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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2019

Hundesitterin wider Willen

Mit James auf Sylt
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Jana soll auf Bitte ihrer Schwester für zwei Monate deren Hund James hüten. Aber Jana hasst Hunde! Dennoch kann sie Nele die Bitte nicht abschlagen. Und so landet sie auf Sylt, das sie genauso wenig mag, ...

Jana soll auf Bitte ihrer Schwester für zwei Monate deren Hund James hüten. Aber Jana hasst Hunde! Dennoch kann sie Nele die Bitte nicht abschlagen. Und so landet sie auf Sylt, das sie genauso wenig mag, mit einem Neufundländer, der seinen eigenen Willen hat. Auf der Hundeschule sollen die beiden lernen, besser miteinander zu funktionieren. Nach und nach lernt sie das riesige Energiebündel lieben…

Die 43jährige arbeitslose Jana, die zudem noch Pech in der Liebe und nun einen Hund an der Backe hat, die hat es doch ganz dicke erwischt. Im Verlauf des Buches lernt sie den Hund richtig zu führen, und auch die Liebe wird wieder eine Rolle in ihrem Leben spielen. Soweit ist die Geschichte ganz vorhersehbar. Schwer getan habe ich mich mit Jana selbst, die so oft im Selbstmitleid versinkt und ansonsten eher blass bleibt. Die Liebesverwirrungen sind mir nicht wirklich nachvollziehbar geschildert.

Leider konnte mich die Geschichte nicht erreichen, ich kann sie nicht weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 28.06.2019

Die Rache einer Frau

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Faye scheint am Boden zerstört – hat ihr Ehemann Jack die gemeinsame Tochter Julienne getötet? Faye und Jack führten nach außen hin eine Bilderbuchehe, und mit Julienne schien Fayes Leben ihre Erfüllung ...

Faye scheint am Boden zerstört – hat ihr Ehemann Jack die gemeinsame Tochter Julienne getötet? Faye und Jack führten nach außen hin eine Bilderbuchehe, und mit Julienne schien Fayes Leben ihre Erfüllung zu bekommen. Doch der Schein trügt, Faye fühlt sich im goldenen Käfig gefangen, während sie erfolglos um Jacks Liebe buhlt. Doch er wendet sich einer jüngeren Frau zu und hinterlässt Faye völlig mittellos ihrem eigenen Schicksal. Nun muss sie selbst tätig werden…

Die Geschichte der betrogenen Frau, die nach Rache sinnt, ist selbstverständlich nicht neu. Doch Camilla Läckberg wickelt Fayes Werdegang so genüsslich ab, dass es eine Freude ist, Fayes Rache zu lesen, und das ohne einen Anflug von schlechtem Gewissen zu bekommen. Ist nicht jede Frau irgendwann in ihrem Leben von einem Mann über den Tisch gezogen worden? Hier darf frau davon träumen, was sie selbst niemals machen würde! Sehr gut nachvollziehbar ist, wie Faye Jacks Reizen erlag, wie sie sich im Laufe der Zeit für ihn aufopfert und demütigen lässt, immer in der Hoffnung, den gemeinsamen Weg wiederzufinden. Bitter ist es zu lesen, in welchem Ausmaß er sie erniedrigt (während sie andererseits das zulässt), bis sie eiskalte Rache schwört. – Dies ist kein Buch aus der Reihe um Erica Falk und Patrik Hedström, und auch das Thema ist völlig verschieden von dem der Krimireihe. Dennoch zeigt sich auch hier der fesselnde Schreibstil der Autorin und ihre Fabulierkunst, die eine komplexe und spannende Geschichte entstehen lässt. Und auch wenn man irgendwann ahnt, wie die Erzählung enden wird, bleibt die Spannung bis zum Schluss bestehen.

Ein Buch für alle Frauen, die gedemütigt wurden, aber ihre Rache nur in Gedanken walten ließen. Unbedingt empfehlenswert!

Veröffentlicht am 28.06.2019

Abgedreht und skurril

Ein wirklich erstaunliches Ding
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Von jetzt auf gleich ändert sich das Leben der 23jährigen Grafikdesignerin April May, als sie zusammen mit ihrem guten Freund Andy ein Video dreht und ins Netz stellt über einen geheimnisvollen überdimensionalen ...

Von jetzt auf gleich ändert sich das Leben der 23jährigen Grafikdesignerin April May, als sie zusammen mit ihrem guten Freund Andy ein Video dreht und ins Netz stellt über einen geheimnisvollen überdimensionalen Roboter, der plötzlich in New York aufgetaucht ist und den sie Carl nennt. Identische Carl-Skulpturen sind zeitgleich in weiteren Städten. Schlagartig werden April und Andy über Nacht berühmt, verdienen einen Haufen Geld und sind omnipräsent in den Medien. Doch rätselhaft bleibt nach wie vor, wie Carl aufgetaucht ist und welche Mission er hat…

Eine völlig überraschende Geschichte hat Hank Green mit seinem Roman „Ein wirklich erstaunliches Ding“ geschrieben. Die Wendungen, die seine Erzählung nimmt, sind völlig unvorhersehbar, dafür beschreibt er treffend den Hype, den eine Erscheinung wie Carl auslösen würde. Die Geschichte nimmt immer mehr an Fahrt auf, sie ist völlig überdreht, dies aber konsequent bis ins letzte Detail. So entsteht eine völlig abgedrehte und spannende Geschichte, mit leichter Gesellschafts- und Medienkritik versetzt, die man nicht so ganz ernst nehmen darf – um dann mit Wonne einzutauchen in diesen skurrilen, absurden Roman. Nur mit dem Ende habe ich etwas gehadert, dennoch empfehle ich das Buch auf jeden Fall weiter.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Überraschende Einblicke in die Abgründe einer Adelsfamilie

ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL
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Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Dort ist das Unglück passiert. Dort ist die Polizei auffallend ...


Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Dort ist das Unglück passiert. Dort ist die Polizei auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Dort stellt sich heraus, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardía Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Eine Suche, die ihn in uralte Klöster und vornehme Herrenhäuser führt. In eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, für die Ansehen wichtiger ist als das Leben der eigenen Nachkommen.

Dieser Roman lässt bild- und wortgewaltig die Geschichte Manuels entstehen, der nach dem Tod seines Mannes entdecken muss, dass er diesen gar nicht vollständig kannte. Er muss nun eine völlig überraschende Seite an ihm entdecken. Sehr überzeugend sind die Emotionen, die Manuel überschwemmen, seine Gedanken und Überlegungen. Wie Manuel ist auch der Leser beim Mitraten voll dabei und muss sich durch das Dickicht der vielen Schichten um das Leben von Álvaro hindurchwühlen, um zum Kern der Geschehnisse durchzudringen.

Die Geschichte des schwulen Schriftstellers, der notgedrungen auf die Suche nach dem Mörder seines Mannes gerät und dabei die Abgründe um eine Adelsfamilie entdecken muss, hat mich sehr schnell in ihren Bann gezogen, sehr gerne empfehle ich sie weiter.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Originell, doch mit vielen gewalttätigen Szenen

Deathland Dogs
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In einer Welt, in der die Ressourcen spärlich verteilt sind, leben die beiden Clans der Menschen im Kampf gegeneinander. In den Deathlands in der näheren Umgebung leben verwilderte Hunde, die selbst auch ...


In einer Welt, in der die Ressourcen spärlich verteilt sind, leben die beiden Clans der Menschen im Kampf gegeneinander. In den Deathlands in der näheren Umgebung leben verwilderte Hunde, die selbst auch ums Überleben kämpfen. Jeet ist ein Jugendlicher, der als Säugling von den Hunden großgezogen wurde, dann aber als Kleinkind wieder zu den Menschen gebracht und resozialisiert wurde. Nur wenige Hundskinder können in die menschliche Gesellschaft zurückfinden, sie stehen unter der Beobachtung der Menschen. Da gerät er ins Zentrum des Kampfes zwischen den beiden verbliebenen Clans, und mit ihm ein weiteres Hundskind, die junge Chola Se.

Der Autor Kevin Brooks hat eine sehr unübliche Geschichte geschrieben, die sich der beiden Protagonisten sehr liebevoll annimmt. Ihre Zerrissenheit zwischen den beiden Welten, in denen sie aufgewachsen sind, wird gut eingefangen. Die Gefahr, in der die beiden sich unvermutet wiederfinden, schimmert von Anfang an durch, und dennoch verdichtet sich die Gefahr stetig weiter. Das ist spannend geschrieben, und auch der ungewöhnliche Schreibstil des Buches stört nur kurz am Anfang. Was mich jedoch sehr irritiert hat, ist der hohe Anteil an gewalttätigen Szenen, die recht ausführlich beschrieben werden. Das würde mir schon in einem Buch für Erwachsene nicht gefallen, für ein Jugendbuch finde ich es zu heftig. Deshalb kann ich das Buch nur bedingt empfehlen und vergebe lediglich 3 von 5 Sternen. Schade, denn das Thema des Buches finde ich sehr originell.