ich-Form liegt). Ja, hin und wieder gab es Passagen, bei denen ich schmunzeln musste, wie ich das von Ellen Berg gewöhnt bin, aber alles in allem war das leider kein Lesegenuss für mich. Vielleicht beim nächsten Buch wieder...

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Festliche Spannung

Mord an Weihnachten
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"Mord an Weihnachten" ist der zweite Teil rund um den Staatsanwalt Broder Jacobsen, den man zur Not auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen kann.

Die besinnliche Zeit des Jahres wird hier auf ...

"Mord an Weihnachten" ist der zweite Teil rund um den Staatsanwalt Broder Jacobsen, den man zur Not auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen kann.

Die besinnliche Zeit des Jahres wird hier auf wunderbar spannende Weise aufgemischt. Wer dachte, die Feiertage seien nur für Plätzchen und Kerzenschein da, wird hier eines Besseren belehrt! Besonders hervorzuheben sind die Charaktere: Sie sind vielschichtig, haben Geheimnisse und wirken dadurch unheimlich authentisch. Jeder Insulaner könnte der Täter oder das nächste Opfer sein. Die Dynamiken innerhalb der Familien oder Freundesgruppen sind so geschickt beschrieben, dass man als Leser sofort beginnt, eigene Theorien zu schmieden. Jedoch ist der Plot so raffiniert konstruiert, dass man an einigen Stellen in die Irre geführt wird. Die Hinweise werden dosiert gestreut, sodass man stets das Gefühl hat, kurz vor der Lösung zu stehen – nur um dann von einer unerwarteten Wendung überrascht zu werden. Die Auflösung ist nicht nur schlüssig, sondern auch emotional tiefgehend und befriedigend.

"Mord an Weihnachten" ist die perfekte Lektüre für alle, die in der Weihnachtszeit nicht nur Romantik, sondern auch Nervenkitzel suchen. Es ist ein flüssig zu lesender, atmosphärisch dichter Kriminalroman, der beweist, dass Weihnachten und Mord eine brillante Kombination ergeben können.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Zwischen Trümmern und Hoffnung

In den Scherben das Licht
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Carmen Korn legt in diesem Roman einen Ton an den Tag, der durch seine Klarheit, Präzision und seinen Verzicht auf ausschweifende Adjektive besticht. Was zunächst als distanziert oder unaufgeregt erscheinen ...

Carmen Korn legt in diesem Roman einen Ton an den Tag, der durch seine Klarheit, Präzision und seinen Verzicht auf ausschweifende Adjektive besticht. Was zunächst als distanziert oder unaufgeregt erscheinen mag, entpuppt sich schnell als eine bewusste künstlerische Entscheidung. Der "trockene" Stil ermöglicht es der Autorin, die historischen Umstände und die komplexen emotionalen Landschaften ihrer Figuren mit einer bemerkenswerten Sachlichkeit zu schildern. Die Sprache führt den Leser schnörkellos durch die vielschichtige Geschichte und die entscheidenden Wendepunkte im Leben der Protagonisten. Paradoxerweise verstärkt gerade die Zurückhaltung in der Beschreibung der Gefühle deren Wirkung. Die tiefen Schmerzen, die leisen Hoffnungen und die unbändige Lebenskraft brechen nicht durch eine poetische Überfrachtung, sondern durch die Nacktheit und Ehrlichkeit der Darstellung hindurch. Man spürt die Emotionen umso intensiver, weil sie nicht beschrieben, sondern erlebt werden.

Trotz der sprachlichen Strenge ist die Geschichte selbst von einer großen Menschlichkeit und Wärme durchdrungen. Korn zeichnet das Porträt starker Frauen, deren Leben von Verlust, Neubeginn und der unerschütterlichen Kraft der Freundschaft geprägt ist. Sie lässt uns an ihrem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben teilhaben und feiert die kleinen Lichter – die Momente des Glücks, der Solidarität und der Hoffnung – die selbst in den größten Scherben existieren.

Es ist ein Meisterwerk der leisen Töne, dessen Stärke nicht in einer opulenten Sprache, sondern in der Wahrhaftigkeit der Erzählung liegt. Carmen Korns Stil ist nicht trocken im Sinne von langweilig, sondern prägnant und kraftvoll. Es ist ein Buch, das nachklingt und daran erinnert, dass wahres Licht oft erst sichtbar wird, wenn der Blick von allem Überflüssigen befreit ist.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Die perfekte Masche aus Krimi und Komödie

Fadenkreuz
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Die Geschichte beginnt turbulent rund um den jährlichen Winterbasar und nimmt sofort Fahrt auf, als ein Heiratsschwindler sein jähes Ende findet und eine der MKHC-Damen plötzlich im Fadenkreuz der Ermittlungen ...

Die Geschichte beginnt turbulent rund um den jährlichen Winterbasar und nimmt sofort Fahrt auf, als ein Heiratsschwindler sein jähes Ende findet und eine der MKHC-Damen plötzlich im Fadenkreuz der Ermittlungen steht. Ein herrlich gemütlicher Krimi, der ohne übermäßige Brutalität auskommt, aber trotzdem höchst unterhaltsam und fesselnd ist. Leonie Kramers flüssiger, humorvoller Schreibstil und die liebevolle Beschreibung der bayerischen Schauplätze lassen einen sofort in die Geschichte eintauchen, die ein raffiniert gesponnenes Netz aus Betrug und Eifersucht ist. Die Aufklärung ist clever konstruiert und hält die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht. Man rätselt begeistert mit!

Die Charaktere sind wunderbar ausgeführt. Die Damen vom Club sind einfach unvergleichlich. Ihre Schlagfertigkeit, ihr Zusammenhalt und ihre ganz eigenen Ermittlungsmethoden – meist direkt aus dem Wollladen als Hauptquartier – sind der pure Lesespaß. Aber eigentlich ist Kommissar Wallenstein der heimliche Star! Wie er mit stoischer Geduld und wachsendem Unbehagen die ungebetene, aber äußerst tatkräftige Mithilfe des MKHC ertragen muss, sorgt immer wieder für herzerfrischende Lacher. Das Zusammenspiel zwischen ihm und den Handarbeits-Damen ist Gold wert!

Mit "Fadenkreuz" ist Leonie Kramer ein weiterer, absolut charmant-witziger und fesselnder Regionalkrimi gelungen, der uns zurück in das wunderbare, aber keineswegs ruhige Madlfing führt. Für mich war dieses Buch ein wahres Highlight und eine perfekte Mischung aus Spannung, bayerischem Lokalkolorit und herzhaftem Humor! Ich kann kaum erwarten, welche Verstrickungen der MKHC als Nächstes entwirren wird! Allerdings habe ich es stellenweise schon bedauert, die Vorgängerbände noch nicht gelesen zu haben, da manche Zusammenhänge dann klarer gewesen wären.

Trotzdem von mir eine absolute Leseempfehlung – am besten mit einer Tasse Tee und einem eigenen Strickprojekt auf der Couch!

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Böse Silvesternacht

Stumm wie der Schnee
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Bernhard Stäber gelingt mit "Stumm wie der Schnee" ein atmosphärischer und packender zweiter Band seiner Norwegen-Krimi-Reihe. Der Privatdetektiv Wolf Larsen und seine Partnerin, die Journalistin Sanna, ...

Bernhard Stäber gelingt mit "Stumm wie der Schnee" ein atmosphärischer und packender zweiter Band seiner Norwegen-Krimi-Reihe. Der Privatdetektiv Wolf Larsen und seine Partnerin, die Journalistin Sanna, ermitteln diesmal inmitten der malerischen, aber auch bedrohlich verschneiten Telemark zur Silvesternacht. Wer schon den ersten Teil "Kalt wie die Nacht" gelesen hat, kennt die Protagonisten mit ihren Eigenheiten schon. Ein paar recht seltsame Gestalten aber nicht unsympathisch. Alle anderen müssen sich wahrscheinlich erstmal an die multiple Sanna und den verbitterten Witwer Wolf gewöhnen.

Was diesen Krimi besonders auszeichnet, ist die dichte, nordische Atmosphäre. Die winterliche Kulisse wird so bildhaft beschrieben, dass man die Kälte und die Abgeschiedenheit förmlich spürt, was die ohnehin schon bedrohliche Ausgangslage verstärkt. Die Handlung spielt größtenteils während einer Silvesterparty, was einen klaustrophobischen und intensiven Rahmen schafft, da der Täter im Haus vermutet wird und vor Mord nicht zurückschreckt.

Die Charaktere sind das Herzstück der Geschichte. Besonders das ungleiche Ermittlerduo Wolf und Sanna überzeugt. Wolf arbeitet sich langsam aus seiner Trauer heraus und Sanna, eine faszinierende und komplexe Figur, deren Hintergründe weiter beleuchtet werden, ergänzen sich perfekt. Ihre Interaktionen sind spannend und verleihen der Geschichte eine persönliche Tiefe. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet und tragen zur Glaubwürdigkeit der Handlung bei.

Der Schreibstil ist flüssig, professionell und sorgt dafür, dass man rasch in die Handlung hineingezogen wird. Stäber liefert einen ruhigen, aber intensiven Ermittlungsstil, der mit psychologischer Spannung punktet. Auch wenn das Tempo nicht immer atemberaubend ist, fesselt der Fall durch seine Komplexität und die emotionalen Verstrickungen der Figuren.

"Stumm wie der Schnee" ist ein absolut lesenswerter Krimi für alle, die eine Kombination aus nordischem Flair, komplexen Figuren und einer intensiven, psychologisch spannenden Erzählweise schätzen. Ein gelungenes Gesamtpaket, das Lust auf mehr vom Duo Wolf und Sanna macht!

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