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Veröffentlicht am 11.06.2017

Der Brief

Der Brief
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Der Brief, ein Debüt von Carolin Hagenbölling

Cover:
Das Cover muss man nach dem Lesen des Buches nochmals genau anschauen, dann erschließt es sich einem erst richtig (mir auf jedenfall).

Inhalt:
Ein ...

Der Brief, ein Debüt von Carolin Hagenbölling

Cover:
Das Cover muss man nach dem Lesen des Buches nochmals genau anschauen, dann erschließt es sich einem erst richtig (mir auf jedenfall).

Inhalt:
Ein Brief von ihrer Schulfreundin (Christine) wirft Maries Leben jähr aus der Bahn.
Denn der Brief ist an sie als Marie in Paris gerichtet, es wird von einem anderen Leben erzählt.
Als Marie bei Christine nachfrägt, erfährt sie, dass diese wiederum von ihr einen Brief erhalten hat, der auch wieder an ein ganz anderes Leben anknüpft.
Was ist hier los?
Wer erlaubt sich einen schlechten Scherz?
Beide, Marie und Christine gehen dem weiter nach und ihr beider Leben steht plötzlich in Frage.

Meine Meinung:
Der Einstig in die Geschichte ist wirklich spektakulär.
Alles ist total mysteriös und nebulös.
Es bietet sich überhaupt keine plausible Erklärung und die Spannung steigt ins unermesslichem, so dass ich an den Seiten geklebt bin.
Die Personen werden sehr gut dargestellt und charakterisiert, ich kann mir jede einzelne sehr gut vorstellen.
Auch die Handlung wird sehr eindeutig beschrieben, und doch kann ich mir (wie auch die Protagonisten im Buch) überhaupt keinen Reim drauf machen oder eine logische Erklärung finden.
Die beiden Handlungsorte; Hamburg und Paris werden sehr gut beschrieben und das jeweilige Flair wird super eingefangen und transportiert.
Ab der Mitte ungefähr lässt dann die Spannung für mich etwas nach, weil es so verwirrend ist und es für mich immer mehr auf irgendwas „unlogisches“ hinausläuft, und das ist für mich als „Kopfmensch“ nicht so das erwartete Ende.
Ich will jetzt hier nicht weiter drauf eingehen, denn sonst spoilere ich das, was die Geschichte ausmacht.
Nur so viel, wäre dieses Buch unter Fantasy oder Sciencefiction erschienen, hätte ich dieses Ende so akzeptieren können.

Also Begin: phänomenal und spannend.
Schreibstil: mitreißend, flüssig und authentisch.
Ende: für mich unbefriedigend.

Autorin:
Carolin Hagenbölling, geb. 1980, studierte Kulturwissenschaften und arbeitete bei verschiedenen Werbeagenturen. Sie lebt in Düsseldorf.

Mein Fazit.
Eine spannende Geschichte mit der Hauptfrage:
Was wäre wenn………?
Doch da ich ein absoluter Kopfmensch bin, kann ich die Gedanken hinter der Geschichte nicht nachvollziehen. Und ziehe für das Ende in diesem Fall einen Stern ab. Also 4 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 08.06.2017

Der Himmel über Ceylon

Der Himmel über Ceylon
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Der Himmel über Ceylon, von Linda Cuir

Cover:
Schon das Cover lässt mich träumen.

Inhalt:
Die junge Teepflückerin Anjali will mehr vom Leben als es ihr vom Schicksal vorherbestimmt ist.
Das Leben auf ...

Der Himmel über Ceylon, von Linda Cuir

Cover:
Schon das Cover lässt mich träumen.

Inhalt:
Die junge Teepflückerin Anjali will mehr vom Leben als es ihr vom Schicksal vorherbestimmt ist.
Das Leben auf der Plantage ist entbehrungsreich und hart, und wegen ihrer hellen Haut und ihrer grünen Augen wird sie zudem verspottet.
Durch einen Zufall begegnet sie dem Engländer Tom und verzaubert ihn mit ihrem unbändigen Willen und ihrer exotischen Schönheit.
Er besorgt ihr eine Anstellung im Haus seiner adligen Eltern.
Doch so leicht lässt sich das Schicksal nicht umgehen, unvorhergesehene Bedrohungen und grausame Hürden stellen sich der jungen Frau in den Weg….

Meine Meinung:
Eine selbstbewusste und taffe Protagonistin, die mehr aushält als man sich vorstellen kann, ein wahres „Steh-Auf-Männchen“.
Sie bricht aus den geltenden Gesellschaftlichen Regeln, dem Kastensystem aus, doch es wird ihr nicht einfach gemacht und sie muss zahlreiche Rückschläge einstecken.
Ein wunderschöner exotischer Handlungsort, wobei die Armut des Landes nicht ausgespart wird.
Ein mehr oder weniger modernes Märchen wie aus Tausend und einer Nacht.

Die Protagonisten haben alle ihre Ecken und Kanten, viele oder einige ihrer Handlungen und Beweggründe sind nicht nachvollziehbar (es bleibt rätselhaft), aber alles ist auch eingebettet in eine Gesellschaft, die so nicht alltäglich ist.

Freundschaft ist auch ein ganz wichtiges Thema dieses Buches.

Gegen Ende zu wird es dann zu „märchenhaft“.
Vor allem als Anjali in den Perlenhandel einsteigt. Ganz alleine kümmert sie sich um alles, sucht nach Geschäftsräumen, Ausstattung (mit erlesenen Antiquitäten), meistert den Verkauf und die Buchführung (obwohl sie nie auf irgendeine Schule oder in entsprechenden Kursen war). Dafür ziehe ich auch einen Stern ab.

Autorin:
Linda Cuir, geb. 1944, gab 2000 ihr medizinisches Labor auf, um mit ihrem Mann nach Andalusien zu ziehen.
Nach zahlreichen Kurzgeschichten ist die ihr Romandebüt.

Mein Fazit:
Ein Buch zum Träumen (wenn auch die traurige Wirklichkeit nicht zu kurz kommt), berührend, emotional und zu tiefst ergreifend.
Es hat mich in ein wunderschönes, exotisches Land (Ceylon) entführt und mir wunderschöne Lesestunden geschenkt.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 05.06.2017

Fat City

Fat City
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Fat City, von Leonard Gardner
Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens

Cover:
Auffällige Farbe mit klaren Kontrasten, raffiniert gemacht das innere aufklappbare Faltblatt.

Inhalt:
Zwei Männer begegnen ...

Fat City, von Leonard Gardner
Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens

Cover:
Auffällige Farbe mit klaren Kontrasten, raffiniert gemacht das innere aufklappbare Faltblatt.

Inhalt:
Zwei Männer begegnen sich. Einer am Beginn einer möglichen Boxerkarriere, der anderen hat diese anscheinend zu früh beendet.
Beide träumen von einer Profi-Karriere.
Ist hier Platz für eine Liebe, für eine Familie und Kinder?
Wie sieht der Absturz aus, wenn man mit einer Flasche Whiskey bei den Pennern in der Gosse landet?

Meine Meinung:
Durch ein Missverständnis habe ich dieses Buch zugeschickt bekommen, deswegen habe ich es jetzt gelesen.

Dies ist so gar nicht meine Welt. Die harte, brutale ja „schäbige“ Umgangssprache schreckt mich eher ab. Auch ist Boxen etwas das ich überhaupt nicht verstehen kann und auch nie verstehen werde, deshalb fehlt mir einfach der Bezug und das Verständnis zu den Protagonisten.
Hier wird eine harte und brutale Welt auf der harten Seite des Lebens und des Boxens ungeschönt, brutal und schonungslos beschrieben, einer Welt der ich überhaupt nichts abgewinnen kann.
Auch außerhalb des Boxens ist dies eine harte Welt, an der Grenze des Existenzminimums. Es wird von der Hand in den Mund gelebt. Es geht ums Überleben (gesellschaftlicher Absturz), Sex und Alkohol, für mich sieht es so aus als ob es keine Perspektive gibt.
Das Ganze hat mich auch emotional überhaupt nicht angesprochen, es klingt für mich wie ein Bericht, ich fühle mich nicht in oder mit der Geschichte.
Auch wenn man seinen Horizont immer mal wieder erweitern sollte, möchte ich eigentlich ungern in meiner Freizeit davon lesen.

Autor:
Leonard Gardner ist in Kaliforniern geboren. 1972 wurde der Roman mit Jeff Bridges in der Hauptrolle von John Huston verfilmt.

Übersetzer:
Gregor Hens, geb. 1965 in Köln, lehrte zwei Jahrzehnte lang an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Seit 2013 lebet er al freier Autor in Berlin.

Mein Fazit:
Auf jedenfall nicht mein Buch, aber nicht weil es schlecht geschrieben ist, sonder weil dies auf jedenfall nicht meine Welt ist, ich sie überhaupt nicht verstehen kann und sie mich auch abstößt.
Es ist schwer für mich das Buch positiv oder neutral zu beurteilen, wenn ich die Handlung und die Charaktere rundum nicht verstehe und ablehne.
Eine „Milieu-Studie“, die mich aber emotional nicht erreicht hat.
Also von mir knappe und ganz wohlwollende 3 Sterne.

Veröffentlicht am 04.06.2017

Frühlingsglück und Mandelküsse

Frühlingsglück und Mandelküsse
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Frühlingsglück und Mandelküsse, von Emilia Schilling

Cover:
Die freundlichen Farben machen auf das Buch aufmerksam.

Inhalt:
Im Leben der jungen Wienerin Charlotte Paul, genannt Charlie, die eigentlich ...

Frühlingsglück und Mandelküsse, von Emilia Schilling

Cover:
Die freundlichen Farben machen auf das Buch aufmerksam.

Inhalt:
Im Leben der jungen Wienerin Charlotte Paul, genannt Charlie, die eigentlich mit ihrem Traumjob als Patissière und mit ihrem Freund glücklich ist, hat eine Pechsträhne begonnen.
Sie soll einen neuen Chef bekommen und gerade an diesem Tag verschläft sie.
So gerät ihr erstes Treffen zum Desaster, sie schnappt ihm den Parkplatz vor der Nase weg, präsentiert sich am Arbeitsplatz mit Papilloten im Haar und barfuß und gibt so gar kein professionelles Bild von sich ab.
Auch ihr Freund Eddie entwickelt sich immer mehr zum Albtraummann, nicht nur dass seine Familie sie ablehnt und kränkt wo es nur geht, und er nicht hinter ihr steht, nein nun taucht auch die ach so perfekte EX wieder auf.
Auf einer Achterbahn der Gefühle fährt Charlie von einem Chaos ins nächste und weiß am Ende selber kaum noch was sie eigentlich vom Leben erwartet.

Meine Meinung:
Ein wunderschöner und turbulenter Debüt-Roman, ein Gute-Laune Buch.
Der Handlungsort Wien ist sehr schön integriert.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht und mit einem tollen Humor gewürzt, der mich immer wieder zum Lachen bringt.
Die Charaktere werden schön nacheinander vorgestellt und sind sehr individuell und real ausgearbeitet. Ich hatte beim Lesen von jedem ein genaues Bild vor Augen. Die Unterschiede in den einzelnen Familien sind zum greifen nah und ich kann diese mir sehr gut vorstellen.
Auch die Handlung entwickelt sich verständlich und logisch, Charlie lässt kein Fettnäpfchen aus und die Prise Zufall ist auch gut vorstellbar, sehr schön finde ich die Freundschaft der drei Frauen, die sich gegenseitig sehr stützen.

Besonders klasse sind die tollen Rezepte, die mich spontan zum ausprobieren animiert haben. – Lecker!

Autorin:
Emilia Schilling ist Ende zwanzig und lebt mit ihrem Mann und ihrem Son in Niederösterreich. „Frühlingsglück und Mandelküsse“ ist ihr erster Roman. Weitere Titel der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung.

Mein Fazit:
Eine gelungene Geschichte, federleicht erzählt. Zum eintauchen und mit den Protagonisten mit fiebern.
Es entwickelt sich ein amüsantes Lügennetzt, das sich durchaus real liest.
Leseherz was willst du mehr ♥.
Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.
Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.06.2017

Piniensommer

Piniensommer
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Piniensommer, von Stefanie Gerstenberger

Cover:
Die wunderbar warmen Farben und das Motiv, lassen auf einen leichten Sommerroman schließen. Ist es aber nicht.

Inhalt:
Stella und Nicola, seit Kindertagen ...

Piniensommer, von Stefanie Gerstenberger

Cover:
Die wunderbar warmen Farben und das Motiv, lassen auf einen leichten Sommerroman schließen. Ist es aber nicht.

Inhalt:
Stella und Nicola, seit Kindertagen unzertrennlich, sind in ihrer Liebe gewachsen. Sie wollen heiraten, doch es gibt einiges das ihnen im Weg steht.
In Sizilien um 1960 ist ein selbstbestimmtes Leben nicht so einfach.
Da ist die Familie, die das Sagen hat, und auch die Mafia mit ihren ungeschriebenen Gesetzen greift überall in das gesellschaftliche Leben ein.
Als es für die beiden endlich zum Happy End kommen soll, schlägt das Schicksal völlig unerwartet zu………

Meine Meinung:
Dies ist die Fortsetzung von: Das Sternenboot.
Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich dieses Buch nicht gelesen habe, auf jedenfalls viel mir der Einstieg nicht leicht.
Die familiären Zusammenhänge blieben für mich sehr verwirrend und konfus irgendwie nicht zu durchschauen.
Ich konnte mir die Familie Camaleo nicht so recht vorstellen. Ein verarmter Adel? Verrückte Schwestern die ein Liebespaar waren und ins Kloster verband und dort misshandelt wurden? Es gibt es Kleider von Dior etc. (wenn auch von der verstorbenen Mutter), und viele Ländereien, und doch nur Schulden? Wie ist es zu dieser Verarmung gekommen?

Ich konnte auch während des ganzen Buches die Atmosphäre nicht aufnehmen, nicht richtig verstehen und /oder ergründen oder einschätzen.
Das ganze Buch ist sehr stark mit Trauer angefüllt.
Und diesen Glorienschein, der um den Toten errichtet wurde, konnte ich irgendwie auch nicht nachvollziehen.
Dann die Nachrichten aus dem „Jenseits“ – irgendwie war mir das zu esoterisch.
Die Mafia spielt ja eine wichtige Rolle in dem Buch, und doch gibt es kaum Informationen über deren Verhalten. Außer die korrupte Vergaben von den Friedhofsplätzen.

Irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen.

Autorin:
Stefanie Gerstenberger, geb. 1965 in Osnabrück, studierte Deutsch und Sport. Sie wechselte ins Hotelfach, lebte und arbeitete u.a. auf Elba und Sizilien.

Mein Fazit:
Eine Liebesgeschichte die mir zu sehr von Trauer geprägt wird.
Die Namen der Menschen werden mir nicht mit Leben erfüllt, auch wenn sie noch so tragisch dargestellt werden.
Ich würde das Buch wohl als Tragödie mit erwartetem Happy End bezeichnen.
Von mir 3 Sterne.