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Veröffentlicht am 11.05.2025

Spannungsroman

Die unsichtbare Hand
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Soll sie oder soll sie nicht? Ghostwriterin Olivia Dumont wird für einen lukrativen Auftrag angefragt. Sie soll die Memoiren eines bekannten Schriftstellers schreiben und dafür nach Ojai reisen. Eigentlich ...

Soll sie oder soll sie nicht? Ghostwriterin Olivia Dumont wird für einen lukrativen Auftrag angefragt. Sie soll die Memoiren eines bekannten Schriftstellers schreiben und dafür nach Ojai reisen. Eigentlich genau ein Auftrag ihrer Kragenweite.

Nur ... der Autor ist ihr Vater Vincent Taylor, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Im Sommer 1975 wurden Vinces jüngere Schwester Poppy und sein älterer Bruder Danny ermordet und er wurde damals verdächtigt seine Geschwister getötet zu haben. Es konnte kein Täter gefasst werden und Olivia möchte nun endlich Licht in das Dunkel der Tat bringen.


Julie Clark hat einen Familienroman geschaffen, der einige Krimi-Elemente enthält. Mit Recht steht auf dem Cover "Roman", da meiner Meinung nach das Buch ein Spannungsroman ist. Die ganze Geschichte dreht sich um die Vergangenheit, sowie die Gegenwart der Familie Taylor.

Vincent Taylor, ein bekannter Horrorautor, war 17 Jahre alt als seine jüngere Schwester Poppy und der ältere Bruder Danny im Elternhaus ermordet wurden. Ein Ereignis, das ihn sein ganzes Leben lang geprägt hat. Jetzt, 50 Jahre später, will er über diesen Einschnitt im Leben der Familie ein Buch schreiben und engagiert seine Tochter Olivia als Ghostwriterin. Pikant an dieser Zusammenarbeit ist, dass Vater und Tochter seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr haben. Zudem der Vater Angst hat, was die Tochter bei ihren Recherchen herausfindet.

Die Vater - und Tochterbeziehung ist voller ungesagter Worte, Fragen und Zweifel. Dinge, die nie angesprochen wurden und werden, stehen im Raum. Das ergibt zeitweise ein beträchtliches Gefühls - Kuddelmuddel, das die Handlung auf der Stelle treten lässt. Es gibt Kapitel aus der Sicht von Olivia, Vincent und Poppy. Was geschah, erfährt man anhand von Poppys Tagebucheinträgen. Die Kapitel werden in der Gegenwart und 50 Jahre zuvor geführt.

Julie Clark wartet mit einem nicht ganz neuen Plot, Cold Cases in einer Familie, die auch noch das Leben der zukünftigen Generation beeinflussen, auf. Für mich neu jedoch ist, dass sich die ganzen Recherchen und Erkenntnisse auf schriftstellerischer Ebene ereignen. Während Olivia die Memoiren ihres Vaters schreibt, der zudem an beginnender Demenz leidet, deckt sie nach und nach diese Morde auf. Und genau hier war die Geschichte dann nicht mehr so ganz überzeugend. Olivia erfährt nämlich so einiges während Vinces "Halluzinationen", was mir doch zu einfach erschien. Spannung kam bei mir mit der Frage auf, was genau 50 Jahre zuvor geschehen ist. Warum Danny und Poppy ermordet wurden und vor allem von wem.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Künstliche Intelligenz

Tot bist du perfekt
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Als Abby Cullen im Krankenhaus erwacht, kann Tim nicht glauben, dass seine geliebte Ehefrau und Mutter ihres Sohnes Danny zurück ist.

Abby glaubt nach einem Unfall aus dem Koma erwacht zu sein. Doch Tim ...

Als Abby Cullen im Krankenhaus erwacht, kann Tim nicht glauben, dass seine geliebte Ehefrau und Mutter ihres Sohnes Danny zurück ist.

Abby glaubt nach einem Unfall aus dem Koma erwacht zu sein. Doch Tim erklärt ihr behutsam in kleinen Häppchen, dass er jahrelang darauf hingearbeitet hat, dass er sie endlich wieder in die Arme schliessen kann.








Ich tat mich gerade sehr schwer, die Inhaltsangabe zu schreiben. Denn einerseits will ich natürlich nicht zu viel verraten und andererseits möchte ich doch, dass potenzielle Leser ins Bild gesetzt werden, worum es in dieser Geschichte geht.

Wie erkläre ich das nun am besten?

Vielleicht soviel: Die Geschichte ist einerseits (noch) sehr realitätsfern, wird aber wohl in weiterer Zukunft an Aktualität gewinnen. Künstliche Intelligenz bestimmt ja immer mehr unser Leben und der Inhalt dieser Geschichte ist eine Steigerung davon. Ich lese normalerweise keine fantastisch-futuristisch angehauchte Geschichten, konnte mich aber in "Tot bist du perfekt" dem Zauber nicht entziehen. Immer wieder dachte ich, wann wir in der Realität so weit sein werden, dass Cobots das Zepter übernehmen.

Auf zwei abwechselnden Zeitebenen läuft die Story einerseits vor ...sagen wir mal...dem Unfall... und danach. Abby ist auf beiden Zeitebenen präsent und ihr Ehemann Tim, sowie Sohn Danny ebenfalls. Tim ist ein IT-Tüftler mit eigener Firma und durch und durch besessen von einer Sache: mit seiner geliebten Frau Abby und Sohn Danny wieder ein Familienleben zu haben. Tim ist aber auch Macht besessen und führt seine Firma mit straffer Hand. Danny ist schwer beeinträchtigt und lebt mit einem seltenen Syndrom, das sich im Autismus-Spektrum-Bereich befindet. Sein Verhalten ist sehr authentisch und überzeugend. Tatsächlich hat mich diese Seite der Geschichte, schon aus beruflichen Gründen, sehr fasziniert.

Mich hat die Geschichte völlig in den Bann gezogen, auch wenn ich ansonsten Bücher, in denen die Handlung in der Zukunft angesiedelt ist weniger mag.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Skurril!

Der Duft des Wals
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Ein Urlaub soll die Ehe von Hugo und Judith retten. Zusammen mit Tochter Ava fliegen sie ans Meer, in ein exklusives Hotel in Mexiko.

Ein Blauwal, der eines morgens am Strand liegt, trübt allerdings die ...

Ein Urlaub soll die Ehe von Hugo und Judith retten. Zusammen mit Tochter Ava fliegen sie ans Meer, in ein exklusives Hotel in Mexiko.

Ein Blauwal, der eines morgens am Strand liegt, trübt allerdings die Stimmung. Denn das tote Tier stinkt bestialisch, die Urlauber können sich nur noch mit Nasenklammern schützen. Doch der fast unerträgliche Geruch verfolgt sie am Pool und am Strand. Sogar im Hotelinnern vergällt der Gestank ihnen den Urlaub.




Skurrilität, Verblüffung und ein fesselnder Aufbau haben dieses Buch zu einem Lesevergnügen gemacht. Skurril ist zum Beispiel der Blauwal, der tot am Strand liegt und so gross ist, dass Ava in ihn hineinschlüpfen kann. Der Gestank, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht, ist die logische Folge des toten Tieres am Strand. Es stinkt sogar dann noch weiter, als der Wal auf wundersame Weise verschwindet.

Verblüfft und gespannt habe ich oftmals weitergelesen, denn man ahnt buchstäblich nie, was hinter der nächsten Seite lauert und was der Autor noch so alles auf Lager hat. Der Aufbau ist so gestaltet, dass die verschiedensten Figuren abwechselnd in eigenen Kapiteln in Ich Perspektive erzählen.

Da ist Ava, die zeichnerisch begabte Tochter der Protagonisten-Familie. Ava merkt sehr gut, dass es in der Ehe ihrer Eltern kriselt und flüchtet sich in ihre Skizzen. Die Elfjährige ist feinfühlig und sorgt für etliche tiefsinnige Passagen. Zugleich wirkt Ava erwachsen. Das Altkluge ist wohl eine Folge davon, wie sie von ihren Eltern behandelt wird. Dann ist da ihr Vater Hugo, der insgeheim noch verliebt ist in seine Frau, aber nicht weiss, wie er ihr das zeigen, geschweige beweisen soll. Eine starke Figur ist Judith, die die Umwelt retten möchte und irgendwie im täglichen Alltagstrott sich und ihre Beziehung verloren hat. Weiter kommen Waldemar, der Mann für alles im Hotel, und Flugbegleiterin Céleste zu Wort. Oft erzählt eine Figur, was sie erlebt und im Kapitel danach sieht man die Beobachtung darauf aus Sicht einer anderen Figur. Das ergibt immer eine ganz andere Sehensweise oder Bedeutung des Erzählten.

Der Autor schreibt in einem angenehm zu lesenden und einen unaufgeregten Stil. Sehr gefallen haben mir die leisen Untertöne in Bezug auf All-inclusive-Hotels, Verschmutzung der Meere und Schuldzuweisungen in Beziehungen. Ab und zu blinzelt feiner und rabenschwarzer Humor durch, was mich zusätzlich begeistert hat. Schlussendlich bleiben Raum für etliche Gedanken. Gedanken wie, dass es auch im Urlaub im schönsten Luxusressort stinken kann... übertragend gemeint.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Aha-Gefühl!

Die Springflut
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Für eine Semesterarbeit an der Polizeischule nimmt Polizeianwärterin Olivia Rönning die Ermittlungen zu einem Cold Case erneut auf. Im Spätsommer 1987 wurde eine junge Frau am Strand der schwedischen Nordküste, ...

Für eine Semesterarbeit an der Polizeischule nimmt Polizeianwärterin Olivia Rönning die Ermittlungen zu einem Cold Case erneut auf. Im Spätsommer 1987 wurde eine junge Frau am Strand der schwedischen Nordküste, auf der Insel Nordkoster, brutal ermordet. Der damalige Ermittler Tom Stilton hat nie überwunden, dass er diesen Mord nicht aufklären konnte und sich kurz nach der Tat aus dem Polizeidienst verabschiedet.

Während Olivia den Fall neu aufrollt, erschüttert eine Serie von Ueberfällen auf Obdachlose Stockholm. Die Menschen, auf die die Täter es abgesehen haben, leben am Rande der Gesellschaft. Dementsprechend will niemand etwas gesehen oder gehört haben...


Dieses Buch ist der Auftakt einer Reihe. Die kriminalistische Seite der Geschichte ist aber in sich abgeschlossen und so endet das Buch nicht mit einem Cliffhanger. Cilla und Rolf Börjlind sind bekannte Drehbuchschreiber in Schweden und ihre Kriminalromane internationale Bestseller. Genau das merkt man der Geschichte an. Die Handlung ist rund und schlüssig, beginnt bescheiden mit einer Tat und steigert sich nach und nach zu einer komplexen Story.

Viele Figuren, wichtige und Nebenfiguren, machen das ganze anspruchsvoll. Zwei Fälle, einerseits die ermordete Frau im Jahr 1987 und andererseits die Attentate auf Obdachlose, trugen zusätzlich dazu bei, dass ich immer wieder mal überlegen musste, wo die Geschichte denn nun genau steckt. Olivia Rönning gräbt sich durch alte Fakten und Hinweise und gleichzeitig erlebt man lesend die Taten in der Gegenwart. Die Verbindung zwischen beiden Zeitebenen und Verbrechen ist hervorragend gemacht und sorgte für das Aha Gefühl in diesem Buch. Oft verwirrend waren die vielen Perspektivwechsel, die manchmal abrupt auf den Leser einstürmen.

Ein guter Krimi, bei dem bei der Anzahl Nebenfiguren ruhig hätte abgespeckt werden dürfen. Die Ermittlerkonstellation von Polizeianwärterin und ehemaligen Kommissar fand ich gut gelungen und mal etwas anderes im Krimibrei.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Es plätschert...

Tea Time
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Der Club der Spinnerinnen vereint eine Handvoll Frauen, die spezielle Macken haben.

Nina, Franzi, Heide, Eva, Corinna und Jelena treffen sich regelmässig und tauschen sich über ihre Spleens aus.

Bei ...

Der Club der Spinnerinnen vereint eine Handvoll Frauen, die spezielle Macken haben.

Nina, Franzi, Heide, Eva, Corinna und Jelena treffen sich regelmässig und tauschen sich über ihre Spleens aus.

Bei einem ihrer Treffen verliert Nina ihre Handtasche und ist überglücklich als Andreas Haase, der in Mannheim lebt, sie findet. Nina fährt zu ihm, um die Tasche zu holen und gerät in eine unangenehme Situation. Nun ist die Hilfe ihrer Clubfreundinnen gefragt.




"Tea Time" ist das zweite Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Damit leider auch das zweite Buch, das mich nicht so ganz überzeugen konnte. Ingrid Noll schreibt gut, ihr Schreibstil ist klar und schnörkellos, an wenigen Stellen empfand ich ihn als holperig. Was Ingrid Noll meiner Meinung nach nicht so gut gelingt, ist ein Plot, der durchdacht ist und eine Handlung, die mitreisst. Die ganze Geschichte plätschert vor sich hin, öfters kam bei mir Langweile auf. Zudem geschehen immer wieder konstruierte Handlungsansätze, die willkürlich erscheinen.

Der Club der Spinnerinnen ist eine Handvoll Frauen, die seltsame Verhaltensweisen zeigen. Eine ordnet verbissen Teppichfransen, egal ob eigene oder fremde. Franzi lässt sich sogar zu einem Einbruch überreden, damit sie dort die Fransen am Wohnzimmerteppich ordnen kann. Nina, die Ich-Erzählerin, fotografiert Pflanzen und entdeckt mitten plötzlich ihren Hang zu Kleptomanie. Ninas Tante hingegen ist Mutter einer Puppe und behandelt diese wie ein echtes Baby. Jelena beobachtet Wolken und sieht sich als Himmelsinterpretin. Weitere Mitglieder haben ebenso skurrile und weit hergeholte Hobbys oder Begabungen.

Es gibt kriminalistische Ansätze und damit wohl ein Grund, dass dieses Buch unter dem Genre Krimi läuft. Aber irgendwie kommt keine Spannung auf und oft konnte ich keinen Sinn hinter dieser Seite der Handlung sehen. Der Mord, der geschieht und den ich auch erwarte bei dieser Genreeinteilung, geschieht eher unspektakulär und nicht wirklich glaubwürdig. Schade, ich hatte mir etwas mehr von diesem Buch erhofft.

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