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Veröffentlicht am 27.10.2022

Gnadenlose Zukunftsvision

Der Zirkel. Sie wollen dich. Sie finden dich.
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Johanna Böhm, Polizeianwärterin, glaubt ihrer Familie entkommen zu sein. Doch auf ihrem Weg zur Polizeiakademie begegnen ihr mehr und mehr Wahlplakate mit dem Konterfei ihres Vaters. Erst als drei Todesfälle ...

Johanna Böhm, Polizeianwärterin, glaubt ihrer Familie entkommen zu sein. Doch auf ihrem Weg zur Polizeiakademie begegnen ihr mehr und mehr Wahlplakate mit dem Konterfei ihres Vaters. Erst als drei Todesfälle publik werden, deren Opfer Johanna aus ihrer Vergangenheit kennt, kann sie allarmiert eine Verbindung erkennen.
Durch den ehemaligen Geheimdienstler Rasmus Falk erfährt sie, dass die Todesfälle keine Unfälle waren.
Johanna sieht sich gezwungen ihr Wissen, um die drei Opfer an ihren Ausbildungsleiter weiterzugeben. Damit bringt sie sich unmittelbar in Gefahr.


Was macht diesen Thriller so außergewöhnlich, so faszinierend?
Ist es die Nähe zur Realität oder weil er die möglichen Gefahren unserer technologischen Welt aufzeigt?
Aber es ist ja nicht nur die technologische Welt, sondern der wachsende Rechtsradikalismus. Vor allem ist uns Normalbürgern nicht bewusst, wie viele Rechtspopulisten in Deutschland und Europa an entscheidungsträchtigen Positionen sitzen.
Neben einem dichten Spannungsbogen, der den Thriller immer wieder zum Pageturner machte, empfand ich zwischendurch arge Beklemmungen. Man weiß nicht, wie weit die Vorbereitungen der realen Elite-Hochschulen in Europa schon gediehen sind.
Innerhalb dieses fiktiven Thriller ist die Gefahr durch große emotionale Bereitschaft zur Gegenwehr und Aufgabe wichtiger Positionen gebannt worden, was wohlwollend von meinem aufgewühltem Gemüt aufgenommen wurde.
Auch die Ermittler haben sich hin und wieder in Frage gestellt und ihre Beweggründe hinterfragt. Das machte sie authentisch und serientauglich.
Leon Sachs Gedankenspiel zur Manipulation von Online-Wahlen sollte jeden Politiker und Staatsbeamten allarmieren. Es ist superspannend und actionreich geschrieben, aber auch erschreckend nah an der Realität.

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Der Anfang war schon mal gut

TEAM HELSINKI
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Vor der Villa einer Unternehmerfamilie wird am Morgen des Mittsommertages ein Container mit der Leiche einer dunkelhäutigen Frau aufgefunden. Die Frau ist in dem Container ertrunken. Für ein Kunstprojekt ...

Vor der Villa einer Unternehmerfamilie wird am Morgen des Mittsommertages ein Container mit der Leiche einer dunkelhäutigen Frau aufgefunden. Die Frau ist in dem Container ertrunken. Für ein Kunstprojekt war der Container umgebaut worden und konnte mit Meerwasser geflutet werden.
Paula Pihlaja und ihr neu zusammengestelltes Team nehmen die Arbeit auf.


Der Einstieg in die Paula Pihlaja-Serie ist mir schwergefallen, was aber hauptsächlich an den finnischen Namen und Bezeichnungen lag.
Die Story und die bunt gemischte Ermittlertruppe haben mir gut gefallen. Das Verbrechen war diffizil und von Anfang an mit der Unternehmerfamilie verbunden. Die Ermittlungen und Verdächtigungen gingen immer wieder in verschiedene Richtungen. Die Spannung wurde stets hochgehalten. Die Lösung war zwar überraschend, aber nachvollziehbar und war bis zum Schluss offen.
Das Ermittlerteam, was sicher in Folge noch näher beschrieben wird, ist speziell, divers, mit seinen eigenen Geschichten, die natürlich in diesem ersten Band bei einigen Ermittlern nur angerissen wurden.
Nachdem ich mich mit den finnischen Namen angefreundet hatte, habe ich mich in dieser Serie wohlgefühlt und wünsche mir, noch viel von diesem Ermittlerteam zu lesen.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Träume, Rätsel und Melancholie

Die Kunst des Verschwindens
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Wie aus dem Nichts begegnen sich der Hollywoodstar Ellen Kirsch und die noch unbekannte Fotografin Nico in der anonymen Berlin Nachtwelt.
Nico wundert sich über Ellens Zuwendung. An Ellens Seite fühlt ...

Wie aus dem Nichts begegnen sich der Hollywoodstar Ellen Kirsch und die noch unbekannte Fotografin Nico in der anonymen Berlin Nachtwelt.
Nico wundert sich über Ellens Zuwendung. An Ellens Seite fühlt sie sich wohl. Sie erlebt Magie und eine Verbundenheit, die ihr seltsam vorkommt. Aber genau so plötzlich wie Ellen in ihrer Nähe auftauchte, genauso unvermittelt verschwindet sie.


Ich habe alle Bücher von Melanie Raabe gelesen und nahezu verschlungen. Mit diesem Buch habe ich mich leider schwergetan.
Ihre Bücher, selbst ihre Thriller schleichen sich immer auf leisen Pfoten an einen nicht enden wollenden Spannungsbogen. Eine andere Autorin hat einmal während eines Interviews gesagt, wenn sie ein Buch auf den ersten 50 Seiten nicht fesseln würde, würde sie es bei Seite legen und ein anderes Buch lesen. In diesem Buch ist auf den ersten 50 Seiten zwar einiges passiert, aber es konnte mich nicht fesseln. Natürlich habe ich dem Buch meiner Lieblingsautorin mehr Zeit/Seiten gegeben.
Und es wurde spannend, magisch und machte mich neugierig. Trotzdem empfand ich eine immense Melancholie, die wie eine dunkle Glocke über dem Geschehen schwebte. Glücklich oder eher zufrieden bin ich damit nicht geworden. Die hohe Sensibilität der beiden Frauen hat mich manches Mal auf eine harte Probe gestellt. Ich habe öfters beim Lesen den Kopf geschüttelt.
Vielleicht bin ich auch zu alt (66 Jahre), um die existenziellen Fragen nachempfinden zu können. Vielleicht hatte ich aber einfach nur Glück keine lebensbedrohliche Situationen in meinem Leben zu haben. Wahrscheinlich bin ich einfach zu bodenständig und zu unsensibel, um wenigstens der Magie nachspüren zu können.
Ich werde auf jeden Fall die Rezensionen anderer Leser innen lesen. Vielleicht finde dadurch noch einen anderen Zugang. Schade, das wäre ein Roman, den ich gerne innerhalb einer Leserunde gelesen hätte. Der Input der anderen Leser innen ist immer eine Bereicherung und wäre mir jetzt vielleicht eine Hilfe.
Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf ein neues Buch von Melanie Raabe, möglicherweise wieder ein Thriller?

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Veröffentlicht am 15.10.2022

Schmunzelnd in die Zukunft

Wer älter wird, braucht Spaß am Leben
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Anlässlich seines sechzigsten Geburtstags stellt sich Bernd Stelter seines stetigem Älterwerdens und blickt mit seiner bekannt humorvollen Art auf das letzte Drittel seines Lebens. Stellvertreten für die ...

Anlässlich seines sechzigsten Geburtstags stellt sich Bernd Stelter seines stetigem Älterwerdens und blickt mit seiner bekannt humorvollen Art auf das letzte Drittel seines Lebens. Stellvertreten für die Leser informiert er sich über mentale und sportliche Möglichkeiten dem Verfall oder auch Abbau Einhalt zu bieten.


Ich habe dieses Buch genossen. Mit meinen sechsundsechzig Jahren kamen mir so viele Knackpunkte und körperliche Unwägbarkeiten, die Bernd Stelter aus seinem Leben beschrieb, sehr bekannt vor. Seite für Seite begeisterte mich immer mehr, wie er mit diesen Einschränkungen umgeht. Das gibt Mut. Wichtig erschien mir immer wieder zu lesen, dass ich nicht allein damit zu kämpfen habe. Natürlich wusste ich das auch schon vorher, aber nach der Lektüre des Buches haben sich mir zwei Gedanken gefestigt. Erstens die Alternative zu meinen eingeschränktem Leben wäre eine schlechte, zweitens ständige Bewegung im Kopf und im restlichen Körper und niemals die Neugier verlieren.
Bernd Stelter fragt nach und sucht Rat, wie er dem Älterwerden am besten begegnen kann und gibt seine neuen Erkenntnisse auf seine liebevolle humorvolle Weise an uns weiter.
Ich liebe Bernd Stelters Seeland-Krimis. Ich liebe seine Comedian-Auftritte, aber vor allem liebe ich es, wenn er mir aus der Seele spricht.
Bitte mehr!

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Veröffentlicht am 12.10.2022

Romantisch, traurig, aber so schön

Das Apfelblütenfest
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Mit neun Jahren verlor Jules seine Mutter. Auf dem Stamm des größten und schönsten Apfelbaums im Apfelhain der Familie schnitzte er eine Stellenanzeige für eine nette Haushälterin für seinen Vater, die ...

Mit neun Jahren verlor Jules seine Mutter. Auf dem Stamm des größten und schönsten Apfelbaums im Apfelhain der Familie schnitzte er eine Stellenanzeige für eine nette Haushälterin für seinen Vater, die ihm wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollte.
Zwanzig Jahre meldete sich niemand. Sein Vater ist längst gestorben.
Am Abend des Apfelblütenfestes taucht plötzlich Lilou auf und wirbelt anstatt im Leben seines Vater, in Jules Leben herum.


Richard Barenberg hat dies wundervolle Buch mit viel Gefühl, aber ohne Patos gelesen.
Seine Stimme, beziehungsweise die Klangfarbe seiner Stimmer ist jeder einzelnen Figur Gerecht geworden. Die unterschiedlichen Charaktere ragten in jedem Dialog geradezu visuell heraus, so dass ich von jedem Charakter ein Bild vor mir hatte. Einfach genial!
Die Geschichte und auch die Stimme von Richard Barenberg entführten mich gleich zu Beginn in das Apfelanbaugebiet in der südlichen Normandie. Man glaubte während der Erzählung förmlich die Äpfel zu riechen.
Nach der romantischen Beschreibung der Landschaft incl. Weichzeichner driftet die Geschichte aber unaufhörlich ab Richtung Drama. Es wird traurig, aber trotzdem wird man verzaubert, sei es durch Lilou, dem General oder Jules besten Freund.
Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Es ist wundervoll erzählt. Es rührt zu Tränen. Es baut auf. Es lässt einen fast verzweifeln. Es spendet Trost. Es lässt mich unter Tränen lächeln.
Es ist einfach schön.

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