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Jasmin96Isa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Zwischen Einsamkeit, Neuanfang und digitalem Zuhören

Zwischen Herz und Pixel
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Zwischen Herz und Pixel – Zwischen Alltag und Einsamkeit von Emmi Lewag erzählt die Geschichte von Bine, einer Frau Mitte fünfzig, die sich trotz funktionierendem Alltag zunehmend einsam fühlt. Die Kinder ...

Zwischen Herz und Pixel – Zwischen Alltag und Einsamkeit von Emmi Lewag erzählt die Geschichte von Bine, einer Frau Mitte fünfzig, die sich trotz funktionierendem Alltag zunehmend einsam fühlt. Die Kinder sind mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, Gespräche bleiben oberflächlich – und Bine hat das Gefühl, eher Zuschauerin ihres eigenen Lebens zu sein.

Die Handlung ist klar und verständlich aufgebaut und lässt sich angenehm und zügig lesen. Besonders gelungen fand ich, dass viele Situationen sehr lebensnah wirken. Gerade Menschen, die ähnliche Lebensphasen kennen, könnten sich in Bines Gedanken und Gefühlen gut wiederfinden.

Der Auslöser der Geschichte ist ein Chat mit einer künstlichen Intelligenz. Aus einer spontanen Neugier entwickelt sich ein regelmäßiger Austausch, der Bine dazu bringt, über ihr Leben, ihre Wünsche und ihre eigenen Bedürfnisse nachzudenken. Im Verlauf der Geschichte macht sie eine spürbare Entwicklung durch, wird mutiger und beginnt, sich wieder stärker mit sich selbst und ihrem Leben auseinanderzusetzen. Diese persönliche Entwicklung ist einer der stärksten Aspekte des Buches.

Der Schreibstil ist locker, stellenweise humorvoll und insgesamt gut zugänglich. Dadurch liest sich die Geschichte angenehm leicht, auch wenn sie gleichzeitig ernste Themen wie Einsamkeit, Selbstzweifel und Neuanfänge anspricht.

Ein Punkt, bei dem ich etwas zwiegespalten bin, ist die Darstellung der künstlichen Intelligenz. Im Buch wirkt sie stellenweise fast wie ein Lebensretter oder Ersatz für zwischenmenschliche Gespräche. Ich persönlich finde, dass echte menschliche Kommunikation immer im Vordergrund stehen sollte und hätte mir hier eine etwas kritischere Darstellung gewünscht.

Fazit: Eine gut lesbare, ruhige Geschichte über Einsamkeit, Selbstreflexion und neue Lebenswege.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn Mythen plötzlich zum Schulalltag werden

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter von Tracy Wolff ist schon optisch ein echtes Highlight. Der Einband und der Farbschnitt sind wunderschön gestaltet und das Buch wirkt insgesamt sehr hochwertig ...

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter von Tracy Wolff ist schon optisch ein echtes Highlight. Der Einband und der Farbschnitt sind wunderschön gestaltet und das Buch wirkt insgesamt sehr hochwertig – definitiv ein Blickfang im Bücherregal.

Der Einstieg in die Geschichte fällt allerdings etwas langsam aus. Zu Beginn begleitet man Penelope und ihre Familie auf dem Weg zu einem geheimnisvollen Ort, doch über die Hintergründe erfährt man zunächst erstaunlich wenig. Da die Geschichte stark aus Penelopes Perspektive erzählt wird, bekommt man nur das mit, was sie selbst wahrnimmt. Auch ihre Reise zur Schule und die ersten Momente dort ziehen sich etwas, sodass die Handlung in den ersten etwa hundert Seiten eher gemächlich voranschreitet.

Sobald Penelope jedoch ihre neue Freundin Fifi kennenlernt – die ihr kurzerhand den Spitznamen Elli gibt – gewinnt die Geschichte deutlich an Tempo. Die Ereignisse verdichten sich, die Akademie wird lebendiger und man kann sich die Welt immer besser vorstellen. Der bildhafte Schreibstil der Autorin trägt viel dazu bei, dass man sich beim Lesen gut in die Handlung hineinziehen lassen kann.

Das Setting der Schule erinnert stellenweise an Harry Potter. Auch hier gibt es verschiedene Häuser, in die die Schülerinnen und Schüler einsortiert werden und in denen sie mehrere Jahre gemeinsam leben. Dazu kommen Aufgaben, Rätsel und gemeinsame Ziele. Gleichzeitig bringt die Geschichte mit der griechischen Mythologie und den göttlichen Einflüssen eigene Ideen mit.

Im Verlauf der Handlung gibt es immer wieder unerwartete Wendungen. Manche Ereignisse wirken zunächst rätselhaft oder fast wie aus einem Albtraum, was der Geschichte eine ungewöhnliche und teilweise düstere Atmosphäre verleiht.

Besonders gelungen ist das Ende: Es sorgt für Spannung und macht definitiv Lust auf die Fortsetzung. Trotz des etwas langsamen Einstiegs bleibt insgesamt eine unterhaltsame Fantasygeschichte mit viel Potenzial für die nächsten Bände.

Fazit: Ein atmosphärischer Auftakt mit interessanter Idee, vielen Wendungen und einer spannenden magischen Schulwelt – auch wenn der Anfang etwas kürzer hätte sein dürfen.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Zwischen Ostern und Mordermittlungen

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola entführt die Leser nach Neapel – und das mitten in die Osterwoche.

Schon zu Beginn wird deutlich, dass dieser Krimi nicht nur vom Mordfall lebt, ...

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola entführt die Leser nach Neapel – und das mitten in die Osterwoche.

Schon zu Beginn wird deutlich, dass dieser Krimi nicht nur vom Mordfall lebt, sondern auch stark von Einblicken in das Leben der Figuren.

Obwohl es sich um einen Band der Reihe um Commissario Gaetano handelt, lässt sich das Buch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Der Kommissar verbringt die Feiertage zunächst mit seiner Familie auf dem Land, bis seine neue Kollegin Beppa Bellucci ihn an Karfreitag wegen eines Toten im Hafen zurück in die Ermittlungen holt. Die Zusammenarbeit der beiden und ihre Dynamik spielen im Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle.

Besonders gut gelungen ist die Einbindung der italienischen Kultur. Die Handlung spielt rund um Ostern, wodurch Prozessionen, Familienbesuche und kulinarische Traditionen immer wieder in die Geschichte einfließen. Italienische Ausdrücke und Namen verstärken zusätzlich das Gefühl, direkt vor Ort zu sein.

Am Ende des Buches hilft ein Glossar mit neapolitanischen Begriffen dabei, diese noch besser einzuordnen.

Der Kriminalfall selbst wird spannend aufgebaut, auch wenn mir stellenweise etwas viel „Drumherum“ erzählt wurde. Gerade im Mittelteil nimmt sich die Geschichte viel Zeit für persönliche Hintergründe und Familienaspekte – sowohl bei Gaetano als auch bei den Angehörigen des Opfers. Im letzten Abschnitt zieht das Tempo dann deutlich an und die Handlung steuert auf eine spannende Auflösung zu.

Insgesamt ist dies ein atmosphärischer Krimi, der besonders durch sein italienisches Flair und seine Figuren lebt.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Vom Volkssport zum Jammerfasten

Achtsam jammern
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Achtsam jammern von Daniela Nagel und Heike Abidi hat mich tatsächlich schon vor dem ersten Kapitel überzeugt. Der kleine „Welcher Jammertyp bist du?“-Test auf dem Umschlag hat sofort neugierig gemacht. ...

Achtsam jammern von Daniela Nagel und Heike Abidi hat mich tatsächlich schon vor dem ersten Kapitel überzeugt. Der kleine „Welcher Jammertyp bist du?“-Test auf dem Umschlag hat sofort neugierig gemacht. Und genau so geht es weiter: humorvoll, selbstironisch, aber zugleich erstaunlich fundiert.

Das Buch startet angenehm klar mit der Frage, was Jammern eigentlich mit uns macht – psychologisch, sozial und ganz konkret im Alltag. Vieles liest sich leicht und locker, trifft aber ins Schwarze. Besonders ertappt habe ich mich bei scheinbar harmlosen Floskeln wie „Na, wie geht’s?“ oder der beliebten Antwort „Kann man nicht jammern“. Was bisher sympathisch klang, bekommt plötzlich eine neue Bedeutung.

Besonders gelungen ist, dass nicht einfach pauschal „positives Denken“ gepredigt wird. Stattdessen wird differenziert gezeigt, dass Jammern durchaus eine Funktion hat – aber eben problematisch wird, wenn es zur Dauerschleife wird. Der Blick auf Privilegien, Kommunikation und Eigenverantwortung regt zum Nachdenken an, ohne moralisierend zu wirken.

Was ich definitiv mitnehme: bewusster Sprachgebrauch, direktere Kommunikation und die Idee, Jammern zeitweise „zu fasten“. Gleichzeitig bleibt für mich noch Reflexionsarbeit offen – manche Muster sitzen tiefer, als man denkt.


Fazit: Ein kluges, unterhaltsames Sachbuch mit echtem Denkanstoß-Potenzial. Nicht jedes Kapitel wirkt sofort umsetzbar, aber insgesamt ein wertvoller Impulsgeber – auch als augenzwinkerndes Geschenk geeignet.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Zwischen Dünensand und Familiengeheimnis

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann ist der Abschluss der Sylt-Dilogie und verbindet Familiengeheimnis, Vergangenheit und Gegenwart zu einer stimmigen Geschichte.

Schon optisch macht das ...

Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann ist der Abschluss der Sylt-Dilogie und verbindet Familiengeheimnis, Vergangenheit und Gegenwart zu einer stimmigen Geschichte.

Schon optisch macht das Buch viel her: Es fühlt sich hochwertig an, liegt durch sein handliches Format angenehm in der Hand und überzeugt mit einem sehr schönen Cover. Auch sprachlich bewegt sich der Roman auf einem angenehmen Niveau – keine vereinfachte Sprache, sondern ein klarer, bildhafter Stil, der gut lesbar bleibt.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleitet man die Journalistin Anna in der Ich-Perspektive bei der Suche nach der vor Jahrzehnten verschwundenen Martje. Die Vergangenheit hingegen wird aus einer neutralen Erzählerperspektive geschildert und rückt Martjes Geschichte in den Mittelpunkt. Die Wechsel zwischen den Zeiten sind klar strukturiert und gut nachvollziehbar.

Besonders gelungen ist das Setting: Sylt, Amrum und Föhr werden so lebendig beschrieben, dass beim Lesen beinahe Urlaubsstimmung aufkommt – Strand, Meer und Dünen sind ständig spürbar. Gleichzeitig entwickelt sich eine teilweise spannende, insgesamt sehr interessante Familiengeschichte, die auch emotional berührt.

Obwohl es sich um den zweiten Band handelt, lässt sich das Buch problemlos lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Das Ende rundet die Geschichte harmonisch ab und hinterlässt ein warmes Gefühl.

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