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Veröffentlicht am 25.03.2021

Die "Wunderfrauen" in den 1960er Jahren - mit ungebrochenem Willen sich selbst zu behaupten

Die Wunderfrauen
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„Die Wunderfrauen – von allem nur das Beste“ ist der zweite Band einer Romantrilogie von Stephanie Schuster bei der die vier Frauen Luise, Marie, Helga und Annabel, die im oberbayrischen Starnberg oder ...

„Die Wunderfrauen – von allem nur das Beste“ ist der zweite Band einer Romantrilogie von Stephanie Schuster bei der die vier Frauen Luise, Marie, Helga und Annabel, die im oberbayrischen Starnberg oder in der Nähe leben, im Mittelpunkt stehen. Nachdem der erste Teil in den 1950er Jahren spielt, ist die vorliegende Handlung zu Beginn der 1960er Jahre angesiedelt. Der vorliegende Band kann auch unabhängig von der Kenntnis des ersten gelesen werden, was aber schade wäre, weil man dann interessante Details aus der Vergangenheit der Frauen verpasst.

Der Prolog macht neugierig auf das, was die Vier im Folgenden erleben werden und welche Antwort es darauf geben wird, warum Helga gerade im Gefängnis festsitzt. Ganz sicher ist aber, dass die Freundschaft die Jahre überdauert hat, denn die Freundinnen und ihre Kinder setzen sich füreinander ein. Für jede von ihnen hat sich auf eine bestimmte Weise erfüllt, so zu leben wie gewünscht und auch weiterhin streben die Freundinnen nach Selbstverwirklichung auf ihre je eigene Art. Dabei entwickeln sie sich weiter, nicht immer habe ich ihr Handeln gutgeheißen, aber dennoch blieben sie mir sympathisch.

Luise, inzwischen Mitte 30, ist weiterhin erfolgreich mit ihrem Gemischtwarenladen, während Marie gelernt hat ein bäuerliches Anwesen neben der Erziehung ihrer drei Kinder zu bewirtschaften. Für Helga ist der Wunsch, Ärztin zu werden, Wirklichkeit geworden. Eine Anstellung an der Starnberger Seeklinik ermöglicht es ihr, sich weitgehend selbst um die Erziehung ihres Sohns zu kümmern. Annabel ist im fortgeschrittenen Alter nochmal schwanger und freut sich sehr auf ihr zweites Kind.

Auch im zweiten Band räumen die Frauen viele Steine zur Seite, die ihnen im übertragenen Sinn in den Weg gelegt werden. Es ist eine Zeit, in der Frauen verstärkt für Gleichberechtigung eintreten. Die Einführung der Antibabypille ist dabei ein Meilenstein zur Selbstbestimmtheit. Auch in der Klinik ist neuer Wind zu spüren und Helga ist gerne bereit, ihre Tätigkeit entsprechend danach auszurichten.

Luise hält in ihrem Ladenkunde-Buch, wie bereits im ersten Teil der Trilogie, eine bunte Mischung an Fakten und Anekdoten fest, auch Rezepte sind dabei. Dadurch wird die Widergabe des Zeitgeists, der sich schon in der Geschichte vor allem in Form der gängigen Musik unter Hervorheben des Trends zum Rock’n’Roll-Tanzen widerspiegelt, nochmals verstärkt. Das Angebot ständig neuer Produkte und die Präsentation der Artikel in modernen Supermärkten mit Selbstbedienung bringt die Ladenbesitzerin zum Grübeln. Sie erkennt die Vor- und Nachteile einer solchen Einkaufsmöglichkeit und ihr wird klar, dass sie ihren eigenen Verkaufsstil daran anpassen muss. Weitere damals aktuelle Themen, von denen die Figuren mittel- oder unmittelbar betroffen sind, finden Eingang in die Erzählung und sorgen für eine Bereicherung des Geschehens, dazu gehörten ein medizinischer Skandal, die Flurbereinigung, Frauen am Steuer und der erste Mensch im All.

Im zweiten Teil der Trilogie über ihre „Wunderfrauen“ Luise, Annabel, Helga und Marie baut Stephanie Schuster die Stärken der Freundinnen aus und zeigt ihren ungebrochenen Willen sich selbst auf ihre jeweils eigene Weise zu behaupten. Der Roman endet mit einem Cliffhanger, der mich und bestimmt viele andere ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt, daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.03.2021

Ein Roman über die Bedeutung von Identität und Heimat sowie dem besonderen Wert von Zusammenhalt

Die Erfindung der Sprache
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Im Roman „Die Erfindung der Sprache“ nahm mich Anja Baumheier mit auf die fiktive ostfriesische Insel Platteoog. Eine Kirche, ein paar Nahversorgungsgeschäfte und ein Mehrzweckhaus mit Arztpraxis, Polizeistation ...

Im Roman „Die Erfindung der Sprache“ nahm mich Anja Baumheier mit auf die fiktive ostfriesische Insel Platteoog. Eine Kirche, ein paar Nahversorgungsgeschäfte und ein Mehrzweckhaus mit Arztpraxis, Polizeistation und Grundschule gibt es auf dem Eiland in der Nordsee. Besonders erwähnenswert ist die Bäckerei, denn sie wird von Leska und Ubbo Bakker betrieben, den Großeltern des Protagonisten Adam Riese. Eine Fähre sorgt dafür, dass Bewohner und Touristen in einer halben Stunde das Festland erreichen. Der Titel nimmt Bezug auf ein Buch mit gleicher Bezeichnung, das in der Geschichte eine wichtige Rolle bei der Auffindung von Adams Vater Hubert spielt.

Adam ist 32 Jahre alt und wohnt inzwischen in Berlin. Er ist Doktor für Sprachtheorie und angewandte Sprachwissenschaft und orientiert sich gerne an selbst erstellten systematisierenden Listen, die ihm einen gewissen Halt vermittelt und panikartige Anfälle vermeiden helfen. Sein Hang zur Zahl sieben ist eine seiner wunderlichen Schrullen, dazu ist er hochbegabt und sich bewusst, dass er autistische Züge trägt. Als er 13 Jahre alt war, ist sein Vater von einer Reise nicht zurückgekehrt. Eines Tages findet Oda, Adams Mutter, in einem Buch einen Hinweis auf den weiteren Verbleib von Hubert nach seinem Weggang. Adam macht sich nicht nur im eigenen Interesse, sondern vor allem zum Wohl von Oda auf die Suche danach, ob Hubert noch lebt und wenn ja, möchte er wissen wo.

Anja Baumheier zeigt ein kontrastreiches Leben von Adam, der zunächst in geborgenen Verhältnissen auf der kleinen überschaubaren Insel aufwächst. Aber auch dort erreichen ihn ungeahnte Schicksalsschläge, nicht nur durch das Verschwinden des Vaters, sondern auch durch einen weiteren großen Verlust. Das Adam mit seinem Verhalten immer wieder auffällt, ist spätestens im Umgang mit Gleichaltrigen zu bemerken. Von der gut ausformulierten Hauptfigur des Romans bis hinein in die Nebenfiguren kreiert die Autorin eigenwillige Charaktere wie beispielsweise die fürsorgliche, ständig besorgte, aus der Tschechoslowakei stammende Großmutter von Adam bis hin zu einer empathischen Logopädin, die wie jemand aus einem bekannten Kriminalroman aussieht.

Der Roman ist sprachlich facettenreich. Anja Baumheier hält an dem Originalton ihrer Figuren, die in der Sprache ihrer Heimat sprechen, fest; entsprechende Übersetzungen finden sich zum Verständnis in den Fußnoten. Ihre Beschreibungen sind häufig detailreich. Einen einmal aufgegriffenen Spleen der handelnden Personen behält sie konsequent bei, was ich später als erschöpfend empfand. Dadurch dehnt sich die Erzählung bei der Suche von Adam leicht aus. Trotz dramatischer Wendungen fehlt es nicht an gefühlvoll ausgeführten, mit sanfter Ironie ausgestatteten Situationen.

In ihrem Roman „Die Erfindung der Sprache“ schreibt Anja Baumheier in einer abwechslungsreich gestalteten Sprache über die Bedeutung von Identität und Heimat sowie den besonderen Wert von Freundschaft und Zusammenhalt. Die Geschichte ist tragisch berührend und dennoch amüsant mit hohem Unterhaltungswert. Daher empfehle ich sie gerne weiter.

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Veröffentlicht am 16.03.2021

Verborgene Orte, geheime Orden und Riten sowie ein Todesfall sorgen für Spannung

Das Geheimnis der Themse
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In ihrem Roman „Das Geheimnis der Themse“ nimmt Susanne Goga die beiden inzwischen verheirateten Figuren Charlotte und Tom Ashdown, die bereits in ihrem Buch „Der verbotene Fluss“ eine große Rolle spielten, ...

In ihrem Roman „Das Geheimnis der Themse“ nimmt Susanne Goga die beiden inzwischen verheirateten Figuren Charlotte und Tom Ashdown, die bereits in ihrem Buch „Der verbotene Fluss“ eine große Rolle spielten, erneut in den Fokus. Diesmal ist es weniger die Liebe, die dabei im Vordergrund steht, sondern es sind Geheimgesellschaften und mystische Rituale die die beiden erkunden. Zum Lesen und Verstehen des Romans werden die Kenntnisse der vorigen Geschichte nicht benötigt.

Charlotte hat ihren Beruf als Gouvernante aufgegeben, um sich ausschließlich ihrer Aufgaben als Ehefrau zu widmen, wie es damals üblich war. Erst vor kurzem hat das Ehepaar ein Haus mit Garten gekauft und ist umgezogen. Aber über ihrer Ehe liegt ein Schatten, weil sie noch kinderlos sind. Während Tom weiter seinem Beruf als Journalist bei einer Tageszeitung nachkommt, erhält er von seinem früheren Mentor das Angebot ein Buch über übernatürliche Phänomene in London zu schreiben. Nach kurzem Zögern stimmt er zu und begeistert bald darauf auch Charlotte für diese Arbeit. Eine geborgene Leiche aus der Themse erregt das Aufsehen der beiden, denn die Ermittlungen führen zu Hinweisen mit mystischem Charakter. Bei ihren Recherchen geraten sie immer mehr in Gefahr, weil sie tiefer in entsprechende geheime Kreise eindringen.

Susanne Goga verarbeitet sensibel das Thema der Kinderlosigkeit und zeigt, wie es dabei zu Spannungen in einer Ehe kommen kann aufgrund unausgesprochener Gefühle. Es ist schwierig, über bestimmte Probleme zu reden und eventuell die Hoffnung des Ehepartners dabei zu zerstören. Außerdem lässt die Autorin in Gedanken Charlotte ihre Rolle als Mutter durchdenken und sich in diesem Zusammenhang mit eventuell eingeschränkten Freiheiten beschäftigen, die ihr das Leben an der Seite von Tom bietet. Charlotte ist gebildet und entscheidet gerne selbständig, Tom schätzt ihre Einstellungen, wobei sie sich mit seinen Eigenwilligkeiten arrangiert hat. Beide waren mir von Beginn an auf ihre je eigene Art sympathisch.

Die Themse scheint schon lange eine gewisse Anziehungskraft zu besitzen. Dank sehr guter Recherche eröffnet Susanne Goga mit ihrer Erzählung dem Leser Zugang zu einer Reihe magischer Geschichten rund um den Fluss, die tatsächlich im Umlauf kursieren. Das historische London kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert lässt sie gekonnt lebendig werden und deckt anhand von magischen Orten, geheimen Gesellschaften und Kulten eine etwas andere als gewöhnliche Seite der britischen Hauptstadt.

Susanne Goga schreibt in ihrem Roman „Das Geheimnis der Themse“ über die Probleme der noch jungen Ehe des Londoner Paars Charlotte und Tom im Jahr 1894. Verborgene Orte, geheime Orden und Riten sowie ein Todesfall in diesem Zusammenhang stellen sich in den Vordergrund und sorgen für eine gewisse durchgehende Spannung. Zwar hätte ich mir etwas mehr Romantik erwartet, fühlte mich aber dennoch gut unterhalten, auch aufgrund des unverbrauchten Hintergrundthemas.

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Veröffentlicht am 09.03.2021

Schicksalsschwere, aber herzerwärmende Geschichte über eine junge Frau in den 1960er Jahren

Das Fräulein mit dem karierten Koffer
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Der Titel des Romans „Das Fräulein mit dem karierten Koffer“ von Claudia Kaufmann nimmt Bezug auf Sabine, eine der Protagonistinnen der Geschichte, die mehrmals in ihrem Leben in einem eben solchen Koffer ...

Der Titel des Romans „Das Fräulein mit dem karierten Koffer“ von Claudia Kaufmann nimmt Bezug auf Sabine, eine der Protagonistinnen der Geschichte, die mehrmals in ihrem Leben in einem eben solchen Koffer ihre Habseligkeiten eingepackt und damit zu neuen Ufern aufgebrochen ist. Der Hintergrund des Covers zeigt den Marienplatz in München, denn die Erzählung spielt in der bayrischen Landeshauptstadt. Während in den 1960ern die Emanzipation fortschreitet, sind in einigen bedeutenderen beruflichen Positionen noch Bürger mit früherer nationalsozialistischer Gesinnung zu finden. Für die nachfolgende Generation ist eine Aufarbeitung, auch im privaten Umfeld zwar schwierig, aber wichtig.

Sabine ist 19 Jahre alt im für sie schicksalhaften Jahr 1964. Ihre Mutter Brigitte ist verwitwet und hat mit Heinz einen neuen Ehemann gefunden. Weil Sabine noch nicht volljährig ist, hat Brigitte bestimmt, dass sie keine eigene Wohnung haben darf, doch das Verhältnis zu Heinz ist getrübt. Sie verliebt sich in den Sohn einer angesehenen betuchten Familie und wird schon bald sie von ihm schwanger. Ihre Hoffnung, dass der Vater des erwarteten Kinds sie heiraten wird, zerschlägt sich recht schnell. Sie verlässt ihre Mutter im Streit. Auf sich allein gestellt bringt sie ihre Tochter Andrea zur Welt und kämpft darum, dass sie ihr Kind selbst erziehen darf.

Claudia Kaufmann stellt in ihrem Roman mit dem Kampf der Frauen für ihre Rechte ein wichtiges Thema im in den Mittelpunkt. Sie zeigt die Ohnmacht der weiblichen Singles in den 1960ern, wenn es darum ging, die Erziehung ihres Kinds selbst zu übernehmen. Vom Jugendamt wurde ihnen nach Nichtehelichenrecht ein Vormund zugewiesen, der seine eigenen Ansichten zum richtigen Umgang mit dem Nachwuchs kundtun konnte, eine Alternative war die Heimunterbringung des Minderjährigen. Die Autorin beschreibt im Hintergrund ihrer Geschichte die Entwicklung der Rechtslage. Gut nachvollziehbar arbeitet sie im weiteren Verlauf ihrer Schilderung auch die Vor- und Nachteile einer strengeren im Gegensatz zu einer eher antiautoritären Erziehung heraus.

Im Fokus steht zwar Sabine aber auch ihre Mutter Brigitte und ihre Tochter Andrea stehen beispielhaft für viele Frauen ihrer jeweiligen Zeit. Jede der Frauen beansprucht für sich, dass Richtige wohlüberlegt für den Nachwuchs getan zu haben. Sabine ist zu Beginn der Geschichte stark geprägt von ihrem Elternhaus und hat oft für die Handlungen ihrer Mutter kein Verständnis. Brigitte ist in der Lebenseinstellung aufgewachsen, dass Liebe für eine Ehe nicht unbedingt wichtig ist, sondern gewisse Kompromisse dabei zum Erfolg führen. Durch den Kampf für ihre Rechte wird aus Sabine eine selbständige, mutige Frau und dennoch haben sich einige Ansichten aus ihrer Jugend so verfestigt, dass sie nachwirken. Andrea profitiert von der Erziehungshaltung ihrer Mutter, findet darin aber auch Kritikpunkte.

Claudia Kaufmann erzählt im Roman „Das Fräulein mit dem karierten Koffer“ eine schicksalsschwere, aber herzerwärmende Geschichte über eine junge Frau in den 1960ern, die als Alleinerziehende für sich und die Rechte ihrer Tochter kämpft. Die Autorin schont dabei ihre Protagonistin nicht. Ich war von der Erzählung gefesselt und fand sie unterhaltsam, aber auch berührend. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 08.03.2021

Subtil aufgebaut, hält die Spannung bis zum Schluss

Leichenblume
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Der Thriller „Leichenblume“ der Dänin Anne Mette Hancock ist der erste Teil einer Serie, die in Kopenhagen spielt und bei der Heloise Kaldan, eine in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherschutz ...

Der Thriller „Leichenblume“ der Dänin Anne Mette Hancock ist der erste Teil einer Serie, die in Kopenhagen spielt und bei der Heloise Kaldan, eine in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherschutz tätige Investigativ-Journalistin, sowie Kommissar Erik Schäfer sich der Aufklärung von Verbrechen widmen. Der Titel des Buchs bezieht sich auf eine Pflanze gleichen Namens, die einen Aasgeruch absondert. Die Pflanzenart wird von einer sehr wichtigen Figur in der Handlung als ihre Lieblingsblume bezeichnet.

Heloise erhält einen Brief von der gesuchten Mörderin Anna Kiel, während sie aufgrund eines von ihr geschriebenen Artikels mit beinhalteten falschen Informationen um ihre Arbeitsstelle bangt. Das Schreiben ist kryptisch. In weiterer Post erklärt die Briefeschreiberin, dass sie einiges mit der Journalistin gemeinsam hat und nennt Sachverhalte, die nur Heloises engste Bezugspersonen kennen können. Erste Anhaltspunkte führen sie zu einem kaltblütigen Mord an einem Anwalt vor einigen Jahren. Ein besorgniserregender Post auf Instagram führt dazu, dass sie die Kriminalpolizei einschaltet.

In der Zwischenzeit hat Erik von einer Zeugin einen neuen Hinweis auf den Aufenthaltsort von Anna Kiel erhalten. Heloise und er gehen ihren eigenen Weg zur Aufklärung der inzwischen verstrickt vorliegenden Hinweise und werden immer tiefer hineingezogen in ein Verbrechen übelster Art, das für Heloise sogar persönlich wird.
Schon nach wenigen Seiten konnte mich der Thriller in seinen Bann ziehen, denn die Spannung wird gekonnt subtil aufgebaut. Die Autorin bindet neben dem beruflichen auch das private Umfeld, in dem sich ihre Protagonisten bewegen, in die Handlung ein. Heloise ist eine engagierte Journalistin, sie arbeitet mit Leidenschaft in ihrem Beruf. Bald wird aber angedeutet und später wird es zur Tatsache, dass etwas aus ihrer Vergangenheit sie bedrückt.

Erik ist ein erfahrener Ermittler, der gelegentlich zum Sarkasmus neigt, geradlinig ist und glücklich verheiratet. Die Geschichte treibt auf ein ganz bestimmtes Thema zu, welches aber lange im Verborgenen bleibt. Neben den Perspektivenwechseln zwischen Heloise und Erik gibt es auch immer wieder kurze Szenen mit Anna Kiel, die aber rätselhaft sind und auf diese Weise nochmals zur Spannungssteigerung beitragen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, auch dank einer sehr guten deutschen Übersetzung durch Karoline Hippe. Durch einige unerwartete Wendungen war ich vom Inhalt gefesselt und wollte endlich erfahren, warum die nach ihrer Tat geflohene Anna jetzt eine Verbindung zu Heloise sucht. Die Spannungskurve hält Anne Mette Hancock in ihrem Thriller „Leichenblume“ bis zum Schluss hoch. Gerne empfehle ich das Buch an alle Leser, die gerne Kriminalromane lesen.

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