Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

Zauberhaftes modernes Märchen

Die Socken vom Mond
0

König Otmar hat allerhand Probleme: Seine älteste Tochter, die Thronfolgerin, will nur die große Liebe heiraten. Kriegsflüchtlinge aus fernen Ländern mischen sein Königreich auf. Der ständig frierende ...

König Otmar hat allerhand Probleme: Seine älteste Tochter, die Thronfolgerin, will nur die große Liebe heiraten. Kriegsflüchtlinge aus fernen Ländern mischen sein Königreich auf. Der ständig frierende Drache Delfur liebt es, unerlaubt Sachen anzuzünden. Zeitgleich treibt der finstere Zauberer Nofran sein Unwesen und versucht durch eine hinterlistige Intrige einen Krieg mit dem benachbarten Knoblauchkönig auszulösen.
Eines Tages haben Otmars Töchter seltsame Stimmungsschwankungen und als mitten im Sommer eine Eiszeit ausbricht, ist sich Otmar sicher, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Womöglich steckt ein böser Fluch dahinter?
An einem eisig kalten Tag stürzt ein kleiner Junge mit einem Fahrrad vom Himmel. Er erzählt von wundersamen Mondwesen und warmen Socken und bald nimmt die Geschichte ihren ganz eigenen Verlauf.

Viele verschiedene Handlungsstränge hat die Autorin N.E. Kolmhofer zu einem kleinen Strauß zusammengebunden und auf manchmal skurrile, manchmal ernsthafte Weise miteinander verknüpft. So entsteht ein modernes Märchen, das eine verblüffende Auflösung aufzeigt für alle Probleme dieser Geschichte. Trotz der vielen Handlungsstränge ist die Erzählung ziemlich gerafft, man könnte dieses Märchen durchaus zu einer größeren Geschichte ausbauen und dadurch ihren ganz besonderen Reiz verstärken. Aber vielleicht würde da der realistische Kern der Erzählung etwas untergehen, denn dieser ist durchaus berechtigt. Und so liest man die Geschichte, lächelt oder lacht lauthals über einige der Geschehnisse, um dann nochmal ernsthaft darüber nachzudenken.

Für die spannenden Lesestunden mit diesem Buch vergebe ich sehr gerne 4 von 5 Sternen und empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Dramatische Ereignisse im Urlaubsidyll

Mörderisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 5)
0

Während sich die Feriensaison dem Ende zuneigt, machen sich alle bereit auf eine gemütlichere Zeit, ohne den Touristenandrang. Da wird zunächst ein einzelner Fuß gefunden, dann eine junge Frau vermisst ...

Während sich die Feriensaison dem Ende zuneigt, machen sich alle bereit auf eine gemütlichere Zeit, ohne den Touristenandrang. Da wird zunächst ein einzelner Fuß gefunden, dann eine junge Frau vermisst – hängen die beiden Ereignisse zusammen? Bald schon muss Rechtsmediziner Leon Ritter feststellen, dass sich zwar eine einfache Antwort auf die Taten finden lässt, doch da steckt noch viel mehr dahinter…

Dies ist bereits der fünfte Fall mit dem Rechtsmediziner Leon Ritter, der sich in der Provence auf einen neuen Lebensabschnitt eingelassen hat. Er ist jemand, der sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gibt, sondern sich auf sein Bauchgefühl verlässt, wenn er ahnt, dass etwas nicht stimmt, und damit fährt er meistens richtig. Seine Lebensgefährtin, Capitaine Isabelle Morell, arbeitet mit ihm gut zusammen, doch deren Vorgesetzter wie auch die Staatsanwaltschaft empfinden den Rechtsmediziner oft als Querulant. Doch die dramatischen Ereignisse dieses Bandes sprechen für sich.

Dem Autor Remy Eyssen sind sowohl die Person des Rechtsmediziners wie auch das Lokalkolorit sehr wichtig. Das zeigt sich in der Geschichte selbst auf positive Weise. Als Gegenpunkt zur idyllischen Landschaft steht die brutale Vorgehensweise des Täters - ein ziemlich kniffliges Rätsel für den Leser, denn ich habe lange nicht geahnt, wer es denn sein könnte. Erst im Nachhinein löst sich alles auf, nicht aber ohne eine gehörige Portion Spannung beim Lesen.

Wie die Bände davor hat mich auch dieses Buch in eine Geschichte entführt, die mich schnell fesseln konnte. Sehr gerne empfehle ich es weiter, ja überhaupt kann ich nur von der Suchtgefahr der gesamten Reihe schwärmen.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Spannende Fortsetzung

Das Hotel der verzauberten Träume - Die goldene Botschaft (Das Hotel der verzauberten Träume 3)
0

Joëlle hat entdeckt, dass sie eine echte Traumdeuterin ist. Da findet sie in ihrem neuen Zuhause eine goldende Kapsel, darin steckt ein verloren gegangener Traum. Joëlle möchte helfen und ihn seinem Besitzer ...

Joëlle hat entdeckt, dass sie eine echte Traumdeuterin ist. Da findet sie in ihrem neuen Zuhause eine goldende Kapsel, darin steckt ein verloren gegangener Traum. Joëlle möchte helfen und ihn seinem Besitzer zurückbringen – doch das ist gar nicht so einfach, wenn man den Besitzer nicht kennt…

Der dritte Band der Reihe baut auf den Vorgängern auf, wobei die wichtigen Ereignisse der ersten beiden Bücher kurz skizziert werden. Dennoch empfehle ich, die Reihenfolge der Bände beim Lesen einzuhalten, gerade Kinder werden sich besser in der Geschichte zurechtfinden. Die Autorin Gina Mayer hat ihre bezaubernde Geschichte um die magischen Kräfte von Joëlle weitergeschrieben und dem Mädchen eine wichtige Aufgabe gegeben. Spannend ist es, mit Joëlle und ihrem Bruder auf die Suche nach dem Besitzer des Traumes zu gehen, und das als Geheimnis vor den Erwachsenen, denn die Schwestern Rose und Linde Apfel haben Angst, dass Joëlle diese Aufgabe noch gar nicht packen kann. Und ein bisschen Gefahr ist auch mit dabei, wenn die beiden Kinder auf eigene Faust unterwegs sind. Die Geschichte ist spannend und kindgerecht erzählt, entsprechend dem empfohlenen Alter ab 9 Jahren. Die Illustrationen ergänzen die Erzählung auf angenehme Weise und unterstreichen immer wieder den Auftrag, den vor allem Joëlle erledigen möchte.

Diese Geschichte, die zwar einen leichten Touch von Fantasy versprüht, enthält dennoch so viele Anteile aus dem Leben von Grundschulkindern und bietet die Werte unserer Gesellschaft unterschwellig, aber auf sympathische Weise dem jungen Leser an, ohne den erhobenen Zeigefinger bemühen zu müssen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe gute 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Brot backen leicht gemacht

Brot backen mit Christina
0

Brotbacken ist mit einem besonderen Duft verbunden – wer liebt ihn nicht, wenn er durch das Haus zieht und verkündet: Es gibt frisches Brot! Wer sein Brot selbst backt, kann bestimmen, welche Zutaten hineinkommen ...

Brotbacken ist mit einem besonderen Duft verbunden – wer liebt ihn nicht, wenn er durch das Haus zieht und verkündet: Es gibt frisches Brot! Wer sein Brot selbst backt, kann bestimmen, welche Zutaten hineinkommen sollen.

Die Autorin Christina Bauer hat 50 Rezepte für jeden Alltag und jeden Geschmack zusammengestellt. So werden neben den Grundlagen des Brotbackens auch verschiedene Arten von Rezepten vorgestellt und geben eine gute Anleitung dazu, selbst tätig zu werden. Da ich mich seit einigen Jahren immer wieder am Brotbacken versuche, mit wechselnden Erfolgen, war ich schnell mit eigenen Versuchen zugange. Selbst wenn ich bei manchen der Rezepte zunächst skeptisch war (superweicher Teig, ob das was werden kann?), konnte ich jedesmal ein vorzeigbares Exemplar präsentieren. Und sogar beim Vollkornbrot, das meine Kinder nicht so gern mögen, durfte ich hören: „Mama, das schmeckt ja!!!“ Die Bilder zu den Rezepten sind sehr ansprechend fotografiert, überhaupt macht dieses Buch Lust, die Rezepte von vorne bis hinten und wieder zurück und ganz durcheinander auszuprobieren. Ich bin mir sicher, es wird gelingen!

Sehr gerne empfehle ich dieses Buch allen weiter, die sich daran versuchen möchten, mit oder ohne Vorkenntnisse, jeder wird bei diesen Rezepten etwas für sich finden. Eindeutige 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 15.07.2019

Konnte mich nicht überzeugen

Das wilde Leben der Cheri Matzner
0

Der Arzt Solomon Matzner und seine Frau Cici freuen sich auf ihr Kind. Doch als sie eine Fehlgeburt erleidet, droht sie in Trauer zu versinken. Solomon arrangiert in Windeseile eine Adoption, ein kleines ...

Der Arzt Solomon Matzner und seine Frau Cici freuen sich auf ihr Kind. Doch als sie eine Fehlgeburt erleidet, droht sie in Trauer zu versinken. Solomon arrangiert in Windeseile eine Adoption, ein kleines Mädchen, dem sie den Namen Cheri geben. Cici verliebt sich sofort in ihre Tochter. Das Leben wird noch einige Geheimnisse und unerwartete Wendungen für die kleine Familie mit sich bringen.

Das erhoffte Glück stellt sich leider nicht ein, denn Cheri wird die Erwartungen der Eltern nicht ganz erfüllen. Ich habe mich in diesem Buch schwer getan mit den handelnden Personen, denn keine erscheint mir so richtig sympathisch, trotz des tragischen Schicksals, das sie alle begleitet. Erst auf den letzten 100 Seiten hat sich das gelegt, und erst dann konnte ich mit den Protagonisten mitfühlen. Die Handlungsfäden laufen in mehreren Zeitebenen, was manchmal etwas irritierend war. Viele Themen werden in diesem Buch angesprochen: Adoption und die Suche des Kindes nach der eigenen Identität, Trauer über den Verlust eines Kindes, gegenseitiges Verzeihen, Neubeginn. Meines Erachtens hat die Autorin Tracy Barone zu viel in die Geschichte hinein verfrachtet.

Der Roman stellt den Wert der Familie in den Mittelpunkt, mit all den Verfehlungen, die in diesem Buch geschehen, und lässt die Erkenntnis reifen, wie wichtig es ist, sich gegenseitig verzeihen zu können. Zum Schluss erst entsteht daraus eine Geschichte, die in sich gereift wirkt, doch sie gibt sich manchmal etwas sperrig, so wie auch Cheri Matzner immer wieder geschildert wird. Allerdings finde ich den Titel der deutschen Ausgabe nicht wirklich gelungen, hier wäre eine eher wörtliche Übersetzung des amerikanischen Titels viel besser gewesen.

Mich hat die Lektüre etwas zwiespältig hinterlassen, so ganz überzeugen konnte mich das Buch nicht, auch wenn meine Erwartungen zum Ende hin doch noch annähernd erfüllt wurden. Zwischen dem spannenden Einstieg und dem erklärenden Ende allerdings war mir manches etwas zu langatmig geraten, trotz der vielen unerwarteten Wendungen, die die Geschichte nimmt. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen.