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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2023

Die so ganz anderen Prinzessinnen

Die Prinzessinnen: Fünf gegen die Finsternis
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Als Prinzessin Narvila entführt wird, naht schnelle Befreiung durch eine Söldnergruppe aus vier ehemaligen Prinzessinnen. Narvila hat das Prinzessinnenleben satt und schließt sich Aiby, Mef, Decanra und ...

Als Prinzessin Narvila entführt wird, naht schnelle Befreiung durch eine Söldnergruppe aus vier ehemaligen Prinzessinnen. Narvila hat das Prinzessinnenleben satt und schließt sich Aiby, Mef, Decanra und Cinn an, um fortan mit ihnen zusammen die Welt von Räubern, Werwölfen, Ogern, Kobolden und Drachen zu befreien. Ein ganz neues Leben beginnt für sie.

Aus dem behaglichen goldenen Käfig in eine Welt, die von Gewalt, Monstern und Mistkerlen geprägt ist: Die Prinzessinnen haben wahrlich einen Schritt getan, der ihre Welt völlig verändert. Sie sind erfolgreich in ihren Befreiungsaktionen, auch wenn es anfangs gar nicht so einfach ist, so knallhart im Kampf zu sein. Die Geschichte gerät zu einem Hauen und Stechen, bei dem für meinen Geschmack die Gewalt zu sehr zelebriert wird, während mir die Spannung gefehlt hat. Und müssen die Prinzessinnen wirklich so vulgär in Sprache und Verhalten werden? Mich hat das viel zu sehr abgeschreckt, ich bin schnell dazu übergegangen, die Kampfszenen eher zu überfliegen. Ganz sicher werde ich diese Geschichte nicht weiter verfolgen, mich interessiert das nicht, habe ich mich doch eher mit Mühe durch dieses Buch durchgekämpft.

Es wird sicher Leserinnen geben, die diese Lektüre genießen, mich spricht diese Umsetzung nicht an. Deshalb kann ich das Buch auch nicht weiter empfehlen. Ich vergebe 2 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 01.07.2023

Gute und schlechte Mütter

Institut für gute Mütter
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Die junge Mutter Frida ist überfordert: Als ihr Baby Harriet kaum zu beruhigen ist wegen einer Mittelohrentzündung, nutzt Frida die Zeit, um für sich eine Stunde Ruhe zu holen, sie lässt ihre kleine Tochter ...

Die junge Mutter Frida ist überfordert: Als ihr Baby Harriet kaum zu beruhigen ist wegen einer Mittelohrentzündung, nutzt Frida die Zeit, um für sich eine Stunde Ruhe zu holen, sie lässt ihre kleine Tochter unbeaufsichtigt zu Hause. Das wird entdeckt, und Frida wird das Sorgerecht für ihr Kind entzogen. Sie soll ein Jahr im Institut für gute Mütter an einer KI-Puppe lernen, eine gute Mutter zu werden. Dann soll entschieden werden, ob sie das Sorgerecht wieder zurück erhält.

Es ist ein Ausgangspunkt, den jede Mutter kennt: Wenn das Kind nicht zu beruhigen ist, sehnt man sich nach einer kurzen Auszeit. Was Frida danach allerdings geschieht, ist der Alptraum jeder Mutter: Sie verliert ihr Kind, zunächst auf Zeit, und weiß nicht, ob sie jemals das Sorgerecht für Harriet wieder erhält. Was stattdessen auf Frida zukommt, ist geprägt von totaler Überwachung, Strafen und jeder Menge unmenschlicher Lektionen. Was in dieser Dystopie mit Müttern geschieht, erfüllt den Leser und vor allem die Leserin mit äußerster Bitterkeit, denn die unmenschlichen Bedingungen des „Rehabilitierungsprogramms“ sind eigentlich unerfüllbar für die betroffenen Mütter. Mit Frida habe ich in jeder Station ihres Lebens mitgefiebert, meine Gefühle waren ihr zugewandt. Und immer wieder stellt man sich beim Lesen die Frage: Was macht eine gute Mutter aus?

Diese bittere Dystopie ist zum Glück in unserer Gesellschaft keine Realität. Das Buch ist spannend geschrieben und hat mich bestens unterhalten können, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 30.06.2023

Vier Frauen am Wendepunkt

Weite Sicht
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Als Charlottes Mann stirbt, muss sie sich mit seinem Tod auseinandersetzen. Sie muss sich Gedanken darüber machen, wie ihr Leben weitergehen soll. Ihre Schwester Gesine, die jüngste in der Geschwisterreihe, ...

Als Charlottes Mann stirbt, muss sie sich mit seinem Tod auseinandersetzen. Sie muss sich Gedanken darüber machen, wie ihr Leben weitergehen soll. Ihre Schwester Gesine, die jüngste in der Geschwisterreihe, scheint sehr viel Hilfe zu brauchen. Die Pflegeschwester Sabine verzehrt sich nach einer unerfüllten Liebe und lebt ein Leben in Einsamkeit. Und da ist noch die Dänin Bente, eine alte Freundin Charlottes, die nach vielen Jahren wieder in Hamburg auftaucht und dabei Charlottes Leben völlig durcheinanderwirbelt. Alle diese Frauen stehen an einem Wendepunkt ihres Lebens.

Vier Frauen, vier Leben. Friedrichs Tod hat neue Bedingungen für das Leben dieser Frauen geschaffen. Denn mit seinem Tod werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die eine Veränderung unumgänglich machen. Dies zu lesen, ist äußerst spannend, denn nur nach und nach wird klar, in welche Richtung jede der Frauen gehen wird, indem ihre Lebensgeschichten aufgerollt werden. Die Erzählweise ist eher ruhig, dafür aber äußerst intensiv. Die vier Frauen sind äußerst unterschiedlich, und die Geschichte arbeitet diese Verschiedenheit bestens heraus.

Wer sich auf eine ruhige, dafür aber intensiv erzählte Geschichte einlassen möchte, dem empfehle ich dieses Buch auf jeden Fall weiter. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 30.06.2023

Höchst spannend

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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An der Berliner Siegessäule verursacht ein Kleinlaster einen Unfall, daraufhin verschwindet der Fahrer. Auf der Ladefläche findet die Polizei eine halbnackte tote Frau, auf ihrem Bauch steht mit roter ...

An der Berliner Siegessäule verursacht ein Kleinlaster einen Unfall, daraufhin verschwindet der Fahrer. Auf der Ladefläche findet die Polizei eine halbnackte tote Frau, auf ihrem Bauch steht mit roter Farbe die Privatadresse des Bundeskanzlers. Der ehemalige Ermittler Artur Mayer wird zur Polizei zurück beordert, um diesen Fall zu lösen, ihm zur Seite steht die Kommissar-Anwärterin Nele Tschaikowski. Der Fall wird sehr schnell äußerst brisant…

Brisant ist die Geschichte, denn sie weist sehr schnell in die höchsten politischen Riegen Deutschlands. Mehrere Handlungsstränge, teilweise auch mehrere Zeitebenen sind anfangs etwas verwirrend, doch die rasante Erzählweise hatte mich schnell in den Sog der Geschichte gezogen und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Das neue Ermittlerduo lebt von der Verschiedenheit der beiden Partner, wobei sich die beiden bestens ergänzen und für so manche Überraschung sorgen. Der Spannungsbogen ist von Anfang bis Ende äußerst straff und zieht zum Schluss nochmal mehr an. So ist auch die Auflösung bestens konstruiert, brisant bis zum Schluss und gleichzeitig logisch bestens aufgelöst.

Mich hat dieser Thriller bestens unterhalten können, ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 28.06.2023

Ein deutsch-deutsches Leben

Ich, ein Sachse
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Samuel Meffire wuchs in der DDR auf, bei einer weißen Mutter, die mit einem Schwarzafrikaner verheiratet war. Samuel lernte seinen Vater nicht mehr kennen, dieser verstarb am Tag von Samuels Geburt. Im ...

Samuel Meffire wuchs in der DDR auf, bei einer weißen Mutter, die mit einem Schwarzafrikaner verheiratet war. Samuel lernte seinen Vater nicht mehr kennen, dieser verstarb am Tag von Samuels Geburt. Im Rückblick erzählt Samuel seine Geschichte, von den Höhen und Tiefen, durch die er gegangen ist. Eng verknüpft sind seine Erzählungen mit der deutschen Geschichte.

Obwohl die DDR viele Studenten aus Afrika willkommen hieß, gab es doch immer wieder Schwierigkeiten mit der dunklen Hautfarbe. Der Rassismus war nicht immer offensichtlich, vorhanden war er trotzdem. Das kommt sehr gut heraus in den Erzählungen von Samuel Meffire. Es ist insgesamt spannend, Samuels Geschichte zu erfahren, wenn sie auch manchmal von Sprüngen gezeichnet war, die mir das Lesen nicht ganz so einfach machten. Mir fehlte ein bisschen der rote Faden der Erzählung. Nichtsdestotrotz hat mich das, was hier erzählt wird, sehr betroffen gemacht: die Gewalt, der er von seiten der Neonazis und der Rassisten ausgesetzt ist, sowohl in der DDR wie auch später im vereinten Deutschland, das kann keinen kalt lassen.

Das Buch ist nicht mal schnell nebenher zu lesen, dafür nimmt es sich die angemessene Zeit mit all den angesprochenen Themen. Ich möchte das Buch unbedingt weiter empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

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