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Veröffentlicht am 21.06.2019

Nur Uschi kochte schärfer

Nur Uschi kochte schärfer
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Nur Uschi kochte schärfer, von Dany R. Wood

Cover:
Absolut passend zum Buch.

Inhalt:
Jupp und Inge Backes, leben zusammen mit der fidelen Oma in einem beschaulichen Dorf (Hirschweiler) im Saarland.
Jupp ...

Nur Uschi kochte schärfer, von Dany R. Wood

Cover:
Absolut passend zum Buch.

Inhalt:
Jupp und Inge Backes, leben zusammen mit der fidelen Oma in einem beschaulichen Dorf (Hirschweiler) im Saarland.
Jupp der Dorfpolizist (nach eigenen Angaben „Oberkommissar“ – ganz wichtig!)
Würde sich schon gerne mal so einen richtigen Kriminalfall wünschen.
Die Oma ist auf Freiersfüßen und hakt ein „Date“ nach dem anderen ab, bis sie den ehemaligen Französischlehrer ihrer Enkelin trifft der zum Klassentreffen angereist ist, und sie in ihm die Liebe ihres Lebens getroffen zu haben scheint.

Als nun just dieser „Filou“ (denn wie sich herausstellt, lies er in Sachen Frauen nichts anbrennen) am nächsten Morgen tot im Bett liegt, ist die Oma am Boden zerstört.
Jupp hat den Mordfall seines Lebens (aber erst nachdem die Oma ihn überzeugt hat zu ermitteln).
Zu dritt, denn nun wird auch Inge ins Boot geholt, beginnen sie mit ihren knallharten Ermittlungen.

Meine Meinung:
Denn Autor Dany R. Wood kenne ich (und bestimmt viele andere auch) von seinen witzigen Büchern.
Hier auch „Achtung Familienfeier“(das ich gelesen habe) in der Familie Backes schon mal vorgestellt, bzw. aktiv wurde und zwar zum 80. Geburtstag der Oma.
Deshalb war es für mich wie ein „Familientreffen mit lieben alten Bekannten.

Interessant war es für mich, dass der Autor in seine humorvolle Schreibweise, so ganz locker einen tollen Mordfall einweben konnte, bei dem der Täter wirklich bis zum Schluss im Dunkeln blieb und dann mit einem tollen Überraschungseffekt und einem kleinen Showdown entlarvt wurde.

Durch den Dialekt und die vielen kleinen Klischees, den Dorftratsch und so manche besondere Begebenheiten wurde der ganz spezielle schräge Humor besonderes zur Geltung gebracht.

Autor:

Danny R. Wood ist ein Pseudonym, er ist Jahrgang 1978 und wuchs in einem klassischen saarländischen Haushalt auf.
Nach dem Studium der Medienwirtschaft in Köln und Sydney lebt er in München.

Mein Fazit:
Ein humorvoller lokal Krimi aus dem saarländischen, sehr unterhaltsam und witzig.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Wer den Frosch küsst

Wer den Frosch küsst
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Wer den Frosch küsst, von Konstanze Harlan

Cover:
Süß, und ja passend zum Inhalt.

Inhalt:
Der ehemalige Star einer Teeniesoap, Cecilia, musste am eigenen Leib erfahren wie hart das Schow Business sein ...

Wer den Frosch küsst, von Konstanze Harlan

Cover:
Süß, und ja passend zum Inhalt.

Inhalt:
Der ehemalige Star einer Teeniesoap, Cecilia, musste am eigenen Leib erfahren wie hart das Schow Business sein kann.
Nun leben sie als alleinerziehende Mutter mit ihrem kleinen Sohn am Existenzminimum.
Sie kellnert in einem Café.
Als ihr Chef ihr mit eindeutigen Avancen zu nahe tritt, wirft sie alles hin und beschließt eine zweite Chance als Schauspielerin zu versuchen.
Doch das Schicksal ist eine launische Diva und bringt Cecilia wieder auf die Klippen die alles zum Einsturz bringen können.

Meine Meinung:
Eine wundervoll erzählte Liebesgeschichte, mit tollen Charakteren, die super beschrieben werden und einer Handlung die nicht zu überspitz ist und die man sich sehr gut so vorstellen kann. Die Probleme einer alleinerziehenden Mutter werden gut beschrieben und eingebaut.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und emotional. Ich habe sofort in die Geschichte reingefunden.
Die Personen und Handlungen werden sehr gut beschrieben, auch die Gedankenwelt und die ganzen Umstände sind sehr gut beschrieben und integriert.
Der Humor ist sehr pointiert und genau richtig verteilt.

Autorin:
Konstanze Harlan wollte schon immer ein Buch schreiben, seit sie in der Grundschule das Lesen für sich entdeckt hat. Im Zuge ihres späteren Lebens als Regisseurin geriet die Schreiberei zunächst in den Hintergrund. Ihre Elternzeit konnte sie dann endlich nutzen. Ihre Protagonistin Cecilia ist eine Hommage an all die hart arbeitenden, alleinerziehenden Mütter, deren Lobby immer noch viel zu gering ist. Konstanze Harlan lebt mit Mann und Kindern im schönen Hamburg.

Mein Fazit:
Eine romantische Liebesgeschichte die sehr realistisch und emotional geschrieben ist und bei der der Humor, aber auch die ernsten Seiten einer alleinerziehenden Mutter nicht zu kurz kommen.
Eine tolle Mischung.
Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Als die Nachtigall verschwand

Als die Nachtigall verschwand
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Als die Nachtigall verschwand, von Gudrun Leyendecker

Cover:
Etwas traurig, aber sehr passend für die Geschichte.

Inhalt:
Die Journalistin Abigail Mühlberger erhält den Auftrag, nach dem Leben und Wirken ...

Als die Nachtigall verschwand, von Gudrun Leyendecker

Cover:
Etwas traurig, aber sehr passend für die Geschichte.

Inhalt:
Die Journalistin Abigail Mühlberger erhält den Auftrag, nach dem Leben und Wirken zweier vergessener Schriftsteller (Andreas Konstantin und Benjamin Wohlfahrt) zu recherchieren, ihre Spur verliert sich um 1938.
Sie bekommt viel Unterstützung von den Einwohnern der Stadt, aber es gibt auch Gegenwind und plötzlich erhält sie sogar Drohbriefe.

Meine Meinung:
Dies ist der dritte Band um Abigail Mühlberger und ich habe die beiden ersten nicht gelesen, vielleicht fällt es mir auch deshalb schwer mich hier einzufinden.

Der Schreibstil ist sehr eigenwillig und geprägt von Wiederholungen.
Namen, Handlungen und bestimmte Gegebenheiten, werden immer wieder erwähnt und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, aber irgendwann wird es mir zu viel. Beim gefühlt hundertsten mal als ich „historischen Gasthof zur Traube“ lese, verdrehe ich innerlich schon die Augen. Oder wenn in der wörtlichen Rede die Berufsbezeichnung, Vor- und Nachname immer wieder genannt wird ist mir persönlich das einfach zu unnatürlich.
Wie ich auch allgemein die Dialoge und Handlungen sehr steif, künstlich, ja aufgesetzt und konstruiert empfinde.
Dann fügt sich irgendwie alles so einfach.

Für mich sind hier zwei Handlungen etwas ungelenk zusammengefügt.
Einmal geht es um die Recherche des Verbleibs der zwei verschollenen Schriftsteller.
Dieser Teil ist mir zu konstruiert. Abigail ist für mich irgendwie nur der Aufhänger, die Fakten werden von anderen zusammengetragen.

Dann geht es um das Leben der beiden Schriftsteller.
Hier geht es, wie die Jahreszahl 1938 schon vermuten lässt in die NS Zeit zurück. Hier wird es sehr beklemmend und traurig. Tragisch was da passiert ist.
Das wird mir dann aber zu wenig und zu oberflächlich beschrieben, ein paar Briefe, ein Tagebuch, das war es dann schon fast.

Am Ende des Buches gibt es dann auch noch einige Bilder zur NS Zeit.
Leider allerdings ohne jeglichen Kommentar, was ich sehr schade finde.

Autorin:
Gudrun Leyendecker ist seit 1995 Buchautorin. Sie wurde 1948 in Bonn geboren. Leyendecker schreibt auch als Ghostwriterin für namhafte Regisseure.
Erfahrungen für ihre Tätigkeit sammelte sie auch in ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Lebensberaterin.

Mein Fazit:
Ein Buch mit einer tollen Grundidee, aus der man meiner Meinung nach mehr hätte machen können.
Von mir 3 Sterne

Veröffentlicht am 11.06.2019

Nächstes Jahr in Havanna

Nächstes Jahr in Havanna
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Nächstes Jahr in Havanna, von Chanel Cleeton

Cover:
Ein Eyecatcher, echt toll gemacht.

Inhalt:
Eine Geschichte die auf zwei Ebenen erzählt wird.
Es geht um die Familie Perez.
Einmal in der Vergangenheit ...

Nächstes Jahr in Havanna, von Chanel Cleeton

Cover:
Ein Eyecatcher, echt toll gemacht.

Inhalt:
Eine Geschichte die auf zwei Ebenen erzählt wird.
Es geht um die Familie Perez.
Einmal in der Vergangenheit 1959 in Kuba, aus der Sicht der 19 jährigen Elisa.
Dann im Hier und Heute als Marisol, eine Exilkubanerin, die in Maimi geboren und aufgewachsen ist, wieder nach Kuba zurückkehrt, um dort den letzten Willen ihrer Großmutter Elise zu erfüllen und deren Asche, nachdem sie nun verstorben ist, in Kuba zu verstreuen.
Und genau hier in Havanna, beginnt dann für Marisol eine Liebesgeschichte, die der ihrer Großmutter gleicht, was Marisol aber nicht weiß und erst Stück für Stück ausgräbt.

Meine Meinung:
Kuba, ein Paradies in dem Böses, Böses vertrieben hat und der größte Anteil der Bevölkerung nie aus dem Leiden herauskam?

Hier in diesem Buch finde ich werden zwei Schwerpunkte gelegt.

Einmal geht es um die Liebes- (und Leidensgeschichte) zweier junger Frauen, die sich sehr gleichen und auch wiederholen (nur mit unterschiedlichem Ausgang).

Dann wird auf die Politische und gesellschaftliche Lage in diesem wunderschönen Paradies eingegangen. Es wird sehr viel „Politik“ erklärt, aber immer so, dass es zur Geschichte passt und die Handlung nicht erdrückt wird.

Das Ganze wird aus der Sicht der Perez-Familie erzählt und diese ist sehr wohlhabend. Vor dem Exil sowie auch danach!
Deshalb denke ich, auch wenn die Probleme der ganzen Bevölkerung aufgezeigt werden, dass wir nur einen kleinen Zipfel des Elends der „normalen“ Bevölkerung erleben.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Personen und die Handlung sehr emotional und vor allem das Paradies wird wunderschön und bildlich beschrieben.
Am liebsten möchte man sofort einen Urlaub in Kuba buchen.

Autorin:
Chanel Cleetons Familie stammt ursprünglich aus Kuba. Sie selbst wuchs jedoch in Florida auf.

Mein Fazit:
Ein Buch (mit zwei Liebesgeschichten) das mir die schlimmen Zustände in Kuba wieder ins Gedächtnis gerufen hat, das aber auch mein Fernweh nach diesem Paradies erneut geweckt hat.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.06.2019

Wilder Winter, ein Krimi mit Wurzeln in den 60ern

Wilder Winter
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Wilder Winter, von Joe R. Lansdale
Hap & Leonard

Cover:
Passend zur Geschichte (außer vielleicht das rosa?)

Inhalt:
Der Beginn einer Reihe.

Hap Collins (Weiß, Hetero, Kriegsdienstverweigerer) und Leonard ...

Wilder Winter, von Joe R. Lansdale
Hap & Leonard

Cover:
Passend zur Geschichte (außer vielleicht das rosa?)

Inhalt:
Der Beginn einer Reihe.

Hap Collins (Weiß, Hetero, Kriegsdienstverweigerer) und Leonard Pine (Schwarz, Schwul, Vietnamveteran), ein Duo (kriminell?) das doch auf den ersten Blick so gar keine Gemeinsamkeiten hat, sind aber bester Freunde. Wenn man das aber unter Männern auch nie so zugeben würde.

Als Haps Ex-Frau Trudy auftaucht und Hap für einen Coup engagieren will, bei dem sie eine Million Dollar „finden“ können, beginnt der Ärger.
Alte Kumpels und Weggefährten aus den 60er-Jahren tauchen auf.
Aber keiner traut dem anderen und keiner spielt mit offenen Karten.

Meine Meinung:
Ein Krimi(?) bei dem ich lange Zeit dachte, was wird aus dieser Geschichte?
Ist dies ein Buch über die 60er?
Love, Peace und Flowerpower, sowie Weltverbesserer und Alt-Revoluzzer?

Am Ende, als dann jeder jeden irgendwie austrickst und es so richtig zur Sache geht, wird es dann Knall auf Fall recht dramatisch und brutal.
Ein Showdown – kurz aber heftig!

Der Schreibstil ist super, hier hätte ich gerne mehr als nur diese ca. 240 Seiten gelesen. Sehr abwechslungsreich mit bildgewaltigen Worten und Vergleichen.

Zitat: Der Himmel war so flach wie Schiefer und hatte die Farbe von abgesplittertem Feuerstein.

Autor:
Joe R. Lansdale ist als Schriftsteller in zahlreichen Gefilden zu Hause. Der gebürtige Texaner weiß nicht nur durch seine Ideenvielfalt und seinen schwarzen Humor zu überzeugen, es ist vor allem seine erzählerische Urwüchsigkeit, die seine Fans begeistert.

Mein Fazit:
Ich wüsste jetzt gar nicht in welches Genre ich dieses Buch einordnen soll.
Es hat viel Gesellschaftskritisches (vor allem aus den 60er Jahren/USA).
Dann sind das zwei verkrachte Existenzen, die doch so gar nichts gemeinsam haben, aber die besten Freunde sind.
Und am Schluss gibt es einen filmreifen Showdown der ganz schön brutal ist.

Ein Buch das zu unterhalten vermag, dem aber von allem ein bisschen fehlt:
Spannung, Inhalt, Handlung, Dialoge, ein paar Seiten mehr etc.
Deshalb von mir 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde.