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Veröffentlicht am 22.07.2019

Die Saphirtochter

Die Saphirtochter
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Die Saphirtochter , von Dinah Jeffries

Cover:
Wunderschön, da bin ich direkt ins Träumen gekommen.

Inhalt:
Handlungsort: das exotische Ceylon 1935.

Louisa, Tochter eines reichen Edelsteinhändlers, ist ...

Die Saphirtochter , von Dinah Jeffries

Cover:
Wunderschön, da bin ich direkt ins Träumen gekommen.

Inhalt:
Handlungsort: das exotische Ceylon 1935.

Louisa, Tochter eines reichen Edelsteinhändlers, ist glücklich mit Elliot verheiratet. Als dieser einen tödlichen Autounfall hat stellt sich heraus, dass Elliot quasi ein Doppelleben geführt hat.

Für Louisa beginnt eine schlimme Zeit, denn sie hat ihr Vertrauen verloren.
Massive Drohungen und Existenzängste machen ihr zu schaffen.
Und dann ist da noch der Inhaber der Zimtplantage Leo!
Welche undurchsichtige Rolle spielt er bei dem Ganzen und warum lässt er ihr Herz so in Aufruhr geraten?

Meine Meinung:
Ein typischer Love & Landscap Roman (historisch 1935) der mit einem wunderbar exotischen Handlungsort aufwarten kann: Ceylon.

Den Beginn empfand ich als recht interessant, und vor allem hat sich bei mir sofort ein gewisses Fernweh eingestellt.
Dann allerdings ist es doch sehr ins triviale abgerutscht. Es gab keine großen Höhen und Tiefen und auch keine unerwarteten Wendungen oder Überraschungen. So empfand ich es zumindest.

Typisch für dieses Genre, gab es ganz wunderbare Landschafts- und Naturbeschreibungen, Liebe, Lügen und Intrigen, Herzschmerz, eine mehr als nervige Schwiegermutter, und am Schluss das große Happy End.
Viele Fragen, die sich beim Lesen gestellt haben bleiben leider offen
Eine kleine Krimihandlung wurde recht unspektakulär auch eingebaut.

Eine Aussage der Geschichte finde ich allerdings gut:
Wir sehen bei anderen Menschen das was wir sehen wollen und das was sie uns sehen lassen.

Autorin:
Dinah Jefferies wurde 1948 im malaiischen Malakka geboren. Einige Jahre später übersiedelte die Familie nach England. Dinah Jefferies studierte Theaterwissenschaft und Englische Literatur und arbeitete als Lehrerin, Fernsehmoderatorin und Künstlerin. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin mit ihrem Ehemann in Gloucestershire.

Mein Fazit:
Ein typischer Love & Landscap Roman, der vor allem durch seinen herrlich exotischen Handlungsort punktet. Eine Handlung, die vermutlich in die Zeit von 1935 passt.
Von mir 3,5 Sterne. (Die ich auf 3 Sterne abrunde, wo ich keine halben vergeben kann).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Geschichte
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 19.07.2019

Find mich da, wo Liebe ist

Find mich da, wo Liebe ist
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Find mich da, wo Liebe ist, von Ansty Harris

Cover+ Titel:
Das Cover ist sehr romantisch, aber den Titel versteh ich nicht so recht, auch nicht, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Inhalt:
Grace, eine ...

Find mich da, wo Liebe ist, von Ansty Harris

Cover+ Titel:
Das Cover ist sehr romantisch, aber den Titel versteh ich nicht so recht, auch nicht, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Inhalt:
Grace, eine Instrumentenbauerin, lebt sehr zurückgezogen in einem englischen Dorf. Eigentlich hatte sie eine große musikalische Karriere vor sich.
In ihrem Leben dreht sich seit 8 Jahren, alles um David, ihre große Liebe. Doch der ist verheiratet und hat auch nicht vor seine Familie zu verlassen.
Durch einen Zufall kommt diese Affäre nun an die Öffentlichkeit und es passieren Dinge die alles infrage stellen.

Wird Grace einen Neuanfang wagen?

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in sehr unterschiedliche Gefühlslagen gebracht.

Grace war mir von Anfang an eigentlich recht sympathisch.
Gleichwohl konnte ich sie eigentlich nie verstehen.
Erstens ihre Liebe und Hingabe zur Musik, die Phantasie und die Empfindungen die sie in die Musik legt und für die Musik empfindet, kann man wohl nur (nach)empfinden, wenn man selber ein Instrument spielt oder für Musik brennt.
Dann ihre Affäre.
Wie kann ich 8 Jahre lang immer nur auf dem Sprung sein und mich für einen Mann bereithalten, der sich so offenbar nicht von seiner Familie trennen will oder kann. Wie kann man sich nur so lange hinhalten lassen, damit verbaut man sich doch sein eigenes Leben.
Diesen Teil der Geschichte konnte ich nicht verstehen und nicht nachvollziehen, auch wenn die Autorin die Gefühlswelt von Grace sehr gut beschrieben hat.

Besser gefiel mir der zweite Teil der Geschichte, in dem es um selbstlose Freundschaft ging. Um das „Füreinander“ da sein, ohne auf Vorurteile oder auf die Gesellschaft zu schauen.

Autorin:
Die Autorin unterrichtet Kreatives Schreiben an der Canterbury Christ University. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden veröffentlicht, sie wurde mit dem HG Wells Shorts Story Award ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann, von dem sie alles über den Bau von Geigen gelernt hat, und zwei Hunden direkt am Meer in Kent, England.

Mein Fazit:
Auch wenn mir die Protagonistin unverständlich und fremd blieb, war doch der zweite Teil des Buches voller Wärme und die selbstlose Freundschaft und Hilfe, die jedem wiederum Wärme und Sicherheit brachte, hat mir sehr gut gefallen.
Deshalb von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 16.07.2019

Schoofseggl - schwäbisch genial

Schoofseggl
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Schoofseggl, von Axel Ulrich

Cover:
Das Bild passt perfekt zur Geschichte.

Inhalt:
Alles beginnt mit dem Verkauf von Daten von Steuersündern die ihr Geld auf einer Schweizer Bank gebunkert haben.
Das ...

Schoofseggl, von Axel Ulrich

Cover:
Das Bild passt perfekt zur Geschichte.

Inhalt:
Alles beginnt mit dem Verkauf von Daten von Steuersündern die ihr Geld auf einer Schweizer Bank gebunkert haben.
Das zieht weite Kreise.
Ex-Anwalt Franz Walzer, der sich auf Geldwäsche spezialisiert hat wird mit hineingezogen.
Höchst kriminell und gefährlich wird es dann, als der Bordellbesitzer Kneller ins Spiel kommt.
Brutale Gewalt, Bestechung, Erpressung, Zwangsprostitution, ja sogar Mord kommen jetzt auf die Tagesordnung.

Meine Meinung:
Eine Kombination von Krimi und Humor!
Der schwäbische Dialekt ist ja nicht so das Highlight und den Dialekten, doch hier hat der Autor einen Schreibstil gefunden der einfach genial ist.

Zitat:
Ein dicker Ranzen, wie man im alemannischen Sprachgebrauch zu einem Bauch sagt.
„Mr unternemme äbbas“ Übersetzt: wir unternehmen etwas.

Ich habe Tränen gelacht, die Handlung ist intelligent konstruiert, wenn ich mich auch manchmal frage, warum die Datendiebe so offen mit ihrem Wissen umgehen. Steuerhinterziehung, Datenklau, Geldwäsche, Rotlichtmilieu, sind Themen, wobei ich bei der Geldwäsche nicht immer folgen konnte.
Es gibt recht ungewöhnliche Charaktere die ihren eigenen Kopf haben und das Ganze ist teilweise recht skurril und witzig überzeichnet.

Walzer ist eine Art „Robin Hood“, der super schlau ist, mit allen vernetzt, ob Gut oder Böse, und dem dann auch alles gelingt (das war mir fast ein bisschen zu viel, deshalb dafür 1 Stern Abzug).

Autor:
Axel Ulrich, geb. 1951, hat als Wirtschaftsjournalist und Unternehmensberater gearbeitet und ist seit langem in der IT-Branche selbstständig.

Mein Fazit:
Bei der Vielzahl an Regionalkrimis, ist dies für mich ein Lese-Highlight.
4 Sterne

Veröffentlicht am 14.07.2019

Im Freibad

Im Freibad
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Im Freibad, von Libby Page

Cover:
Ein Freibad aus der Vogelperspektive, so wie das, über das im Buch geschrieben wird.

Inhalt:
Rosemary hat ihr ganzes Leben (über 80m Jahre) in Brixton verbracht. Jetzt ...

Im Freibad, von Libby Page

Cover:
Ein Freibad aus der Vogelperspektive, so wie das, über das im Buch geschrieben wird.

Inhalt:
Rosemary hat ihr ganzes Leben (über 80m Jahre) in Brixton verbracht. Jetzt soll das Freibad in dem sie seit über 60 Jahren jeden Morgen schwimmt (und in dem so viele ihrer persönlichen Ereignisse stattgefunden haben) zu gemacht werden.
Kate, eine junge einsame Frau, soll als Journalistin über dieses Freibad schreiben.
Aus beiden Frauen werden Freundinnen und es wird ihr persönlicher Kampf um dieses Freibad.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt sehr ruhig. Es liest sich wie einzelnen Kurzgeschichten über ganz unterschiedliche Personen und viele Einzelschicksale.
Ein sehr ausladender, umfangreicher und blumiger Schreibstil, wortgewaltige Be- und Umschreibungen der Personen, Handlungen und Orte.

Rosemarys ganz normales Leben wird durch immer wiederkehrende Rückblenden beschrieben und das besondere daran wird so nach und nach sichtbar. Ruhig und unaufgeregt – aber wir erkennen die ganz große Liebe, das große Glück im Kleinen.

Kate ist eine einsame graue Maus, sie entdeckt durch ihr Engagement (durch Rosemary) ihre Umgebung und finden Freunde und Freude am Leben.

Es wird deutlich wie wichtige Freundschaft und Zusammenhalt ist und welche Kraft daraus erwächst.
Nicht aufgeben ist die Devise um am Ende doch noch zu siegen.

Autorin:
Libby Page hat tagsüber im Marketing gejobbt und nachts auf ihrem Notebook ihren Debütroman geschrieben. Die studierte Journalistin hat für den Guardian, einen Online-Shop und eine Wohltätigkeitsorganisation gearbeitet. Neben dem Schreiben ist Schwimmen ihre zweite große Leidenschaft. Libby Page lebt in London und hat sich vorgenommen, alle Freibäder Londons auszuprobieren.

Mein Fazit:
Ein Buch der leisen Töne, aber mit einer gewaltigen Aussage zu Freundschaft, Zusammenhalt und Stärke einer Gemeinschaft.
4 Sterne.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Unbarmherzig

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Unbarmherzig, von Inge Löhnig

Cover:
Bombastische und Unheil versprechende Farben und eine dicke Blockschrift!
Passt!

Inhalt:
Gina Angelucci, Spezialistin für ungelöste Fälle bei der Münchner Kripo, ...

Unbarmherzig, von Inge Löhnig

Cover:
Bombastische und Unheil versprechende Farben und eine dicke Blockschrift!
Passt!

Inhalt:
Gina Angelucci, Spezialistin für ungelöste Fälle bei der Münchner Kripo, will unbedingt den Fall der ungeklärten Knochenfunde, mit einer Jahrzehnte langen Liegezeit, übernehmen.
Die Gebeine von zwei jungen Menschen und die wenigen Spuren führen in die NS Zeit zurück.
Gab es hier ein Verbrechen?
Wird Gina nach so langer Zeit noch Antworten finden?

Meine Meinung:
Dies ist nun das dritte Buch der Autorin Inge Löhnig (und das zweit um, die Kommissarin Gina Angelucci), das ich lese und ich muss sagen, die Autorin hat es einfach drauf!
Es ist unglaublich wie Gina sich in den Fall „verbeißt“ und wir als Leser so peu à peu mit ermitteln können.
Immer wieder werden geschickt neue Spuren ermittelt und es gibt neue unerwartete Wendungen. Dadurch wird eine unglaubliche Spannung aufgebaut.

Was mir auch sehr gut gefällt: Immer wieder werden gesellschaftskritische Themen angesprochen und entsprechend eingebaut. (z.B. schlechte Bezahlung von Pflegepersonal oder der Umgang mit Menschen mit einer Behinderung).
Hier spielt auch das Privatleben von Gina, eine ganz wichtige Rolle. Dies ist perfekt in den Fall eingebunden so dass nichts dem anderen den Raum nimmt.

München, oder besser gesagt das Umfeld, als Handlungsort ist klasse in Szene gesetzt.

Autorin:
Inge Löhnig ist studierte Graphikerin und lebt als Autorin mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Mein Fazit:
Ein geheimnisvoller und sehr spannender Krimi, der mich am Ende sehr nachdenklich zurück lässt.