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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2025

Dunkel, magisch, gnadenlos und absolut fesselnd!

Soul Of A Witch
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Soul of a Witch ist der dritte und letzte Teil der Dark-Romance-Reihe von Harley Laroux und für mich eindeutig der beste. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder völlig in der Geschichte drin. Der Schreibstil ...

Soul of a Witch ist der dritte und letzte Teil der Dark-Romance-Reihe von Harley Laroux und für mich eindeutig der beste. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder völlig in der Geschichte drin. Der Schreibstil ist wie immer super flüssig und sorgt dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt.

Everlys Entwicklung ist unglaublich stark: Von der unterdrückten Dienerin hin zu einer Frau, die ihre Magie selbstbewusst einsetzt und ihre wahre Stärke entdeckt. Callum ist dabei der perfekte Gegenpart, uralt, gefährlich, voller Besessenheit, aber auch von einer dunklen Leidenschaft, die alles andere überstrahlt.

Die Charaktere sind insgesamt großartig ausgearbeitet und wirken absolut lebendig. Besonders gefallen hat mir, dass die Handlung durchgehend spannend bleibt: Es geht um nicht weniger als Himmel, Hölle und die Erde selbst und trotzdem bleibt die Verbindung zwischen den Figuren intensiv und greifbar.

Fazit: Ein würdiger Abschluss, der alles bietet: Spannung, Magie, düstere Leidenschaft und Charaktere, die im Gedächtnis bleiben. Für mich ein echtes Highlight der Reihe.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Atmosphärisch und komplex mit Luft nach oben

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
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Pagans entführt in ein alternatives England voller düsterer Atmosphäre, politischer Intrigen und mystischer Elemente. Schon der Einstieg zeigt, dass es kein Buch zum schnellen Nebenbei-Lesen ist. Man muss ...

Pagans entführt in ein alternatives England voller düsterer Atmosphäre, politischer Intrigen und mystischer Elemente. Schon der Einstieg zeigt, dass es kein Buch zum schnellen Nebenbei-Lesen ist. Man muss sich konzentrieren, Begriffe nachschlagen und sich Schritt für Schritt in diese komplexe Welt einfinden.
Die größte Stärke liegt für mich im originellen Setting: bekannte Strukturen wirken „verkehrtherum“, alte Religionen bestimmen den Alltag, Tattoos haben eine registrierte Bedeutung, und das Christentum tritt als unbekannte, neue Kraft auf. Auch der Kriminalfall ist spannend konstruiert und wird mit vielen cleveren Details erzählt. Besonders mochte ich die Ermittler Aedith und Drustan, die so gegensätzlich sind, dass ihre Dynamik oft für Humor sorgt und die Geschichte trägt.
Gleichzeitig habe ich aber auch einige Kritikpunkte. Trotz vieler interessanter Ansätze blieb das Worldbuilding an manchen Stellen zu oberflächlich erklärt. Ich hätte mir fast mehr Seiten gewünscht, um die politischen Verhältnisse und die gesellschaftliche Lage besser nachvollziehen zu können. Auch die Figuren blieben mir zu blass, vieles wurde nur angerissen (z. B. Aediths Sohn oder Drustans Vergangenheit), ohne dass es wirklich vertieft wurde. Dadurch fehlte mir die emotionale Bindung.
Beim Finale konnte das Buch für mich nicht ganz halten, was der komplexe Aufbau zuvor versprochen hat. Politische Intrigen wurden stark eingefädelt, aber die Auflösung über einen persönlichen Rachefeldzug wirkte eher austauschbar und hat die große Bühne wieder auf eine kleine, private Ebene geschrumpft. Das war schade, weil hier mehr Potenzial gelegen hätte.
Sprachlich hat mir das Buch gut gefallen: der sachliche Ton, kombiniert mit sarkastischen Kommentaren und trockenem Humor, macht den Stil einzigartig. Sobald ich einmal im Lesefluss war, ließ es sich auch gut lesen, nur der Weg dahin war manchmal mühsam.

Pagans ist ein ungewöhnlicher Mix aus Krimi, Fantasy und Politthriller, der mich nicht völlig fesseln konnte, aber durch Originalität und Atmosphäre im Gedächtnis bleibt. Wer Lust auf eine komplexe Welt mit Tiefgang hat und Geduld mitbringt, wird hier belohnt, wer eher geradlinige Krimis erwartet, könnte dagegen Schwierigkeiten haben.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Schwarzer Humor mit bitterem Beigeschmack

Briefe von morgen, die wir gern gestern schon gelesen hätten
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Timur Vermes schafft es wieder einmal, die Leser:innen mit einer Mischung aus bissigem Humor und beklemmender Zukunftsvision zu packen. Das Cover ist wie gewohnt schlicht, aber aussagekräftig, und der ...

Timur Vermes schafft es wieder einmal, die Leser:innen mit einer Mischung aus bissigem Humor und beklemmender Zukunftsvision zu packen. Das Cover ist wie gewohnt schlicht, aber aussagekräftig, und der Erzählstil strotzt nur so vor schwarzem Witz und lakonischer Schärfe.

Die „Briefe von morgen“ halten unserer Gegenwart auf schonungslos humorvolle Weise den Spiegel vor, so treffend, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Besonders gelungen ist die Art, wie die scheinbar absurde Zukunft gar nicht mehr so weit entfernt wirkt, sondern sehr nah an unsere aktuelle Realität heranrückt.

Die dystopischen Visionen sind so pointiert beschrieben, dass man beim Lesen gleichzeitig schmunzelt und Gänsehaut bekommt. Dieses Buch hat mich sofort gefesselt, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.

Fazit: Ein intelligentes, schwarzhumoriges Lesevergnügen, das genauso unterhält wie es zum Nachdenken bringt.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Spannung im Schatten der Klimakrise

CO2 - Welt ohne Morgen
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Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt ein paar Startschwierigkeiten. Die vielen Handlungsstränge haben es mir nicht leicht gemacht, gleich in die Geschichte hineinzufinden. Doch je weiter ich gelesen habe, ...

Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt ein paar Startschwierigkeiten. Die vielen Handlungsstränge haben es mir nicht leicht gemacht, gleich in die Geschichte hineinzufinden. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich gezeigt, dass genau diese Vielschichtigkeit das Buch ausmacht.
Besonders verwirrend fand ich zunächst, dass man schon früh erfährt, dass Hannah sterben wird. Ich dachte erst: „Okay, jetzt ist die Spannung raus.“ Aber genau das Gegenteil war der Fall. Die Spannung blieb konstant hoch, und ich war die ganze Zeit gebannt dabei, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es dazu kommt.
Und dann dieses Ende... absolut unerwartet, packend und einfach nur wow. Ein Thriller, der nicht nur spannend ist, sondern auch zum Nachdenken anregend ist.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Langsamer Start, starke Entwicklung und ein Cliffhanger, der nach mehr schreit

Infernas 1: King of Ash
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Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ehrlich gesagt schwer. Die ersten hundert Seiten haben sich ziemlich gezogen und wirkten etwas langatmig, Spannung kam nur zögerlich auf. Everly war mir zwar von ...

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ehrlich gesagt schwer. Die ersten hundert Seiten haben sich ziemlich gezogen und wirkten etwas langatmig, Spannung kam nur zögerlich auf. Everly war mir zwar von Anfang an sympathisch, doch ihre ständigen Wiederholungen zu den „7 Jahren“ haben den Lesefluss etwas gebremst. Auch ihr großes Geheimnis wurde durch den Klappentext bereits vorweggenommen, was schade war, da dadurch ein wichtiger Überraschungsmoment fehlte.
Doch nach dieser zähen Anfangsphase hat mich die Geschichte voll und ganz abgeholt. Das Worldbuilding von Infernas fand ich atmosphärisch und sehr gelungen. Besonders das Herz von Infernas, die Festung mit ihrem eigenen Bewusstsein, hat mich fasziniert. Sie wirkt fast wie eine eigenständige Figur und verleiht der Geschichte eine magische, unheimlich spannende Tiefe. Zwar hätte ich mir an manchen Stellen noch detailliertere Beschreibungen gewünscht, gerade zu den Daimonen, aber die Idee, diese ganz anders als klassische „Dämonen“ darzustellen, gefällt mir sehr.
Auch die Figuren konnten mich zunehmend fesseln. Roarke ist für mich ein Highlight, loyal, einfühlsam und ein wichtiger Ruhepol für Everly. Seine Freundschaft zu ihr entwickelt sich sehr stimmig. Amira mit ihrem Temperament und ihrer Wut, die nachvollziehbar, aber auch schwierig ist, bringt zusätzliche Dynamik hinein. Enya bleibt undurchsichtig und unsympathisch, was ihr als Gegenspielerin eine interessante Rolle gibt. Und Dante … er ist das große Rätsel der Geschichte. Seine Entwicklung, seine Bürde als König und seine wachsende Nähe zu Everly haben mir richtig gut gefallen. Besonders, weil ihre Beziehung sich langsam und glaubwürdig aufbaut. Die Anziehung ist spürbar, aber die Verbundenheit wirkt viel tiefer, auf geistiger wie auf emotionaler Ebene.
Die Weissagungen und Prophezeiungen haben für mich das gewisse Etwas in die Handlung gebracht, auch wenn nicht alles sofort verständlich ist. Gerade Nevrins Verhalten, die offensichtlich mehr weiß, als sie sagt, hält die Spannung hoch. Everlys Herkunft, ihre Verbindung zu Dante und die Enthüllung um Amida als Cousine haben im letzten Abschnitt für starke Twists gesorgt.
Das Finale war dramatisch, emotional und endete mit einem fiesen Cliffhanger. Besonders stark fand ich, wie sehr Everly Dante verändert, sie schenkt ihm Kraft, Menschlichkeit und Mut. Gleichzeitig wächst sie selbst über sich hinaus und beginnt, ihren Platz in Infernas zu finden. Der Angriff am Ende hat mich komplett mitgerissen, und jetzt bleiben viele Fragen offen: Was bedeutet Everlys Blut wirklich? Welche Rolle spielt Enya? Und wird sie den Stich überleben?
Alles in allem ist dieser Band nach einem etwas schwierigen Start zu einer fesselnden, atmosphärischen und emotional intensiven Geschichte geworden, die mich sehr begeistert hat. Vor allem die Mischung aus Magie, Intrigen, politischen Strukturen und einer langsamen, authentischen Liebesgeschichte hat mich überzeugt. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und darauf, welche Antworten wir dort endlich bekommen werden.

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