Feministische Horrorgeschichte! Die viel tiefer geht als man erwartet!
Das Beste sind die Augen. Hast du Lust auf eine abgedrehte feministische Horrorgeschichte? Hast du Lust dich beim lesen zu fragen, was lese ich den da gerade? Und vor allem…
hast du Lust dich ein bisschen zu ekeln? Dann solltest ...
. Hast du Lust auf eine abgedrehte feministische Horrorgeschichte? Hast du Lust dich beim lesen zu fragen, was lese ich den da gerade? Und vor allem…
hast du Lust dich ein bisschen zu ekeln? Dann solltest du „Das Beste sind die Augen lesen“!
Es ist nicht nur eine feministische Horrorgeschichte…
dieses Buch ist so viel mehr und absolut lesenswert! 5/5 ⭐️
. Aber worum geht es genau…
Ju- won, ein koreanisch- amerikanisches Mädchen lebt mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung in LA. Der Vater hat die Familie verlassen und die Familie hat sehr damit zu kämpfen.
Ju- won entwickelt eine innere Wut, die als ihre Mutter einen neuen weißen Mann kennenlernt nach außen drängt…
. In „Das Beste sind die Augen“ folgen wir Ju- won als Ich- Erzählerin durch den Roman. Man könnte sagen wir wohnen in ihrem Kopf und jeder Gedanke wird an uns als Leser weitergegeben. Ju- wons Wut und ihre daraus resultierenden Obsession gegenüber blauen Augen ist regelrecht spürbar. Auch wenn der Roman gemächlich beginnt, so nimmt er doch ab der Hälfte schnell Fahrt auf. Im erster Teil greift Kim Frauenfeindlichkeit, Rassismus, kulturelle Fetischisierung und Sexualisierung auf, behandelt sie und spiegelt diese im zweiten Teil in Ju- wons Wut wieder! Diese Wut gipfelt in einem perfekten Ende, dass dennoch Platz für gewisse Spekulationen lässt. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten! 😉
Kims Erzählweise, so auch die Übersetzung ist fesselnd und mitreißend! Einfach eine perfekte Kombination aus Gesellschaftskritik, Rachegelüsten mit einem Touch Body- Horror. Wobei ich es auch ein wenig in die Kategorie „Brutaler Thriller aus Sicht der Serienmörderin“ schieben würde. Ju- won ist eine Art weiblicher Hannibal Lector mit tiefen Rachegefühlen, die jede Frau nachvollziehen kann.
Spannend und interessant ist Kims Auswahl der Augen als Obsessionsobjekt. In der koreanischen Kultur wird den Augen sehr viel Bedeutung zugesprochen, nicht nur als Sehorgan, sondern auch als Ausdrucksmittel für Respekt, Emotionen und Ästhetik. Der Grad an Augenkontakt mit dem Gegenüber hat viel mehr Bedeutung als in der europäischen Kultur. Ju- won wird dieser Bedeutung bewusst sein, handelt deshalb, wie sie handelt und holt sich somit den Respekt für die Frauen in ihrer Familie zurück. So zumindest meine Theorie!
. Eine große Leseempfehlung für diese literarische Horrorgeschichte! 🫶