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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Tragikkomödie

Evil Grandma
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„Evil Grande“ von Line Baugsto erschienen im @rowohltverlag war ein Buch das mir gut gefallen hat, bei dem ich mir aber etwas anderes erwartet hatte.

Beginnen tut es genauso , wie ich es erwartet habe. ...

„Evil Grande“ von Line Baugsto erschienen im @rowohltverlag war ein Buch das mir gut gefallen hat, bei dem ich mir aber etwas anderes erwartet hatte.

Beginnen tut es genauso , wie ich es erwartet habe. Mona, 65 Jahre jung, erfährt , dass sie Großmutter wird. Die normale Reaktion wäre jetzt ja die, dass die potentielle Oma in Freudentränen ausbricht, ihren Sohn und Schwiegertochter umarmt und im selben Atemzug schon das Strickzeug auspackt, um das Enkelkind zu bestricken.
Doch Mona entspricht nicht dem „normalen“ Bild einer werdenden Oma. Statt Freudentränen in den Augen, bekommt sie eine mittelschwere Panickattacke mit Blutdruckspitzen vom 245/130 mmHg. Was ist nur los mit ihr?
Als dann noch die werdenden Eltern wegen eines Wasserschadens in der eigenen Wohnung, für einige Wochen zu Mona ziehen, spitzt sich die Situation zu. Mona überlässt dem Paar ihr Schlafzimmer samt leergeräumten Kleiderschrank und quält sich im schmalen Bett des Gästezimmers durch die Nächte. Das Verhältnis zur Schwiegertochter, die ein verwöhnter Fratz und immer nur am nörgeln ist, trägt nicht unbedingt zur Entspannung der Situation bei. Als Mona dann noch erfährt, dass ihre Schwiegertochter einen Instagram Account betreibt, auf dem sie Mona als unsympathische unsensible Großmutter darstellt, hat Mona den Kaffee auf.
Sie hat sich ihren Ruhestand anders vorgestellt, als ihre letzten schönen Jahre als Kindermädchen für ihr Enkelkind zu verbringen und wenn man sie schon als „evil grandma“ darstellt, dann will sie dem Bild auch gerecht werden. Sie lässt sich einen eigenen Instagram Account von der Tochter ihrer Freundin Annemor, mit denen sie ein Wochenende in den Bergen verbringt , erstellen und ist fortan das „Grandmamonster“das allen Vorurteilen und Darstellungen gerecht wird.

Ich habe das Buch gerne gelesen und habe mich zu Anfang köstlich amüsiert über Mona, aber auch über so manche Situationskomik. Doch die Tonart des Buches änderte sich im Laufe des Lesens. Die locker flockige Geschichte veränderte sich immer mehr hin zur Kritik an Sozial Media und seinen Auswirkungen. Monas Schwiegertochter wird zur Mami Influencerin mit allen dazugehörigen Auswüchsen.
.Sie postet jeden Schritt ihrer Schwangerschaft, beschreibt ihre Wohnsituation bei der Schwiegermutter, ohne Rücksicht auf Gefühle und ohne Monas Einverständnis und schreckt nicht davor zurück , Mona vorzuführen,veranstaltet eine Genderparty auf der Mona zwar vorbereiten darf, aber ihr nichts recht machen kann, bis ihr der Kragen platzt.

Line Baugsto trifft den Zeitgeist in ihrem Buch, übt unterschwellige Kritik am heutigen Umgehen mit Sozial Media, was Mobbing angeht, aber auch die Oberflächlichkeit, die das Ganze begleitet und bringt den Leser zum Nachdenken, aber auch zum Lachen.Aber auch die Auseinandersetzung mit dem Alter und was dies mit sich bringt, sind Themen, die ich diesem Buch entnehmen konnte.

Ein Buch, von dem ich zu Anfang dachte, dass es leichte Unterhaltung wäre, dass aber durchaus ernste Untertöne hat.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

für mich ein Highlight

Frag nicht nach Agnes
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„Frag nicht nach Agnes“ von Valerie Jacob, erschienen im @rowohltverlag, ist eine kluge einfühlsame Schilderung dreier Frauen in Zeiten historischer Umbrüche. Die Autorin taucht tief in die Kriegs,- und ...

„Frag nicht nach Agnes“ von Valerie Jacob, erschienen im @rowohltverlag, ist eine kluge einfühlsame Schilderung dreier Frauen in Zeiten historischer Umbrüche. Die Autorin taucht tief in die Kriegs,- und Nachkriegsgeschichte ein und konnte mich mit ihrem Buch absolut begeistern.

In der Gegenwart lernt der Leser Lilo kennen, die als Goldschmiedin arbeitet und sich für nachhaltige Schmuckverarbeitung einsetzen möchte. Zu ihrer Mutter hat sie ein angespanntes Verhältnis. Ein Geheimnis steht zwischen ihnen, dass eng mit der Geschichte ihrer Großmutter zusammenhängt, über das ihre Mutter aber nicht reden möchte. Der einzige Ausspruch ihrer Mutter ist „deine Großmutter hat mein Leben zerstört“.
In Rückblicken erfährt man nun was es mit dieser Geschichte auf sich hat, die zum einen mit der Situation in der Familie in die Lilos Großmutter eingeheiratet hat zu tun hat, aber auch mit Ereignissen in einem Dorf in Frankreich „Oradour“ in dem es durch die Waffen SS zu einem Massaker an der französischen Bevölkerung gekommen ist.

In dem Buch wird klar, wie wenig Interesse die deutsche Justiz, aber auch die deutsche Bevölkerung an einer Aufarbeitung der deutschen Kriegsverbrechen hatte,aber auch,wie dieses fehlende Interesse zu fatalen Fehlentscheidungen führte und Auswirkungen auf individuelle Schicksale hatte. Die Stellung der Frau in der Nachkriegszeit spielt auch eine große Rolle und in mir kam häufig Wut hoch ob der ausweglosen Situation mancher Frauen in dieser Zeit, die sich mit dieser Situation nicht abfinden wollten oder konnten.
Auch die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration und deren Konsequenzen für nachfolgende Generationen, die Traumata, die das Leben dieser Generationen prägte bis in die heutige Zeit hinein.

Die beiden Geschichten, die hier auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt werden, haben mir beide gut gefallen. Die Gegenwartsgeschichte orientiert sich ein wenig an aktuellen Themen wie der Nachhaltigkeit in der Schmuckherstellung, zeigt aber eben auch, dass Familientramata bis in die Gegenwart reichen.

Die Vergangenheitsgeschichte hat mich sehr stark berührt, mich lange nicht losgelassen. Sowohl die Kriegsereignisse, aber vor allem das Schicksal von Lilos Mutter, aber vor allem das von Agnes, Lilos Großmutter, waren mehr als berührend.
Ein vielschichtiges, emphatisch verfasstes Porträt zwischen gesellschaftlichen Zwängen und individuellen Sehnsüchten, die in einem fatalen Ende münden und Jahrzehnte nachhallt.

Mich wird diese Geschichte sicherlich noch lange beschäftigen und ich spreche diesem Buch eine dicke Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

guter Abschluss dieser Reihe

Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt
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„Der Dorfladen-Wie das Schicksal so spielt“ erschienen bei @penguinrandomhouse ,ist der der dritte Teil der Dorfladen Reihe, die in einem kleinen Dorf im Taunus spielt. Und der mich wieder gut unterhalten ...

„Der Dorfladen-Wie das Schicksal so spielt“ erschienen bei @penguinrandomhouse ,ist der der dritte Teil der Dorfladen Reihe, die in einem kleinen Dorf im Taunus spielt. Und der mich wieder gut unterhalten hat.

Wir treffen wieder auf altbekannte Personen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihren Leben weiter zu folgen und zu beobachten, wie sie sich weiter entwickeln.

Wir schreiben das Jahr 1927 und den drei Schwestern aus dem Dingelsbacher Laden stehen turbulente Zeiten bevor.
Der Dorfladen ist immer noch Dreh,- und Angelpunkt für Klatsch und Tratsch und Marthas Töchter stehen immer wieder mitten im Geschehen.Frieda, die Älteste will Schauspielerin werden und geht dafür nach Bochum. Ida absolviert als einzige aus der Familie das Gymnasium, gefährdet ihren Abschluss aber, weil sie sich in den falschen Mann verliebt, der sich bei der KPD politisch engagiert. Und gerade die bravsten und angepasstere von allen, Herta,sorgt für eine Überraschung, die das Geraune in der Dorfgemeinschaft lauter werden lässt.

Ich konnte beim Lesen gleich wieder eintauchen in die Dorfgemeinschaft im Taunus, hatte Spaß daran zu erleben, wie das Leben der drei Schwestern für Aufruhr sorgte und die Dorfgemeinschaft empören ließ. Ich habe so manches Mal geschmunzelt und bin gespannt, ob es noch weitere Bände dieser wirklich unterhaltsamen Reihe geben wird.

Ich empfehle diese Reihe Liebhabern leichter Unterhaltung, denn diese Reihe eignet sich fantastisch um abzuschalten und sich zu entspannen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Der Krieg aus Sicht eines Kindes

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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„Vergiss nicht zu tanzen,Hanna“,erschienen im @atlantikverlag ,ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, dass man auch in schlimmen Zeiten das Schöne nicht vergessen soll.

Hannas Familie ist ...

„Vergiss nicht zu tanzen,Hanna“,erschienen im @atlantikverlag ,ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, dass man auch in schlimmen Zeiten das Schöne nicht vergessen soll.

Hannas Familie ist in den zwanzigerJahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger Münsterland in ein kleines Dorf im Osten der Republik, nahe der polnischen Grenze, umgesiedelt worden.Als streng katholische Familie haben es die Gehrkens im protestantischen Osten nicht leicht, vor allem nicht während der Nazizeit.Doch sie haben auf ihrem Hof ein ausreichendes Auskommen.Hanna, aus deren Sicht diese Geschichte erzählt wird, hat noch drei ältere Brüder und später kommt noch die kleine Rosa zur Welt, zu der Hanna ein sehr enges Verhältnis hat.Hanna erlebt das Erstarken des Nationalsozialismus das die Dorfgemeinschaft, aber auch die Familie spaltet und später auch den Einmarsch der Russen in das Dorf mit. Später wird ihre Familie zur Flucht gezwungen, weil die Polen das Dorf übernehmen.Die Flucht hat für die Familie weitreichende Konsequenzen und hinterlässt einen tief sitzenden Schmerz.

Diese Geschichte ist fiktiv, wie der Autor dieses Buches , der hier unter dem Pseudonym Mareike Busch schreibt,am Ende mitteilt, doch er hat das Buch im Gedenken an seine Mutter geschrieben und deshalb denke ich, dass wohl einige biographische Anteile im Buch sein werden.

Ich fand es sehr interessant diese Zeit mal aus der Sicht eines Kindes erzählt zu bekommen.Die kleine Hanna, die am Ende des Krieges 13Jahre alt ist, gibt Einblick in die Gedanken,- und Gefühlswelt eines Kindes, die diese Zeit miterlebt hat, obwohl sie die Tragweite des Ganzen sicherlich nicht begriffen hat. Gott sei Dank. Doch Hanna bekommt die Sorgen und Nöte ihrer Eltern, die sie abends durch die Wand belauscht, mit und auch zwei ihrer Brüder müssen in den Krieg ziehen. Auch die unterschiedlichen politischen Einstellungen der Menschen im Dorf, aber auch innerhalb der Familie bleiben ihr nicht verborgen.Auch die Flucht ist für Hanna ein einschneidendes Erlebnis.
Der unerschütterliche Glaube der Familie spielt hier eine große Rolle.Mich hat dieses Buch sehr an meine Mutter erinnert, die diese Zeit auch als Kind und Jugendliche miterlebt hat und auch in ihrem Leben hat der Glaube immer eine große Rolle gespielt.
Auch der Dümmersee, wo die Familie ihren Ursprung hat, ist mir ein Begriff. Wir besuchen ihn regelmäßig.

Ich fand diesen Roman sehr berührend und er ist auch eine Erinnerung an all die Menschen, die aus den Ostgebieten flüchten mussten und deren Familien zerrissen wurden und teilweise bis heute nicht wieder zusammengeführt wurden.

Ein Buch das für mich eine besonderes Leseerlebnis war und das ich sehr gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

spannende Fortsetzung mit neuer Besetzung

Tote Seelen singen nicht
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Ich bin ein bekennender Adler Olsen Fan und deshalb hat es mich sehr getroffen erfahren zu müssen, dass der Autor schwer erkrankt ist.An dieser Stelle, alles erdenklich Gute für ihn.

Als Fan seiner Bücher ...

Ich bin ein bekennender Adler Olsen Fan und deshalb hat es mich sehr getroffen erfahren zu müssen, dass der Autor schwer erkrankt ist.An dieser Stelle, alles erdenklich Gute für ihn.

Als Fan seiner Bücher war es dann aber sehr schön zu hören, dass diese Reihe trotzdem weitergeführt wird, mit zwei Co-Autoren.Das ist ja immer so eine Sache, denn bei Stieg Larsson hat es meiner Meinung nach nicht so gut geklappt. Hier muss ich aber sagen, dass Stine Bolter und Line Holm dieser Reihe einen neuen Kick gegeben haben.
Die letzten Bücher des Autors fand ich so lala, dieses hat mich wieder mehr überzeugt.

Das Sonderdezernat Q fährt nur auf halbe Flamme. Carl Mork hat nach seinem unverschuldeten Gefängnisaufenthalt nicht ins Sonderdezernat zurück gefunden, sondern schreibt und vermarktet seine Bücher. So ganz kann er das ermitteln aber doch nicht lassen. Übriggebliebene sind Assad und Rose. Gordon hat eine Stelle in Nordjütland angenommen. Doch Unterstützung naht in Person der Französin Helena Henry, die Rose von Anfang an als Konkurrentin ansieht.
Carl ist dann auch derjenige, der dem Sonderdezernat einen neuen Fall beschert. Eine alte Tonbandaufnahme gibt Rätsel auf. Ein Fall, der als begleiteter Suizid eingeordnet wurde,bekommt plötzlich eine andere Bedeutung und die Spur führt in ein Musikinternat.

Erst einmal war es wieder schön das Team des Sonderdezernats Q wieder zu treffen und ihre Ermittlungen, aber auch ihre Querelen untereinander zu erleben. Das hat teilweise schon Slapstickcharakter.Aber auch die Spannung erreicht hier wieder ein annehmbares Niveau.Die Mordserie zu verfolgen war wirklich mehr als spannend. Wer bleibt übrig und ist der Fall zu lösen und wird Carl Mørck zurückkehren?Wir werden es erleben, denn die Reihe geht weiter, wie der Cliffhanger am Ende zeigt.Ich bin gespannt.

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