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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2023

wie weit ist eine Mutter bereit zu gehen ?

Die Herzchirurgin
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Der Thriller „Die Herzchirurgin“ von Jack Jordan ist eine spannende Geschichte mit kleinen Schwächen,die sich aber auf jeden Fall lohnt.

Anna Johns ist erfolgreiche Herzchirurgin,die jeden Tag das Leben ...

Der Thriller „Die Herzchirurgin“ von Jack Jordan ist eine spannende Geschichte mit kleinen Schwächen,die sich aber auf jeden Fall lohnt.

Anna Johns ist erfolgreiche Herzchirurgin,die jeden Tag das Leben von Menschen im Operationssaal rettet.Als Kriminelle ihren Sohn entführen und von ihr verlangen einen Patienten zu töten,um ihren Sohn wieder zu bekommen,ist sie gezwungen sich zu entscheiden.Lässt sie den Patienten am Leben,verliert die ihren Sohn ,entscheidet sie sich für ihren Sohn,muss sie zur Mörderin werden.

Das Buch fängt von Anfang an mit einer hohen Spannung an,die auch konsequent weitergeführt wird.Das Thema polarisiert sicherlich,was bestimmt auch gewollt ist und die Spannung mitträgt.Trotzdem fand ich das Buch an einigen Stellen etwas zu konstruiert und auch nicht immer logisch.Einen frisch Operierten ohne intensivmedizinische Betreuung zu lassen erscheint widersinnig.Auch das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen, wirkte es doch etwas konstruiert.Die Hauptfigur Anna ist nicht unbedingt sympathisch, was aber angesichts der Situation verständlich ist. Ansonsten sind die Figuren gut beschrieben.

Trotz aller Kritik hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich empfehle das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 27.01.2023

sehr einprägsames Buch

Ginsterhöhe
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" Ginsterhöhe " von Anna - Maria Caspari , ist sicherlich kein leichtes Buch und vor allem keines, was man so leicht vergisst.

Alfred Lintermann kehrt 1919 in sein Heimatdorf Wollseifen in der Eifel ...

" Ginsterhöhe " von Anna - Maria Caspari , ist sicherlich kein leichtes Buch und vor allem keines, was man so leicht vergisst.

Alfred Lintermann kehrt 1919 in sein Heimatdorf Wollseifen in der Eifel zurück. Er hat den ersten Weltkrieg zwar überlebt, doch sind deutliche körperliche und seelische Wunden zurückgeblieben. Vor allem die seelischen wiegen schwer, hat er doch seinen besten Freund verloren.

Sein Umfeld reagiert entsetzt auf sein Aussehen , auch seine Frau hat Schwierigkeiten sich mit der neuen Situation anzufreunden. Doch Alfred lässt sich nicht unterkriegen und mobilisiert all seine Kräfte, um die Zukunft zu gestalten. Er steckt all seine Kraft in seinen Hof. Doch die nächste Katastrophe lässt nicht lange auf sich warten. Die Nationalsozialisten haben Großes mit dem Ort vor und keiner weiß so genau, was das für ihn bedeutet.

" Ginsterhöhe" ist ein Roman , der auf wahren Begebenheiten basiert und insofern schon sehr interessant zu lesen ist. Die Figuren sind fiktiv, aber sehr gut beschrieben, sodass man sich gut in die Geschichte hineinverdenken kann. Man sollte beim Lesen schon wissen, dass dies Buch nicht immer leicht verdaulich ist. Die Grundstimmung ist schon düster, was die Thematik ja eigentlich auch vermuten lässt. Der Erzählstil war aber packend und spannend und man erfahrt vieles, was einem sonst verborgen gebleiben wäre.

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Veröffentlicht am 22.12.2022

gelungener dritter Band

Labyrinth der Freiheit
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"Labyrinth der Freiheit" ist der dritte Band der Trilogie umdie Freunde Carl, Isi und Arthur, der Anfang des letzten Jahrhunderts in Berlin spielt.

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, hatte ...

"Labyrinth der Freiheit" ist der dritte Band der Trilogie umdie Freunde Carl, Isi und Arthur, der Anfang des letzten Jahrhunderts in Berlin spielt.

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, hatte ich kein Problem das Buch zu genießen, das wirklich toll geschrieben ist.
Die Freunde Isi, Carl und Arthur leben auch weiterhin ein ereignisreiches Leben. Isi hat Probleme mit dem Alkohol und macht sich weiterhin als Anwältin für die kleinen Leute stark, was nicht immer ohne Probleme abgeht.Carl arbeitet bei der Ufa als Kameramann für den Regisseur Fritz Lang. Einen rechten Anschlag auf sie überstehen sie Gott sein Dank.

Das leben der zwanziger Jahre in Berlin beschreibt der Autor sehr lebendig und faszinierend. Man kann sich anhand der Schilderungen gut in diese Zeit hineinversetzen. Die sozialen Mißstände, das Leben der einfachen leute, für die jeder Tag ein Kampf ums Überleben ist. Auch die Einblicke in die Filmwelt der UFA waren interessant und gelungen beschrieben.

Durch da Lesen dieses Buch habe ich Lust auf die Vorgängerbände bekommen und werde sie sicherlich noch lesen.

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Veröffentlicht am 16.12.2022

So spannend kann ein Leben sein

Agent Sonja
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Das Buch " Agent Sonja" von Ben Macintyre erzählt die Geschichte von Ursula Kaczynski, eine Frau, die sich früh dem Kommunismus verschrieben hat und von Russland zur TOP Agentin ausgebildet wird, was ihren ...

Das Buch " Agent Sonja" von Ben Macintyre erzählt die Geschichte von Ursula Kaczynski, eine Frau, die sich früh dem Kommunismus verschrieben hat und von Russland zur TOP Agentin ausgebildet wird, was ihren weiteren Lebensweg maßgeblich bestimmt.

Ursula wächst iM Berlin der Kaiserzeit auf. Ihre Familie ist jüdisch und unterstützt den Kommunismus, was ihre Sozialisation natürlich früh beeinflusst, sie wird zur glühenden Anhängerin dieser politischen Richtung. Nach dem Erstarken der Nationalsozialisten flieht die Familie ins Exil, Ursula heiratet und wird zur russischen Spionin ausgebildet. Sie ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Spionin der Russen, die wichtige Informationen in Bezug auf die Atombombe und das Gleichgewichts des Schreckens und Angriffe auf Nazideutschland liefert.

Der Autor dieses Buches hat dieses Sachbuch so aufbereitet, dass man sich in einem Thriller wähnt. Ich dachte oft, wie spannend kann ein Leben sein und das war das Leben von Sonja. Ich musste mir immer wieder klar machen, dass dies hier keine fiktive Geschichte ist, sondern der Realität entsprach. Der Leser erfährt wichtige und interessante politische Zusammenhänge, die bei mir oft einen AHA Effekt hervorgerufen haben.

Ich kann dieses Buch politisch interessierten Lesern nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.12.2022

wieviel kann ein Mensch ertragen ?

Das letzte Versprechen
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" Das letzte Versprechen " von Hera Lind ist, wie schon ihre andere Bücher in den letzten Jahren ein Tatsachenbericht.Ein Tatsachenericht über eine sogenannte "Donauschwabenfamilie" aus dem Banat, was ...

" Das letzte Versprechen " von Hera Lind ist, wie schon ihre andere Bücher in den letzten Jahren ein Tatsachenbericht.Ein Tatsachenericht über eine sogenannte "Donauschwabenfamilie" aus dem Banat, was im ehemaligen Jugoslavien liegt. Dort hatten sich Donauschwaben angesiedelt und den Landstrich ,mit viel Kraft und ihren fleißigen Händen zu einem blühenden Landstrich gemacht. Als die Deutschen sich während des zweiten Weltkrieges mit den Menschen dieses Landes zerstreiten und Abmachungen nicht einhalten , kommt es zu einer ungeahnten Hasswelle gegenüber den " Donauschwaben.
Das Schicksal , dass diese Menschen ertragen mussten, wird in diesem Buch anhand einer Familie erzählt.

Das Buch wird aus der Sicht von Anni, die 1944 5 Jahre alt war und ihrer Mutter Amalie, Anfang zwanzig erzählt, denn 1944 bricht eine Welt für diese Familie über ihnen zusammen.
Die Familie , die sich bescheidenen Wohlstand in einem Dorf im Banat erarbeitet hat wird zerissen und enteignet. Jugoslavische Soladaten verschleppen die Kinder des Dorfes in ein Kinderheim und die Frauen werden in ein sibirisches Straflager verschleppt , wo sie Schwerstarbeit in einem Kohlebergwerk leisten müssen. Annis Oma , die ihrer Mutter versprochen hat, ihr Kind nicht allein zulassen, rettet sich im letzten Moment in den Zug, in den Mann Anni auf den Weg in ein Kinderheim verfrachtet hat, somit hat sie in all der schweren Zeit wenigstens ihre Großmutter an ihrer Seite. Die Menschen müsssen in den Lagern und Heimen unerträgliches erleiden und auch als die Familie nach dem Krieg in Bayern strandet, hält das Leben noch
einge Schicksalsschläge für sie parat. Durch das deutsche rote Kreuz findet Anni ihre Mutter und auch andere Verwandte wieder, doch das Leben ist für sie kein Ponyhof.

Ich muss ehrlich sagen, der Inhalt dieses Buches war teilweise schwer zu ertragen, zumal man ja weiß, dass es ein Tatsachenroman ist. Ich habe mich oft gefragt, wieviel kann ein Mensch ertragen, bis er zerbricht.

Das Thema ist gut aufbereitet und Hera Lind gelingt es gut, dem Leser das Schicksal dieser Familie nahe zu bringen. Auch , wenn es nicht immer einfach war, auch angesichts der momentanen Problematik in der Ukraine, die mir beim Lesen oft in den Sinn kam, finde ich das Buch gelungen und die Figuren und ihr Leben gut gezeichnet.

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