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Veröffentlicht am 15.01.2022

Durchgehend spannend mit ständig neuen Wendungen

Thirteen
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Der Thriller „Th1rt3en“ von Steve Cavanagh ist Teil einer Serie rund um den Ermittler Eddie Flynn, einem in New York lebenden Strafverteidiger. Ich kannte bisher noch keinen Band der Reihe. An entsprechenden ...

Der Thriller „Th1rt3en“ von Steve Cavanagh ist Teil einer Serie rund um den Ermittler Eddie Flynn, einem in New York lebenden Strafverteidiger. Ich kannte bisher noch keinen Band der Reihe. An entsprechenden Stellen im Buch gab es kurze Hinweise auf das, was Flynn früher erlebt hat, so dass ich die Geschichte problemlos ohne Vorkenntnisse lesen konnte. Das Cover lädt den Lesenden dazu ein, auf einem der Jurystühle Platz zu nehmen und sich ein eigenes Urteil durch die Beweisführung der Anklage und der Verteidigung zu bilden. Gleichzeitig verdeutlicht der rote Sitz, dass der Täter in der Jury sitzt, wie es im Untertitel steht. Allerdings gehören zu einer Geschworenenjury in New York zwölf Personen. Der Mörder ist im vorliegenden Fall die Nummer 13 und dadurch titelgebend. Sein Motiv, warum er sich unbedingt einen Platz in der Jury verschafft und nicht nur zur Reserve, sondern unter den Urteilenden sein will, steht im Fokus des Thrillers.

Eddie Flynn erzählt seinen Alltag in der Ich-Perspektive. Mit einfallsreichen Methoden versucht er Verbrechen aufzuklären, die seinen Mandanten angehängt werden. Dabei widerlegt er oft die Aussagen der Polizisten, die die Tat vor Ort aufgenommen haben. Flynn weiß, dass einige von ihnen korrupt sind und sich durch ihre Angaben erhoffen, eigene Vorteile beim Straffälligen verschaffen zu können. Dadurch hat er sich bei einem Teil von ihnen unbeliebt gemacht, was sich auch auf seine aktuellen Ermittlungen auswirkt.

In die Rolle des Strafverteidigers im Fall des Angeklagten Robert Solomon gerät Flynn eher zufällig. Solomon ist ein bekannter Schauspieler und steht unter Verdacht, seine ebenfalls prominente Frau und deren Bodyguard ermordet zu haben. Als Flynns vertragliche Verpflichtung zur Mitwirkung beim Mandat aufgehoben wird, entscheidet er sich dennoch für die Weiterführung der Rechtsvertretung, denn zu seiner Maxime gehört es, einem Angeklagten beizustehen, wenn er von dessen Unschuld überzeugt ist.

Die Kapitel, die Flynn erzählt, wechseln sich mit solchen ab, in denen Joshua Kane im Mittelpunkt steht und die aus einer allwissenden Perspektive geschildert werden. Bereits im Prolog las ich vom zielgerichteten Vorgehen des Mörders, der ohne Bedenken grausige Verbrechen begeht. Wochen und Monate hat er mit der Umsetzung seiner raffinierten Planungen zugebracht, die ihm einen Platz in der Jury beim Prozess gegen Solomon einbringen sollen. Der Beweggrund für Kanes Handeln stand von Beginn an als großes Fragezeichen im Raum.

Als Leserin vermittelte Steve Cavanagh mir geschickt die Indizien zum Fall Solomon, indem er mich an die Seite seiner Serienfigur stellte, der erst kurz vor Prozessbeginn hinzugezogen wird und sich nun ein eigenes Bild der Faktenlage machen muss. Parallel dazu entstand für mich ein Bild von Joshua Kane als skrupelloser Täter, der unentdeckt bleiben will und dennoch eine blutige Spur hinterlässt. Die Beweislage spricht gegen Solomon, der ein Geheimnis zu hüten scheint. Dennoch war mir Kane suspekt, so dass ich eine Wende erwartete. Ich wurde nicht enttäuscht.

Die Spannung im Thriller „Th1rt3en“ von Steve Cavanagh nahm von Beginn an immer mehr an Fahrt auf und überraschte mich mit ständigen neuen Wendungen. Die Aufklärung des Verbrechens erfolgt durch das clevere, manchmal unkonventionelle Vorgehen des scharfsinnigen Strafverteidigers Eddi Flynn. Erst zum Ende hin wird das Motiv aufgedeckt und es zeigt sich das ganze Ausmaß der Taten des Mörders, was mich nach den bis dahin schon packenden Ereignissen noch einmal beeindruckte und zu einem glänzenden Abschluss führte. Das Buch ist aufgrund der durchgehend hohen Spannung ein Must-Read für jeden Thriller-Fan und daher empfehle ich es gerne weiter.

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Veröffentlicht am 09.01.2022

Geschickte Konstruktion, die manchmal an der Wirklichkeit vorbei geht, aber möglich ist

Playlist
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Der Titel des Psychothrillers „Playlist“ von Sebastian Fitzek nimmt Bezug auf eine Liste mit Audiodateien, die das Opfer eines Entführers zusammengestellt hat. Sie spielt im weiteren Verlauf eine wichtige ...

Der Titel des Psychothrillers „Playlist“ von Sebastian Fitzek nimmt Bezug auf eine Liste mit Audiodateien, die das Opfer eines Entführers zusammengestellt hat. Sie spielt im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle. Das Cover des Buchs ist dazu passend und ansprechend gestaltet, der Eyecatcher in der Mitte zieht Blicke auf sich. Die Inhaltsangabe wurde kurz und knapp gehalten und macht neugierig darauf, wie Text und Songs zusammenhängen.

Die 15-jährige Feline Jagow wurde vor einigen Wochen entführt. Ihre Mutter Emilia, die das Verhalten ihres Mannes in einer bestimmten Situation merkwürdig vorkommt, wendet sich an den privaten Ermittler und ehemaligen Polizeireporter Alexander Zorbach. Alina Gregoriev, die Physiotherapeutin ihrer Tochter, hat ihr Zorbach empfohlen. Fans des Autors erinnern sich spätestens bei der Kombination der Namen Zorbach und Gregoriev an die beiden Thriller „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“, bei denen die beiden gemeinsam ermittelt haben. Ich kenne die beiden Bücher auch, konnte mich aber kaum an deren Inhalt erinnern. Sebastian Fitzek lässt an geeigneten Stellen entsprechende Informationen über die vergangenen Ermittlungen einfließen, so dass das Lesen ohne Verständnisprobleme möglich ist.

Zorbach und Gregoriev erkennen im weiteren Verlauf der Geschichte ein ähnliches Muster im Vorgehen des Entführers wie sie der Augensammler damals angewendet hat. Es sind kaum Spuren vorhanden, die zu Feline führen könnten. Einzig eine Playlist bei einem Musikdienst könnte ein Hinweis sein, denn sie wurde noch vor Kurzem geändert. Die beiden klammern sich an die Hoffnung, dass Feline ihnen damit eine Nachricht zukommen lassen will. Ihnen ist klar, dass eventuell das Leben des jungen Mädchens davon abhängt, wie schnell sie die Liste gedeutet haben.

Sebastian Fitzek hat auf einzigartige Weise Songs, die eigens für seinen Thriller von namhaften Künstlern komponiert wurden, mit dem Inhalt verbunden. Man muss jedoch nicht unbedingt die Lieder hören, um dem Inhalt folgen zu können, denn der Autor zitiert die Auszüge aus den Texten, die für die Handlung relevant sind. Dennoch finde ich es eine großartige Idee, die beiden Medien miteinander unmittelbar zu verknüpfen und das Hören beim Lesen sorgt für eine gewisse Atmosphäre durch schnelle Beats oder ruhigere Klänge.

Die Entschlüsselung der Playlist ist stark konstruiert, bringt aber die Ermittlungen weiter. Es gelingt Sebastian Fitzek, Fährten zu Tatverdächtigen zu legen, die nicht nur Zorbach und Gregoriev sondern auch den Lesenden täuschen und für weitere Spannung sorgen. Während das Ermittlerduo kooperiert, obwohl Gregoriev sich nur widerwillig auf eine Zusammenarbeit einlässt, wählt Emilia eine alleinige, eigenwillige Vorgehensweise, um Feline näher zu kommen. Dabei greift der Autor zu Mitteln, die eher unrealistisch sind, aber die Spannung hochhalten und zu weiteren Verwicklungen führen. Es sind Beschreibungen von grausamen Taten beinhaltet, die meist schon geschehen sind, weswegen ich den Thriller nicht für empfindsame Lesende geeignet finde.

Mit „Playlist“ gelingt es Sebastian Fitzek erneut, den Lesenden spannend zu unterhalten. Von Beginn an baut er Spannung auf und hält sie bis zum Ende. Durch eine geschickte Konstruktion, die zwar manchmal an der Wirklichkeit vorbei geht, aber dennoch im Bereich des Möglichen liegt, kommt es zu zahlreichen Wendungen, die mich als Leserin überraschten. Im Vergleich gesehen halte ich „Playlist“ nicht für den besten Thriller des Autors, aber er hat mir besser als das Buch „Der Heimweg“ gefallen, das ich von ihm gelesen habe. Definitiv ein Must-Read für diejenigen, die den Fall des „Augensammlers“ verfolgt haben, ein Muss für Fitzek-Fans und eine Empfehlung an alle Thrillerfreunde.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Wirkte auf mich wenig realitätsnah

Sommersprossen – Nur zusammen ergeben wir Sinn
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Der Roman „Sommersprossen“ von Cecelia Ahern trägt den Untertitel „Nur zusammen ergeben wir Sinn“, der sich auf einen Ausspruch des Motivationstrainers Jim Rohn bezieht. Er sagte, dass jeder der Durchschnitt ...

Der Roman „Sommersprossen“ von Cecelia Ahern trägt den Untertitel „Nur zusammen ergeben wir Sinn“, der sich auf einen Ausspruch des Motivationstrainers Jim Rohn bezieht. Er sagte, dass jeder der Durchschnitt der fünf Menschen ist, mit denen er die meiste Zeit verbringt. Der Ratschlag bringt Allegra Bird zum Grübeln. Sie ist die Protagonistin und Ich-Erzählerin des Buchs, 24 Jahre alt, trägt den Spitznamen „Sommersprosse“ aufgrund der Pigmentflecke auf ihrer Haut, lebt in Dublin und arbeitet als Verkehrshostess. Ein Falschparker hat ihr den Spruch wütend entgegengeworfen, als sie ihm erneut einen Strafzettel ausgestellt hat.
Allegra ist bei ihrem Vater, einem Musikdozenten, aufgewachsen. Ihre Mutter kennt sie nicht. Später ist sie dann im Internat gewesen. Sie hat ihre frühere Heimat an der Westküste Irlands zurückgelassen, um eine persönliche Mission in Dublin auszuführen, die erst nach der Hälfte der Buchseiten thematisiert wird. In der Hauptstadt hat sie kaum Freunde. Ihre Kontakte beschränken sich auf ihr berufliches Umfeld und die Vermieter ihrer Wohnung. Daher fragt sie sich in Bezug auf das Zitat von Rohn, von wem sie selbst sich inspiriert fühlt oder wen sie gerne an ihrer Seite sehen möchte.
Ich fand es am Beginn es Romans interessant, dass die Autorin einen Motivationsspruch als Hintergrund der Erzählung für ihre Protagonistin wählt. Allerdings merkte ich sehr rasch, dass die Einbindung eigenwillig erfolgte. Allegra ist eine Persönlichkeit, die sich nicht leicht fassen lässt. Ihr Vater ließ ihr bei seiner Erziehung viel Freiraum, im Internat hatte sie sich dagegen an viele Regeln zu halten. Zu diesem Zeitpunkt begann sie, sich selbst zu verletzen. Inzwischen ist sie sehr pedantisch und ordnungsliebend, vor allem im Berufleben.
Das Ziel, dem sie in Dublin nachgeht, hat sie noch nicht erreicht und von ihren Vermietern wird sie manchmal ausgenutzt. Das führt häufig zu einer betrübten Stimmung bei ihr. Sie schafft es nicht, über ihren Schatten zu springen. Obwohl sie eher kontaktscheu ist, hat sie keine Probleme damit, sich bei Gelegenheit Zufallsbekanntschaften leidenschaftlich hinzugeben.
Das Handeln von Allegra kann ich nicht immer nachvollziehen. Das, was sie unternimmt, um die fünf Personen entsprechend des Ausspruchs zu benennen, fand ich ungewöhnlich, aber auch unbeholfen. Die Protagonistin wurde mir nicht sympathisch und auch andere Figuren beschrieb die Autorin mit vielen Makeln, so dass ich sie suspekt wahrnahm.
Leider konnte mich insgesamt gesehen die Geschichte zu „Sommersprossen“ von Cecelia Ahern nicht berühren, weil ich die Eigenschaften der Protagonistin sehr konstruiert fand und ihre Handlungen zwar unterhaltend waren, aber auf mich wenig realitätsnah wirkten.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Magda Fuchs überrascht immer wieder mit ihren Entscheidungen

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Der Roman „Das Leben, ein großer Rausch“ von Helene Sommerfeld ist der zweite Teil der Trilogie „Polizeiärztin Magda Fuchs“. Es ist das Jahr 1922. Die 31 Jahre alte Magda lebt inzwischen seit zwei Jahren ...

Der Roman „Das Leben, ein großer Rausch“ von Helene Sommerfeld ist der zweite Teil der Trilogie „Polizeiärztin Magda Fuchs“. Es ist das Jahr 1922. Die 31 Jahre alte Magda lebt inzwischen seit zwei Jahren in Berlin. Sie hat die gynäkologische Praxis des verstorbenen Ehemanns ihrer Pensionswirtin übernommen. Allerdings muss sie die Sprechstunden stark beschränken, weil ihr auch noch ihrer Tätigkeit als Polizeiärztin beim Gesundheitsamt nachgeht

Eines Tages wird die ebenfalls in der Pension eingemietete Doris, die eine Karriere als Schauspielerin anstrebt, im Gewühle des Silvesterballs, von einem Messer schwer verletzt. Magdas Freund Kuno und seine Kollegen vom Kommissariat übernehmen die Ermittlungen und schnell stellt sich heraus, dass der Angriff leider kein Einzelfall war. Unterdessen intensiviert sich das Verhältnis von Celia, der Tochter der Pensionswirtin, zu ihrem betuchten Galan Edgar. Wie in Band eins konnte ich neben den vertrauten Figuren Magda, Doris und Celia ebenfalls über die in der Pension lebende Journalistin Erika, die manchmal eng mit Magda arbeitende Fürsorgerin Ina und die Anwältin Ruth lesen.

Anhand der Schicksale ihrer Figuren zeigt das Berliner Autorenehepaar Licht und Schattenseiten in der Hauptstadt zu Beginn der 1920er Jahre. Einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg freuen sich die Berliner, die es sich leisten können, über Theateraufführungen, Kinofilme und Besuche in Etablissements mit Musik und Tanz. Das Leben erscheint nach den entbehrungsreichen Jahren wie ein Rausch, den es zu genießen gilt. Vor allem Celia und Doris machen gerne davon Gebrauch, wobei sie dabei unterschiedliche Ziele verfolgen. Doris sucht bei den Gelegenheiten nach einem passenden Ehemann, während es für Celia ein Ausdruck ihrer Selbstständigkeit ist. Überhaupt hadert sie mit ihrer Beziehung zu Edgar, der gelegentlich eine schlechte Seite an ihm zeigt. Außerdem möchte sie sich keineswegs erneut in eine Ehe begeben, in der sie nur den Anweisungen ihres Manns zu folgen hat.

Neben dem damals allgemeinen Streben der Frauen nach Gleichberechtigung nimmt das Thema Verhütung im Roman großen Platz ein. Eine Aufklärung der Frauen ist nur in engem Rahmen möglich, weil man ansonsten gegen das Gesetz verstößt. Magda setzt sich vehement gegen Abtreibung ein. Mit ihrer Pensionswirtin, die ihr die Akten in der Praxis führt, gerät sie dabei in Streit. Helene Sommerfeld beleuchtet anhand mehrerer Schicksale verschiedene Seiten des Problems und sorgt jedes Mal bei Magda für eine Auseinandersetzung mit ihrem Gewissen. Es zeigt sich, dass ungewollte Schwangerschaften sowohl bei reichen wie auch armen Familien eine große Sorge sind, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die zunehmende Geldentwertung führt zu immer größerer Armut in der Bevölkerung. Magdas Praxis steht dadurch auf dem Spiel, denn die Kosten sind hoch.

Im Roman „Das Leben, ein großer Rausch“ gelingt es dem Autorenehepaar unter dem Pseudonym Helene Sommerfeld erneut, das Leben in Berlin zu Beginn der 1920er lebendig werden zu lassen. Die Protagonistinnen, die in unterschiedlichen Arbeitsgebieten tätig sind, verfolgen mit Selbstbewusstsein ihre Ziele und überraschen manchmal mit ihren Entscheidungen. Auch der vorliegende zweite Band endet wie der erste mit einem Cliffhanger und macht neugierig auf den abschließenden Teil. Ich fühlte mich von der Geschichte bestens unterhalten und empfehle das Buch daher gerne an Lesende historischer Erzählungen.

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Veröffentlicht am 20.12.2021

Streben nach Unsterblichkeit

Das Zeitalter der Drachen
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Das Buch „Das Zeitalter der Drachen“ ist ein High-Fantasy Roman von Jenny-Mai Nuyen, der in der Sphäre von Tana, der Welt von Tag und Nacht, spielt. Tana wird bewohnt von Menschen, Grauen und Weißen Elfen ...

Das Buch „Das Zeitalter der Drachen“ ist ein High-Fantasy Roman von Jenny-Mai Nuyen, der in der Sphäre von Tana, der Welt von Tag und Nacht, spielt. Tana wird bewohnt von Menschen, Grauen und Weißen Elfen sowie Zwergen. Sie haben Furcht vor Drachen, die ebenfalls auf Tana heimisch sind. Mit ihrem Feueratem können sie Lebewesen, Fauna, Flora und Gebäude vernichten. Die Hoffnung der Einwohner von Tana liegt bei den Erzmagiern der Völker, von denen sie erwarten, dass diese ihre Zauberkünste dazu einsetzen, die Bedrohung durch die Drachen zu bannen.

Nireka ist eine junge unverheiratete Frau, die bei den Zwergen in Ydras Horn unter der Erde lebt. Ihr Vater ist ein bedeutender Mann bei ihnen. Jedes Mal wenn ein Bewohnender der Zwergenfestung von einem Geisterschatten befallen wird, kommt ein Drache nach Ydras Horn, der die Herausgabe der Person verlangt, damit er sich daran nähren kann. Aber das Volk der Zwerge steht zusammen. Sie bewahren sich ihre Würde und nehmen lieber Hunger und Ungemach in Kauf als einen von sich, so wie andernorts üblich, zum Fraß auszuliefern.

Als die Geisterschatten Nireka heimsuchen, beschließt sie, sich dem Drachen zu opfern. Sie gelangt über das offene Meer an einen Turm, in dem seit Jahrhunderten ein Ei eingeschlossen ist, aus dem sich ein Drachen entwickeln wird. Ihr Schicksal nimmt nicht den von ihr erwarteten Verlauf. Der Drache Aylen, der aus dem Ei schlüpft, will überraschenderweise niemanden fressen, sondern verbündet sich mit ihr im Kampf um seine Artgenossen. Aylens Anliegen findet seinen Grund in der eigenen und der Vergangenheit von Tana.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. In einem einführenden Prolog macht die Autorin in einer Rückblende neugierig darauf, warum Aylen sich zu dem entwickelt hat, wie Nireka sie aktuell wahrnimmt. Früher war Aylen eine verachtete Hexe mit hohen Ansprüchen an sich. Begleitet wird sie von einem verzauberten Gegenstand, der für noch mehr Tiefe und einem manchmal amüsanten Anklang in der Erzählung sorgt. Ohne bestimmte geistige Eigenschaften mit einem Volk zu verknüpfen, zeigt die Autorin wie unterschiedlich an verschiedenen Orten in der von ihr erdachten Welt das tägliche Leben bestritten wird. Dabei stellt sie den ungleichen Umgang mit den Drachen besonders heraus.

Jenny-Mai Nuyen gestaltet ihre Figuren wandelbar. Die Protagonistinnen finden sich nicht mit der ihnen zugedachten Rolle ab, sondern hinterfragen die Handlungen ihres Volkes und die damit verbundenen Konsequenzen. Sowohl Nireka wie auch Aylen setzen sich mit moralischen Bedenken auseinander. Hinter allem steht das Streben des Einzelnen nach Unsterblichkeit. Demgegenüber stellt die Autorin die damit möglicherweise verbundenen Einbußen und wirft die Frage auf, wie ein ewig lebendes Wesen von anderen wahrgenommen beziehungsweise wie es selbst mit Sterblichen umgehen wird. Sie stellt den Drang nach Macht und Anerkennung gegen das Bestreben nach dem Wohl eines ganzen Volks. Auch fantastische Zaubereien und magische Kämpfe kommen im Roman nicht zu kurz.

In ihrem Fantasy-Roman „Das Zeitalter der Drachen“ beschreibt Jenny-Mai Nuyen den Kampf der Zwerge, Menschen und Elfen gegen Drachen, die sich an ihnen nähren. Dabei verdeutlicht sie das Bestreben der verschiedenen Wesen nach dem für sie Bestmöglichen, auch über moralische Bedenken hinweg. Die Geschichte hat meiner Ansicht nach mehr Tiefgang in der Figurengestaltung als ich sie von anderen Erzählungen des Genres her kenne. Das hat mir sehr gut gefallen und darum empfehle ich das Buch gerne an Lesende von Fantasie weiter.

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