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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2022

Verwandlungen

Aus Zauberseide und Schwanenfedern
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Verwandlungen sind immer ein großes Thema in Märchen und die diesjährige Anthologie - wieder herausgegeben von Christian Handel - widmet sich diesem Oberthema, wobei sich die Autorinnen und Autoren ganz ...

Verwandlungen sind immer ein großes Thema in Märchen und die diesjährige Anthologie - wieder herausgegeben von Christian Handel - widmet sich diesem Oberthema, wobei sich die Autorinnen und Autoren ganz unterschiedlich diesem Thema annähern.
Ob die Grundlage nun bekannte oder weniger bekannte Märchen sind oder aber auch nur Anlehnungen, hier findet sich von allem etwas.
Ich liebe diese Anthologie seit dem ersten Band und bin immer wieder begeistert, wieviel Arbeit im Detail darin steckt. Jede Autorin/Jeder Autor wird zu Beginn kurz interviewt und so erfahren wir schon etwas über die Entstehungsgeschichte. In der ersten Geschichte geht es um eine Fortschreibung des Märchens "Die sechs Schwäne" und darum, wie es dem Bruder ergeht, der einen Schwanenflügel zurück behalten hat. In der Geschichte von Christian Handel gibt es einen Bezug zur Nibelungensage.
Die Märchen sind mal traurig, dann wieder auch lustig, mit guten und mit schlechten Enden.
Außerdem ist diese Anthologie wieder eine wunderbare Möglichkeit, neue AutorInnen für sich zu entdecken.

Veröffentlicht am 12.07.2022

Die Schatten der Vergangenheit

Sturmrot
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Olof Hagström hat als Jugendlicher eine Straftat begangen und sie verbüßt, doch sein Vater hat ihn damals aus dem Haus gejagt und er ist nicht wieder in die Heimat zurück gekehrt, noch nicht einmal zur ...

Olof Hagström hat als Jugendlicher eine Straftat begangen und sie verbüßt, doch sein Vater hat ihn damals aus dem Haus gejagt und er ist nicht wieder in die Heimat zurück gekehrt, noch nicht einmal zur Beerdigung seiner Mutter. Doch jetzt führt ihn ein Job in der Nähe vorbei und er beschließt, seinem Vater einen Besuch abzustatten, immerhin sind 20 Jahre vergangen. Doch er kommt zu spät. Sein Vater liegt tot in der Dusche, erstochen. Was ist hier passiert? Schnell holen ihn die vergangenen Ereignisse ein. Auch Eira Sjödin kehrt nach langer Zeit in ihre Heimat zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern. Sie arbeitet als Polizistin an der Aufklärung des Falles. Doch immer wieder geht es um die Ereignisse in der Vergangenheit und um Lina, deren Leiche nie aufgetaucht ist, deren Ermordung Olof aber damals gestanden hatte. Nicht nur ein spannender Roman, sondern auch ein klein wenig eine Milieustudie. Gut vorgetragen von Heike Warmuth. Interessante Charaktere und eine gelungene Auflösung. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile der Reihe.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Auf der Insel

Als das Böse kam
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Juno ist sechzehn Jahre alt und lebt mit ihrem zwölfjährigem Bruder Boy und den Eltern auf einer abgelegenen Insel. Der Vater geht einmal im Monat auf dem Festland einkaufen und wenn der Postbote kommt, ...

Juno ist sechzehn Jahre alt und lebt mit ihrem zwölfjährigem Bruder Boy und den Eltern auf einer abgelegenen Insel. Der Vater geht einmal im Monat auf dem Festland einkaufen und wenn der Postbote kommt, dann müssen Juno und Boy sich immer verstecken. Die Bedrohung ist immer präsent und wenn die Sirene ertönt, müssen alle in den Schutzkeller. Doch so langsam kommen Juno immer neue Fragen und sie hinterfragt das rigide Regelsystem der Eltern. Die Sehnsucht einer Fahrt zum Festland steigt, auch bei Boy. Doch wenn einer von beiden rebelliert, dann werden beide bestraft. Was steckt dahinter? Weshalb versteckt sich die Familie und warum verwenden sie Begriffe wie Nord- und Südländer statt Länder zu benennen? Die Atmosphäre wird immer beklemmender und auch als Leserin habe ich viele Hypothesen aufgestellt. Das Buch lässt sich gut lesen, ein flüssiger Schreibstil und ein guter Spannungsaufbau. Am Ende löst sich alles auf, auch wenn ich recht früh geahnt habe, worauf es hinausläuft. Ein recht kurzes, aber spannendes und unterhaltsames Buch.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Männi und Matte

Verlassen
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Und wieder einmal "entführt" uns Christiane Dieckerhoff nach Lübbenau in den Spreewald. Ich freue mich immer wieder sehr auf und über einen neuen Fall für Klaudia Wagner, die Zugereiste aus dem Ruhrgebiet, ...

Und wieder einmal "entführt" uns Christiane Dieckerhoff nach Lübbenau in den Spreewald. Ich freue mich immer wieder sehr auf und über einen neuen Fall für Klaudia Wagner, die Zugereiste aus dem Ruhrgebiet, die inzwischen sehr gut im Spreewald angekommen ist, was vor allem dem alten Schiebschick zu verdanken ist, eindeutig mein Liebling der Reihe. Dieses Mal dauert es ein wenig, bis eine Leiche auftaucht, aber umso rätselhafter ist die Geschichte um das Geschwisterpaar "Männie" und "Matte". Das Mädchen, "Männi" ist die Ältere, aber auch sie geht noch nicht zur Schule. "Matte" ist ein Kleinkind. Ihre Mutter lässt sie immer wieder tagelang alleine in der Wohnung und schließt sie ein. Diese Rückblicke sind mir sehr zu Herzen gegangen.
Klaudia muss mit Demel zusammenarbeiten, da Thang - mittlerweile Vater von Zwillingen - in Erziehungszeit ist. Da kommt es natürlich zu Spannungen. Dann wird eine Frau vermisst gemeldet, die Ereignisse überschlagen sich und auch das LKA wird wieder eingebunden, so dass wir auch wieder auf Meinert treffen.
Wieder einmal ein toller Krimi mit viel Lokalkolorit. Auch die persönlichen Hintergrundgeschichten kommen nicht zu kurz. Ich freue mich schon jetzt auf einen weiteren Fall.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Lakshmis Geschichte

Die Hennakünstlerin
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Schon das Cover hat mir verraten, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der in Indien spielt und darum war ich sehr neugierig. Das Cover gefällt mir sehr.
Der Roman spielt in den 1950er Jahren. ...

Schon das Cover hat mir verraten, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der in Indien spielt und darum war ich sehr neugierig. Das Cover gefällt mir sehr.
Der Roman spielt in den 1950er Jahren. Während der Prolog aus Sicht der jüngeren Schwester geschrieben wird, steht jedoch Lakshmi im Mittelpunkt. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Dorf, wird sie im Alter von 15 Jahren verheiratet. Ihr Ehemann schlägt sie und behandelt sie schlecht; lediglich ihre Schwiegermutter stand immer zu ihr und hat ihr viel über Heilkunde beigebracht. Über Agra gelangt sie nach Jaipur und verziert wohlhabenden Inderinnen vorwiegend die Hände mit ihrer außergewöhnlichen Hennakunst. Dabei ist es von Vorteil, dass sie Brahmanin ist und nicht zu einer niedrigeren Kaste gehört. Allerdings muss sie sich immer unterordnen. Malik, ein Straßenjunge, wird zu ihrem Gehilfen. Er hat mir mit seinem Witz und seiner Geschicktheit sehr gut gefallen. Schon bald verändert sich Lakshmis Alltag und auch ihre Träume werden angepasst. Mit der Ankunft der jüngeren Schwester, von deren Existenz sie gar nichts wusste, hat sie Verantwortung für einen anderen Menschen. Unglaublich vielschichtig, berührend und eine Einführung in das Leben einer Frau in Indien in den 50er Jahren. Das Buch hat mir sehr gefallen.