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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Graphic Novel für Jugendliche

Heartbreak Hotel
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Im Heartbreak Hotel treffen sich vier Jugendliche, die sich ihrem Schmerz stellen müssen. Es ist ein Ort, den es nirgendwo gibt, und doch erhalten Maya, Martin, Fiona und Finn dort eine Auszeit, die einem ...

Im Heartbreak Hotel treffen sich vier Jugendliche, die sich ihrem Schmerz stellen müssen. Es ist ein Ort, den es nirgendwo gibt, und doch erhalten Maya, Martin, Fiona und Finn dort eine Auszeit, die einem Verlust geschuldet ist: Mayas beste Freundin und die Liebe ihres Lebens ist gestorben, Martin wurde von seinem Crush bloßgestellt, Fiona wurde von ihrem Freund und ihrer besten Freundin betrogen und Finn gibt sich die Schuld am Tod seiner Freundin. Doch die Zeit im Heartbreak Hotel ist begrenzt, und alle vier sollen den Weg zurück in ihr Leben finden...

Das Buch ist als Graphic Novel erschienen und richtet sich an Jugendliche. Es greift Themen auf, die für Jugendliche wichtig sind, und setzt sie in dieser Geschichte um. Vier seelisch verletzte Teenies erhalten hier wichtige Zeit zum Heilen. Mich konnte diese Graphic Novel nicht so ganz erreichen, obwohl sie recht gut aufgemacht ist, aber ich bin nun mal über das Alter hinaus, bin inzwischen Mutter von Teenies. Mit den Augen eines Teenagers betrachtet ist diese Graphic Novel sehr ansprechend geschrieben und illustriert und bringt so die Gedanken und Gefühle der jungen Menschen sehr gut herüber. Auch die Entwicklung der Jugendlichen ist gut erzählt, und gerade die letzten Seiten warten mit einem überraschenden Twist auf.

Auch wenn ich selbst mich mit diesem Buch nicht so ganz anfreunden konnte, möchte ich es dennoch jungen Lesern und Leserinnen empfehlen. Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Spannender True Crime um Ötzi

Cold Case Ötzi
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Der Mordfall Ötzi hat seit Auffindung der mumifizierten Leiche sehr viele Menschen bewegt. Viele Spezialisten haben sich Gedanken darüber gemacht, warum Ötzi unterwegs war und warum er umgebracht wurde. ...

Der Mordfall Ötzi hat seit Auffindung der mumifizierten Leiche sehr viele Menschen bewegt. Viele Spezialisten haben sich Gedanken darüber gemacht, warum Ötzi unterwegs war und warum er umgebracht wurde. Ein Profiler, ein Rechtsmediziner, ein Spezialist für hochalpine Archäologie und ein Autor ziehen sich gemeinsam in eine abgeschiedene Selbstversorgerhütte zurück, um die Fakten zu diesem Fall zusammenzutragen. So entsteht ein interessanter Abriss dieses True-Crime-Falls, der den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft aufzeigt.

Viele Fragen tauchten auf, als Ötzi im Eis aufgefunden wurde, viele Hypothesen wurden erörtert. Es war auch für den Laien spannend, hier einen Einblick in die Ermittlungen zu erhalten. Der Autor Josef Horn hat die Ergebnisse schriftlich festgehalten, die aus der Sicht von Archäologie, Forensik und Kriminalistik zu Ötzis Fall zusammengetragen wurden. Das Buch ist vielfach bebildert, vieles wird dadurch zusätzlich klarer. Die Zusammenstellung ist auch für Laien gut lesbar.

Auch wenn Ötzis Fall nach 5200 Jahren wohl nie richtig aufgeklärt werden kann, bietet dieses Buch doch einen interessanten Einblick in den Stand der Forschung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Spannende Ermittlungen im Berlin der Nachkriegszeit

Die weiße Nacht
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Als die junge Fotografin Lou Faber im Schnee eine weibliche Leiche findet, verständigt sie die Polizei, doch sie schießt auch einige Fotos von der jungen Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt ...

Als die junge Fotografin Lou Faber im Schnee eine weibliche Leiche findet, verständigt sie die Polizei, doch sie schießt auch einige Fotos von der jungen Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall, so richtig voran kommt er aber erstmal nicht mit seinen Ermittlungen. Anfangs eher widerstrebend, doch zunehmend nimmt er Lous Gedanken über die Tote zur Kenntnis und ist auch an den Fotos interessiert, die die junge Fotografin geschossen hat. Noch ahnen die beiden es nicht, doch nur gemeinsam werden sie den Mordfall lösen.

Es ist der grimmig kalte Winter 1946, zwei Jahre nach Kriegsende in einem geteilten Berlin, wo vieles noch unklar ist und die Menschen vor allem nach Essen und Wärme suchen müssen, oft aber auch noch nach vermissten Personen wie auch nach einer Perspektive für die Zukunft. Schnell lässt die Autorin Anne Stern den Leser in die damalige Zeit eintauchen und miterleben, wie mühsam das Leben in diesem bitterkalten Winter war. Der Mordfall, dem noch weitere folgen werden, wirft die Ermittler zurück in eine düstere Vergangenheit, die jedoch dringend nach Aufklärung schreit. Sowohl Lou Faber wie auch Alfred König haben ihre eigene Geschichte, die ihre Handlungen beeinflusst. Zaghaft beginnt ihre Zusammenarbeit, doch der Leser weiß sehr schnell, wie gut die beiden sich ergänzen. Das ist sehr anschaulich dargestellt und hinterlässt noch weitere Fragen, die neugierig machen auf weitere Fälle dieses Ermittlerduos.

Mich hat dieser historische Kriminalroman nicht nur gut unterhalten können, sondern mich auch die düsteren Nachkriegsjahre nacherleben lassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 05.04.2026

Gelungene Fortsetzung

Schule der Meisterdiebe 2: Das vergessene Labyrinth
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Gabriels zweites Schuljahr an der Schule der Meisterdiebe beginnt. Er hat seine Freunde vermisst, vor allem Penelope, die sich gar nicht bei ihm gemeldet hat in den Ferien. Das hat seinen Grund, denn ihr ...

Gabriels zweites Schuljahr an der Schule der Meisterdiebe beginnt. Er hat seine Freunde vermisst, vor allem Penelope, die sich gar nicht bei ihm gemeldet hat in den Ferien. Das hat seinen Grund, denn ihr Vater möchte, dass sie allein als Meisterdiebin aktiv wird. Da er der Rektor der Schule ist, muss Penelope sich daran halten. Ob es eine Möglichkeit gibt, dass sie wieder Teil der Bande wird? Sie macht auf jeden Fall mit, als es darum geht, die Prüfung des Schuljahres zu bestehen, und auch bei der Suche nach dem unterirdischen Labyrinth ist sie dabei. Ob Gabriel und seine Freunde diese Aufgaben bestehen werden?

Das Buch ist bereits der zweite Band um Gabriel, der als angehender Meisterdieb für die Schule angeworben wurde. Die Geschichte schließt an die Geschehnisse im ersten Band an, wobei mir in dieser Fortsetzung die Erwähnung fehlt, dass die Meisterdiebe ihre Ausbildung nur machen, um sie zum Wohle ihrer Mitmenschen einzusetzen. Gabriel selbst ist ein sehr feinfühliger Junge, der sehr reflektiert mit anderen umgeht. Genau das macht ihn zum Anführer seiner Bande, denn nur so gelingt es, dass jeder der Bandenmitglieder seine ganz besonderen Talente einsetzen kann – und genau das ist die Bedingung für die Aufgaben, denen sich die Meisterdiebe in diesem Band auseinandersetzen müssen. Außerdem bleibt da noch die Frage nach Gabriels Eltern, sie wird sicherlich bis zum Ende der Geschichte aktuell bleiben. Die Erzählung erinnert ein bisschen an Harry Potter, mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Meisterschaft der Diebe.

Das Buch ist eine gelungene Fortsetzung über Gabriels Zeit in der Schule der Meisterdiebe. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.04.2026

Mythos Kleopatra

Kleopatra
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Auch wenn so manches von Kleopatra bekannt scheint, bleibt doch das meiste aus ihrem Leben unbekannt. Mit 19 Jahren bestieg sie den Thron ihres Landes, voll guter Gedanken für das Wohlergehen ihrer Untertanen. ...

Auch wenn so manches von Kleopatra bekannt scheint, bleibt doch das meiste aus ihrem Leben unbekannt. Mit 19 Jahren bestieg sie den Thron ihres Landes, voll guter Gedanken für das Wohlergehen ihrer Untertanen. Doch das Leben brachte ihr so einiges, das sie nie erwartet hatte.

Über Kleopatra gibt es viele Legenden, ihr Leben hat zu literarischen und filmischen Umsetzungen gedient. Man kennt einige Eckdaten, doch ist verloren gegangen im Dunkel der Geschichte. Dieser Roman erzählt ihr Leben aus ihrer Sicht, wie es hätte sein können angesichts der vielen ungesicherten Fakten. Man lernt dabei ihre Gedanken kennen, erlebt ihre Emotionen auf dem historischen Hintergrund ihrer Zeit und ahnt, wie sie selbst ihr Leben geplant hatte und wie manches davon völlig aus den Fugen geriet. Wer sich zum ersten Mal mit Kleopatra beschäftigt, erhält so einen guten Überblick über ihr Leben. Ich hatte mich schon vor längerer Zeit in Romane über ihr Leben vertieft und fand zunächst kaum etwas Neues in diesem Buch vor. Erst das Ende bringt eine völlig neue, überraschende Deutung in Kleopatras Geschichte, die hat mir sehr gefallen.

So richtig überrascht hat mich dieses Buch erst ziemlich zum Schluss, fast hätte ich es gar nicht zu Ende gelesen, weil ich mich schon vor einigen Jahren viel mit Kleopatras Leben beschäftigt hatte. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.