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Veröffentlicht am 08.06.2020

Spionageverdacht im Dresdner Spätsommer 1951

Roter Rabe
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"Roter Rabe" ist der vierte Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Der Dresdner Oberkommissar bekommt es diesmal mit einem völlig undurchsichtigen Fall zu tun. Zwei Männer sterben in ihren Zellen ...

"Roter Rabe" ist der vierte Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Der Dresdner Oberkommissar bekommt es diesmal mit einem völlig undurchsichtigen Fall zu tun. Zwei Männer sterben in ihren Zellen jeweils durch angeblichen Suizid, und beide auf die gleiche Art. Max Heller glaubt nicht an einen Zufall, ein Spionageverdacht steht im Raum. Als sich auch noch die Ministerien für Staatssicherheit der DDR und der UdSSR für den Fall interessieren, beschleicht Max Heller eine Ahnung, das es um eine viel größere Bedrohung gehen muss. Denn weitere Mordfälle geschehen in kürzester Zeit. Frank Goldammer lässt den Leser in diesem vierten Fall sehr lange im Dunkeln stehen. Sowohl Motiv und Hintergrund der Mordfälle, als auch private Geschehnisse im Umfeld Max Hellers bleiben fast bis zu den letzten Seiten völlig undurchsichtig. Zwar gibt es Tote am laufenden Band, aber man tappt im Dunkeln. Hat es tatsächlich mit dem kalten Krieg zu tun, geht es wirklich um Spionage, eventuell sogar um Landesverrat? Welche Rolle spielen sein alter russischer Freund Alexej Saizev oder die Kollegen, wem kann man trauen und wem nicht? Sogar Zweifel an der Heimkehr der eigenen Ehefrau bestehen. Diese Komplexität und Undurchschaubarkeit des Krimis machte ihn für mich so spannend. Als Leser war ich ständig nur am Spekulieren, was denn wirklich hinter dem Ganzen steht. Genau dieses "Nichtwissen" machte diesen Band für mich so interessant, die Verflechtungen haben mir gut gefallen. Einzig gegen Ende ging mir dann einiges zu schnell im Eiltempo und ein paar wenige offene Fragen blieben. In Summe ist aber dieser vierte Band aus der Reihe für mich wieder sehr gelungen und es hat Spaß gemacht ein weiteres Kapitel aus Max Heller's Leben und seinen Ermittlungen zu lesen.

Veröffentlicht am 06.06.2020

Die knallharte Managerin und ihr Ende im Neckar

Wen der Tod betrügt
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"Wen der Tod betrügt" ist der fünfzehnte Band der Alexander-Gerlach-Reihe von Wolfgang Burger. Die Top-Managerin Juliana von Lembke wird tot aus dem Neckar geborgen. Alles spricht für einen Suizid, aber ...

"Wen der Tod betrügt" ist der fünfzehnte Band der Alexander-Gerlach-Reihe von Wolfgang Burger. Die Top-Managerin Juliana von Lembke wird tot aus dem Neckar geborgen. Alles spricht für einen Suizid, aber der Heidelberger Kripochef Alexander Gerlach hat daran seine Zweifel. Er beginnt im Umfeld der Toten zu ermitteln und es ergeben sich diverse Motive. Und dann meldet sich eine Obdachlose, die gesehen hat wie die Frau von einer Brücke in den Neckar gestoßen wurde. Was steckt hinter dem ganzen, denn es geht anscheinend auch um unerlaubte Firmenverstrickungen? Wolfgang Burger lässt seinen Kripochef wieder in bewährter Manier ermitteln. Für den Leser hält er dabei wieder einige mögliche Tätermotive bereit. Sogar eventuell Geheimdienste könnten in den Fall verwickelt sein. Doch nach und nach deuten immer mehr Hinweise in eine bestimmte Richtung. Wer diese Reihe kennt weiß, dass natürlich auch immer einen Anteil die Geschichten rund um die Familie des Protagonisten ausmachen. Gerlach's Freundin und seine Zwillingstöchter, sowie seine Eltern halten ihn auch diesmal wieder auf Trab. In Summe packt der Autor einiges in dieses Buch wieder hinein. Manches ist mir aber dann zu schnell abgewickelt oder der jeweilige Handlungsstrang verläuft ein wenig im Sand. Das Ende ist mir persönlich etwas zu viel konstruiert. In Summe ist der fünfzehnte Fall aus dieser Reihe ein solider Krimi, Alexander Gerlach hat aber schon ein wenig Abnutzungserscheinungen.

Veröffentlicht am 02.06.2020

Korruption in Rom während Britannien brennt

Vespasian: Das zerrissene Reich
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"Das zerrissene Reich" ist der siebte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Er spielt im Zeitraum 58 - 62 A.D. und ist in vier Teile gegliedert. Der junge Kaiser Nero brüskiert ein um das andere ...

"Das zerrissene Reich" ist der siebte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Er spielt im Zeitraum 58 - 62 A.D. und ist in vier Teile gegliedert. Der junge Kaiser Nero brüskiert ein um das andere Mal sein Umfeld. Seine nächtlichen Eskapaden, seine unerhörten Auftritte als Künstler, aber nicht zuletzt seine Ermordungen lassen ihn für sein Umfeld unberechenbar erscheinen. Die Tötung seiner eigenen Mutter Agrippina geht dabei ebenso auf sein Konto wie die seiner ersten Gattin Octavia. Es kommt zu schweren Unruhen in Rom, aber auch im fernen Britannien erhebt sich das Heer der Icener unter Führung der Königin Boudicca. Vespasian und sein Gefolge ist ebenfalls auf der Insel um im Auftrag von Investoren rechtzeitig Kredite einzufordern und die römischen Gelder zu schützen. Er wird in die blutige Rebellion verwickelt und es kommt zur entscheidenden Schlacht an der Watling Street. Robert Fabbri lässt einen in weitere vier Jahre im Leben Vespasians eintauchen und hält dabei ein hervorragend ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Fiktion und realer Geschichte. All die Korruption und Intrigen in Rom, aber auch die Gefahr sich im Umfeld des unberechenbaren Kaiser Nero zu befinden, stellt Fabbri ebenso lebendig dar wie die Grausamkeiten während der Rebellion in Britannien. Auch in diesem siebten Band verliert diese Reihe nichts von ihrer Qualität und bleibt weiterhin hochinteressant. Zwar gibt es kleinere Einzelheiten die sich im Laufe der Zeit wiederholen, aber im Gesamtkontext stimmig sind. Erklärungen im Nachwort des Autors helfen dem Leser noch besser die geschichtlichen Zusammenhänge zu verstehen. "Das zerrissene Reich" ist ein Band der den Leser perfekt in die Welt des letzten Kaiser der julisch-claudischen Dynastie entführt und dabei noch etliche spannende Momente zwischen Wagenrennen und Schlachtgetümmel erleben lässt. Für mich weiterhin eine sehr gelungene Reihe und eine klare Leseempfehlung für Band 7 aus der Vespasian-Reihe.

Veröffentlicht am 27.05.2020

Auf der Jagd nach der geheimnisvollen Schatulle

Bayerisch Tot
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"Bayerischt tot" ist der vierte Band aus der Moritz-Buchmann-Reihe von Manfred Faschingbauer. Die Geschichte beginnt mit einem Ereignis kurz vor Kriegsende 1945. Als in der Gegenwart bei Arbeiten an einer ...

"Bayerischt tot" ist der vierte Band aus der Moritz-Buchmann-Reihe von Manfred Faschingbauer. Die Geschichte beginnt mit einem Ereignis kurz vor Kriegsende 1945. Als in der Gegenwart bei Arbeiten an einer Burgruine eine rätselhafte Schatulle auftaucht, will die Studentin Julia deren Geheimnis entschlüsseln. Doch ihre Nachforschungen bleiben nicht verborgen und rufen andere Mächte auf den Plan. Ein Wettlauf beginnt und erste Tote sind zu vermelden. Auf den ersten Blick bekommt der Leser durch das Buchcover den Eindruck eines Regionalkrimi aus dem Bayerischen Wald. Aber schon nach wenigen Seiten des Lesens erkennt man, dass sich hier eine viel größere und internationale Story verbirgt. Verbotene Organisationen, amerikanischer Geheimdienst und dazwischen die ermittelnden Kriminalbeamten vor Ort. Manfred Faschingbauer erzeugt hier eine spannende Geschichte, bei der er den Leser lange im Dunkeln tappen lässt. Erst nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen und doch geschehen Wendungen, die diese erzeugte Spannung hochhalten. Wechselnde Schauplätze werden durch kurze Kapitel gekennzeichnet denen der Leser gut folgen kann. Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten wie auch schon in den Vorgängerbänden gut dargestellt. "Bayerisch tot" ist für mich ein weiterer sehr gelungener Krimi aus dieser Reihe, der mir spannende Lesestunden bereitete.

Veröffentlicht am 23.05.2020

Familienpfade führen teils auseinander und zusammen

Der mutige Weg
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"Der mutige Weg" ist der fünfte Band der Hansen-Saga von Ellin Carsta. In diesem Band lässt die Autorin den Leser an den Geschehnissen Frühjahr 1895 in Hamburg, Wien und Kamerun teilhaben. Weitere Unregelmäßigkeiten ...

"Der mutige Weg" ist der fünfte Band der Hansen-Saga von Ellin Carsta. In diesem Band lässt die Autorin den Leser an den Geschehnissen Frühjahr 1895 in Hamburg, Wien und Kamerun teilhaben. Weitere Unregelmäßigkeiten im Hamburger Kontor veranlassen Luise und ihren Mann Hans diesen auf den Grund zu gehen, während in Kamerun die Kakaoplantage gefährdet ist. Aber auch in Wien entwickeln sich die Familienereignisse anders als erwartet. Ellin Carsta führt die Entwicklung ihrer Charaktere mit diesem Band konsequent fort. Allerdings sei gesagt, dass man diese Saga von Beginn an lesen soll, um den Werdegang der Familie Hansen auch nachvollziehen zu können. Denn dieser Band lebt weniger von Spannung, sondern führt die Fäden der Saga mehr und mehr zusammen. Intrigen, Hass, Neid und Liebe - All dies kombiniert Ellin Carsta erneut geschickt und begeistert damit den Leser mehr über die Familie Hansen und ihrer Familiengeschichte zu erfahren. Die Ereignisse in Hamburg erzeugen klare Fronten und bereiten den Nährboden für die weiteren kommenden Ereignisse rund um die Familie. Zwar wäre es schön gewesen auch mehr die geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit im Roman einzubinden (die Autorin geht darauf im Nachwort ein), doch überzeugt mich auch weiterhin diese Reihe. Dieser Band stellt für mich ein gutes Bindeglied dar zur weiteren Zukunft der Hansens und ich bin neugierig was Ellin Carsta ihren Figuren dann widerfahren lässt. Die Geschichte der Hamburger Kontorsfamilie Hansen ist eine klassische Familiensaga und daher eine Empfehlung für Leser dieses Genre.