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Gisel

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Survival Camp

Silberflut (1). Das Geheimnis von Ray's Rock
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Eddie und Milla sind mit weiteren fünf Mitschülern die einzigen Überlebenden einer Klassenfahrt in ihrem Camp auf einer einsamen Insel: Ein silberner Nebel hat alle anderen Mitschüler und die Lehrer verschluckt ...

Eddie und Milla sind mit weiteren fünf Mitschülern die einzigen Überlebenden einer Klassenfahrt in ihrem Camp auf einer einsamen Insel: Ein silberner Nebel hat alle anderen Mitschüler und die Lehrer verschluckt und die Elektrik auf der Insel außer Kraft gesetzt, so dass sie von der Zivilisation komplett abgeschnitten sind. Aber nicht nur der silberne Nebel ist seltsam auf der Insel, es gibt noch weitere Gefahrenmomente: Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, Gewitter werden lebensbedrohlich, und eine Schülergruppe vom anderen Camp zeigt sich als völlig asozial.

Schon von der ersten Seite dieses Jugendbuches ist der Leser mittendrin im Abenteuer: Survival für die sieben Jugendlichen, die zwangsläufig eine Gemeinschaft zum Überleben bilden. Auch wenn die Kinder derselben Klasse angehören, müssen sie nun als Team zusammenfinden, denn eines der Mädchen, Milla, wurde bisher eindeutig zur Außenseiterin in der Klasse abgestempelt. Überhaupt sind alle diese Kinder sehr unterschiedlich, und so lernen sie mit der Zeit, sich gegenseitig zu ergänzen. Auch wenn manche Gegebenheiten etwas unstimmig erscheinen (Wie kommt eine deutsche Schulklasse zu einer Klassenfahrt auf eine einsame Insel im keltischen Meer? Gibt es so gar keine Kontakte zu anderen Erwachsenen auf dem Festland, die sich Sorgen machen könnten?), entspinnt sich schnell eine Dramatik, die den Spannungsbogen immer hoch hält. Allerdings bleiben auch am Ende des Buches noch viele Fragen offen, die auf die Fortsetzung der Geschichte verweisen, und ein ziemlich böser Cliffhanger schreit nach dem nächsten Band.

Mir kommt das Buch für 10jährige Leser an manchen Stellen etwas zu gruselig vor, ich würde es eher etwas älteren Kindern ab 12 Jahren empfehlen. Ich hätte dem Buch gerne 5 von 5 Sternen gegeben, doch mir blieben zu viele Fragen offen, ich hätte mir die Geschichte zumindest halbwegs in sich beendet gewünscht. Deshalb ziehe ich einen Stern ab.

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Veröffentlicht am 14.05.2020

Berührende Suche nach sich selbst

Die Geheimnisse meiner Mutter
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Rose ist damit aufgewachsen, dass ihr Vater sie allein aufgezogen hat, ihre Mutter verschwand bereits, als Rose noch ein Baby war. Seit sie denken kann, hat sie sich Gedanken darüber gemacht, warum Elise ...

Rose ist damit aufgewachsen, dass ihr Vater sie allein aufgezogen hat, ihre Mutter verschwand bereits, als Rose noch ein Baby war. Seit sie denken kann, hat sie sich Gedanken darüber gemacht, warum Elise ihr Kind verließ. Als Erwachsene erzählt ihr Vater Rose von Elises Kontakt zur Schriftstellerin Constance Holden, die beiden waren ein Liebespaar gewesen. Rose entscheidet sich, diese Chance zu ergreifen und endlich mehr über ihre Mutter zu erfahren…

„Wie soll man seine Zukunft finden, wenn man seine Vergangenheit nicht kennt?“ fragt bereits der Covertext des Buches, und genau dieses Thema treibt Rose schon ihr ganzes Leben um. Um endlich etwas über ihre Mutter zu erfahren, schlüpft sie in die Rolle einer anderen Frau, denn nur so sieht sie eine Chance, zu Constance Holden Kontakt zu bekommen. Abwechselnd erzählt die Autorin Jessie Burton feinfühlig aus der Sicht sowohl von Rose wie auch von Elise, verknüpft damit zwei Zeitebenen, um so ein umfassendes Bild der Geschehnisse herauszuarbeiten. Die Geschichte gerät für beide Frauen zu einer Suche nach sich selbst.

Diese Suche zu begleiten, vor allem mit den Mitteln, denen sich die Autorin bedient, ist sehr spannend. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Beeindruckend

Je tiefer das Wasser
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Die Schwestern Edie und Mae kommen nach dem Selbstmordversuch der Mutter nach New York zu ihrem Vater, den sie kaum kennen. Während Edie loyal zur Mutter stehen möchte, will Mae die Chance nutzen, sich ...

Die Schwestern Edie und Mae kommen nach dem Selbstmordversuch der Mutter nach New York zu ihrem Vater, den sie kaum kennen. Während Edie loyal zur Mutter stehen möchte, will Mae die Chance nutzen, sich frei bewegen zu können. Die Mädchen, ihre Eltern – jeder von ihnen sucht nach der Liebe…

Wie die Facetten eines Diamanten fächert die Autorin Katya Apekina die Geschichte auf, erzählt sie aus den Sichtweisen der handelnden Personen. Das ist anfangs etwas anstrengend zu lesen, funkelt aber immer mehr, je mehr Facetten hier zusammenkommen. Abgründe lassen sich erkennen, die keiner der Beteiligten gerne zugeben würde, ein verstörendes Bild einer dysfunktionalen Familie und ihrer Umgebung. Und dennoch fasziniert diese Geschichte, zieht den Leser in seinen ganz eigenen Sog hinein.

Dieser Roman sieht so intensiv hin, dass die Lektüre nicht immer leicht fällt. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen gelingt der Autorin ein äußerst beeindruckendes Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe gute 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Schnitzeljagd durch Europa

A. S. Tory
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Der fünfzehnjährige Sid langweilt sich in den Herbstferien. Da erhält er eine Mail mit einer Einladung nach London. Den Absender kennt er nicht, dennoch lässt er sich auf die Reise ein. Und landet in einem ...

Der fünfzehnjährige Sid langweilt sich in den Herbstferien. Da erhält er eine Mail mit einer Einladung nach London. Den Absender kennt er nicht, dennoch lässt er sich auf die Reise ein. Und landet in einem Abenteuer um eine Single, zusammen mit Chiara, die er in Italien kennenlernt. Die Single ist längst vergriffen, ist jedoch mit einer tragischen Familiengeschichte verbunden.

Das Buch erzählt eine Geschichte um einen Jugendlichen, der sich mit der Neugier seines Alters auf ein spannendes Abenteuer einlassen kann. Ein bisschen naiv erscheint er dabei, hat jedoch in Mr Tory einen wohlgesonnenen Mentor gefunden. Dieser schickt ihn auf eine Schnitzeljagd, die Sid durch mehrere Länder führt, letztendlich aber auch gefährlich wird. Die Geschichte bietet gerade als Jugendbuch die richtige Mischung an, um mitzufiebern. Es handelt sich um den Auftakt zu einer Reihe um Sids Abenteuer und ist eine Überarbeitung des 2018 erstmalig erschienenen Buches.

Ich kenne bereits den zweiten Teil der Reihe und habe mich gefreut, die vorhergehenden Ereignisse zu lesen. Sehr gerne empfehle ich beide Bücher weiter, nicht nur für Jugendliche, und vergebe 4 von 5 Sternen. Nun bin ich gespannt auf den dritten Teil der Geschichte...

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Veröffentlicht am 12.05.2020

Fantasievolle Vision einer zukünftigen Welt

Qube
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London, 2091: Der Investigativjournalist Calvary Doyle wird erschossen, er lässt sich umgehend zu einem Qube umoperieren. Er hatte einiges zum Thema Künstliche Intelligenz recherchiert. UNO-Agent Fran ...

London, 2091: Der Investigativjournalist Calvary Doyle wird erschossen, er lässt sich umgehend zu einem Qube umoperieren. Er hatte einiges zum Thema Künstliche Intelligenz recherchiert. UNO-Agent Fran Bittner wird auf den Fall eingesetzt, ist er doch auf die KI Gefahrenabwehr spezialisiert. Schon vor einigen Jahren war er dabei, als eine freigesetzte KI die Kontrolle über die Menschheit zu übernehmen drohte. Haben die Vorfälle miteinander zu tun?

Bereits mit „Hologrammatica“ hat der Autor Tom Hillenbrand sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz und ihre Gefahren auseinandergesetzt. Auch diesmal entführt er den Leser in eine komplexe Vision einer zukünftigen Welt, die so völlig anders ist als die heutige. So knüpft diese Geschichte an „Hologrammatica“ an, und wie dort fand ich es immer wieder mal schwierig, mich in dieser Welt zurechtzufinden. Vor allem das fremd wirkende Vokabular, aber auch die vielen Handlungsstränge mit den verschiedenen Protagonisten haben mir die Lektüre erschwert, so dass ich immer wieder den roten Faden der Geschichte verlor. Erst in der zweiten Hälfte des Buches konnte ich mich tatsächlich besser orientieren und war richtig auf den Schluss gespannt.
Auch diesmal gibt es wieder ein Glossar, auf das bereits vor Beginn der Geschichte hingewiesen wird (und das sicherlich man auch immer wieder mal zum Lesen benötigt.)

So stehe ich nun etwas zwiespältig zu dem Buch. Einerseits ist es eine Geschichte mit einer überbordenden Fantasie, andererseits gibt es einige recht langatmige Passagen darin. Ich vergebe deshalb knappe 4 von 5 Sternen.

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