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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2023

Packend, innovativ, passend zum aktuellen Zeitgeschehen Amerikas

Ich. Bin. So. Glücklich.
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Der Roman mit einer großen Spur Thrill ist leicht zu lesen. Der Schreibstil baut sich langsam, aber spannend auf. Es geht um die mittelmäßig reiche Ani, die aufgrund einer Verhaltensaufmerksamkeit ihre ...

Der Roman mit einer großen Spur Thrill ist leicht zu lesen. Der Schreibstil baut sich langsam, aber spannend auf. Es geht um die mittelmäßig reiche Ani, die aufgrund einer Verhaltensaufmerksamkeit ihre Schule wechseln muss. Auf der neuen privaten Eliteschule findet sie sich anfangs nur schwer zurecht und findet dann aber einen Weg, sich in die beliebteste Clique einzuschleusen, der fatale Folgen zur Konsequenz mit sich zieht. Sie wird auf eine Party eingeladen und betrinkt sich in einen bewusstlosen Zustand, der schnell ausgenutzt wird...und weit Schlimmeres.

Ani, als Erwachsene, arbeitet bei einer renommierten Frauenzeitschrift und verdient sehr gut und ist mit einem Mann verlobt, der aus reichem Hause stammt und noch viel mehr als sie verdient. Aber er kennt nicht die ganze Wahrheit ihrer Vergangenheit. Doch Jahre später wird die große Sache aus ihrer Teenagerzeit verfilmt und sie ist gegen den Willen ihres Verlobten mit vom Team...

Beide Handlungsstränge werden ineinander verwoben beschrieben, was der ganzen Geschichte unsägliche Spannung bietet. Als die erste Bombe recht früh in der Geschichte geplatzt ist, war ich verwundert, da ich mich fragte, was noch in den restlichen zwei Dritteln auf mich zukommen mag, aber was dann kam, war wirklich schockierend und eine um Längen größere Bombe.

Fazit: Wer gerne einen Roman mit düsterem Hintergrund lesen mag, dem empfehle ich diesen Roman von Herzen!

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Veröffentlicht am 14.01.2023

Sehr düster

Wind in deinen Segeln
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Ich mag den Schreibstil von Winter eigentlich. In diesem Roman hat sie aber leider einen sehr düsteren Ton getroffen.

Em, noch 17, ohne Vater und dafür mit einer grauenvollen Mutter aufgewachsen, hat ...

Ich mag den Schreibstil von Winter eigentlich. In diesem Roman hat sie aber leider einen sehr düsteren Ton getroffen.

Em, noch 17, ohne Vater und dafür mit einer grauenvollen Mutter aufgewachsen, hat diese verlassen, um eine bessere Perspektive zu haben, kehrt nach 3 Jahren in New York zurück zu ihren jüngeren Geschwistern, um sie aus dem versifften Loch zu retten. Auf dem Weg streikt ihr Auto, sodass sie erst einmal darauf warten muss, ihr Auto repariert zu bekommen. So lernt sie den Mechaniker Gabe kennen, der ebenfalls nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt ist. Auch er hat mit seiner Vergangenheit zu kämpfen...

Insgesamt ist der Roman nicht leicht, es werden wirklich viele schwer verdauliche Themen angesprochen und so hatte ich während des Lesens immer ein flaues Gefühl in der Magengegend. Mit jeder Seite wurde es frustrierender, da einfach nichts im Leben Ems glatt zu laufen schien. Es handelt sich um keine gewöhnliche Liebesgeschichte mit süßen Dates. Drama und reale Probleme stehen im Vordergrund.

Dieser Roman zeigt zudem deutlich, in was für einer männerdominierten Gesellschaft wir leben und es ist fast schon deprimierend. Eine frisch 18-Jährige kann allein nichts gegen ihre vernachlässigende und absolut unzuverlässige Mutter und ihre vielen gewalttätigen Partner anrichten. Ein Mann, Gabe, muss her und ihr alles auf dem Servierteller liefern. Die Anträge für das Jugendamt, das Geld, das Auto, die Unterkunft, die Verpflegung, den Anwalt... Schade, ich hätte mich gefreut, wenn sie all das aus eigener Kraft geschafft hätte, aber das wäre wohl desillusioniert von mir.

Schließlich folgt ein offenes Ende, sodass man gezwungen ist, Band 2 zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.01.2023

Zu glatt

Winterwünsche in Willowbrook
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Dieser Roman handelt um die Weihnachtszeit in einem idyllischen kleinen Dorf in Großbritannien. Liberty, frisch 30, bekommt zu jedem Geburtstag seit 12 Jahren einen Blumenstrauß und will nun endlich herausfinden, ...

Dieser Roman handelt um die Weihnachtszeit in einem idyllischen kleinen Dorf in Großbritannien. Liberty, frisch 30, bekommt zu jedem Geburtstag seit 12 Jahren einen Blumenstrauß und will nun endlich herausfinden, wer ihn ihr schickt, sodass sie die Nacht über aufbleibt und den Boten überfallen kann. Allerdings ist die Botin viel zu schnell und so rast sie ihr hinterher und findet dennoch kaum etwas über die mysteriöse Person heraus. Das weckt aber in ihr den Wunsch den ganzen Dezember lang jeden Tag etwas zu tun, was sie zwingt ihre Komfortzone zu verlassen. So beginnt sie damit, einen Untermieter für das leerstehende Zimmer zu suchen, um zusätzlich Heizkosten zu sparen. Denn ihre beste Freundin liegt seit 6 Monaten im Koma und wird nicht so schnell wieder ihr Zimmer bewohnen können.

Da kommt ihr also der beste Freund des Ehemanns ihrer guten Freundin ganz gelegen. Alex sucht eine Bleibe, in der er in Ruhe einem Plan nachgehen kann. Denn er hat erfahren, dass er in der Nähe des Dorfs eine Halbschwester hat... Gleichzeitig versteckt er sich aber auch, da seine Karriere am Ende zu sein scheint und er das nicht wahrhaben will und sich so der Öffentlichkeit entzieht.

Der Roman ist wirklich süß, nicht kitschig, allerdings mir persönlich zu glatt. Liberty, eine unscheinbare Person, bis auf ihre feurigen, roten Haare, die ihre Zeit meist mit quilten verbringt, scheint innerhalb weniger Tage eine Wendung um 180 Grad zu vollziehen. Der Adrenalinjunkie Alex ebenso, nur in entgegengesetzter Richtung. Für Weihnachten, der Zeit, in der man jedoch ganz gern von einem unerreichbaren Mann träumen darf, absolut perfekt, wenn man auf rasende Motorradfahrer steht.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Missleading

Die Unternehmerin von Amsterdam
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Unter dem Titel "Die Unternehmerin von Amsterdam" habe ich eine großartige Geschichte von einer einzigartigen Frau, die Großes bewirkt, erwartet. Am Anfang schien dem auch so und ich liebte daher das erste ...

Unter dem Titel "Die Unternehmerin von Amsterdam" habe ich eine großartige Geschichte von einer einzigartigen Frau, die Großes bewirkt, erwartet. Am Anfang schien dem auch so und ich liebte daher das erste Drittel sehr. Es ging um die reiche Lydia, die aus ihrem goldenen, einengenden, langweiligen Käfig ausbrechen und etwas selbst auf die Beine stellen, den Erwartungen der Gesellschaft trotzen wollte. Nach dem Tod ihrer Eltern ist sie als Einzelkind Alleinerbin und Frau von Ansehen. Nach einiger Zeit der Trauer, gelangt sie an Unterlagen ihres Vaters, der noch im hohen Alter eine Käsefabrik aufbauen wollte. Ihm zu Ehren recherchiert sie weiter und schafft es als Frau Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich den Traum ihres Vaters zu verwirklichen. Dabei verliebt sie sich in ihren Partner, der aber unter ihrem Stand ist, nur ein einfacher Bauer. Eine langfristige Beziehung scheint unmöglich ohne ihren Ruf dabei zu verlieren. Ein Adliger passt viel mehr... Darauf hätte van der Vlugt so schön aufbauen können. Ein richtig schönes, feministisches Buch!

Aber nein, nach dem spannenden Auftakt, fährt sie auf den schon viel befahrenen Zug und baut eine Kriegsgeschichte ein, die absolut nichts mehr mit dem Unternehmen zu tun hat! Es war plötzlich, als wären zwei völlig unterschiedliche Geschichten in einem Buch gedruckt worden. Denn 1913 geht es mit der jungen Tochter Lydias weiter. Ihr Leben mitten im Krieg etc. Das war in meinen Augen absolut Thema verfehlt. Das Unternehmen steht gar nicht mehr im Vordergrund und die Unternehmerin mit ihren feministischen Zügen auch nicht.

Fazit: Wer gern einen Roman über eine reiche, verwöhnte, versnobte Göre Anfang des 20. Jahrhunderts lesen will, die dann durch ihre Erlebnisse im ersten Weltkrieg eine unrealistische Wandlung um 180 Grad zu einem heiligen Engel vollführt, dem empfehle ich den Roman. Mich hat er nach dem ersten, starken Drittel nur enttäuscht.

Zum grande Finale scheint der Roman auch mitten im Kriegsgeschehen abrupt abzubrechen, sodass etliche Detailfragen offen bleiben. Ich habe daher in vollkommener Verwirrung recherchiert, ob es einen zweiten Band geben wird, dem scheint aber nicht so.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Solider Liebesroman

With you I dream
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Dieser Roman ist stilistisch abwechselnd aus der Sicht von Mia und Conner erzählend. Am Anfang habe ich mich ein bisschen schwer getan, um in die Geschichte einzufinden, aufgrund der Misere, in der sich ...

Dieser Roman ist stilistisch abwechselnd aus der Sicht von Mia und Conner erzählend. Am Anfang habe ich mich ein bisschen schwer getan, um in die Geschichte einzufinden, aufgrund der Misere, in der sich Mia wegen ihres handgreiflichen Ex-Freunds befand. Da musste ich oftmals das Buch kurz zur Seite legen und tief durchatmen.

Positiv gefallen hat mir der Aspekt, dass der Roman sehr multikulti ist, da es Japaner und auch das Juden gibt, ohne aber es dem Leser als wichtige Botschaft aufdrücken zu wollen, wie ich solche Dinge schon in vielen anderen Romanen erlebt habe. Es wird hin und wieder nur darauf gewiesen ohne Überzeugungslust, als wäre das einfach normal, was ja eben auch komplett so ist.

Was mir dagegen gar nicht gefallen hat, war der zunehmende Fokus auf Theater und es tauchten seitenweise Shakespeare Zitate auf, die die Charaktere auswendig kannten und hin und wieder einfach in normalen Konversationen benutzten. Entweder bin ich als Deutsche zu ungebildet oder die Autorin hat ein starkes Faible für Shakespeare, aber ich persönlich konnte damit nicht viel anfangen und habe diese Abschnitte dann ab einem gewissen Zeitpunkt, wo es Überhand nahm, nur noch quergelesen.

Fazit: Wer Shakespeare mag und dem Theater gegenüber sehr aufgeschlossen ist, dem empfehle ich diesen soliden Liebesroman.

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