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Veröffentlicht am 25.09.2025

In der Welt des Morgen

2048: Die Macht des Sturms
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Caitlin ist auf dem Weg zum Sommercamp als ein massiver Sturm den Zug anhalten lässt. Als sie, wie die anderen Insassen, gezwungen sind, die Abteile zu verlassen, trifft die Macht des Sturms sie voll ...

Caitlin ist auf dem Weg zum Sommercamp als ein massiver Sturm den Zug anhalten lässt. Als sie, wie die anderen Insassen, gezwungen sind, die Abteile zu verlassen, trifft die Macht des Sturms sie voll und sie verpasst, zusammen mit vier anderen, die Weiterfahrt. Caitlin weiß es noch nicht, doch an diesem Tag und in diesem Sturm verändert sich ihr Leben, und das der vier anderen Gestrandeten.

Endzeit, oder in diesem Fall eher eine dystropische Darstellung der Zukunft, ist etwas, was mich schon sehr lange fasziniert. Nicht umsonst war ich schnell dabei, als "Die Kinder der Bombe" ausgeschrieben wurden und "Die Expedition" (schamlose Eigenwerbung hier) schrieb sich beinahe von selbst. Ich war neugierig, wie andere ein solches Thema angehen, vor allem die nächste Generation der Schreibenden, also meldete ich mich auf dieses Buch.

Die Welt, wie Christ sie hier beschreibt, ist ... anders als ich es erwartet hatte. Nach den Beschreibungen dachte ich, es wäre sehr viel präsenter, wie sehr die Erde sich in diesen 23 Jahren geändert hat, vor allem auch mit den massiven nuklearen Katastrophen, die die Autorin gleich zu Anfang ihres Werkes stellt. Ich hatte erwartet, dass die Jugendlichen sich ... ja ... naturverbundener verhalten, vor allem, weil angedeutet wurde, dass Smartphones und Internet nicht mehr wirklich viel Bestand haben (oder ich habe das vollkommen falsch verstanden).

In dieser Zukunft ist der Energieverbrauch verstaatlicht worden und jeder bekommt soviel wie die Politik ihnen zugesteht - es sei denn, man gewinnt mittels (vor allem) Solarmodulen noch mehr Strom dazu. Wie geheizt wird, war mir nicht ersichtlich, nur dass man nicht über 19°C heizen darf im Winter. Feuer und Rauchen ist verboten, gefahren wird entweder mit Fahrrädern oder gemieteten selbstfahrenden eAutos, Bussen oder Zügen. Laptops, Tablets oder gar PCs scheint es gar nicht mehr zu geben, dafür aber verfügt jeder wohl über ein Handy in Form eines Smartphone-Nachentwicklung (wenn ich das recht verstanden habe). Aufgrund von massiven Preissteigerungen wird Kleidung vor allem in Second Hand gekauft und Lebensmittel sind nur nach jeweiliger Jahreszeit aus lokalem Anbau verfügbar. Um weitere Energie zu sparen ist zudem nur das Kalt-Duschen erlaubt (womit ich schonmal eindeutig auf Solarzellen für mich setzen würde, denn das habe ich einmal in meinem Leben versucht und bin nicht willens, diesen Versuch jemals zu wiederholen). Auch sind die staatlichen Stromnetze alles andere als stabil - oder werden so beschrieben.

Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht recht, was ich von dieser Welt halten soll. Auf der einen Seite soll soviel Energie wie möglich gespart werden, auf der anderen Seite gibt es Cafes, Restaurants, Shopping Mals und Supermärkte. Aufgrund einer hohen Zuwanderung wurden gewaltige Hochhäuser errichtet und der Wohnraum wird penibel zugeteilt, auf der anderen Seite dürfen keine Wälder mehr abgeholzt werden, aber es entstehen noch immer jede Menge Windparks und Solaranlagen und sogenannte CO2-Wälder (technische Stäbe, die das CO2 aus der Luft ziehen sollen). Ich sollte dazu noch erwähnen, die Handlung spielt in England, also auf einer Insel mit begrenztem Raum. Irgendwie will mir diese Welt nicht so ganz einleuchten.

Warum sollte jemand sein Heimatland hinter sich lassen, wenn die Bezahlung in der sogenannten Dritten Welt der in der Ersten angeglichen ist und es keinen Hunger mehr gibt. Warum gibt es Obdachlose, wenn jedem Wohnraum zur Verfügung steht? Wie kommt es, dass auf einer Insel mit massiver Überbevölkerung und dem staatlichen Verbot, weiter Wälder abzuholzen, aber weiterhin Stonehenge stehen kann und nicht umgeben ist von Häusern?

Nun gut, kommen wir zu den Charakteren. Caitlin ist die Hauptfigur, die durch deren Sicht der Hauptteil der Geschichte erzählt wird. Caitlin kommt einem sympatisch vor. Sie leidet unter ihrem cholerischen Vater (kann ich sehr gut nachvollziehen, meiner war auch cholerisch. Ich weiß, wie sehr das wehtut). Geboren ist sie in Japan, das aber aufgrund von nuklearer Zwischenfälle nun verlassen und verstrahlt ist. Caitlin entdeckt eines Tages während eines Streites mit ihrem Vater, dass ihre Haare sich in Metal verwandeln können, und sie verletzt ihren Vater dabei und flieht anschließend die Wohnung, nur um in Darren hineinzulaufen, einem anderen der Fünf, die gestrandet waren im Sturm. Auch Darren ist verändert. Seine Augen schießen elektrische Blitze und er kann sich schlecht kontrollieren.

Bald findet Caitlin heraus, dass alle fünf über spezielle Kräfte verfügen: die kleine Julia kann mit einem festen Aufstampfen die Erde erbeben lassen, die homosexuelle Ariana kann mit ihrem Arm Feuer schüren und der junge Connor kann seine Hand zum Leuchten bringen. Die fünf ziehen für die nächsten Tage in das Ferienhaus von Arianas Eltern, das nur einen Spaziergang von Stonehenge entfernt liegt.

Die Superkräfte der Fünf sind also alles Einzelheiten eines Blitzes: Licht, Elektrizität, das Plasma kann so hart wie Metall werden, ein Blitz kann die Erde zum Beben bringen und setzt Dinge in Brand. Die Gruppe nennt sich fortan "die strahlenden Fünf" auf Wunsch der kleinen Julia. Doch sie verbindet noch mehr: sie alle haben Schwierigkeiten, entweder mit sich selbst, ihrer Umgebung oder in der Schule. Sie sind Außenseiter.

Außenseiter, die zu Superhelden werden, sind beiweitem nichts neues. Schon Spiderman war nicht gerade der größte in der Klasse, soweit ich weiß, traf das eher auf Superman zu, der wohl allseits beliebt war aber als schüchtern galt. Die Charaktere sind gut gezeichnet, vor allem die beiden jüngeren Julia und Connor. Ariana bleibt leider bis zum Ende des Romans etwas blass, da die Handlung sich vor allem auf Caitlin und Darren konzentriert. Dass zumindest Darren an mehr als nur Freundschaft interessiert ist wird sehr schnell klar. So ganz allerdings verstehe ich die Beziehung der beiden am Ende aber nicht. Haben sie beschlossen, doch nur Freunde zu bleiben oder ist Caitlin hin- und hergerissen, denn ganz uninteressiert an Ariana scheint sie auch nicht zu sein.

Das Problem des Romans ist, dass er nicht der Welt treu bleibt, die beschrieben wird. Was Stromnetz bleibt stabil, auch wenn es immer wieder als überlastet und labil dargestellt wird, bis Christ einen Plottwist einsetzt - und plötzlich gibt es einen Stromausfall. Offenes Feuer ist aufgrund des CO2-Ausstoßes verboten, trotzdem grillen die Jugendlichen mehrfach am offenen Feuer. Internet und Smartphones werden nicht mehr weiter entwickelt, woraus unbedarfte Leser (ich) schlossen, dass sie nur noch selten auftauchen, trotzdem sitzt die Gruppe ganze Nachmittage an ihren Handys und trägt Informationen zusammen. Die Außenluft ist schlecht vertragbar, aber es gibt noch Eichhörnchen und Vögel und die Asthmakranke Ariana rennt einen ganzen Tag herum, ohne ihren Inhaler benutzen zu müssen. Dann aber, plötzlich, nach Tagen an der frischen Luft, verzieht die Gruppe sich plötzlich ins Haus und seine Luftfilter, weil sie die schlechte Luft draußen nicht vertragen. Caitlin und Darren gehen jeden Morgen joggen - ohne Atemgerät oder Maske.

Mit der Gefahr ist es ähnlich. Die Gruppe nimmt Kontakt zu einem Mann auf, der auch über außergewöhnliche Kräfte verfügen soll. Dieser warnt sie dann vor einer unheimlichen Gefahr, was die Kiddies verständlicherweise erst einmal in Panik versetzt. Tage vergehen, die Gefahr wird nicht greifbarer, während die Fünf versuchen sich vorzustellen, wie sie handeln würden, würden sie von dieser Gefahr überwältigt. Und als die Gefahr sich dann endlich zeigt ... sagen wir, ich habe schon kreativere Folter gelesen als diese hier. Sagen wir, da Wasser doch wohl ebenfalls zu den raren Ressourcen gehört, wäre Waterboarding umweltfreundlicher gewesen als jemand eimerweise zu übergießen. Zumal das Wasser offensichtlich noch erhitzt gewesen ist, was zusätzlich eine Umweltsünde mit sich bringt. Wir können uns jetzt über die Verletzungen streiten. Die alte Physikerin in mir ist mit dem Ergebnis des Romans nicht ganz zufrieden.

Mit einem hatte Christ mich quasi von Anfang an auf die falsche Spur geführt: dem Hintergrund dieser Klimakonferenz, auf die sich Connors Vater vorbereitet. Ich dachte wirklich den ganzen Roman hindurch, dass das die Aufgabe der Fünf werden würde und nicht, Connor zu helfen, nicht mehr gemobbt zu werden.

Was mich persönlich ebenfalls immer wieder aus dem Lesefluss riss war die kreative Worteinbindung der Autorin. Wie so oft, auch hier lege ich das gute alte Synonymlexikon (neben einem, das die Begriffe erklärt) nahe. Ich war in der Danksagung wirklich überrascht, dass es offensichtlich ein Lektorat gegeben hat, jedenfalls wurde sich bei einem Lektor bedankt. Wie auch immer, derjenige hat in meinen Augen sein Geld alles andere als verdient. Ich denke da nur an die zwei Schlafräume, die in eine Esszimmer führen. Im Haus gibt es offensichtlich keine Küche, trotzdem kocht Julia in einer - bei den Nachbarn vielleicht?

Alles in allem ein eher durchschnittlicher Roman. Sicherlich wird er seine Fans bekommen, die dann auch vermutlich auf Teil 2 harren. Ich gehöre leider nicht dazu.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Ein Tanz zwischen Bär und Dämon

Schattenthron II
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Rahel hat es geschafft - oder so sollte man glauben. Sie ist Leonards Verlobte und wird in absehbarer Zeit Königin. Ihre Schwester Rieke ist die stellvertretende Regentin nach Leonards Mutter. Alles sollte ...

Rahel hat es geschafft - oder so sollte man glauben. Sie ist Leonards Verlobte und wird in absehbarer Zeit Königin. Ihre Schwester Rieke ist die stellvertretende Regentin nach Leonards Mutter. Alles sollte gut sein. Doch das ist es nicht:

Leonard sitzt alles andere als fest auf dem Thron und muss nicht nur mit seiner Entscheidung, sich für Rahel als seine Zukünftige zu nehmen, sondern auch mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er seinen eigenen Vater getötet hat. Rahel hat soviel zu lernen, dass sie kaum Zeit mit den anderen verbringen kann. Und dann ist da noch das schlichte Geheimnis, dass sie alle antreibt: haben alle Wandler magische Kräfte und woher stammen sie? Und um das alles noch schlimmer zu machen, ist der frühere Regent Ivald noch immer in Freiheit und die Gruppe muss sich mit dem auseinandersetzen, was er hinterlassen hat: eine ganze Generation, die Ivald durch seinen schwarzen Stein verderbt hat.

Der zweite Teil von Schattenthron ist von Beginn an düsterer als der erste. Zwar scheint erst einmal alles gut und in die richtige Richtung zu laufen, doch das währt nicht lange. Spätestens als Rieke, Leonard, seine Mutter und Rahel die verlassene Jägerhütte finden ist klar, es ist gar nichts in Ordnung. Rieke kämpft mit ihrer Eifersucht, weil ihre Schwester so viel Zeit mit Leonard verbringen kann. Leonard muss einsehen, dass Ivalds Einfluss auf ihn weitaus größer war als geahnt. Und dann kommt es zu Übergriffen im Reich und er sieht sich zu einer Rundreise gezwungen, um wieder Ordnung zu schaffen.

Rahel ist ganz froh, aus dem Schloss zu kommen. Immerhin hat es mittlerweile mehrere Giftanschläge auf sie gegeben und ihre Zofe wurde getötet. Doch ist sie in dem Netz des Hofes gefangen, auf der Reise sogar ein wenig mehr als im Schloss selbst, muss sie sich doch immer korrekt benehmen, was ihr nicht immer gelingt.

Diem scheint in Band 2 der guten alten Hollywood-Regel gefolgt zu sein: Teil 2 bedeutet mehr Blut und Sterben. Und gestorben wird gleich reihenweise, Soldaten auf der Rundreise, die Zofe, die Männer, die Ivald mit seinem schwarzen Stein beeinflusst, Riekes Jugendliebe ... Das setzt sich so fort. Rahel zeigt zumindest zeitweise ihre empfindliche Seite in diesen Szenarios, hat aber auch immer wieder genug eigene Stärke, um sich selbst aus scheinbar ausweglosen Situationen wieder herauszukämpfen.

Der wirklich tragische Charakter in diesem Roman dagegen ist Leonard, den Diem im wahrsten Sinne des Wortes gründlich durch die Mangel dreht. Er muss irgendwie alles zusammenhalten, das Reich, seine Beziehung, sich selbst, seine deutlich verkleinerte Familie. Und vor allem bei sich selbst stolpert er immer wieder. Jahrelang glaubte er, ein Mensch zu sein, nur um dann herauszufinden, dass er ein Wandler und noch dazu ein Dämon ist. Ein Dämon, der noch immer unter Ivalds Einfluss steht. Erst Rahel gelingt es, diesen Bann zu lösen, doch den Dämon in ihm kann sie nicht vertreiben. Es muss irgendwie zu einer Einigung dieser drei Persönlichkeiten kommen, sonst ist nicht nur das Reich, sondern beide Welten. Doch Leonard fällt es schwer, er kämpft mit Schuldgefühlen, die er nicht zu haben braucht und um Kontrolle über etwas, was er nicht vollkommen versteht.

Schön war es, einige Charaktere aus dem ersten Teil wieder zu treffen. Und interessant, als Diem tiefer in die Erschaffung ihrer Welt eintaucht zusammen mit Rahel und Leonard, die auf der Suche nach weiteren Wandlern und nach Wissen über Wandler sind. Leonard gegenüber wird sein Großvetter Rohan gestellt, ebenfalls ein Wandler, der von Rachegefühlen getrieben wird und so gar nicht an den Hof zu passen scheint. Dennoch scheint sich da immer wieder etwas zwischen ihm und Rieke abzuspielen. Nun ja, am Ende gehen beide (zunächst) getrennte Wege.

Ein actiongeladener Nachfolger zum ersten Teil. Wem dieser zu seicht war, hier kommt er auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Es war einmal ...

Schattenthron I
1

Rahel arbeitet als Küchenhilfe im Gasthaus. Ihr Vater ist ein einfacher Holzarbeiter. Doch Rahel hat ein Geheimnis: sie kann sich in eine Rehkuh verwandeln auf eigenen Wunsch. Sie ist eine Wandlerin. ...

Rahel arbeitet als Küchenhilfe im Gasthaus. Ihr Vater ist ein einfacher Holzarbeiter. Doch Rahel hat ein Geheimnis: sie kann sich in eine Rehkuh verwandeln auf eigenen Wunsch. Sie ist eine Wandlerin. Doch ihre Fähigkeit ist geächtet im Königreich, so muss sie sie vor fast allen verbergen, nur vor ihren Eltern nicht.

Als der Erlass des Königs kommt über die Brautschau für den Thronfolger weiß Rahel sofort, dass sie ganz sicher nicht daran teilnehmen wird. Und doch zwingt sie ein Ereignis, zum Schloss zu gehen. Dort arbeitet sie als Küchenhilfe und lernt den jungen Jäger kennen, nicht ahnend, dass er tatsächlich Prinz Leonard ist ...

Märchenhafte Fantasy ist heutzutage eher selten zu finden. Umso schöner, wenn man einmal ein solches Buch in die Hand bekommt. Und das ist es, was Diem hier präsentiert: Märchenhafte Fantasy. Wo sonst könnte man damit rechnen, dass eine einfache Magd in einem Spiel um die Hand des Prinzen enden würde?

Nun, ich habe mich vor nicht allzu langer Zeit ausgetobt über Romantasy. Im groben würde ich dieses Buch diesem Genre zuordnen, wenn auch die eigentliche Liebesgeschichte nicht unbedingt den Großteil der Handlung einnimmt. Rahel und Leonard, da knistert es von ihrer ersten Begegnung an, das ist wahr. Und Leonard tut sein bestes, um Rahel fortzustoßen, während er sich gleichzeitig immer wieder für sie einsetzt und an einer Stelle sogar sein Leben für sie riskiert. Doch Diem gelingt es, den Rest der Handlung spannend zu halten, dass das Gefühlsdingsda zwischen den beiden zwar eine nicht zu kleine Rolle spielt, aber nicht die ganze Handlung einnimmt.

Der grausame König, der noch grausamere Regent, Leonard, der unter zwei verschiedenen Persönlichkeiten zu leiden scheint. Die Geheimnisse um das Schloss und dem titelgebenden Teil, dem Schattenthron selbst, all das nimmt einen Gutteil der Handlung ein, sodass auch Leser wie ich, die reine Lovestorys nicht mögen, noch etwas zu lesen hat. Zudem, dass sollte ich vielleicht auch erwähnen, ist diese Lovestory nachvollziehbar. Ja, es knistert vom ersten Moment an, ja, Rahel fällt für diesen schmucken Jäger, gleichzeitig piesakt sie ihn aber auch, oder sie beide einander. Es könnte bis zu einer gewissen Stelle auch auf eine gute Freundschaft hinauslaufen.

Und da ist noch dieses eigenartige Spiel, dass der König und der Regent sich da ausgedacht haben, um die richtige Braut zu finden. In den Wäldern jagen, Drachen füttern, vor Wargen durch eine verlassene unterirdische Ruinenstadt laufen ... Jede einzelne dieser Szenarios sind spannend geschildert aus Rahels Sicht. Zudem gibt es noch eine Nebenhandlung, in der einige Hintergründe beleuchtet werden und der Leser mehr und mehr erfährt, was im Schloss tatsächlich vor sich geht. All das ist ein gutes Rezept für einen spannenden Roman. Und Diem liefert diesen auch.

Was mich, wie immer, irritiert, ist die Erzählzeit. Alle Handlungen, die aus Rahels Sicht geschildert werden, sind in der Gegenwart geschrieben. Das kann einige Leser abschrecken, weil es doch sehr ungewöhnlich ist. Doch durchhalten, Leute, ihr werdet mit einem netten kleinen Roman belohnt, der gelesen werden möchte!

Alles in allem bleibt ein märchenhaftes Setting und eine spannende Handlung voller unvorhergesehener Wendungen, von denen ich einige wirklich nicht kommen sah. Ein nettes kleines Märchen.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein Must-have zu "Der Aufstieg Thions"

Codex Yî
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Hinter diesem nicht gerade kurzem Titel verbergen sich weitere Hintergründe für den Roman "Der Aufstieg Thions", inklusive Zeittafeln, einer Götterliste und einem wahren Wörterbuch der im Roman gesprochenen ...

Hinter diesem nicht gerade kurzem Titel verbergen sich weitere Hintergründe für den Roman "Der Aufstieg Thions", inklusive Zeittafeln, einer Götterliste und einem wahren Wörterbuch der im Roman gesprochenen Sprache sowie ein Index über alles und jeden, der oder die im Verlauf des Buches auftaucht. Vergleichen wir es am besten mit einer nicht zu knappen Glossar oder, was wohl auch der Sinn hinter diesem Buch ist, die berühmten "Anhänge" des J. R. R. Tolkien zum Herrn der Ringe.

Warum die Autoren den Weg gewählt haben, beides getrennt voneinander zu veröffentlichen ist mir nicht so ganz klar, aber so ist es nun einmal. Der Inhalt gibt jedenfalls einiges mehr an Hintergrund zum Roman, dass ich mir wirklich gewünscht hätte, hin- und herblättern zu können. Nun, in einer Form konnte ich das auch, da Herr Fleischhauer so nett war, mir dieses Buch zur Verfügung zu stellen. Ich hätte beides parallel lesen können, doch ich wollte die unbedarfte Leserin spielen und entschied mich dafür, erst den Roman und dann die "Sagas und Mythen" zu verinhaltlichen.

Was mir während der Lektüre wirklich Kopfschmerzen bereitete, war schlicht die Tatsache, dass die Autoren fortwährend von einem "Goldenen Zeitalter" schrieben, in dem die Geschichte spielt. Als Normalsterblicher ohne die Vorbildung der "Sagas und Mythen" war ich zugegebenermaßen mehr als verwirrt. In der hiesigen, der unsrigen Welt, wird als "Goldenes Zeitalter" die Zeit von Wohlstand, Wachstum und Frieden beschrieben. Sprich, jedem (oder den meisten) geht es gut, es ist ein goldenes Zeitalter. Davon war aber im Roman nichts, aber auch rein gar nichts zu spüren. Im Gegenteil schien Schlacht au Schlacht, Gemetzel auf Gemetzel zu folgen. Und wo nicht gekämpft wurde, da verhungerten oder erfroren die Menschen. Also eher das Gegenteil eines Goldenen Zeitalters. Das brachte mich über die ganze Lektüre hinweg durcheinander. In "Sagas und Mythen" wird erklärt, dass man im Mutliversum Yi eben nicht so zählt, sondern die Zeitalter, abgesehen vom ältesten, in dem die Götter Yi schufen, Metalle zählt. Also: Eisernes, Bronzenes, Silbernes und schließlich das Goldene Zeitalter, in dem die Handlung spielt. Diese Information wäre vielleicht im Roman besser aufgehoben gewesen, dies nur am Rande erwähnt.

Die Götterliste ist erstaunlich kurz. Interessant fand ich, dass Zauberer mit zu den Göttlichen gezählt werden aufgrund der Art, wie sie geschaffen wurden. Nebenbei, selbst mir als Horrorfan gruselte es allein bei der Vorstellung.

Die ausführliche Schöpfungsgeschichte, im Gegensatz zu der deutlich gekürzten im Roman fand ich dagegen nicht ganz so interessant. Sicher, es wurde mehr darauf eingegangen, was Oth und die anderen Götter so trieben, vor allem Oth, aber am Ende kannte ich diese Geschichte schon. Nur das Ende, mit dem hatte ich nicht gerechnet. Dort wird beschrieben, wie aus dem vorher gradlinigen Universum Yi das Multiversum wurde, in dem Thion und seine Mannen und Frauen leben. Ich möchte für Interessierte nichts vorweg nehmen, darum gehe ich an dieser Stelle nicht näher ins Detail.

Die Zeittafel mit der Geschichte Yis war sicherlich interessant zu lesen, empfand ich allerdings nicht als unbedingt notwendig, um den Roman zu verstehen. Nettes Hintergrundwissen eben und der Beweis dafür, dass die Autoren sich wirklich Arbeit gemacht haben mit der Erschaffung ihres Multiversums.

Die Glossar am Ende mit allem, was wichtig ist, hätte ich mir gern in den Roman gewünscht. Wer sie kennt, am Ende der "Das Rad der Zeit"-Romane wird jedesmal eine Glossar mit allen Figuren aufgeführt. Ähnlich wie dort wäre es hier nicht schlecht gewesen. Unter all den Namen und Worten geht man als Leser schnell verloren und nicht jeder wird sich die "Sagas und Mythen" zulegen, der "Der Aufstieg Thions" liest.

Was das Wörterbuch mit der eigenen Sprache angeht sowie der Literaturverweis auf Werke, die nicht einmal im Roman erwähnt werden ... Es steckt in beiden ein Haufen Arbeit, das gebe ich zu und ich mag es, wenn Autoren sich tiefer mit ihren Werken auseinandersetzen, gerade Fantasy-Autoren, die die Freiheit haben, ihre eigenen Welten zu erschaffen und auch ihre eigenen Regeln aufzustellen. Die meisten tun es nicht, und das merkt man leider meist auch den Romanen an. Insofern haben die Autoren hier hundertprozentig ihre Arbeit gemacht.

Aber ich kann mir denken, warum diese Dinge Eingang in dieses Buch fanden. Am Ende findet sich nämlich ein Kapitel, das die Aufklärung bringt: Das Open-Yi-Project. Albrecht und Fleischhauer haben nicht nur ein Multiversum geschaffen, sie wollen es teilen mit solchen, die daran interessiert sind, Geschichten in ihren Welten und Dimensionen spielen zu lassen. Nein, keine Fanfiktion, wie Fleischhauer betont, sondern eigene Geschichten. Über eine angegebene eMail-Adresse können sich Interessierte bei ihm melden.

Nun, was halte ich von "Sagas und Mythen"? Es ist definitiv hilfreich und macht für Interessierte den Einstieg leichter. Dennoch, wie bereits eingangs erwähnt, glaube ich nicht, dass sich jeder, der den Roman kauft, auch dieses Buch zulegen wird, obgleich es viele Dinge erklärt, die einen Leser von "Der Aufstieg Thions" erst einmal verwirren und ratlos zurücklassen. Um ehrlich zu sein, meine vorhergehende Rezension wäre um einiges harscher ausgefallen, hätte ich nicht dieses Buch gelesen. Vielleicht wirklich ein Must-have für solche, die irgendwann auf Thions Reise verloren gegangen sind so wie ich.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Zu viele Details

Der Aufstieg Thions
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Das Multiniversum Yi wurde von Göttern erschaffen. In diesem Multiversum existiert der blau-grüne Planet namens Ithrum. Und auf diesem Planeten lebt ein Mann namens Thion. Ein Krieger, ein ehemaliger ...

Das Multiniversum Yi wurde von Göttern erschaffen. In diesem Multiversum existiert der blau-grüne Planet namens Ithrum. Und auf diesem Planeten lebt ein Mann namens Thion. Ein Krieger, ein ehemaliger Paladin, dem die Pflicht durch und durch geht. Als er mit einer wichtigen Botschaft unterwegs ist, wird er von seinen Gefährten getrennt durch den Kampf gegen Symgymlion. Nach diesem Kampf beginnt seine wahre Odyssee ...

Als ich damals vor langer, langer Zeit entschied, dass ich Geschichten schreiben wollte, ging es mir eben darum: Geschichten erzählen. Erzählen von den Helden und Schurken, was mit ihnen passiert und wie. In fremde Welten eintauchen und sie entdecken. Nie ging es mir darum, besonders wortgewandt zu sein oder sprachliche Kunst in einen Text zu setzen.

Es ist nichts falsches daran, andere zu imitieren. Ich kenne einige wahre Meister darin, u.a. den von mir vielgelobten Markus K. Korb, der es wie kein anderer versteht, Poes Stimme wieder auferstehen zu lassen in senen Geschichten. Und imitiert haben alle Autoren irgendwann einmal, und sei es nur ganz zu Beginn ihres schreiberischen Lebens. Da war dieses eine Werk, diese eine Geschichte oder dieser eine Roman, der einfach perfekt war. Nein, ich rede nicht von Fanfiktion, ich rede davon, diese anderen Autoren zu imitieren, sie nachzumachen. Wie gesagt, daran ist nichts schlechtes, jeder, den ich kenne, hat so begonnen. Das besondere ist, die eigene Stimme zu finden, den eigenen Stil zu entwickeln - aus dem, was man vorher imitiert hat heraus.

Natürlich schwankt so eine Stimme je nachdem, was man schreibt. Meine Wortwahl in "Die Expedition" (ich weiß, schamlose Eigenwerbung) ist eine komplett andere als die, die ich im Moment für den Fantasy-Roman benutze. Warum? Weil es zwei unterschiedliche Themen sind, zwei unterschiedliche Welten und andere Charaktere.

Wie ich schon oft geschrieben habe, wer schreiben will, der sollte auch viel lesen. Zum einen, um den "Tank" aufzufüllen, zum anderen aber auch zur Erholung und dazu, sich selbst weiterzubilden. Ich habe in meinem Leben viele, tausende Bücher gelesen und werde hoffentlich noch weitere tausende lesen bis zu meinem Ende (zumindest meine Büchersammlung versucht mich davon zu überzeugen). Was ich gelesen habe? So ziemlich alles vom "Gilgamesh-Epos", über Homers "Ilias" und "Odyssee" bis hin zu modernen Klassikern wie Tolkiens "Der kleine Hobbit" und "Der Herr der Ringe" oder Robin Hobbs' "Weitseher"-Zyklus oder Robert Jordans "Das Rad der Zeit". Ich lese fast alle Genres von Krimi bis Science Fiction, wie man ja auch in diesem Blog sieht. Und in vielen Büchern finde ich noch immer Dinge, die ich dann versuche, in meine eigene Schreibe einzuarbeiten.

Warum ich hier soviel über mich selbst schreibe? Die Antwort kommt, sie fängt jetzt an.

Das größte Problem, was ich mit Thion hatte war schlicht die Wortwahl. Wie Fleischhauer selbst schrieb ging es ihm weniger um das Erzählen als vielmehr um die sprachliche Kunst. Dass man von Anfang an an Werke wie die "Odyssee" erinnert wird, ist also geplant. Die Sache ist die: Imitation will gelernt sein. Und der Vergleich ist ein schlechter an dieser Stelle. Etwas wie Homers Werke zu imitieren ohne über den Wortschatz zu verfügen kann nicht gelingen. So kommt es immer wieder zu eigenartigen Vergleichen, die so gar nicht passen wollen in der altertümlichen Sprachsetzung, und Wortwiederholungen. Oh, die Wortwiederholungen! Eine der ersten Regeln, die ich in der Grundschule lernte, war es, Wortwiederholungen zu vermeiden, es sei denn, ich wollte eine Aussage verstärken. Aber diese hier, viele davon wären mit einem einfachen Griff zum Synonym-Lexikon vermieden worden.

Der nächste Punkt sind die Charakter, vor allem Thion. Er ist der Held, derjenige, dem man durch das Buch folgt. Er sollte wachsen und sympatisch werden an irgendeiner Stelle. Dass er zwischen Ordnung und Chaos balanciert, das hat der Leser schnell heraus. Dass es etwas mit dem zu tun hat, was er bei Synkymlion findet, wird ebenfalls klar. Doch Thion bewegt sich nicht. Er wächst nicht, sondern bleibt gleich. Seine "Opferbereitschaft" MUSS am Ende eingefordert werden, er selbst denkt entweder nicht daran oder er will nicht. Es ist keine Bewegung in dem Charakter selbst. Er hinterfragt nicht, er erschreckt nicht darüber, was mit ihm passiert. Er handelt, teils angetrieben, zwar moralisch konform, aber das wirkt alles sehr steif.

Den anderen Charakteren ergeht es nicht viel besser: Bitor hat einen kurzen Moment, in dem etwas in ihm aufblitzt, ehe er wieder zum Sidekick verkommt, seine Ehefrau Fanyr ist die archetypische Hausfrau und Mutter (abgesehen von der Tatsache, dass die Autoren sich nicht einigen können, wie viele Kinder da eigentlich herumspringen), der aber ein kriegerischer Instinkt bescheinigt wird. Von dem konnte ich allerdings nicht einmal einen Funken finden. Die Zauberin Pextagonia bleibt sogar noch blasser.

Dazu kommt, dass es meiner Ansicht nach Ungereimtheiten gibt, was die Ursache für die Handlung generell betrifft. Ja, der Gott/Göttin des Chaos Oth säte die Samen und kreierte die "intelligenten" Lebewesen. Aber schon im Prolog bleibt der Leser ratlos zurück (zumindest ich tat das), als eine vorgeschlagene Allianz nicht einmal einen Keim erlebt im Angesicht von Gefahr, weil kein Stamm dem anderen traut. Warum keiner dem anderen traut wird nicht erwähnt, und auch aus dem Codex konnte ich mir keinen anderen Grund zusammenreimen, als dass es Oths Schuld war, weil er/sie Dunkelheit in die Seelen säte. Aber selbst Misstrauen sollte irgendeinen Ursprung haben, und sei der noch so weit hergeholt.

Ich gebe zu, die Autoren haben eine Menge Arbeit in ihr Werk gesteckt und nicht nur versucht, eine Welt zu schaffen, aber Abermillionen. Nur war das vielleicht ein bisschen zuviel. Soweit ich das einsehen konnte, spielt zumindest die Handlung der geplanten Trilogie, deren Auftakt dieses Buch darstellt, auf einem Planeten. Möglicherweise kommt da noch mehr, ich weiß es nicht. Wie gesagt, es ist eine Menge Hintergrundmaterial vorhanden, in dem einiges an Arbeit und Zeit steckt. Die Frage ist da eher, hätte man die Zeit nicht sinnvoller nutzen können in Charakterentwicklung und erst einmal der Festlegung nach Hintergründen. Chaos allein ist zumindest mir nicht genug und hinterlässt nur ein riesiges Fragezeichen in meinem Kopf.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an den ungewöhnlichen Stil, zugegeben. Dass oder die Autoren wurden flüssiger darin, ihn zu verwenden. Wo mir dann wieder die Frage kommt, ob der Roman überhaupt jemals beta-gelesen wurde oder ob es ein Lektorat gab. Irgendwie drängt sich mir da eine andere Vermutung auf, aber ich möchte keine Gerüchte in die Welt setzen.

Es ist schade, wie viel Potenzial dieser Roman verschenkt. Und ich rede jetzt nicht vom Stil, sondern davon, die Idee besser umzusetzen, ein klares Motiv zu schaffen. Wenn wir bei Tolkien sind: Motiv im "kleinen Hobbit" war das Abenteuer, Motiv im "Herrn der Ringe" war klar der Ring und was er anrichten konnte. Tolkien arbeitete den Großteil seines Lebens an der Erschaffung und Gestaltung Mittelerdes und der dort gesprochenen Sprachen. Er war Professor für Literatur und Sprachen in seinem Hauptberuf. Insofern liegt die Entwicklung nicht zu weit fort von dem, was er ohnehin tat, um sein Geld zu verdienen.

Ich will diesen Roman damit nicht verreißen, er wird sicherlich seine Fans finden, diejenigen, die ihn mögen und es kaum erwarten können, die anderen Bücher der Reihe in die Hand zu bekommen. Nur leider gehöre ich selbst nicht dazu. Es wurde zu viel auf unnötige Details geachtet und zu wenig auf die Handlung. Das ist schade, denn im großen gesehen könnte "Der Aufstieg Thions" sicherlich ein solider Roman sein - wenn auch nicht für mich.

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