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Veröffentlicht am 31.01.2021

Eine Kreuzfahrt zum Ich

Das Knistern der Sterne
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Stella hat eine richtige Pechsträhne: Mann weg, Wohnung weg, Job weg, Intuition verloren... Versunken in Selbstmitleid und von Zweifeln geplagt trifft Stella auf Balthasar, einen etwas komischen älteren ...

Stella hat eine richtige Pechsträhne: Mann weg, Wohnung weg, Job weg, Intuition verloren... Versunken in Selbstmitleid und von Zweifeln geplagt trifft Stella auf Balthasar, einen etwas komischen älteren Herren, der sie bereits länger beobachtet und ihr ein Angebot macht: Sie soll ihn auf einer Kreuzfahrt begleiten und dort wieder zu sich selbst finden. Die einzige Bedingung ist, ihn nicht nach persönlichen Dingen und auf gar keinen Fall nach der Vergangenheit zu fragen. Stella willigt ein – zwar etwas skeptisch, aber was hat sie schon zu verlieren? Für sie wird diese Kreuzfahrt eine Reise zum Ich. Doch sie bemerkt recht schnell, dass auch Balthasar von Altlasten gepeinigt wird...

Claire Hoffmann hat hier eine kurzweilige Geschichte für Zwischendurch geschaffen. Aber wer hier eine klassische „Traumschiff“-Atmosphäre erwartet, sollte das Buch besser wieder weglegen. Zwar treffen wir auch hier auf Drama, Liebe, Freundschaft und Landgang, aber Stella und Balthasar haben das Ruder bei weitem nicht in so fester Hand wie ein Florian Silbereisen... Die Botschaft der Reise wird auch nicht bei Captain’s Dinner zusammengefasst, die muss sich der Leser schon selbst erarbeiten.

Der szenischer Erzählstil war für mich an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig, ebenso wie die Protagonistin Stella. Den Dialogepisoden mangelte es durch fehlende „Regieanweisungen“ an Tiefe, der Dialog glich mehr einem Tischtennis-Match, bei dem man sich Fragen entgegen schleudert, als einem Gespräch. Zudem war – wenn man einmal den Faden verlor – nicht ersichtlich, wer gerade spricht. Einmal rausgekommen musste der komplette Dialog von vorn begonnen werden. Erst gegen Ende wurde die Geschichte durch das Herausnehmen des Erzähltempos ruhiger und angenehmer verfolgbar, weniger episodenhaft.

Die Protagonistin Stella ist recht undurchsichtig konzeptualisiert, sie erschien mir als instabile, zweigesichtige Figur, die sich gern selbst belügt und deren Selbstmitleid sie zu ertränken droht. Gleichzeitig versucht sie, ihre Mitreisenden zu ‚bekehren‘ bzw. sie auf den richtigen Weg zu schubsen. Bei ihr selbst gelingt dies aber nicht. Ständig fällt sie zurück in alte Muster, von denen man nur ein paar Seiten vorher dachte, sie habe sie endlich überwunden. So ganz mein Fall war Stella nicht. Aber auch Balthasar blieb schleierhaft. Auf der Reise selbst kam er fast ausschließlich während der Abendessen zu Wort, und auch dann beschränkte er sich auf das Stellen von Fragen, sodass er kaum etwas von sich selbst preisgab. Seine Motivation blieb mir bis zum Schluss verborgen, ebenso mehr Hintergrundwissen zu seiner Vergangenheit, was ich sehr schade finde.

Das Ende wiederum hat mich versöhnlich gestimmt und gefiel mir gut. Hier wurden die Themen des Romans noch einmal deutlicher als in den ganzen Abschnitten vorher: Selbstreflexion, Selbstbetrug/Selbsttäuschung, Karma, Reue, Altruismus und schließlich Neuanfänge. Und die Moral von der Geschicht: Dir nützt die schönste Kreuzfahrt zum Ich nichts, wenn du nicht bereit dafür bist!

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Ein vorlautes Mädchen auf Schatzsuche

Malvina Moorwood (Bd. 1)
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Malvina lebt mit ihrer alten Adelsfamilie auf Moorwood Castle. Doch blaues Blut heißt heutzutage nicht automatisch, dass man auch reich ist. Im Gegenteil: Die Moorwoods können ihr Schloss nicht mehr instand ...

Malvina lebt mit ihrer alten Adelsfamilie auf Moorwood Castle. Doch blaues Blut heißt heutzutage nicht automatisch, dass man auch reich ist. Im Gegenteil: Die Moorwoods können ihr Schloss nicht mehr instand halten und haben große Teile des Schlosses bereits wegen Einsturzgefahr abgesperrt. Die scheinbar einzige Lösung: Moorwood Castle muss verkauft werden. Doch das kommt für Malvina nicht in Frage, schließlich liebt sie ihr Zuhause mit den zahlreichen Geheimgängen und der Pferdezucht heiß und innig. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Tom versucht Malvina daher, den Käufer zu verschrecken und stößt dabei auf ein altes Geheimnis des Schlosses: Das Fluchtuch des ersten Lord Moorwood gibt Hinweise auf einen Familienschatz! Können Malvina und Tom den Kauf doch noch verhindern?

Leider hat mich die Protagonistin ein wenig um mein Lesevergnügen gebracht. Malvina war mir auf weiten Strecken einfach viel zu unausstehlich, bockig, frech und geradezu ungerecht, besonders ihrem besten Freund Tom gegenüber. Dieser wiederum ist mit Gold kaum aufzuwiegen, so geduldig ist er mit seiner doch recht anstrengenden und impulsiven Freundin. Die Idee der Geschichte, einen kleinen Abenteuerroman mit Schatzsuche à la Indiana Jones für Kinder auf einem englischen Adelsanwesen spielen zu lassen, finde ich super und wurde auch überzeugend umgesetzt. Aber Malvinas Impulsivität und Aufmüpfigkeit steigerte sich im Verlauf der Suche ins für mich Unerträgliche. Dadurch nahm sie zu viel Raum innerhalb der Geschichte ein und erdrückte die restliche Story für mich gänzlich.

Gerettet wurde vieles durch die wunderbaren Illustrationen und das herausragende Cover des Bandes. Der Coppenrath-Verlag hat einfach ein Händchen für tolle Illustratorinnen und Grafikerinnen. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die liebenswert-schrullige Familie Moorwood, inklusive Schlosshund Poldi. Dieser bunt zusammengewürfelte Haufen an charmanten Individualisten war immer für einen Lacher gut.

Der Erzählstil ist sehr flüssig und gut verständlich, die Geschichte las sich flott durch. Das Ende sollten etwas jüngere Kinder definitiv nicht allein lesen, schon gar nicht, wenn sie Tiere lieben. Da ist sogar mir kurz das Herz stehen geblieben...

Ich hoffe auf eine charakterliche Weiterentwicklung Malvinas im Folgeband und warte bis dahin gespannt.

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Veröffentlicht am 03.01.2021

Achtung! Zauberhafter Inhalt! Nur öffnen, wenn du an Magie glaubst!

Das magische Haus auf dem Hügel
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Hedy und ihr kleiner Bruder Spencer müssen für ein paar Wochen zu ihrem Opa John, damit ihre Eltern bei einer Ausgrabung helfen können. Aber Opa John hat eine strikte Regel: NICHTS ANFASSEN! Er war ein ...

Hedy und ihr kleiner Bruder Spencer müssen für ein paar Wochen zu ihrem Opa John, damit ihre Eltern bei einer Ausgrabung helfen können. Aber Opa John hat eine strikte Regel: NICHTS ANFASSEN! Er war ein berühmter Zauberer, doch vor vielen Jahren verschwand Oma Rose plötzlich bei einem seiner Kunststücke und wird seitdem vermisst. Seither sammelt er magische Gegenstände in seinem Haus, um die Welt vor ihnen zu beschützen. Aber diese Nichts-Anfassen-Regel ist ganz schön herausfordernd, wenn man acht und elf Jahre alt ist und in jedem Raum dieses großen Hauses geheimnisvolle Gegenstände aufbewahrt werden... Und wer schreibt eigentlich „Findet mich!“ mit Magneten an die Kühlschranktür? Spukt es etwa im magischen Haus auf dem Hügel?
Diese Geschichte hat mich absolut positiv überrascht! Es war eine spannende, abenteuerliche und durchweg magische Weihnachtslektüre, deren Idee und Umsetzung mich sehr fasziniert hat. Der Klappentext gibt nicht mal ansatzweise einen Hinweis darauf, was den Leser wirklich zwischen den Seiten dieses Buches erwartet. Ich kann hier auch nicht zu viel verraten, das würde den Zauber des Buches nehmen. Aber wer Geschichten mit neugierigen, mutigen Kindern und geheimnisvoll-magischen Gegenständen mag, wird im magischen Haus auf dem Hügel viel Freude finden!
Im Grunde besteht die Erzählung aus mehreren Erzählsträngen, die am Ende alle zusammentreffen und ein rundes Ende erzeugen. Die Geschwister Hedy und Spencer sind hier das verbindende Element der einzelnen Episoden. Wie Detektive decken sie die Geheimnisse rund um Opa John und sein Haus auf, und halten dabei – trotz aller normalen Geschwisterrivalitäten – zusammen wie Pech und Schwefel, denn sie glauben an sich und die Existenz von Magie. Ein weiteres wichtiges Thema dieser Geschichte ist Hoffnung: Erst durch seine Enkel lernt Opa John wieder neue Zuversicht kennen und kann sich auf sie einlassen.
Hedy und Spencer sind mir als Leserin gleich sympathisch gewesen. Sie sind ihrem Alter entsprechend authentisch angelegt, dabei aber nie übertrieben oder anstrengend kindisch. Auch Opa John kann man trotz seiner Grummeligkeit und seiner irgendwie schrulligen Art schnell ins Herz schließen.
Auf Grund des manchmal doch recht hohen Spannungslevels empfehle ich die Lektüre für etwas ältere Kinder ab ca. 10 bzw. 11 Jahren.

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Veröffentlicht am 22.11.2020

Das schlagfertigste Duo des Jahres ist zurück und bekommt endlich seine eigene Geschichte

Madly
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June und Mason, Mason und June... Sie können nicht miteinander, aber ohneeinander geht es eben auch nicht. Mason versucht weiterhin alles, um June zu einem Date zu überreden. Aber ist es bei ihr wirklich ...

June und Mason, Mason und June... Sie können nicht miteinander, aber ohneeinander geht es eben auch nicht. Mason versucht weiterhin alles, um June zu einem Date zu überreden. Aber ist es bei ihr wirklich die richtige Strategie, sie mit Blumen und Pralinen zu überhäufen? Kurzerhand ändert Mason seinen Plan und versucht es mit Eifersucht. Was er nicht weiß: June verbirgt ein Geheimnis, das sie schon ihr ganzes Leben davon abhält, sich so zu zeigen, wie sie wirklich ist. Wird sie aus Liebe zu Mason über ihren Schatten springen können?

Mir gefiel diese Fortsetzung deutlich besser. Das mag zum einen daran liegen, dass mir die Figuren nun bereits bekannt waren, zum anderen mochte ich June und Mason in ihrer schlagfertigen und frechen Art von Anfang an sehr und wurde mit ihnen schneller warm als mit Andie und Cooper. Daher fehlte auch die Langatmigkeit, die mich in „Truly“ manchmal sehr geärgert hat, denn Langsamkeit und Geduld existieren im Wortschatz von June und Mason nicht. Die Geschichte war ebenso flüssig und schnell lesbar wie Band 1, erneut eine kurzweilige Lektüre mit Drama, Witz und frechen Sprüchen, die aber ebenfalls auf einem ernsten Thema basiert. Dieses hätte allerdings für meinen Geschmack noch etwas tiefergehender angepackt werden können. Die tiefenpsychologischen Auswirkungen – wie sie zum Beispiel bei Cooper sehr anschaulich und authentisch dargestellt waren – gingen mir nicht weit genug bzw. waren für mich nicht intensiv genug beschrieben. Aber eine Liebesgeschichte mit schwierigen psychologischen Thematik zu verbinden trifft bei mir absolut auf Gehör. Denn Liebe ist nicht immer einfach und schon gar nicht rosarot.

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Veröffentlicht am 22.11.2020

Der kleine Pullunderträger ist endlich zurück!

Eddie Fox und die Schüler von Stormy Castle (Eddie Fox 2)
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Ach du Schreck! Ausgerechnet jetzt, wo die neuen Internatsschüler in die Schule stürmen, tauchen plötzlich Eddies Eltern ebenfalls auf Stormy Castle auf. Und es kommt noch schlimmer: Der Graf und die Gräfin ...

Ach du Schreck! Ausgerechnet jetzt, wo die neuen Internatsschüler in die Schule stürmen, tauchen plötzlich Eddies Eltern ebenfalls auf Stormy Castle auf. Und es kommt noch schlimmer: Der Graf und die Gräfin von Fox und Wood wollen nun als Lehrer dafür sorgen, dass Schüler und Lehrer das Weite suchen, damit Stormy Castle endlich wieder der ruhige Familiensitz wird, der er einst vor dem Internatsumbau war. Aber: Will Eddie das eigentlich? Schließlich müsste Pia dann auch gehen... Allerdings wäre es um diesen neuen, nervigen Schüler Lewin Lewondur nicht so schade. Denn bei ihm hat Eddie ein ganz komisches Gefühl in der Magengegend...
Dieser zweite Band übertrifft den ersten um Längen. Die Geschichte wird spannender, da nun alle Figuren und Umstände aus Band 1 bekannt sind und endlich Leben auf Stormy Castle einzieht. Ich empfinde die Erzählung als tiefgründiger, besonders was die Themen und Botschaften angeht: Eddie muss sich nun seinen Ängsten stellen und diese überwinden, er lernt was es heißt, Freunde zu haben und wie es ist, füreinander einzustehen. Mut haben und sich selbst zu vertrauen sind wichtige Aspekte dieses Bandes, die auf eine wunderbare Art in diese Geschichte eingewoben sind. Pia und auch Eddie kommen mit ihrem gewohnten jeweils eigenen Charme daher und konnten mich wieder einmal für sich einnehmen. Und sogar dem Bösewicht der Geschichte konnte ich etwas abgewinnen, denn durch ihn wird das Band der Freundschaft zwischen dem kleinen Geist und der Direktorentochter nur noch enger gewebt.
Wie auch im Auftaktband sind auch hier die Illustrationen von Susanne Göhlich eine wunderschöne Bereicherung. Und dieses Mal sind sie sogar noch detail- und umfangreicher, was mich persönlich wirklich sehr freut. Sie ergänzen die Erzählung perfekt und erzeugen beim Betrachten oftmals ein Schmunzeln. Fledermaus Tilla und Minidrache Golfo sind hervorragend getroffen, wie ich finde.
Wer also „Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle“ mochte, wird „Die Schüler von Stormy Castle lieben“!

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