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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2023

Tiefgründig

Die Butterbrotbriefe
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Kati Waldstein hat sich entschlossen, all das, was sie ihren Mitmenschen nicht einfach so sagen kann, in Briefen zu schreiben. 37 Briefe hat sie geschrieben auf Butterbrotpapier, das ihr verstorbener Vater ...

Kati Waldstein hat sich entschlossen, all das, was sie ihren Mitmenschen nicht einfach so sagen kann, in Briefen zu schreiben. 37 Briefe hat sie geschrieben auf Butterbrotpapier, das ihr verstorbener Vater für sie gesammelt hat. Dann trifft sie auf Severin, einen ehemaligen Klavierstimmer, den das Schicksal in die Obdachlosigkeit getrieben hat. Die beiden scheinen füreinander bestimmt zu sein. Doch ihre bisherige Geschichte steht dem noch im Weg.

Ich musste mich an Kati mit ihren Briefen erst gewöhnen, denn anfangs erschien mir ihr Verhalten doch etwas sehr seltsam. Nur ganz allmählich habe ich verstanden, wofür diese Briefe stehen, und ab diesem Zeitpunkt habe ich mit Kati und Severin mitgefiebert, sind es doch tiefgründige Geheimnisse, die hier aufgedeckt werden. Sie bringen eine ganz neue Sichtweise auf das bisherige Geschehen, so dass die Erzählung zum Schluss so richtig rund wird. Ich habe mitgefiebert, was aus Kati und Severin und all den anderen Beteiligten wird. Das Buch wird mich gedanklich noch eine Weile begleiten.

Sehr gerne empfehle ich diese Geschichte weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 30.11.2023

Spannender historischer Krimi

Die Geister von Triest
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In Triest wird eine alte Frau bestialisch ermordet, sie wird von allen nur „die Hexe“ genannt. Gaetano Lamprecht, Ispettore der Triestiner Polizei, begibt sich auf die Spuren des Täters. Das erscheint ...

In Triest wird eine alte Frau bestialisch ermordet, sie wird von allen nur „die Hexe“ genannt. Gaetano Lamprecht, Ispettore der Triestiner Polizei, begibt sich auf die Spuren des Täters. Das erscheint gar nicht so einfach. Eine große Hilfe sind ihm seine Schwester Adina, seine Sekretärin Clara und die Witwe Alessia.

Das Buch ist der zweite Fall für Ispettore Gaetano, man kann mit dieser Geschichte gut in diese Krimireihe einsteigen. Wobei es so einige Referenzen auf die Geschehnisse im ersten Band gibt und es schon einfacher wäre, wenn man den Ispettore bereits bei seinem ersten Fall begleiten konnte. Der vorliegende Fall ist ziemlich verzwickt, spielen doch ein generationenübergreifender Fluch wie auch Verstrickungen im Kunsthandel eine große Rolle. Die Geschichte ist eingebettet in den Hintergrund der Geschehnisse rund um den Ersten Weltkrieg, dabei meint man beim Lesen in das Triest der damaligen Zeit hineinversetzt zu werden. Gaetano als Ispettore ist ein äußerst fähiger Kriminalbeamter, der auch mal unübliche Wege geht und den Fall unbedingt lösen möchte. Ich bin schon gespannt auf die weiteren Bände dieser Reihe.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.11.2023

Eine spannende deutsche Familiengeschichte

Das Licht zwischen den Schatten
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Der Arbeiterjunge Konrad lernt Selma kennen, das schöne Mädchen aus reichem Hause. Er möchte am liebsten alle Zeit mit ihr verbringen. Für sie möchte er das Abitur machen und Medizin studieren, damit er ...

Der Arbeiterjunge Konrad lernt Selma kennen, das schöne Mädchen aus reichem Hause. Er möchte am liebsten alle Zeit mit ihr verbringen. Für sie möchte er das Abitur machen und Medizin studieren, damit er ihre behinderte Schwester Alma heilen kann. - Brigitte lebt in der DDR, sie ist überzeugt von den sozialistischen Ideen. Doch ihre Familie muss in den Westen flüchten, Brigitte wird gegen ihren Willen mitgenommen. - Andrés Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er wird von einem Ehepaar adoptiert, das ihn im Kunstspringen fördert. Doch er will unbedingt mehr von seiner Herkunftsfamilie wissen.

In drei Zeitebenen entwickelt sich eine deutsche Familiengeschichte von 1917 bis 1989 über mehrere Generationen. Anfangs ist noch sehr unklar, wie die drei Handlungsfäden zusammenhängen, nach und nach allerdings werden die Geschehnisse aufgerollt und man ahnt immer mehr, wie alles zusammenhängt. Das ist spannend zu lesen, denn die Erzählung ist bestens in den historischen Hintergrund eingebunden. Der Spannungsbogen wird dadurch gesteigert, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Konrad, Brigtte und André erzählt wird. Die Handlungsmotive der Protagonisten werden nach und nach klarer, man kann sich gut in ihre Gedanken einfühlen.

Die Geschichte der drei Hauptfiguren orientiert sich am historischen Hintergrund Deutschlands im vergangenen Jahrhundert samt den verschiedenen ideologischen Färbungen der jeweiligen Zeit. Mich hat diese Art der Erzählung sehr fasziniert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 23.11.2023

Rassismus

Sekunden der Gnade
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Boston, 1974. Demnächst sollen schwarze Kinder mit Bussen in weiße Schulen gebracht werden und weiße Kinder in schwarze Schulen. Die Emotionen kochen hoch, Angst und Hass gehen um. Eines Abends kurz vor ...

Boston, 1974. Demnächst sollen schwarze Kinder mit Bussen in weiße Schulen gebracht werden und weiße Kinder in schwarze Schulen. Die Emotionen kochen hoch, Angst und Hass gehen um. Eines Abends kurz vor der ersten Busfahrt vermisst Mary Pat Fennessy ihre siebzehnjährige Tochter, sie ist nicht nach Hause gekommen. Mary Pat beginnt sie zu suchen, allerdings ohne Erfolg.

Was macht eine Mutter, wenn ihr auch noch das Letzte genommen wird? Sie hat bereits ihren Mann und ihren Sohn verloren, ihre Tochter war das einzige, was ihr noch verblieben war. Nun hat sie nichts mehr zu verlieren auf ihrem Rachefeldzug. Der Leser fühlt mit der verzweifelten Mutter, begleitet sie auf den überraschenden Wendungen, die die Erzählung nimmt. Zudem zeichnet der Autor Dennis Lehane ein Bild der weißen Arbeiterschicht, die selbst mehr schlecht als recht versucht auszukommen und die nun ungefragt einer Politik unterliegt, die dem Rassismus entgegentreten soll. Der Autor erzählt, dass er sich mit seinen damals neun Jahren an die aufgeheizte Atmosphäre jener Zeit erinnern kann. Als Leser meint man, mittendrin in den Geschehnissen zu sein.

Die Geschichte nimmt sich auf eine emotionale Weise dem Thema Rassismus an. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.11.2023

Berührende Geschichte

Paradise Garden
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Die 14-jährige Billie lebt mit ihrer Mutter Marika in einer Hochhaussiedlung. Ihre Mutter arbeitet gleich in zwei Jobs, und doch reicht das Geld gerade mal zum Überleben. Als ihre Großmutter aus Ungarn ...

Die 14-jährige Billie lebt mit ihrer Mutter Marika in einer Hochhaussiedlung. Ihre Mutter arbeitet gleich in zwei Jobs, und doch reicht das Geld gerade mal zum Überleben. Als ihre Großmutter aus Ungarn anreist, stört sie die Zweisamkeit, umso mehr als Marika kein gutes Verhältnis zu ihr hat. Als Billies Mutter bei einem Unfall stirbt, macht sich Billie auf den Weg, um den unbekannten Vater zu finden.

Diese Geschichte hat mich zunächst sprachlos hinterlassen. Es ist kein einfaches Leben, das Billie mit ihrer Mutter lebt, und doch fasziniert das innige Verhältnis, das Mutter und Tochter verbindet. Die Großmutter bringt dieses Gleichgewicht völlig durcheinander. Billies Weg aus dieser Tragödie ist berührend. Die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wendungen, ich habe Billie sehr gerne dabei begleitet. Sie ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Auch wenn manche Ereignisse nicht ganz glaubhaft sind, wollte ich sie doch ganz gerne glauben.

Mich hat Billies Schicksal sehr berührt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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