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Veröffentlicht am 18.07.2022

Von Kameras umgeben

Catching up with the Carters - In your eyes
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Aphrodite Carter steht seit ihrer Kindheit vor Kameras, da ihre Familie Mittelpunkt der Reality-Show »Catching up with the Carters« im ist. Ähnlich geht es Garett, dessen Familie ebenso die Öffentlichkeit ...

Aphrodite Carter steht seit ihrer Kindheit vor Kameras, da ihre Familie Mittelpunkt der Reality-Show »Catching up with the Carters« im ist. Ähnlich geht es Garett, dessen Familie ebenso die Öffentlichkeit an fast allem teilnehmen lässt. Seine und Aphrodites Familie kennen sich gut und sie waren sogar mal befreundet, bis beschlossen wurde, dass es mehr Quote bringt, wenn sie öffentlich übereinander herziehen. Das war Aphrodite und Garett aber eine Zeitlang egal und sie kamen sich abseits aller Kameras sehr nahe, hielten der Belastung, alles verheimlichen zu müssen, aber irgendwann nicht mehr Stand, sodass sie ihre Beziehung aufgaben. Nun treffen sich beide ausgerechnet an einem TV-Set einer Dating-Show, vergleichbar mit dem Bachelor wieder, an der Garetts bester Freund teilnimmt und wo Aphrodite und Garett Erfahrungen hinter der Kamera sammeln wollen, und werden wieder von ihren alten Gefühlen eingeholt.

Die Familiengeschichte von Aphrodite erinnert ziemlich an dir Kardashians, eine Mutter zieht die Strippen und vermarktet ihre Familie, ob die Kinder es wollen oder nicht, und hat dabei auch wenig Skrupel, mit Hilfe von Intrigen, alles in die gewünschte Richtung zu lenken. Aphrodite und Garett wirken nicht oberflächlich und verwöhnt, wie sie in der Reality Show teilweise rüberkommen, sondern leiden an der Situation und wollen lieber ein ganz normales Leben führen, auch wenn sie dann weniger Geld zur Verfügung haben. Daher ist es nicht so schwer, sich trotz alles Rummels um sie, mit ihnen zu identifizieren und mit ihnen mitzufühlen. Manches an der Handlung ist relativ vorhersehbar und auf relativ explizite Darstellungen hätte ich auch komplett verzichten können, aber insgesamt ist es ein unterhaltsamer Roman, der tiefere Einblicke gibt, wie es ist, quasi vor der Kamera erwachsen zu werden.

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Veröffentlicht am 18.07.2022

Familiengeheimnisse

Was ich nie gesagt habe
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"Was ich nie gesagt habe" ist der zweite Roman von Susanne Abel, in dem es um die (Familien-)Geschichte des bekannten Nachrichtensprechers Tom Monderath und seiner Mutter Greta geht. Besonders um ihre ...

"Was ich nie gesagt habe" ist der zweite Roman von Susanne Abel, in dem es um die (Familien-)Geschichte des bekannten Nachrichtensprechers Tom Monderath und seiner Mutter Greta geht. Besonders um ihre Vergangenheit, zu der er sie nicht mehr richtig befragen kann, weil sie dement ist und diesmal auch um die Geschichte seines Vaters, der schon lange tot ist und der seine komplette Familie im Zweiten Weltkrieg verlor. Vor kurzem ist aber ein uneheliches Kind seines Vaters aufgetaucht, sein homosexueller holländischer Halbbruder Henk, was ein weiterer Auslöser dafür ist, dass Tom versucht, mehr über seinen Vater herauszufinden und damit auch zugleich über die Vergangenheit seiner Mutter. Tom selbst scheint privat dagegen endlich angekommen sein, bei seiner ehemaligen Assistentin Jenny und deren Baby, nur beruflich nimmt er sich nach einem Zusammenbruch eine Auszeit.

Mir hat auch dieser zweite Teil der Geschichte um Tom Monderath wieder sehr gut gefallen. Der Roman verbindet sehr fesselnd zwei Zeitebenen miteinander, die Gegenwart, in der Tom, Jenny, das Baby und seine Mutter in Köln leben und die Vergangenheit während und nach dem Zweiten Weltkrieg. So konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es blieb lange spannend, welche Geheimnisse es in Toms Familie noch aufzudecken gibt. Tom selbst ist auch ein interessanter Charakter, der sich im zweiten Teil noch etwas mehr zum Positiven gewandelt hat. Der Schreibstil der Autorin war sehr anschaulich und zugleich gut lesbar. Daher empfehle ich das Buch gerne allen, die etwas Interesse für Familiengeschichten rund um den Zweiten Weltkrieg kombiniert mit der Gegenwart mitbringen.

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Veröffentlicht am 18.07.2022

Kulinarische Highlights für die Inselschule

Scones zum Frühstück
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Max Buchanan kochte in seinem eigenen Sterne-Restaurant, bis er dort in der Küche einen Herzinfarkt erlitt und es anschließend auch mit seinem Restaurant den Bach hinunter ging. Durch einen Zufall kommt ...

Max Buchanan kochte in seinem eigenen Sterne-Restaurant, bis er dort in der Küche einen Herzinfarkt erlitt und es anschließend auch mit seinem Restaurant den Bach hinunter ging. Durch einen Zufall kommt er dann an einen übergewichtigen Hund, der auf dem Land besser aufgehoben wäre, als in der Stadt und ein alter Freund bietet ihm an, als Schulkoch für seine Schule auf der Isle of Skye zu arbeiten. Dort besorgt er ihm eine Unterkunft bei der zunächst recht abweisenden Gärtnerin Robyn, die ein schlimmes Erlebnis zu verarbeiten hat. Bei den meisten Schüler:innen kommt seine Art (zu kochen) dagegen sehr gut an, nur eine neue Schülerin, Tochter eines ehrgeizigen Supermodels, macht ihm große Sorgen, weil sie fast jegliche Art von Nahrung verweigert.

Dieser Roman wird allen gefallen, die auch die anderen Bücher der Autorin mochten. Man bekommt eine Liebesgeschichte, die etwas vorhersehbar ist, gespickt mit allerlei kulinarischen Details und ein bisschen Schulgeschichte und Drama. Der Schauplatz, die Isle of Skye ist toll und, da Max auch wieder als Seenotretter dort aktiv wird, bekommt man einen guten Eindruck von der Rauheit der See dort. Ansonsten hätte ich aber gern noch ein wenig mehr über die Insel und das Leben dort, außerhalb des Schulumfeldes erfahren.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Neue Turbulenzen auf La Palma

Himmel über dem Salzgarten
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Im zweiten Teil der Salzgarten-Trilogie von Tabea Bach eröffnet Julia ihr Restaurant, hat aber weiterhin mit einigen Problemen zu kämpfen, an denen meist auch ihr Bruder Jens nicht unschuldig ist. Dieser ...

Im zweiten Teil der Salzgarten-Trilogie von Tabea Bach eröffnet Julia ihr Restaurant, hat aber weiterhin mit einigen Problemen zu kämpfen, an denen meist auch ihr Bruder Jens nicht unschuldig ist. Dieser schafft es sogar, sich bei den Einheimischen noch unbeliebter zu machen als bisher, da er eine Tauchbasis in der Nähe von Álvaros Salzgärten eröffnen will und damit das ganze Öko-System gefährden würde. Julia erhält derweil Unterstützung von ihrer Freundin und ehemaligen Kollegin aus Deutschland und zudem von eher unerwarteter Seite, während die Stimmung zwischen ihr und Álvaro zwischenzeitlich recht angespannt ist.

Mir hat auch diese Fortsetzung der Salzgarten-Saga wieder sehr gut gefallen. Schon das Cover macht Lust darauf, auch an den Ort des Geschehenes zu reisen und den Sommer am Atlantik zu verbringen. Tabea Bach gelingt es mit ihrem anschaulichen Schreibstil sehr gut, dass man sich beim Lesen an den Ort versetzen kann und Appetit auf Julias kanarische Köstlichkeiten bekommt. Julia ist mir weiterhin sehr sympathisch, wie sie an ihre Arbeit herangeht und für das kämpft, was ihr wichtig ist. Und auch über das "Wiedersehen" mit den restlichen Charakteren habe ich mich sehr gefreut und bin nun schon gespannt auf den dritten Teil der Reihe.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Neubeginn an der schottischen Küste

Fishergirl's Luck
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Beim Roman "Fishergirl's Luck" haben mir zunächst die Haptik und die Covergestaltung des Einbandes sehr gut gefallen, sie passen perfekt zum etwas rauen Schauplatz des Buches an der schottischen Küste.

Anna ...

Beim Roman "Fishergirl's Luck" haben mir zunächst die Haptik und die Covergestaltung des Einbandes sehr gut gefallen, sie passen perfekt zum etwas rauen Schauplatz des Buches an der schottischen Küste.

Anna verlässt nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund London und kauft sich von ihren Ersparnissen ein kleines Haus in Crovie, einem kleinen Dorf am Meer in Schottland. Mit Unterstützung einiger Einheimischer schafft sie es, vor ihrem Haus ein kleines Pop-up-Restaurant zu eröffnen, für das sie ihrer Kreativität und ihrem Talent für's Kochen freien Lauf lassen kann. Und auch ansonsten tut ihr dieser Neuanfang in Schottland einfach sehr gut.

„Fishergirl’s Luck“ ist eine tolle Geschichte, die Mut zur Veränderung macht. Anna ist eine sympathische Protagonistin, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. Der Schreibstil war sehr anschaulich und gut lesbar und man konnte sich gut an diesen kleinen Ort an der wilden schottischen See versetzen. Auch der kulinarische Aspekt kam nicht zu kurz und man bekam beim Lesen Appetit auf Annas Spezialitäten.

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