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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2022

Dunkle Machenschaften-erschreckend real

Die Filiale
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Laura Jacobs traut ihren Augen nicht, als sie den Brief ihres Arbeitgebers liest. In relativ kurzer Zeit soll sie ihr von ihrem Arbeitgeber gemietetes Haus räumen, da die Bank das Grundstück an einen Investor ...

Laura Jacobs traut ihren Augen nicht, als sie den Brief ihres Arbeitgebers liest. In relativ kurzer Zeit soll sie ihr von ihrem Arbeitgeber gemietetes Haus räumen, da die Bank das Grundstück an einen Investor verkaufen will.
Dass Laura am gleichen Vormittag einen Banküberfall auf ihre Filiale verhindert, ändert leider gar nichts an ihrer Situation. Ihr wird nur eine Weiterbildung und eine Beförderung in Aussicht gestellt.
Aber Laura gibt nicht auf. Sie kämpft um ihr Haus, in dem sie mit ihrem Mann gemeinsam viel Geld und Arbeit investiert hat.


„Die Filiale“ ist ein gelungener Politthriller, der zeigt, wie es in der Finanzwelt zugeht.
Spannung pur!
Verena Wolfien vermittelt mit der Wandlungsfähigkeit in ihrer Stimme ein Hörerlebnis, das dem Hörer das Gefühl gibt, man höre ein Hörspiel mit verschiedenen Sprechern. Ihre Stimme und Sprechweise passten ganz hervorragend zu diesem rasanten Thriller.
Als ehemaliger Banker, Consultant und Programmdirektor in der Management Ausbildung ist Veit Etzold dafür prädestiniert einen Thriller über das Finanzgebaren hochrangiger Manager zu schreiben und dabei immer wieder aufs Neue für Gänsehautmomente zu sorgen.
Gleich zu Beginnen stehen Laura sprichwörtlich die Haare zu Berge als sie den Brief ihres Arbeitsgebers überreicht bekommt. Die Beschreibung der Situation und Lauras Gefühle baut unmittelbar beim Leser Spannung und Unbehagen auf.
Es geht Schlag aus Schlag weiter, so dass Laura und auch der Leser/Hörer kaum noch zu Atem kommen. Der Spannungsbogen bleibt stets gespannt und mit der Zeit wird deutlich wie nah die Manipulationen und Reaktionen der Realität kommen.
Von der intelligenten und toughen Laura Jacobs würde ich gerne noch mehr lesen/hören.

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Veröffentlicht am 24.09.2022

Enttäuschend

Der Diamanten-Coup
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Patrick Burow lässt uns in seinem Thriller spannend beschrieben den Juwelenraub im Grünen Gewölbe in Dresden miterleben. Schnell, kaltblütig und effizient wurde dieser Raub durchgeführt.
Wachleute, die ...

Patrick Burow lässt uns in seinem Thriller spannend beschrieben den Juwelenraub im Grünen Gewölbe in Dresden miterleben. Schnell, kaltblütig und effizient wurde dieser Raub durchgeführt.
Wachleute, die Museumsdirektorin und auch die Polizei stehen sprachlos vor dem hinterlassenen Scherbenhaufen.
Vieles ist sicherheitstechnisch falschgelaufen, aber auch die sofort eingeleiteten Ermittlungen laufen in die falsche Richtung.


Das Hardcover Buch ist der absolute Hingucker. Ein glänzender kleinere Diamant sticht über den größeren Diamanten in edlem Grau heraus. Auch der Seitenschnitt ist in Diamantenschliff bedruckt. Die ganze Aufmachung verspricht einen aufregenden Thriller mit True-Crime-Hintergrund.
Leider, leider weit gefehlt – der Juwelenraub und einige spätere Diebstähle sind spannend geschildert, körperliche Auseinandersetzungen fast zeitlupenartig beschrieben, aber ansonsten ein Klischee nach dem anderen. Die inkompetenten Ermittlungsbeamten erscheinen stur an ein schnell gefasstes Urteil festhaltend, die Museumsdirektorin Julia Graf wird sehr naiv und leicht beeinflussbar dargestellt, der verdächtige Kunstdetektiv Adrian Falke teilweise zum Superhelden stilisiert, der im entscheidenden Moment doch nicht den Durchblick hat.
Die Kriminalbeamten reisen den für sie Verdächtigen durch Europa bis nach Dubai hinterher, wie auch Graf und Falke hin-und herfliegen und in den teuersten Hotel absteigen.
Wie bereits gesagt tauchen immer wieder spannende Passagen auf, aber aufs Ganze gesehen scheint mir dieses Buch meilenweit von einem Thriller entfernt. Selbst als Krimi hätte es mich nicht überzeugt.
Schade, denn die Idee einen wahren Juwelenraub mit der kriminellen Fantasie eines Autors weiterzuentwickeln hatte mich gereizt.

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Veröffentlicht am 16.09.2022

Nichts für schwache Nerven

Schmerz und kein Trost
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Kriminalhauptkommissar Erik Donner, körperlich und seelisch schwer gezeichnet von seiner beruflichen wie privaten Vergangenheit, geht einen wichtigen Schritt nach vorn. Durch eine psychotherapeutischen ...

Kriminalhauptkommissar Erik Donner, körperlich und seelisch schwer gezeichnet von seiner beruflichen wie privaten Vergangenheit, geht einen wichtigen Schritt nach vorn. Durch eine psychotherapeutischen Behandlung und Achtsamkeitsübungen will er einen Neuanfang wagen.
Doch dann wird der Sohn seiner Therapeutin entführt und sein Therapiegespräch belauscht. Auch seine Schwester ist verschwunden. Erik Donner nimmt den Kampf wieder auf.


Um es vorab zu sagen, der Thriller war nicht mein Ding. Eigentlich bin ich gar nicht so zart besaitet, aber die Fülle an blutigen, ekelerregenden Fundorten immer zahlreicher werdender Leichenteile, das wahllose Töten und die aggressiven, halbverhungerten Ratten, haben mir das Lesen nicht einfach gemacht. Wahrscheinlich hätte ich das Buch gar nicht beendet, wenn ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte.
Als Neueinsteiger in die Donner-Reihe fühlte ich mich über Donners Vorleben gut informiert. Trotzdem habe ich mich von Anfang an daran gestört, dass ein Kriminalhauptkommissar mit solch einer Vorgeschichte und mit extremen Verletzungen psychischer und physischer Art überhaupt noch im operativen Dienst arbeitet. Das ist für mich genauso unglaubwürdig, wie ein Überleben nach dem Rattenmassaker.
Spannend ist dieser Thriller, obwohl ich davon überzeugt bin, dass die Spannung mit etwas weniger blutigen Sequenzen nicht gelitten hätte.
Es gibt sicher nicht wenige Leser, die solche Szenen erwarten und genießen (4,5 von 5 Sternen bei den Bewertungen legen da Zeugnis ab), ich gehöre nicht dazu.
Trotzdem möchte ich dem Autor nicht seine Fähigkeit einen rasanten, spannenden Thriller geschrieben zu haben, absprechen, nur dass er mir zu blutig und grausam war.

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Veröffentlicht am 15.09.2022

Der typische Strobel-Wahnsinn

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Ungläubig und völlig schockiert erfahren Patrick Dostert und seine Frau beim gemütlichen Frühstück durch die Erfurter Kripo vom Verdacht, dass Patrick 3 Tage zuvor eine Frau misshandelt und entführt haben ...

Ungläubig und völlig schockiert erfahren Patrick Dostert und seine Frau beim gemütlichen Frühstück durch die Erfurter Kripo vom Verdacht, dass Patrick 3 Tage zuvor eine Frau misshandelt und entführt haben soll.
Patrick glaubt ein Alibi zu haben, aber schnell wenden sie zahlreiche Beweise gegen ihn.


Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass Arno Strobel als Autor und Sascha Rotermund als Sprecher, man kann sagen als Interpret, ein geniales Gespann sind. Wenn man als Hörer glaubt die Spitze der Spannung erreicht zu haben, gipfelt Sascha Rotermund mit seiner Stimme und Klangfarbe die Spannung noch um einiges.
Die Story, ja, was kann man dazu sagen, ohne zu spoilern?
Mit seinem gut durchdachten Plot hat er mich gefesselt, verwirrt und geradezu überrumpelt. Zunächst kann man die Vorwürfe nicht glauben. Patrick verliert seinen Arbeitsplatz, sein Umfeld scheint ins Wanken zu geraten, die Beweise sind erdrückend. Einige Menschen in seiner Nähe verhalten sich komisch. Mein Verdacht wandert vom Freund zum Nachbarn, zu Kollegen, zu…
Arno Strobel baut seine unglaubliche Story sehr geschickt auf. Er lässt Patrick immer zwischendurch erzählen, um auch seine Unsicherheit und Tollpatschigkeit deutlich zu machen.
Dieses Hörbuch ist einfach spannend, fesselnd und süchtig machend.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Zu wage

Schallplattensommer
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Maserati, welch seltsamer Name für ein Mädchen, lebt diesen Sommer zurückgezogen bei ihrer Großmutter. Sie hilft ihr in ihrer kleinen Gastwirtschaft, aber gleichzeitig hilft sie auch ihr zerrinnendes Leben ...

Maserati, welch seltsamer Name für ein Mädchen, lebt diesen Sommer zurückgezogen bei ihrer Großmutter. Sie hilft ihr in ihrer kleinen Gastwirtschaft, aber gleichzeitig hilft sie auch ihr zerrinnendes Leben zusammen zu halten.
Neben Omas Haus zieht eine reiche Familie mit zwei Söhnen ein, die gleich der schönen Maserati nachstellen. Sie will davon nichts wissen oder vielleicht doch….


Ein anfänglich leichter Sommerroman ruft immer mehr bedrückende Gefühle hervor.
Alina Bronsky streift leider immer nur leicht die Vergangenheit der drei Jugendlichen, so dass man das bereits erlebte, nur erahnen kann. Maserati erscheint dabei sehr erwachsen und strukturiert, während die Jungen mal in die eine mal in die andere Richtung pendeln
Wir können das Leben der jungen Leute einen Sommer begleiten, ohne immer hinter die Gründe ihrer Handlungen blicken zu dürfen. Auch das Ende ist wage, vielleicht um seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Mich hat es irgendwie unbefriedigt zurückgelassen.

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