✎ Jennette McCurdy - I'm Glad My Mom Died
I'm Glad My Mom DiedIch habe selbst eine Mutter-Tochter-Beziehung erlebt, die ich mir so niemals gewünscht habe. Vielleicht ist es genau deshalb mein größter Wunsch, zu meiner eigenen Tochter ein inniges, herzliches und von ...
Ich habe selbst eine Mutter-Tochter-Beziehung erlebt, die ich mir so niemals gewünscht habe. Vielleicht ist es genau deshalb mein größter Wunsch, zu meiner eigenen Tochter ein inniges, herzliches und von Vertrauen geprägtes Verhältnis aufzubauen - und dieses auch zu bewahren. Bücher wie „I’m Glad My Mom Died - Meine Befreiung aus einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung“ von Jennette McCurdy sprechen mich daher besonders an, weil sie den Mut haben, schwierige familiäre Dynamiken offen anzusprechen.
Jennette schildert ihre Kindheit und Jugend mit einer Mutter, deren Kontrolle und übertriebener Ehrgeiz weit über das gesunde Maß hinausgingen. Sie zeigt, wie stark sich ein solches Verhalten auf ein Kind auswirken kann - bis hin zu dem Punkt, an dem es nicht mehr um Freude oder Selbstentfaltung geht, sondern um das Erfüllen elterlicher Erwartungen. Der Gedanke, dass ein Kind die Last tragen muss, die Familie finanziell zu unterstützen, hat mich tief berührt.
Allerdings empfinde ich, dass der Fokus des Buches im zweiten Teil stark auf Jennettes Essstörung, vor allem ihrer Bulimie, liegt. Diese schonungslose Offenheit ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Geschichte, doch ich hätte mir eine noch tiefere Auseinandersetzung mit der Mutter-Tochter-Beziehung gewünscht. Gerade die komplexe Dynamik zu ihrer Mutter, die der Titel verspricht, gerät gegen Ende eher in den Hintergrund.
Auch andere interessante Aspekte, wie die Freundschaft zu ihrer Schauspielkollegin Miranda, werden nur angerissen und nicht weiter beleuchtet. Für ein Werk, das den Anspruch hat, toxische Familienstrukturen aufzuarbeiten, bleibt dieser Teil für mich zu oberflächlich. Ich hatte gehofft, dass die Auseinandersetzung mit den psychologischen Mechanismen hinter solchen Beziehungen ausführlicher ausfallen würde.
Trotz dieser Kritik ist das Buch ein eindringliches Zeitzeugnis darüber, wie belastend es sein kann, in einer von Kontrolle und Leistungsdruck geprägten Umgebung aufzuwachsen. Es regt zum Nachdenken an - besonders für Eltern, die ihren Kindern ermöglichen wollen, ihre eigenen Wege zu gehen, ohne dabei ihre Kindheit zu verlieren.
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