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Veröffentlicht am 07.02.2026

Aufregender zweiter Teil

Legenden aus dem Wunderland - Die Weiße Hexe
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„»Du bist hier«, nuschelte ich in mein Kissen und lächelte.
»Und du klingst, als wärst du froh darüber. […] Du solltest nicht so froh darüber sein.«“ S. 220)

Alyss ist 1,50m groß, hat lila Haare, trägt ...

„»Du bist hier«, nuschelte ich in mein Kissen und lächelte.
»Und du klingst, als wärst du froh darüber. […] Du solltest nicht so froh darüber sein.«“ S. 220)

Alyss ist 1,50m groß, hat lila Haare, trägt gerne weiß und malt die farbenfrohesten Bilder, die man sich vorstellen kann. Sie hat keine Familie und keine Freunde. „Ich hatte nie irgendwo dazugehört […] Ich hatte niemanden mehr, zu dem ich gehen konnte. Keine Verwandten, keine engen Freunde meiner Eltern. In dieser Welt war ich allein und ungewollt. Nur in meinem Träumen fühlte ich mich sicher. Und dann, wenn ich diese zeichnete.“ (S. 12)
Doch dann trifft sie auf einen Kater mit einer sonderbare Färbung, der sich als Drystan vorstellt und Alyss glaube lässt, sie würde träumen. Es dauert eine Weile, bis sie feststellt, dass sie wirklich in Gefahr ist und Drystan echt. Und doch findet sie sich am Ende in ihren Träume wieder, im Wunderland.

Obwohl Die weiße Hexe Band zwei der Legenden aus dem Wunderland ist, schließt er nur indirekt an den ersten an. Ging es im ersten noch um die Herzkönigin und das Wunderbiest Elion, geht es in diesem um den verbannten Bruder Drystan. Dieser kann sein Glück kaum fassen, ausgerechnet in der Menschenwelt auf die Weiße Hexe zu stoßen, auch wenn ihre Kräfte versiegelt scheinen. Sein Bestreben, die Herzkönigin zu stürzen und die Wunderbiester zu befreien, wird erneut beflügelt.

Alyss ist ein schwieriger Charakter. Obwohl sie schnell erkennt, dass das Wunderland wirklich existiert und sie magische Kräfte besitzt, ist sie unsicher und voller Zweifel. Das ist natürlich verständlich, das wäre ich in ihrer Situation bestimmt auch. Trotzdem war sie mir zuweilen zu weinerlich. Drystan dagegen war mir manchmal zu kaltherzig, doch im Laufe der Geschichte bin ich mit beiden Charakteren warm geworden. Wie ich nicht müde werde zu erwähnen, hätte es mich auch stark gewundert, wenn B. E. Pfeiffer mich nicht auch mit diesem Buch in ihren Bann gezogen hätte.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

phantastische Welt und tolles Magiesystem

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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„»Nicht einmal im Traum würde ich mir freiwillig so etwas Bissiges wie dich vorstellen.«
»Es ist völlig okay, dass dir dafür der Mut fehlt.«“ (9%, Kapitel 4)

Lio wurde vor fünf Jahren ohne Erinnerungen ...

„»Nicht einmal im Traum würde ich mir freiwillig so etwas Bissiges wie dich vorstellen.«
»Es ist völlig okay, dass dir dafür der Mut fehlt.«“ (9%, Kapitel 4)

Lio wurde vor fünf Jahren ohne Erinnerungen an ihr bisheriges Leben von Varkan, dem Sklavenhändler, gefunden. Varkan trainiert seine Sklaven zu Assassinen, damit sie ihre Käufer umbringen und ausrauben können, bevor sie von ihm wieder eingesammelt werden.
Bei Lios erstem Auftrag scheint alles schief zu gehen: ihr Käufer scheint nicht an ihrem Körper interessiert zu sein. Stattdessen möchte er Lio mit zu seinem Orden als eine Art Auserwählte nehmen, während er von zwei Fremden überfallen wird. Lio bemüht sich, ihren Käufer zu töten, und vor den zwei Fremden zu fliehen, denn sie weiß, sie kann Varkan nicht entkommen und Versagen ist keine Option.

Aurikalos ist eine beeindruckende Welt, denn sie besteht und lebt von Traumstaub. Die Seelen der Menschen schweben im Himmel und nur wenn man träumt, verbindet die Seele sich mit dem Menschen. Dadurch entsteht Traumstaub im Blut und einige Menschen können diesen Traumstaub zu Mandalas weben. Natürlich gibt es auch Menschen, die diese Macht missbrauchen, und Lio befindet sich in einem Kampf zwischen den Mächten und hat keine Ahnung, wem sie vertrauen kann.

Lio ist ein spannender Charakter, weil sie einerseits eine starke junge Frau ist, andererseits aber durch ihren Gedächtnisverlust und ihre Erfahrungen der letzten fünf Jahre sehr gelitten hat. Sie verschenkt ihr Vertrauen nicht und möchte lieber alles alleine schaffen. Vor allem ist sie auf der Suche nach ihren verlorenen Erinnerungen. Und trotzdem ist sie hilfsbereit und liebenswert.

Besonders gefallen hat mir, neben den Schlagabtauschen zwischen Lio und ihren Begleitern, die Welt. Der Traumstaub und das daraus resultierende Magiesystem finde ich sehr spannend. Gut gefallen hat mir auch, dass die romantische Szene als Bonusszene über einen QR-Code erreichbar ist. So kann man davon ausgehen, dass sie für die Handlung nicht wichtig und sorglos übersprungen werden kann.

Tale of Sun and Night war sehr unterhaltsam und ich freue mich schon, wenn die Reise mit Lio weitergeht.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

eisiges Winterbuch

Aurora - gesplitterte Seele
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„Bei den Göttern, was bist du? Dein Auge … du trägst das Auroras-Mal. Du bist die einzige Überlebende. Was hast du getan, Mädchen?“ (S. 28)

Raija hat als Kind die Auslöschung ihres Siida, ihrem Stamm, ...

„Bei den Göttern, was bist du? Dein Auge … du trägst das Auroras-Mal. Du bist die einzige Überlebende. Was hast du getan, Mädchen?“ (S. 28)

Raija hat als Kind die Auslöschung ihres Siida, ihrem Stamm, nur knapp überlebt und wurde von einem anderen Siida aufgenommen. Aufgrund ihres Bernsteinauges, das Auroras-Mal, begegnen fast alle ihr mit Misstrauen. Einzig die Jaide Oaja und ihr Enkel Elejas schließen Raija sofort in ihre Herzen.
15 Jahre später befinden sich Raija und Elejas kurz vor ihren Weihen als vollwertige Jaide, oder Schamanen, als ein Boreaner ihre Siide besucht. Arik sucht Rat bei der Jaide Oaja, stattdessen wird er des Mordes beschuldigt und eingesperrt. Auf der Suche nach Antworten, überzeugt Raija ihren Liebsten Elejas gemeinsam ein Ritual durchzuführen, an dessen Ende sie sich neben dem Boreaner in Gefangenschaft wiederfindet. Um alles wieder richten zu können, reisen Arik und Raija unfreiwillig zusammen in den Norden, um die Füchsin Aurora zu finden und sich einen Wunsch erfüllen zu lassen. Doch dazu haben sie nur einen Mondzyklus Zeit.

Aurora - Gesplitterte Seele ist ein Einzelband und hat eine sehr umfassende Geschichte. Man lernt nicht nur Arik und Raija auf ihrer Reise kennen, sondern auch die Gepflogenheiten der beiden Völker: den Naturverbundenen Skani, zu denen Raija gehört; die Boreaner, die zivilisierter und damit der Natur abgewandt, leben, zu denen Arik gehört. Religion spielt eine ebenso große Rolle wie die Vorurteile beider Völker. Die Reise ist beschwerlich und voller Abenteuer und bis zum Ende konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Gute Ansätze, leider waren mir die Charaktere zu flach

Königsblau
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„Früher hieß er George und hatte ganz gewöhnliche schwarze Haare Eines seiner Experimente in jungen Jahren ist schiefgegangen und verursachte die dauerhafte Färbung seiner Haare. […] Schon zu dieser Zeit, ...

„Früher hieß er George und hatte ganz gewöhnliche schwarze Haare Eines seiner Experimente in jungen Jahren ist schiefgegangen und verursachte die dauerhafte Färbung seiner Haare. […] Schon zu dieser Zeit, als er noch König war und nicht abgedankt hatte, war George nicht gerade für seine Freundlichkeit bekannt. Schon bald verbreitete sich der Name Bluebeard.“ (S. 4. Kapitel, 19%)

Ich liebe Märchen und Märchenadaptionen und obwohl ich das Märchen um Blaubart nicht kenne, habe ich mich auf Königsblau eingelassen (ohne Vorgeschichte).
Diese Adaption hat zwei Erzählstränge, die zunächst nicht so richtig zusammen passen wollen, schon weil sie zeitlich ziemlich auseinander liegen. Der eine Strang erzählt die Geschichte von Rosalie, wie sie von Bluebeard ausgesucht wird, seine nächste Braut zu werden, wie sie in seiner Festung ankommt und dort geehelicht wird.
Der zweite Strang erzählt die Geschichte von Claire, die eigentlich die Prinzessin des Landes ist, aber durch einen Fluch aussieht wie ein altes Mütterchen. Nur die wahre Liebe kann sie erretten und als plötzlich ein junger Jäger vor ihrer Tür erscheint, hofft Claire auf Erlösung.
Die Geschichten von Rosalie und Claire sind grob ganz spannend, allerdings sind mir alle Charaktere zu flach gestaltet: Rosalie ist hübsch, Bluebeard ist böse, seine Bediensteten sind unfreundliche Nebencharaktere, Claire ist verflucht. Vor allem aber die Interaktionen mit den Angebeteten wirken steif und oberflächlich. „Rosalie verspürt so tiefe Gefühle für diesen Stallburschen, wie sie sie noch niemals für jemanden empfunden hatte.“ (9. Kapitel, 41%) Davon ist nichts zu merken, die Gefühle sind plötzlich da und nicht nachvollziehbar. Ähnlich ist es in Claires Erzählstrang.
Die unterschiedlichen Elemente von Königsblau haben mir gut gefallen: die beiden Erzählstränge, wie jede Frau mit einem anderen Schicksal zu kämpfen hat; die magischen Wesen; Claires Schicksal.
Was mir nicht gefallen hat war Bluebeard, weil er einfach nur böse war um böse zu sein. Bis zum Ende gibt es dafür keine Begründung, warum er Rosalie misshandelt. Auch seinen englischen Namen finde ich fragwürdig, da zwischen Bluebeard und Blaubart kein großer Unterschied ist. Warum also ist er englisch?

Nach ca 50% bin ich auf Querlesen umgestiegen, weil mir die Interaktionen zwischen den Protagonisten und die Liebesgeschichten einfach zu flach waren. Wobei mir Claires Erzählstrang besser gefallen hat als Rosalies, und das Potential einer Liebe zwischen den beiden zu erkennen war. Ich glaube, dass das Vorwissen um das Märchen von Blaubart keinen Unterschied gemacht hätte, wie ich diese Adaption aufgenommen habe.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Von schmutzigen Mundwerken und bevormundende Markierungen

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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„Brauchst du eine Waffe oder willst du die Atax diskret zu Tode schwatzen?“ (S. 231)

Velvet hat ein schmutziges Mundwerk, schmutzige Gedanken und einen schmutzigen Job. Als Dämonenreiterin, was nebenbei ...

„Brauchst du eine Waffe oder willst du die Atax diskret zu Tode schwatzen?“ (S. 231)

Velvet hat ein schmutziges Mundwerk, schmutzige Gedanken und einen schmutzigen Job. Als Dämonenreiterin, was nebenbei bisschen obszön klingt, tötet sie Dämonen. Doch als sie einen Lehrling, Eddie, zugeteilt bekommt, überkommt sie auch noch eine Vision vom Tod der Götter. Doch Götter können nicht sterben. Oder doch?
Velvet möchte genau zwei Dinge nicht: einen Lehrling an ihrer Seite, und Kontakt zu Kashmere Sinclaire, einem Göttersohn. Doch sie weiß, ohne ihn wird die Vision wahr werden.

Velvet gefällt mir, weil sie typische „harte Schale, weicher Kern“ ist und hinter ihrer Großmäuligkeit und krassen Dämonenreiterin-Fassade einfach nur ein verletztes Mädchen steckt. Sie gibt ihren Waffen Namen und kann mit ihnen ebenso gut umgehen, wie sie Tonnen an Fastfood verschlingen kann.

„Der Hunger war fort. Der Selbsthass wieder da. Also ja: perfekte Scheißbalance.“ (S. 321)

Kashmere ist ein typischer Bookboyfriend. Göttersohn, sieht phantastisch aus, kann ziemlich gut mit Menschen, Waffen und Velvet umgehen und hat Geheimnisse. Aber er macht sich.
Bei der Leserunde meines Buchclubs wurde am meisten die fehlende Kommunikation zwischen Velvet und Kash kritisiert. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit; Velvet wird immer mal wieder in Erinnerungen zurückgeworfen, aber was wirklich passiert ist, wird erst ziemlich spät offen gelegt. Mich hat das nicht so gestört, ich mochte ihre Schlagabtausche sehr.

Und dann kam das Ende und es war furchtbar fesselnd. Ich habe es nicht kommen sehen und ich freue mich schon darauf, herauszufinden, wie es mit Velvet weitergeht.

Spoiler! Was mich am meisten gestört hat ist der Tod von Eddie, denn er wurde nur in die Geschichte eingeführt, um am Ende zu sterben. Er hatte keinen weiteren Nutzen. Da war Monty, die Dämonenzehe, mehr involviert in die Geschehen, als der Lehrling. Sehr schade.


Wir werden alle zu „mündigen Bürgern“ erzogen, aber können beim Lesen von Unterhaltungsliteratur nicht selbst entscheiden, ob uns etwas zu viel ist? Triggerwarnungen finde ich vor allem bevormundend, wenn sie vorn im Buch stehen. Das ist bei Velvet Falls zum Glück nicht der Fall, dafür wird auf die Markierungen der „Spicy Szenen“ hingewiesen. Diese Illustrationen haben mich dazu verleitet, die zweite Szene dieser Art zu überspringen, einfach weil sie ca 10 Seiten umfasst. Ohne diese Markierung, hätte ich das vielleicht nicht getan. Warum gibt sich eine Autorin Mühe, Szenen zu schreiben, wenn man sie ganz leicht auslassen kann? Wozu sie dann überhaupt mit hinein tun? Und wenn in diesen Szenen mit den Charakteren etwas passiert, dann fehlt den Überspringern ein vielleicht wichtiger Teil der Handlung?

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