Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2020

Die Geliebte des Kaisers - eine andere Zeit

Die Geliebte des Kaisers
2

Die Geliebte des Kaisers, von Peter Dempf

Cover:
Ein schönes Cover, in dem sich aber nicht das Elend des Inhalt des Buches widerspiegelt.

Inhalt:
Als Kaiser Otto III. stirbt, hat er keine Nachkommen. ...

Die Geliebte des Kaisers, von Peter Dempf

Cover:
Ein schönes Cover, in dem sich aber nicht das Elend des Inhalt des Buches widerspiegelt.

Inhalt:
Als Kaiser Otto III. stirbt, hat er keine Nachkommen. Ein Wettlauf und Streit um seine Nachfolge bleibt nicht aus.
Mena, seine „Geliebte“, oder besser gesagt seine Leibmagd die er auch zu sich ins Bett geholt hat ist schwanger von ihm.
Sie setzt nun alles dran um nach Augsburg zu kommen und ihr Kind dort von Bischof Siegfried legitimieren zu lassen. Ein in Gold gefasster Zahn und die Urne mit dem Herzen von Otto sind ihr einziges Pfand.
Doch hinter dieser Urne sind auch andere her. Und so beginnt auch für sie ein Wettlauf mit der Zeit und sie ist gezwungen im Winter die Alpen zu überqueren. Ein fast unmögliches Unterfangen und das auch noch Hochschwanger und mit ihren Häschern im Nacken.

Meine Meinung:
Der Einstig ist mir hier nicht so einfach gelungen. Ich hatte Probleme mit der Chronologie und es war mir nicht immer ganz klar wer jetzt wann wo war.
Es begann mit sehr viel Unruhe (Soldaten) einem eher erbärmlichen Herrscher im Sterben und vielen Personen deren Beziehung untereinander für mich oft schwer zu verstehen war.

Zu Mena.
Ich hatte mir da eher eine Geliebte in „Pomp“ und Glamour vorgestellt. Und jetzt muss Mena quasi ums Überleben kämpfen. Nicht nur gegen ihre Verfolger sondern auch gegen die Natur.
Aber auch ihre Gedankenwelt kann ich schwer nachvollziehen ist es doch eine ganz andere Lebens und Denkweise.
Hier fehlte einfach die Information wie denn die Beziehung von Mena und dem Kaiser war.

Die Handlungen sind sehr widersprüchlich und teilweise für mich unlogisch. Vieles zielt darauf ab, dass die Geschichte dramatisch wirkt und weiterlaufen kann. Es gibt sehr viele Zufälle und vieles ist sehr vorhersehbar.

Die Personen und Charaktere sind schwer einzuordnen und handeln heute so und morgen so, so dass ich keine Linie oder Struktur finden konnte, das hat mir schon ein bisschen den Lesegenuss genommen.

Hier noch ein Zitat, das mir gut gefallen hat:

Bin ich dann ein besserer Mensch?
Zum besseren Menschen werde ich durch meine Taten, nicht durch meinen Glauben oder in dessen Dienst. Einem Glauben zu dienen gilt nichts. Man muss den Menschen Dienen

Autor:
Peter Dempf studierte Germanistik und Geschichte und unterrichtet heute an einem Gymnasium. Der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor schreibt neben Romanen und Sachbüchern auch Theaterstücke, Drehbücher, Rundfunkbeiträge und Erzählungen. Bekannt wurde er aber vor allem durch seine historischen Romane. Peter Dempf lebt und arbeitet in Augsburg, wo auch viele seiner Romane spielen.

Mein Fazit:
Ein Roman den man lesen kann, der mich jetzt aber nicht vom Hocker gerissen hat. Vor allem die vielen Widersprüche, nur damit die Geschichte weiterläuft haben mich doch gestört. Von mir 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Authentizität
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 02.02.2020

Tage des Lichts

Tage des Lichts
0

Tage des Lichts, von Ulrike Renk

Cover:
Wieder sehr schön und es passt ausgezeichnet zur Reihe um die Familie Meyer.

Inhalt:
3. Teil der Seidenstadt- Sage.

England 1939.
Ruth Meyer (gerade mal 17) ...

Tage des Lichts, von Ulrike Renk

Cover:
Wieder sehr schön und es passt ausgezeichnet zur Reihe um die Familie Meyer.

Inhalt:
3. Teil der Seidenstadt- Sage.

England 1939.
Ruth Meyer (gerade mal 17) hat es von England aus geschafft die nötigen Papiere für ihre Familie zu besorgen und nur 10 Tage vor Kriegsbeginn erreichen diese England.
Mit Beginn des Krieges wächst nun die Angst vor den Deutschen erneut.
Was geschieht wenn diese nun auch England angreifen.

Die Hoffnung der ganzen Familie liegt auf einer Ausreise nach Amerika, doch werden diese Wünsche und Hoffnungen sich erfüllen?

Meine Meinung:
Was soll ich sagen, ich bin wieder tief berührt wie schon bei den Vorgängerbüchern, Jahre aus Seide und Zeit aus Glas.

Hier geht es nahtlos sofort weiter und es ist als hätte ich die Vorgängerbücher erst gestern aus der Hand gelegt.
Durch das ganze Buch lebe, leide und hoffe ich mit Ruth, die als Dienstmädchen recht ausgenützt wird unglaublich viel auf sich nimmt.
Die Spannung reißt für mich auf keiner Seite irgendwie ab.

Es ist zwar ein Roman, aber es beruht eben auf wahren Begebenheiten und Tatsachen und für mich ist diese Geschichte in Zeitzeugnis und ein Mahnmal, Acht zu geben und solche Zeiten nicht wieder erstarken zu lassen.
Wehret schon den Anfängen!
Die Gefühle und Emotionen werden für mich so gut transportiert wie wenn ich das Ganze direkt aus dem Mund von Ruth oder einer Person die diese schlimme Zeit durchleben musste, selber erfahren hätte.

Ich kann mich immer nur wiederholen:
Ulrike Renk ist eine Meisterin darin in ihren Büchern die Zeit und die Geschehen, über die sie schreibt, Wirklichkeit werden zu lassen, und ich als Leser kann mich glücklich schätzen darin eintauchen zu können.

Hier noch zwei schöne Zitate:
-Wer nichts versucht, hat schon aufgegeben.
- Glück ist ja immer nur ein kleiner Moment, und wenn es gut läuft, reiht sich ein solcher Moment an den anderen.

Autorin:
Ulrike Renk, geb. 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie (und ihren Hunden) in Krefeld.

Mein Fazit:
Wieder ein Lesehighlight !
Jede einzelne Seite war voller Emotionen und ich hätte keine missen möchten.
Ich habe mit Ruth und allen anderen gelitten, gebangt, mich gefreut und gehofft.
Und nun warte ich sehnsüchtig auf „Träume aus Samt“ das im August erscheinen soll.

Klar volle 5 Sterne, wenn es ginge mit *

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2020

Ausgestorben Das Buch der verschwundenen Tiere - ein Entdeckerbuch

Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere
0

Ausgestorben
Das Buch der verschwundenen Tiere

Cover und Format:
Das Cover finde ich etwas außergewöhnlich für ein Kindersachbuch.
Die Pflanzenornamente ringsum lassen es für mich wie eine ältere Ausgabe ...

Ausgestorben
Das Buch der verschwundenen Tiere

Cover und Format:
Das Cover finde ich etwas außergewöhnlich für ein Kindersachbuch.
Die Pflanzenornamente ringsum lassen es für mich wie eine ältere Ausgabe eines Lexikons (das es ja auch irgendwie ist) aussehen.
Das Format 35x29 und die 64 Seiten bieten reichlich Platz für tolle Bilder, Tabellen und genügend Text zur Information.

Meine Meinung:
Das Buch hat eine tolle Aufteilung und Struktur.
Mit herrlichen Bildern und guten Erklärungen wird jede Seite zum Erlebnis.
Die Informationen sind kurz und bündig, dabei sehr aufschlussreich.
In Kombination mit den Bildern, auch den jeweiligen Lebensräumen der Tiere, eine sehr gelungene Sache.

Sehr interessant ist auch eine „Fossile Weltkarte“

Es gibt viel Wissenswertes über viele Dinosaurierarten, Säbelzahntiger oder Mammuts zu erfahren, aber auch unbekannte Tierarten, Vögel, sowie Insekten kommen nicht zu kurz.

Es geht von der Urzeit über das 14. und 17. Jahrhundert bis ins
21. Jahrhundert.

Das Buch endet mit gerade „Bedrohten Tierarten“.

Eigentlich ist dieses Buch ja wohl ein Sachbuch, ich würde es aber als super tolles Entdeckerbuch bezeichnen.

Wieder ein tolles Buch von Ravensburger, wie auch nicht anders von diesem Verlag zu erwarten.

Mein Fazit:
Ich denke Kinder können sich hierin genauso verlieren und viel Neues entdecken und ihren Spaß haben wie auch Erwachsene.

Von mir volle 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2020

Unsere Liebe für immer

Unsere Liebe für immer
0

Unsere Liebe für immer, von J.P. Monninger

Cover:
Wunderschön romantisch.

Inhalt:
Kate kommt für ihre Dissertation für ein Jahr von Amerika nach Irland.
Dort lernt sie den etwas geheimnisvollen Ozzie ...

Unsere Liebe für immer, von J.P. Monninger

Cover:
Wunderschön romantisch.

Inhalt:
Kate kommt für ihre Dissertation für ein Jahr von Amerika nach Irland.
Dort lernt sie den etwas geheimnisvollen Ozzie kennen und die beiden verlieben sich und heiraten Hals über Kopf.
Dann wollen sie Irland mit dem Boot umrunden, doch nach einem Unwetter kommt es zu einem heftigen Streit.
Genauso schnell wie sie geheiratet haben trennen sich die Beiden und Kate kehrt in die USA zurück.
Zwei Jahre später erfährt sie, dass Ozzies Boot gesunken ist und Ozzie für tot erklärt werden soll.
Sie erkennt, dass sie nie aufgehört hat ihn zu lieben und macht sich erneut auf den Weg nach Irland.

Meine Meinung:
Schon der Prolog ist so romantisch und doch bitter süß.

De Einstig ist wunderschön, die Beschreibungen (und Schreibweise) ist sehr bildreich und fantasievoll. Zum Beispiel werden die grauhaarigen Köpfe älterer Menschen: Pustenblumenköpfe genannte.
Das Ganze ist sehr warmherzig, liebevoll und mit einer guten Prise Humor geschrieben.

Doch irgendwie schleicht sich nach dem ersten Drittel eine gewisse „Ruhe“ ein, es wird irgendwie zäh und langatmig.
Dieses schnelle verlieben, heiraten, streiten, sich trennen klingt irgendwie nach „Teenager-Gedönse“.
Die „Liebe“ der Beiden ist für mich eher eine körperliche Anziehung und so recht nehme ich dieses „ich habe dich immer geliebt“ den Beiden nicht ab.

Als es dann am Ende wieder mehr Tiefe gewinnt und auf ein bestimmtes Thema zusteuert, das ich jetzt hier nicht nennen will, um nicht zu Spoilern, bin ich mir nicht sicher wie ich es finde.
Ist es herzzerreißend romantisch oder ist es zu viel des Guten und zu Konstruiert??
Ich denke das sollte jeder selber herausfinden.

Hier noch zwei sehr schöne und passende Zitate:

-Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.

-Das Leben kommt einem immer in die Quere.

Autor:
J.P. Monningser ist Autor vieler Romane, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete wurden. Er ist Professor für Anglistik an der Plymouth State University und lebt mit seiner Familie in Warren, New Hampshire. Am liebsten geht er mit seinem Sohn angeln.

Mein Fazit:
Eine Liebesgeschichte, mit Längen in der Mitte und herrlichen Landschafts- und Naturbeschreibungen.
Von mir 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2020

Die Trossfrau

Die Trossfrau
0

Die Trossfrau, von Carmen Mayer

Cover:
Zeigt gleich den historischen Inhalt des Buches an.

Inhalt:
Magdalena wird um 1600 als Tochter eines protestantischen Hufschmieds geboren, sie ist eine zähe und ...

Die Trossfrau, von Carmen Mayer

Cover:
Zeigt gleich den historischen Inhalt des Buches an.

Inhalt:
Magdalena wird um 1600 als Tochter eines protestantischen Hufschmieds geboren, sie ist eine zähe und starke Persönlichkeit und kann und will nicht verstehen, dass Mädchen weniger gelten sollen als Jungs. Dies wird ihr zum Verhängnis und ihr Vater weißt sie vom Hof.
Dadurch gerät sie in die Wirren des beginnenden Dreißigjährigen Krieges der das Land überzieht.
In diesem Chaos lautet das einzige Credo: ÜBERLEBEN!

Meine Meinung:
Ein unglaublich eindringlicher Roman.
Hier wird die ganze Sinnlosigkeit dieses Krieges aufgezeigt, das unglaubliche Elend.
Es geht schon lange nicht mehr um den Glauben (der diesen Krieg ausgelöst hat) sondern nur noch um Macht, Reichtum und Besitz. Und die „normale“ und einfache Bevölkerung muss mehr als alle anderen darunter leiden.
Es herrscht ein einziges Chaos, in ganz Europa.
Es ist unglaublich was die Bevölkerung erdulden muss. Ich denke mir oft, das hätte ich nicht aushalten können.
Ich finde die Menschen so unglaublich mutig, ich denke ich hätte nicht mehr leben wollen und können.
Und zu allem Unglück mit dem Krieg und seinen Folgen kommt auch noch das Unrecht der Hexenverfolgung, dem die Frauen fast ungeschützt ausgeliefert waren, hinzu.

Es geht um das Elend im 30 jährigen Krieg. Aber auch um den Mut und die Freundschaft einzelner, die immer wieder ein mikroskopischer Lichtblick in dieser Zeit waren.

Es gibt viele Geschichtliche Hintergründe und Daten zu der Zeit. So wie ich es beurteilen kann ist es sehr gut recherchiert.

Vieles wiederholt sich immer wieder, und es ist einfach unglaublich wie sinnlos sich das ganze so lange Zeit fortgesetzt hat. Diese Wiederholungen, obwohl es ja vermutlich so war, bringen einige „Längen“ ins Buch.

Autorin:
Carmen Mayer lebt als zuagroaste Württembergerin in Bayern. Ihre literarische Laufbahn begann Carmen Mayer auf verschiedenen Literaturforen im Internet, von wo aus sie mit Kurzgeschichten den Sprung in die Welt des gedruckten Wortes startete.

Mein Fazit:
Ein Roman der und das ganze Elend im Dreißigjährigen Krieg, vor Augen führt. Von mir 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere