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Veröffentlicht am 16.09.2025

Lesenswerte Sachliteratur

Das Alte Ägypten
1

Zum Inhalt:
Eva-Maria Schnurr ist als Herausgeberin bekannt für ihre Geschichtslektüren im Taschenbuchformat. Von den Kelten bis zu Pompeji, von der Hexenverfolgung bis zur britischen Krone hat sie bereits ...

Zum Inhalt:
Eva-Maria Schnurr ist als Herausgeberin bekannt für ihre Geschichtslektüren im Taschenbuchformat. Von den Kelten bis zu Pompeji, von der Hexenverfolgung bis zur britischen Krone hat sie bereits mit kompaktem Geschichtswissen für kurzweilige, faszinierende Lesestunden gesorgt. In der neuesten Ausgabe der SPIEGEL-Buch-Reihe geht es nun um "Das alte Ägypten". Auch hier geben verschiedene Beiträge von Historikern/-innen und SPIEGEL-Autoren neue Einblicke in historische Ereignisse, diesmal in das Zeitalter der Ägypter.

Meine Leseerfahrung:
Keine andere Zivilisation hat mich so sehr fasziniert wie die des alten Ägyptens. Noch immer sind viele Aspekte nicht gänzlich geklärt, wie die Entschlüsselung der Hieroglyphen, der Bau der Pyramiden oder die gesellschaftlichen Strukturen zu dieser Zeit, was womöglich die allgemeine Begeisterung für dieses Zeitalter erklärt.

Wenn man so geschichtsinteressiert ist wie ich, dann verschlingt man wohl fast jede Literatur, dass sich mit diesem Thema beschäftigt. Doch nicht jedes Geschichtsbuch bringt das Wissen auch unterhaltsam und spannend rüber oder lässt sich so flüssig lesen. Was mir hier gefällt, sind die recht kurzen Beiträge verschiedener Autoren, die sich mit den einzelnen Themengebieten beschäftigen. So bleiben die einzelnen Kapitel knapp und eignen sich ideal fürs kurzweilige Lesen. Inhaltlich ist das Buch allerdings sehr kompakt, was man in Anbetracht der wenigen Seiten wohl nicht bemängeln kann. Das Buch soll ja auch nur schnelle Einblicke in das Fachgebiet liefern und nicht als Lexikon der Geschichte dienen. Demzufolge gibt es auch nur wenige Abbildungen, was mE doch völlig ausreichend ist. Der Fokus liegt hier ganz klar auf den Statements in den Texten, wie zB die mutige Aussage, dass historische Artefakte aus Ägypten zurück in ihr Herkunftsland gehören, da sie nunmal als Diebesgut aus der Kolonialzeit einzustufen sind (so in einem Interview mit dem Historiker Jürgen Zimmerer).

Insgesamt ist das Buch auch deswegen so lesenswert, weil kein allzu wissenschaftlicher Schreibstil vorherrscht. Zwischen den einzelnen Beiträgen wurde zudem hier und da "Schnelles Wissen" über interessante Themen gestreut, wie zB den aktuellen Umgang mit illegalem Handel in Ägypten oder die humorvolle Spekulation über Kleopatras tatsächliches Aussehen. Daran sieht man, wie breit gefächert die Interessengebiete bedient werden.

Ich fand das Buch als leichte Geschichtslektüre sehr unterhaltsam. Für eingehendere Recherchen sollte man aber eher zu wissenschaftlichen Fachbüchern greifen.

Fazit:
Erneut bringt Eva-Maria Schnurr eine kompakte Geschichtslektüre mit interessanten Einblicken und verschiedenen Blickwinkeln heraus und erweckt diesmal damit Begeisterung für "Das Alte Ägypten" mit all seinen faszinierenden Facetten. Sehr unterhaltsam und spannend zusammengefasst!

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Spannende kurzweilige Geschichten

Arsène Lupin. Der Gentleman-Gauner
1

Zum Inhalt:
Spätestens seit der Netflix-Serie "Lupin" ist auch hierzulande der Klassiker von Maurice Leblanc bekannt. Der Anaconda Verlag bringt nun neun Kurzgeschichten um den Gentleman Gauner Arsène ...

Zum Inhalt:
Spätestens seit der Netflix-Serie "Lupin" ist auch hierzulande der Klassiker von Maurice Leblanc bekannt. Der Anaconda Verlag bringt nun neun Kurzgeschichten um den Gentleman Gauner Arsène Lupin aus 1907 in einer wunderschön gestalteten Hardcover-Sonderausgabe heraus, der den ersten Band des Krimi-Klassikers bilden soll. Enthalten sind insbesondere die bekannteren Geschichten wie "Arsène Lupin wird verhaftet", "Das Halsband der Königin" sowie "Die schwarze Perle".

Meine Leseerfahrung:
So oft hatte ich mir vorgenommen, diesen Klassiker noch zu lesen. Nun bin ich froh, dass ich es endlich geschafft habe, denn sonst wäre mir ein Stück französische Kriminalliteratur entgangen, die ihresgleichen sucht. Arsène Lupin ist ein Meisterdieb und Verwandlungskünstler, und hat tadellose Umgangsformen. Doch was ihn so sympathisch für die Leserschaft macht, ist die Tatsache, dass seine Opfer auch nicht gerade saubere Bürger sind und man sich insgeheim doch wünscht, dass diese dekadenten Schnösel eine angemessene Bestrafung durch Lupin erfahren. Außerdem stellt sich der Meisterdieb in einigen Fällen auch als Helfer dar, wie zB in der Kurzgeschichte "Der mysteriöse Fahrgast", als er der Polizei hilft, einen Mörder zu fassen.

Bei diesem Buch darf man keine typischen Kriminalgeschichten erwarten. Für mich persönlich waren es eher Abenteuergeschichten um einen ungewöhnlichen Gauner mit Charme und Herz, den man sicherlich zu den ersten Antihelden der klassischen Literatur zählen darf. Besonders beeindruckend ist dabei, wie intelligent er in seinen Unternehmungen vorgeht. Zudem gefällt mir auch der gehobene Humor, dessen sich Leblanc beim Erzählstil bedient.

Ich werde ganz sicher noch die folgenden Bände über die Kultfigur Lupin lesen und freue mich bereits auf weitere Sonderausgaben aus dem Verlag.

Fazit:
Unübertroffener Klassiker über einen Meisterdieb mit Gentleman-Manieren in einer wunderschön gestalteten Hardcover-Ausgabe! Dieses Buch sollte in keinem Buchregal fehlen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Thriller-Highlight 2025

Dunkle Sühne
1

Zum Inhalt:
Emmy Clifton arbeitet als Deputy in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das idyllische Leben dort hat ein abruptes Ende, als zwei Teenager, Cheyenne und Madison, plötzlich ...

Zum Inhalt:
Emmy Clifton arbeitet als Deputy in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das idyllische Leben dort hat ein abruptes Ende, als zwei Teenager, Cheyenne und Madison, plötzlich verschwinden. Der Fall geht Emmy besonders nah, weil Madison die Stieftochter ihrer besten Freundin ist. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mädchen lebend gefunden werden. Emma stürzt sich mit ihrem Vater, dem Sheriff Gerald Clifton, in die Ermittlungen und bringt verstörende dunkle Geheimnisse zutage.

Meine Leseerfahrung:
Als Fan der Will-Trent-Reihe hatte ich eigentlich auf eine Fortsetzung gehofft. Aber dieser Auftakt zur neuen Reihe mit Emmy Clifton war dermaßen gut, dass ich Will Trent fast, aber nur fast, vergessen habe. Es ist nicht nur der Erzählstil von Karin Slaughter, der mich immer wieder abholt. Hier passt einfach alles: Der Plot, die Charaktere, die Handlung, die Ermittlungen....

Emmy Clifton als Hauptfigur finde ich persönlich sehr ansprechend. Sie ist die Art Frau, mit der man gern befreundet wäre. Zum Einen ist sie sehr authentisch und menschlich, und hat so ihre Fehler, die sie auszubügeln versucht. So hart sie auch im Beruf ist, zeigt sie dennoch oft genug ihre Emotionen. Zum Anderen ist sie eine intelligente Person, die bei ihren Ermittlungen systematisch vorgeht und lehrbuchmäßig arbeitet. Eine Hauptfigur, die vielschichtig und sympathisch ist. Aber auch die anderen Charaktere, und zwar auch jede einzelne Nebenfigur, sind sehr glaubwürdig. Man merkt, mit welcher Aufmerksamkeit sich die Autorin einzelnen Charakterentwicklungen widmet.

Die Geschichte muss man allerdings mit Vorsicht genießen. Sie ist nichts für schwache Gemüter, denn hier geht es um pädophile Sexualstraftäter und Vergewaltigung. Karin Slaughter schreibt hart, brutal und sehr intensiv.

Mich hat der Auftakt überzeugt, an dieser Reihe werde ich sicherlich dranbleiben. Bisher habe ich aber auch kein Buch von Slaughter schlecht bewertet. Die Autorin liefert immer solide Thriller ab. Aber bei "Dunkle Sühne" würde ich sogar mehr als 5 Sterne vergeben. So gut ist dieses Buch.

Fazit:
"Dunkle Sühne" ist ein unerwartetes Thriller-Highlight des Jahres, das konstante Spannung und starke Emotionen bietet. Nichts für schwache Nerven, aber ein geeigneter Einstieg in die Welt von Karin Slaughter, wenn man einen richtig guten Thriller von ihr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Schräge Story mit derbem Humor

How to Become the Dark Lord and Die Trying
1

Zum Inhalt:
Laut Prophezeiung ist Davi die langerwartete Heldin, die die Menschheit vor dem Dark Lord, dem Fürsten aller bösen Kreaturen, retten wird. Doch sie scheitert und stirbt immer wieder. Und jedes ...

Zum Inhalt:
Laut Prophezeiung ist Davi die langerwartete Heldin, die die Menschheit vor dem Dark Lord, dem Fürsten aller bösen Kreaturen, retten wird. Doch sie scheitert und stirbt immer wieder. Und jedes Mal wacht sie an derselben Stelle wieder auf, um den nächsten Versuch zu starten. Insgesamt 237-mal. Doch dann kommt die Erleuchtung: Wozu das Ganze, wenn sie doch selbst zum nächsten Dark Lord werden könnte? Doch der Anfang ist schwer, wenn man zunächst inmitten einer Bande von Orks landet...

Meine Leseerfahrung:
Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Wahrscheinlich ein weiteres Fantasy-Buch mit einer schillernden Hauptfigur und mit vielen dunklen Gestalten, jede Menge Action und Magie. Nun ja, war alles drin, und doch lässt sich dieses Buch einfach nicht in die gewöhnliche Fantasy-Sparte einreihen. Django Wexler sagt selbst, dass dieser Roman ein Projekt war. Womöglich wusste er anfangs auch nicht, wohin die Reise geht. So fühlt es sich nämlich durchgehend an. Man darf das Buch einfach nicht ernst nehmen und sich völlig auf die alberne und schräge Geschichte einlassen. Ich habe auch erst ein wenig gebraucht, mich in der Story zurecht zu finden. Danach fing der Spaß aber so richtig an.

Wexler hat sich vom sog. japanischen Isekai-Trend in Animes inspirieren lassen: Ein Mensch aus der aktuellen Zeit wird dabei in eine Fantasywelt versetzt, wie wir es hierzulande beispielsweise von "Alice im Wunderland" kennen. Doch die Hauptfigur Davi ist kein bisschen wie Alice, vielmehr ist sie eine Antiheldin mit seltsamen Attitüden und derbem Humor. Stellenweise fragt man sich, ob Davi tatsächlich eine Frau ist, weil sie oftmals sehr abgestumpft, schamlos und hartgesotten rüberkommt. Aber das muss sie wohl auch sein, wenn sie inmitten von bösen Kreaturen überleben und schließlich der nächste Dark Lord sein will.

Die ganze Story und Erzählweise war zwar schräg und gewöhnungsbedürftig, es hat aber nicht an Unterhaltung gemangelt. Daher werde ich ganz sicher auch die Fortsetzung lesen. Wer derben Humor aber nicht ertragen kann, sollte hier die Finger von lassen. Die Triggerwarnung am Ende des Buches ist absolut berechtigt.

Fazit:
"How to become the Dark Lord and die trying" von Django Wexler ist ein ungewöhnlicher Fantasyroman mit einer derben satirischen Note. Sicher nicht jedermanns Sache, aber abseits jeglicher festgefahrener Fantasyklischees!

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Flop des Jahres

Kein Zurück
1

Zum Inhalt:
Die berühmte Feministin Kate McKay tourt mit ihren Vorträgen über sexuellen Missbrauch und Frauenrechte durch die USA und ist dafür in konservativen Kreisen sehr verhasst. Nachdem ihre Assistentin ...

Zum Inhalt:
Die berühmte Feministin Kate McKay tourt mit ihren Vorträgen über sexuellen Missbrauch und Frauenrechte durch die USA und ist dafür in konservativen Kreisen sehr verhasst. Nachdem ihre Assistentin Corrie Anderson am hellichten Tag fälschlicherweise für Kate gehalten und attackiert wird und später ein Briefumschlag mit Milzbrandsporen seinen Weg zu Kate findet, soll die Privatdetektivin Holly Gibney fortan als Personenschützerin den Rest der Tour begleiten. Doch Holly ist gleichzeitig auch mit einem Fall der Polizei beschäftigt: Eine Mordserie mit zufällig gewählten Opfern, denen der Täter kleine Zettel mit Namen von Geschworenen aus einem bekannten Gerichtsprozess in die Hände legt. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, als Holly selbst ins Visier gerät...

Meine Leseerfahrung:
Stephen King gehört ausnahmslos zu den wenigen Autoren, auf deren Veröffentlichungen ich mich immer wie ein kleines Kind freue. Dabei ist es unerheblich, ob das Buch alle Erwartungen sprengt oder auf jeder erdenklichen Ebene versagt. Diese Bewertung wird mich daher sicherlich nicht davon abbringen, noch weitere Bücher von King zu lesen, aber ich muss hier ganz klar und deutlich sagen, dass "Kein Zurück" für mich bisher die größte literarische Enttäuschung des Jahres ist.

Dabei bin ich mittlerweile ein großer Fan der Hauptprotagonistin Holly Gibney, die trotz gesammelter Erfahrungen mit übernatürlichen Monstern, erfrischend pragmatisch bleibt und ihren Job in der Privatdetektei weiterhin mit viel Engagement ausführt. Und da fängt für mich schon das Problem an; nämlich dass Holly in "Kein Zurück" zu einer Leibwächterin von einer egoistischen Feministin degradiert wird. Die Monster, mit denen sie sich diesmal beschäftigt, sind überraschend menschlich und ´normal`. Damit fehlten mir schon die übernatürlichen Elemente, die Kings Bücher eben so überaus spannend machen. Das gesamte Buch liest sich diesmal eher wie eines der schlechteren Grisham-Thriller.

Worauf man sich immer verlassen kann, ist die Tatsache, dass King brisante aktuelle Themen aufgreift, wie vorliegend zB den christlichen Fundamentalismus in Amerika und das Abtreibungsrecht. Doch der Erzählstil blieb diesmal meilenweit hinter der Erwartung zurück. Mehrmals habe ich abgebrochen und bin neu gestartet. Und dennoch hat mich die Langatmigkeit des Buches jedesmal zurückgeworfen. Ich bin eigentlich nur deswegen am Ball geblieben, weil ich unbedingt erfahren wollte, welche Persönlichkeit sich hinter dem gesuchten Serienmörder verbirgt. Die Auflösung und das Finale kamen leider erst am Ende überraschend schnell und völlig unspektakulär.

Spannung blitzt durch das gesamte Buch hindurch nur selten auf und auch die Dialoge haben nicht den Witz und Charme, den man sonst von King kennt. Im Nachwort erklärt er, dass er an der Hüfte operiert wurde, als er an diesem Roman schrieb. Er wurde daher mehrfach umgeschrieben und selbst mit der Endfassung scheint der Meister nicht vollends zufrieden zu sein. Das merkt man leider auch als Leser/in. Ich würde es begrüßen, wenn er sich und Holly mal eine Pause gönnt. Das würde uns allen gut tun.

Fazit:
"Kein Zurück" von Stephen King ist seit langer Zeit eines der schwächeren Bücher, wenn nicht sogar das Schwächste überhaupt. Begeistert vielleicht nur absolute Holly-Fans, ist jedoch definitiv kein Must-Read!

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