✎ Björn Kern - Edgar verschwindet um halb pink
Edgar verschwindet um halb pinkMit dem Kinderroman „Edgar verschwindet um halb pink“ legt der Autor Björn Kern sein erstes Werk für junge Lesenden vor - empfohlen ab etwa 8 Jahren. Schon der Titel lässt ahnen: Hier geht’s schräg, fantasievoll ...
Mit dem Kinderroman „Edgar verschwindet um halb pink“ legt der Autor Björn Kern sein erstes Werk für junge Lesenden vor - empfohlen ab etwa 8 Jahren. Schon der Titel lässt ahnen: Hier geht’s schräg, fantasievoll und alles andere als gewöhnlich zu. Und tatsächlich: Der Text sprüht nur so vor ungewöhnlichen Einfällen wie dem „Schutzkuckuck“, dem „Umdrehtag“, einer „Farbuhr“ oder dem „Wartekalender“ - mein persönliches Highlight unter all den kreativen Ideen!
Trotzdem hat es bei uns nicht sofort gefunkt. Der Einstieg in die Geschichte fiel uns schwer - beim ersten Anlauf haben wir sogar abgebrochen. Erst beim zweiten Versuch kamen wir besser rein, blieben dran und haben das Buch dann auch beendet. Es zählt am Ende jedoch nicht zu unseren absoluten Lieblingsgeschichten.
Ein Grund dafür: Manche Elemente blieben zu rätselhaft. Wer Edgar genau ist, blieb für uns bis zum Schluss unklar. Und auch das dramatische Ende fühlte sich plötzlich und wenig vorbereitet an - ein Thema, das vorher eigentlich keine Rolle spielte, wird auf einmal zentral. Das sorgte bei meiner 7-Jährigen und mir für Stirnrunzeln.
Was wir aber definitiv schätzen: Die Freundschaft zwischen Wilma (8) und Edgar (80) steht im Mittelpunkt und wird mit viel Wärme und Humor erzählt. Der Ton der Geschichte ist locker, spielerisch und kindgerecht, gleichzeitig schimmern immer wieder ernstere Themen durch - ohne dass es je zu schwer wird. Diese Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefe gelingt dem Autor gut und macht das Buch besonders.
Die Illustrationen von Franziska Ludwig begleiten die Geschichte und unterstreichen deren verspielten Charakter. Allerdings trafen die Zeichnungen - insbesondere die Darstellung von Menschen - nicht ganz unseren Geschmack.
Was uns zudem den Lesefluss erschwert hat, war der Verzicht auf klassische Kapitel. Für Kinder, die wie meine Tochter das Buch nicht in einem Rutsch lesen, ist es hilfreich, klar erkennbare Zwischenstopps zu haben. Gerade beim Vorlesen oder in der Schulbibliothek sind solche „Ankerpunkte“ oft wichtig, um nicht den Faden zu verlieren. Das zeigte sich bei uns sehr deutlich.
Ein nettes Extra gibt es zum Schluss: Eine kleine Liste mit französischen Begriffen, die im Buch auftauchen. Die meisten davon lassen sich gut aus dem Zusammenhang erschließen. Wer jedoch unsicher ist, findet hier eine schnelle Erklärung.
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