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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2021

Vielschichtiger, äußerst spannender Thriller

Blütengrab
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1993 wird in einem Waldstück bei Wussnitz in Ostdeutschland ein totes Mädchen gefunden auf einem Bett aus Blüten. Kommissarin Ulrike Bandow übernimmt den Fall mit ihrem neuen westdeutschen Kollegen Ingo ...

1993 wird in einem Waldstück bei Wussnitz in Ostdeutschland ein totes Mädchen gefunden auf einem Bett aus Blüten. Kommissarin Ulrike Bandow übernimmt den Fall mit ihrem neuen westdeutschen Kollegen Ingo Larssen. Es zeigt sich, dass die Wurzeln des Falls tief in die deutsch-deutsche Vergangenheit reichen…

Eine spannende Zusammenarbeit ist dies mit diesen beiden Ermittlern, wobei der Beginn ja erst mal völlig daneben ist. Es ist ein vertrackter Fall mit vielen Ebenen, den die beiden hier lösen müssen. Beide Kommissare bringen ihre eigene Vergangenheit mit, müssen also auch mit ihren privaten Dämonen kämpfen, und das teilweise ziemlich heftig. Dabei sind die handelnden Figuren gut angelegt. Der Fall erscheint äußerst realistisch in die deutsch-deutsche Geschichte eingebettet. Rätsel gibt es dabei einige zu knacken, sie sind raffiniert in die Erzählung eingebaut.

So entsteht ein äußerst spannender Thriller, den ich sehr gerne weiter empfehle und für den ich alle 5 möglichen Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Informatives Sachbuch

Fühlen lernen
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Emojis gehören inzwischen zu unserem Alltag, wir teilen damit unsere Gefühle mit. Doch viele Menschen fühlen kaum oder gar nicht mehr richtig: Sie können ihre Gefühle nicht wahrnehmen, deuten und bewusst ...

Emojis gehören inzwischen zu unserem Alltag, wir teilen damit unsere Gefühle mit. Doch viele Menschen fühlen kaum oder gar nicht mehr richtig: Sie können ihre Gefühle nicht wahrnehmen, deuten und bewusst mit ihnen umgehen. Doch ohne Gefühle ist auch keine Bindung zu anderen Menschen möglich.

Carlotta Welding, Expertin für Emotionen und verdrängte, vergessene, übersprungene und nicht gelebte Emotionen, setzt es sich zum Ziel, über Gefühle zu informieren und den Menschen zu helfen, einen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden. Wissenschaftlich fundiert erklärt sie, welche Bedeutung Gefühle in unserem Leben haben und wie es kommt, dass manche Menschen den Zugang zu ihren Gefühlen verloren haben. Sie beschreibt das Symptom der Alexithymie (Gefühlsblindheit) und wie sowohl Betroffene wie auch deren Umwelt damit umgehen können. Das Buch wendet sich vor allem an Laien, Fachwörter werden gut erklärt. Ziel des Buches ist es, konstruktiv mit den eigenen Gefühlen umzugehen, sowohl mit den positiven wie auch mit den negativen. Schlussendlich fehlt auch nicht der wichtige Hinweis, einen Fachmann zu konsultieren bei Verdacht auf psychische Erkrankungen.

Das Sachbuch bietet eine gute Grundlage, um (wieder) fühlen zu lernen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Eine tragische Geschichte zum Burnout

Die Stille vor Lilou
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Der Lehrer Jules muss seinen Beruf unterbrechen wegen Burnout. Selbst das Glück mit seiner Frau Mallin und seiner kleinen Tochter Lilou kann er nicht mehr genießen, seine Wahrnehmung ist getrübt, er ist ...

Der Lehrer Jules muss seinen Beruf unterbrechen wegen Burnout. Selbst das Glück mit seiner Frau Mallin und seiner kleinen Tochter Lilou kann er nicht mehr genießen, seine Wahrnehmung ist getrübt, er ist psychisch instabil. Als sein Rektor ihm einen Kurzbesuch abstattet, begegnet er ihm mit Misstrauen.

Die Autorin Astrid Korten erzählt die Geschichte aus der Sicht des Lehrers. Und so verwirrt sich der Leser so sehr in Jules‘ Erleben, dass nicht mehr unterschieden werden kann zwischen Realität und Wahn. Düster ist die Atmosphäre des Buches, man liest es nicht einfach mal so nebenher. Burnout kann viele Gesichter haben, Jules hat es bös erwischt. Die Symptome, die er zeigt, werden realistisch und hautnah geschildert - das ergibt ein tiefes Wechselbad der Gefühle, geprägt von düsteren Ahnungen: ein wichtiges Buch zum Thema Burnout, einfühlsam und äußerst realitätsnah geschrieben. Astrid Korten kenne ich bisher von ihren Thrillern, doch auch mit diesem Buch hat sie mich voll überzeugen können.

Dieses sehr emotionale Buch voller Tragik empfehle ich unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Suizid oder Mord?

Trauma – Kein Entkommen
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Zwei Tote werden aufgefunden, beide Taten sehen nach einem Suizid aus. Die Münchner Mordermittlerin Katja Sand hat allerdings ihre Zweifel. Doch wonach muss sie suchen, wie könnten die Tode zusammen hängen? ...

Zwei Tote werden aufgefunden, beide Taten sehen nach einem Suizid aus. Die Münchner Mordermittlerin Katja Sand hat allerdings ihre Zweifel. Doch wonach muss sie suchen, wie könnten die Tode zusammen hängen?

Katja Sand, alleinerziehend mit einer pubertierenden Tochter, dafür aber einem ausgeprägten Bauchgefühl für vertuschte Morde, bleibt hartnäckig an ihren Ermittlungen, selbst wenn ihr von weiter oben ein Maulkorb angehängt werden soll. Ihre privaten Probleme erhalten zwischendrin fast schon zu viel Gewicht, letztendlich aber hält sich das Verhältnis zwischen den privaten und den beruflichen Belangen die Waage. Wie sie sich in die Ermittlungen reinhängt, das ist sehr spannend zu lesen, bis hin zum Showdown, der ziemlich an die Nerven geht. Ihr Kollege Rudi Dorfmüller bleibt ein bisschen in ihrem Schatten, letztendlich ergänzen sich die beiden aufs beste.

Da freue ich mich schon auf die Fortsetzung mit diesem Ermittlerteam. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Zu viel gewollt

Bucket List – Nur wer fällt, kann fliegen lernen
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Mit 25 Jahren erfährt Lacey, dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit hoch liegt, an Brustkrebs zu erkranken. Sie tendiert dazu, nicht abzuwarten, ob sie tatsächlich erkrankt, sondern vorsorglich eine Brustamputation ...

Mit 25 Jahren erfährt Lacey, dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit hoch liegt, an Brustkrebs zu erkranken. Sie tendiert dazu, nicht abzuwarten, ob sie tatsächlich erkrankt, sondern vorsorglich eine Brustamputation vornehmen lassen. Doch vorher will sie noch eine Liste abarbeiten, was sie alles noch erleben will. Und während sie sich durch die Liste arbeitet, verliebt sich die junge Frau: in zwei Männer, eine Frau und vor allem in sich selbst…

Ist es nicht furchtbar, schon mit 25 Jahren überlegen zu müssen, ob frau sich die Brust amputieren lassen muss? In Laceys Familie sind die Frauen vorbelastet, denn ihre Mutter starb an Brustkrebs. Vermischt mit der Lebenswelt der jungen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren ergibt dies eine leicht verrückte Idee, nämlich die der Bucket List. Die Aktionen, die hier abgearbeitet werden wollen, bewegen sich eher im schlüpfrigen Bereich. Hier wird ein äußerst ernstes Thema mit viel Humor angegangen – doch genau hier liegt meines Erachtens auch der Stolperstein des Buches: Die eher eindeutig zweideutigen Passagen lenken von der Ernsthaftigkeit ab, die hinter Laceys Verhalten steht. Hier war meines Erachtens zu viel gewollt... Lacey selbst war mir vor allem anfangs sehr unsympathisch, weil sie mir eher oberflächlich erschien. So richtig geändert hat sich das bis zum Ende des Buches nicht.

Ich hätte mir etwas mehr Ernsthaftigkeit und weniger schlüpfrige Sequenzen erwartet. Deshalb kann ich nur 3 von 5 Sternen vergeben und das Buch nur bedingt weiter empfehlen.

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