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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2021

Auch unter Unsterblichen gibt es Gefahren - spannender Versuch in einer grausamen, unsterblichen Gesellschaft zu überleben

Pantarch
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Ein schwerer Autounfall ändert Auroras ganzes Leben. Ist es nicht merkwürdig, dass sie ihn ohne Verletzungen überlebt hat? Dass sie nur eine kleine Narbe davongetragen hat? Ihr Unfallgegner Evan scheint ...

Ein schwerer Autounfall ändert Auroras ganzes Leben. Ist es nicht merkwürdig, dass sie ihn ohne Verletzungen überlebt hat? Dass sie nur eine kleine Narbe davongetragen hat? Ihr Unfallgegner Evan scheint das nicht zu überraschen. Er erklärt ihr, dass sie nun eine Pantarch, das heißt eine Unsterbliche ist. Mit diesem Wissen muss sie nun für eine lebenswerte Zukunft, auch wenn sie noch nichts Gutes an ihrem neuen unsterblichen Leben erkennen kann und um ihr Leben kämpfen.

Der Einstieg gelingt leicht. Ohne lange Vorreden beginnt die Handlung und wir Leser werden gemeinsam mit Aurora in die Welt der Pantarche eingeführt. Wie Aurora damit umgeht, bekommen wird gut geschildert, denn die Geschichte ist unter anderem aus ihrer Sicht und aus der von Evan geschildert. Aber auch aus der Perspektive von anderen Charakteren bekommen wir Kapitel erzählt, die das ganze noch ein bisschen anreichern und uns neue Einblicke in die Gedanken und in das Verhalten von anderen Pantarch gewähren. Zudem wurde so der Kontrast der unterschiedlichen Ansichten unter anderem zu dem Thema Unsterblichkeit herausgearbeitet.

Beim Lesen hatte ich Schwierigkeiten, die Emotionen der Charakter nachzuvollziehen und diese zu fühlen. Diese Distanz könnte unter anderem mit der Erzählweise, erzählt wird hier in der dritten Person, aber auch damit zusammenhängen, dass wir erst nach und nach etwas von den Charakteren erfahren und sie so zeitweise etwas blass bleiben. Aber sobald sie sich ein bisschen geöffnet haben, kamen auch die Emotionen besser bei mir an und es gelang mir, etwas Nähe zu ihnen aufzubauen, sodass ich auch ihre Entwicklung gerne verfolgt habe. Es gibt auch Ansätze einer kleine Liebesgeschichte, die jedoch leise erzählt und eher im Hintergrund gehalten wird, sodass sie die Geschichte gut abrundet. Diese bildet nicht den Fokus, sondern eher der Aufbau der Welt der Pantarche und die Handlung.

Es gibt immer wieder kleine Details, die einen aufmerksam machen und Neugier wecken, was es mit diesen auf sich hat und welche Besonderheiten es noch alles in der Welt der Pantarch gibt. Diese Details kann man häufig im Laufe der Geschichte verknüpfen und den Handlungsverlauf so erahnen. Stückweise erfolgt der Weltenaufbau, bei dem auch die politischen und gesellschaftlichen Strukturen der Pantarch erklärt werden. Jedoch hätte ich mir noch mehr Informationen und mehr Einblicke in den Alltag gewünscht. Da kommt hoffentlich in Band 2 noch einiges an Hintergrundwissen.

Der Schreibstil ist flüssig und auch die vergleichsweise kurzen Kapitel fördern den Lesefluss, sodass man deshalb und auch durch die aufgebaute Spannung schnell lesen konnte.

Positiv finde ich, dass es kein Schwarz-Weiß-Denken gibt. So haben Charaktere beispielsweise Fehlentscheidungen getroffen, haben daraus aber gelernt und sind zu besseren Personen geworden. Das zeigt, dass die „Guten“ nicht immer nur richtige Entscheidungen getroffen haben, sondern dass sie zu „Guten“ werden, indem sie sich für die richtigen Ansätze eingesetzt und die bessere Seite gewählt haben.

Dieser Band ist in sich relativ abgeschlossen. Es gibt zwar noch einige offenen Fragen und es wurde Spannung aufgebaut, wie es weitergeht, aber einen fiesen Cliffhanger gibt es zum Glück nicht. So könnt ihr diesen Band ohne Bedenken jetzt schon lesen, auch wenn der zweite Band noch nicht erschienen ist.

Wenn ihr gerne eine Geschichte zum Thema Unsterblichkeit lesen möchtet, in der es gut aufgebaute politische und gesellschaftliche Strukturen sowie spannende Handlungsstränge gibt, es euch aber nichts ausmacht, wenn die Nähe zu den Charakteren noch nicht von Beginn an gegeben ist, lohnt es sich, euch das Buch mal näher anzuschauen.

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Liebe lässt sich nicht erzwingen – sie kommt irgendwann und irgendwie von ganz alleine, wenn man sich selbst liebt

Felix Ever After
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Felix sucht die große Liebe. Er ist transsexuell, queer und dunkelhäutig - seiner Ansicht nach kann ihn deshalb niemand lieben. Aber er möchte sich endlich wertgeschätzt, begehrt und bedeutungsvoll fühlen. ...

Felix sucht die große Liebe. Er ist transsexuell, queer und dunkelhäutig - seiner Ansicht nach kann ihn deshalb niemand lieben. Aber er möchte sich endlich wertgeschätzt, begehrt und bedeutungsvoll fühlen. Was er dabei jedoch übersieht, ist dass er eine sehr gute Freundschaft und Menschen um sich herum hat, die ihm immer den Rückhalt und die Unterstützung geben, die er benötigt. Lange ist ihm das nicht bewusst, da er sich so auf die verzweifelte Suche nach der Liebe konzentriert. Umdenken lässt ihn erst eine "Ausstellung" seiner Bilder vor seiner Transition inklusive der Veröffentlichung seines Deadnames in seiner Schule. Dazu kommen noch anonyme private, anfeindende Nachrichten.

Zu Beginn wirkte der Schreibstil sehr jugendlich. Aber das hat sich zum Glück schnell gelegt oder man hat sich dran gewöhnt, weil der Inhalt viele wichtige Themen anspricht, die nicht zwangsläufig nur Jugendliche betreffen. Eine Besonderheit des Schreibstils ist das Gendern. Dies hat den Lesefluss kaum bis gar nicht beeinträchtigt (dies ist eine schöne Gelegenheit, dies als Leser mal auszuprobieren) und passt sehr gut zum Inhalt.

Die Charaktere wirken teilweise sehr erwachsen, was auch Leser, die älter als der Ich-Erzähler Felix sind, anspricht. Im weiteren Verlauf wurde dann doch sein teils kindliches und trotziges Verhalten deutlich, was einen wieder in Erinnerung gerufen hat, dass Felix erst 17 Jahre alt ist und noch eine Entwicklungsprozess vor sich hat - soweit wirkt also alles authentisch. Als Leser hat man den Eindruck, dass er versucht, seine Unsicherheiten und Ängste in Alkohol und Drogen zu ersticken und so vor diesen wegzulaufen. Aber Felix entwickelt sich auf jeden Fall positiv und auch, wenn die Ausstellung und die transphoben Nachrichten ihn sehr belasten, lernt er durch diese viel über sich selbst und sein Leben und wird ein Stück weit erwachsener und reifer, aber ist auch mehr im Reinen mit sich selbst. Dennoch bleibt er menschlich mit Fehlern und Schwächen, aus denen er lernt, was ihn weiterhin authentisch wirken lässt. Ich kann euch nur empfehlen, diese Charakterentwicklung selbst zu lesen, da sie einen berührt und auch viel über sich selbst nachdenken lässt.
Es gibt weitere Charaktere, die alle individuell agieren und mit eigenen Charakterzügen ausgestaltet worden sind. Diese reichern die Geschichte mit neuen Blickwinkeln auf das Geschehen und auf Felix´ Verhalten an und machen die Geschichte so komplett. Insbesondere Ezra, der beste Freund von Felix, hat eine liebenswerte und sympathische Art, die einen beim Lesen immer freuen lässt, wenn er auftaucht. Die Charaktergestaltung ist sehr gut gelungen und vielschichtig.

Jeder kann sich in der Geschichte wiederfinden. Es werden nicht nur Aspekte angesprochen, die die LGBTQIAP+-Community betreffen (wichtige Begriffe sind am Ende in einem Glossar aufgelistet – falls diese nicht bekannt sein sollten, lindert es somit nicht den Lesespaß), sondern Fragen aufgeworfen, die sich vielleicht jeder mal gestellt hat. So geht es nicht nur um ernste Themen wie Transphobie und Homophobie, sondern unter anderem auch um die Frage nach der eigenen Identität, der eigenen Sexualität und der ungewissen Zukunft. Es gibt viele tiefgründige und interessante Denkansätze, viele Botschaften, die entweder direkt oder zwischen den Zeilen vermittelt werden, die zum Nachdenken über die eigenen Gefühle und das eigene Leben anregen.

Der Fokus liegt nicht zwangsläufig auf der Handlung, aber Felix´ Geschichte gibt einen guten Einblick in die Besonderheiten des Alltags, wie die gesellschaftlichen Probleme eines LGBTQIAP+-Mitglieds. Das zeigt noch einmal ganz neue Perspektiven auf und sorgt auch für nicht Betroffene für ein besseres Verständnis, sodass jeder etwas aus dieser Geschichte mitnehmen kann. Es wird sehr sensibel mit den angesprochenen Themen umgegangen und es wird deutlich, dass Kacen Callender viele Erfahrungen mit einfließen lassen kann.

Es gibt einige klischeehafte Szene oder solche, die nah an der Grenze dazu sind, kitschig zu wirken, jedoch werden diese zumeist gut durch Handlungsstränge kompensiert, die realitätsnah sind und nicht immer positiv enden.

Eine Geschichte, die einen sensibilisiert, ohne erhobenen Zeigefinger. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Eine Geschichte, die das Herz berührt.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 30.10.2021

Interessante Ansätze, aber Charaktere konnten nicht erreichen und Erklärungen kamen zu kurz

Liber Bellorum. Band I
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Zwei Brüder, ein verbotenes Land, verschiedene Formen der Magie und nicht zu vergessen ein besonderes Buch. Es wird magisch, es gibt unbekanntes Terrain und es ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise.

Der ...

Zwei Brüder, ein verbotenes Land, verschiedene Formen der Magie und nicht zu vergessen ein besonderes Buch. Es wird magisch, es gibt unbekanntes Terrain und es ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise.

Der Weltenaufbau an sich ist interessant und anhand diverser Details, wie beispielsweise einer Karte, einem Grundriss der Akademie, einem Glossar und kreativen Kapitelanfängen wird deutlich, wie viele Ideen sich die Autorin zu der Geschichte gemacht hat und wie umfangreich beispielsweise die verschiedenen Elemente und deren Fähigkeiten entwickelt sind. Es gibt interessante Handlungsorte und auch der Schreibstil lässt sich gut lesen, auch wenn die Kapitel mir persönlich etwas zu lang sind. Soweit verspricht das erst einmal ein toller Auftakt einer Trilogie zu werden.

Leider konnte mich die Geschichte an vielen Stellen jedoch nicht erreichen. Ich hatte das Gefühl, dass die Charaktere öfter nicht authentisch sind. An einigen Stellen wurde durch unerwartete Ereignisse etwas Spannung aufgebaut, die jedoch aufgrund einer zu kurzen oder gar keinen näheren Erklärung in Verwirrung umgeschlagen ist. Spannende Stellen wurden des Öfteren zu schnell "abgearbeitet".

Einerseits habe ich wissen möchten, wie es weitergeht und was es mit den Geheimnissen und merkwürdigen Geschehnissen auf sich hat, aber andererseits ist es mir nicht gelungen, eine tiefere Bindung zu den Charakteren aufzubauen, sondern vielmehr habe ich eine Distanz zu ihnen gespürt. Ihr Handeln und Denken war für mich nicht immer nachvollziehbar. So haben spontane Sinneswandel mich beispielsweise teilweise verwirrt und nicht dafür gesorgt, näher an die Charaktere heranzukommen.

Gegen Ende kam Spannung auf, ich hatte das Gefühl, dass es nun endlich losgeht und mehr kommt, als Andeutungen, die ich nicht verstehe. Dadurch konnte mich die Geschichte ab dort auch mitreißen und überzeugen, deshalb habe ich noch die Hoffnung, dass es mich ab dem nächsten Teil mehr von sich überzeugen kann und die Spannung besser aufgebaut und auch gehalten wird. Zudem gibt es viele interessante Szenen, in denen die Magie und der mögliche Einsatz dieser anschaulich geschildert sind.

Wenn ihr bereit seid, eine Geschichte zu lesen, bei der man einige Geschehnisse nicht ganz versteht, bei der die Spannung nicht immer vorhanden ist, die aber eine interessante Welt aufbaut und wichtige Grundsteine für den Folgeband legt, der einen hoffentlich besser erreichen und mitnehmen kann, dann ist dies vermutlich ein passendes Buch. Wenn es aber sofort schon spannend mit einer guten Bindung mit den Charakteren sein soll, wäre dies vermutlich nicht die beste Wahl.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2021

Ruhige, atmosphärische Geschichte mit viel Charme, ineinandergreifenden Details und wahnsinnigen Charakterentwicklungen

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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Ein Bombenanschlag auf Scotland Yard – der Protagonist Thaniel überlebt nur, weil ihn seine Uhr mit einem Alarmton gewarnt hat. Doch was steckt dahinter und wer ist der Uhrmacher, der ihm das Leben gerettet ...

Ein Bombenanschlag auf Scotland Yard – der Protagonist Thaniel überlebt nur, weil ihn seine Uhr mit einem Alarmton gewarnt hat. Doch was steckt dahinter und wer ist der Uhrmacher, der ihm das Leben gerettet hat? Alles Fragen, die im Laufe der Geschichte geklärt werden und zu interessanten Begegnungen führen.

Der Einstieg in die Geschichte in der viktorianischen Welt Englands gelingt gut. Es ist durchweg eine überwiegend ruhige Erzählung, die jedoch keineswegs langatmig oder schleppend wirkt, sondern durch die dadurch entstandene Zeit hat man die Möglichkeit, die Charaktere näher kennenzulernen und ihre Hintergründe und Handlungsweisen zu verstehen. Zudem passiert einiges auf zwischenmenschlicher Ebene. Trotz dieser leisen Töne ist diese Geschichte dennoch magisch.

Es sind interessante Charaktere, die alle sehr individuell gezeichnet sind. Jeder kann immer wieder aufs Neue überraschen und sie haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Die Autorin hat es geschafft, sie gut darzustellen und auch eine langsame, aber dennoch bemerkbare Entwicklung einzubauen. So ist Thaniel beispielsweise zu Beginn noch blass dargestellt, passend zu seinem tristen und unspektakulären, immer gleich ablaufenden Alltag, während er im weiteren Verlauf, wenn er weiter aufblüht, vielschichtiger aufgebaut wird und wir Charakterzüge bei ihm entdecken können. Unvergleichlich ist auch Mori - ein japanischer Uhrmacher, der sich für alles zu interessieren scheint, was Mechanik bzw. Uhrwerke in sich trägt und von dem eine Menge Kreativität erwartet werden kann. Und der nicht zu vergessen ein Geheimnis mit sich trägt, dass für den weiteren Verlauf der Geschichte eine entscheidende Bedeutung hat.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er versetzt uns in die Zeit, in der die Geschichte spielt, lässt sich aber dennoch leicht und flüssig lesen. Durch ihn wird eine authentische Atmosphäre geschaffen. Zudem ist er detailverliebt. Es gibt viele Details, die uns noch ein besseres Gespür für das Setting und die Stimmung geben, so zum Beispiel ein Oktopus - nicht so, wie ihr ihn euch jetzt vermutlich vorstellt, aber sehr humorvoll und niedlich, den man am liebsten selber Zuhause haben möchte. Diese Details wirken zunächst vielleicht unwichtig, jedoch greifen sie im Verlauf alle ineinander und man merkt, wie gut und aufmerksam die Geschichte konzipiert wurde, dass wirklich alles passt.
Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus der Perspektive von Thaniel, in der dritten Person, aber gelegentlich erhalten wir auch durch Kapitel aus Grace Sicht Einblicke in ihre Gedanken. An einigen Stellen gibt es auch Rückblicke, die noch einmal eine ganz andere Atmosphäre und ein anderes Setting vermitteln und auf die man sich freuen kann.

Das schöne an der Geschichte ist, dass alles möglich scheint und man nicht wirklich eine Ahnung hat, was geschehen wird, inwiefern welche Details von Bedeutung sind und wie alles ineinander greift.

Es werden wichtige Themen, die zu der damaligen Zeit alltäglich waren, aufgegriffen. Sei es beispielsweise die Rolle der Frau, die oftmals keinen eigenen Willen zeigen durften und sich den Anweisungen des Manns unterordnen mussten oder das Misstrauen gegenüber Menschen mit ausländischen Wurzeln oder mit besonderen Fähigkeiten.

Die Geschichte ist in sich rund und abgeschlossen, auch wenn es noch einen zweiten Teil gibt, der noch nicht übersetzt wurde. Es ist ein stimmiges Konzept, dass der Bombenanschlag als guter Aufhänger dient, es dann aber um tiefergreifende Dinge geht und die Charaktere mehr im Vordergrund stehen. Und dennoch wird geklärt, wer unter welchen Umständen für den Anschlag verantwortlich ist. Die Konzeption und Umsetzung ist einfach sehr schön und gelungen.

Wer eine spannungsgeladene Geschichte mit einem hohen Krimi-Anteil sucht, für den ist diese Geschichte vermutlich nichts. Wer aber einen Mix aus historischem Setting, magischen Elementen, einem Hauch Spannung und ganz viel Charakterentwicklung sucht, der kann hier eigentlich gar nicht falschliegen. Es ist etwas Einzigartiges, was man so selten liest - eine so ruhig erzählte Geschichte, die trotzdem nicht langatmig wirkt und einen dennoch in ihren Bann zieht, zum Weiterlesen animiert und einen bis zum Ende nicht ganz durchschauen lässt, was eigentlich vor sich geht.

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Veröffentlicht am 10.10.2021

Wortgewaltig, Atmosphärisch, Spannend

Eisige Wellen
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Die Bedrohung durch den Dunkeln und damit auch Alinas Abenteuer geht weiter. Tauche ein in die nun bekannte Welt rund um Ravka und begleite Alina, Mal und viele andere, die sich Gefahren stellen müssen.

Diese ...

Die Bedrohung durch den Dunkeln und damit auch Alinas Abenteuer geht weiter. Tauche ein in die nun bekannte Welt rund um Ravka und begleite Alina, Mal und viele andere, die sich Gefahren stellen müssen.

Diese Geschichte hält sich nicht viel mit Beschreibungen oder dergleichen auf, sondern ziemlich schnell geschehen wieder viele Ereignisse und die Handlung nimmt ihren Lauf. Teilweise hatte ich das Gefühl, die Geschehnisse überschlagen sich, aber es passte zu der jeweiligen Situation und hat Spannung erzeugt. Man hat gespürt, wie überfordert und machtlos sich Alina in diesen Momenten teilweise gefühlt hat. Ihre Emotionen kamen gut und authentisch rüber und man konnte mit ihr mitfiebern.

Zwischendurch gab es Szenen oder Kapitel, in denen die Handlungsdichte geringer und es somit etwas ruhiger war. Diese Stellen war zum Runterkommen und zum Verarbeiten der vorangegangen Ereignisse vorteilhaft und haben eine gute Balance hergestellt. Und natürlich wird es zwischendurch immer wieder dramatischer und die Spannung ebbt nie ganz ab, sie steigert sich sogar und entlädt sich mit einem riesigen Knall.

Besonders schön finde ich, wie die Autorin mit ihrem Schreibstil spielt. Sie passt ihn an die jeweilige Situation an, sodass die Szenen teilweise noch dramatischer werden, man Alinas Verwirrung spürt oder wir das Gefühl haben können, durch ihre Augen, wenn sie sich entspannt fühlt, die Gegend zu betrachten. Eine Vorstellung von der düsteren Welt (auch Szenen voller Gewalt werden zum Teil beschreiben), die aber auch durch Freundschaft, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft erleuchtet werden kann, bekommen wir definitiv, denn der Schreibstil ist bild- und wortgewaltig.

Begleiten dürfen wir wieder Alina und Mal. Auf beide wartet eine abenteuerliche und teils auch gefährliche Zeit. Mal ist mir immer mehr ans Herz gewachsen. Er hat einen tollen Charakter und ist zumeist (auch gute Personen dürfen Fehler machen) für Alina da und versucht sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, wenn sie nicht mehr sie selbst zu sein scheint. Alina muss in diesem Band erfahren, wie Macht einen verändern kann - und das nicht immer nur zum Guten. Zugleich trägt sie eine hohe Verantwortung und muss stets schauen, wem sie vertrauen kann und wem nicht.
Die Charakterzeichnung ist wieder sehr gut gelungen und sie alle wirken authentisch und individuell.

Auch in diesem Band ist wieder eine Karte, die jedoch abgeändert ist. Das hängt mit den Ereignissen des ersten Bands zusammen und damit, wo sich Alina aufhält. Diese liebevolle Gestaltung verhilft einerseits zu einem leichteren Verständnis, da man so besser nachvollziehen kann, wo sich die Charaktere gerade befinden oder die jeweilige Handlung stattfindet oder von wo aus Gefahr drohen oder Hilfe kommen kann, zugleich sorgt es dafür, dass man noch mehr das Gefühl hat, dass eine einzigartige Welt mit vielen Details und einer umfassenden Planung geschaffen wurde.
Und falls man doch einmal mit dem Orten oder Personen durcheinanderkommt oder sich unsicher ist, kann man unkompliziert im Glossar am Ende des Buches nachschlagen, ohne sich groß zu spoilern.

Es findet weiterhin Worldbuilding statt - wir lernen neue Orte und insbesondere auch die Materialki besser kennen, die im ersten Band noch etwas unscheinbar wirkten. Es ist schön, dass man hier immer etwas mehr von der Welt entdeckt und das Gefühl hat, nicht auf der Stelle zu stehen und schon alles zu wissen, sondern sich neu überraschen zu lassen.

Es ist kein typischer zweiter Band, sondern einer, der viel Spannung beinhaltet und auf jeden Fall mit Band Eins mithalten kann, wenn er nicht sogar besser ist. Wenn euch der erste Teil gefallen hat, kann ich euch nur empfehlen, auch diesen zu lesen - es lohnt sich.

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