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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Gemütlicher Roman, der aber nicht zwingend weihnachtlich ist

Weihnachten mit Tony
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Wir befinden uns rund um den Loch Lomond und begleiten Carrie, eine junge Frau, die nach Jahren in Australien in ihre Heimat zurückkehrt, um ihren kranken Vater zu unterstützen und sich einer wichtigen ...

Wir befinden uns rund um den Loch Lomond und begleiten Carrie, eine junge Frau, die nach Jahren in Australien in ihre Heimat zurückkehrt, um ihren kranken Vater zu unterstützen und sich einer wichtigen Mission zu stellen: der Rettung der schottischen Wallabys, insbesondere des namensgebenden und auch schon auf dem Cover verewigten Wallabys Tony. Dabei trifft sie unerwartet auf Marc, ihre Jugendliebe, der nun (vermeintlich) zielgerichtet die entgegenstehenden Interessen vertritt.

Grundsätzlich hätte diese Konstellation meiner Meinung nach einiges an Potential für emotionale Spannung, Konflikte und authentische Momente zwischen den Figuren gehabt, was aber leider bei weitem nicht genutzt wurde. Ich wurde auch leider nicht mit Carrie als Hauptperson warm, viel zu launisch und unnachvollziehbar war ihr Handeln in den meisten Fälle.
Auch der weihnachtliche Funke, der hier vermutlich miteingeflochten sein sollte, konnte so gar nicht auf mich überspringen, zeitweise hatte ich sogar vergessen, dass es hier um eine weihnachtliche Atmosphäre geht.
Der Aspekt mit den Wallabys und dem Naturschutz ist nett eingebunden, wenn auch für meinen Geschmack etwas sparsam, wenn man schon ein Tier aufs Cover druckt und teils auch etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Ich verstehe den Gedanken, den man mit den Kapitel aus Tierperspektive vielleicht verfolgen wollte, an manchen Stellen war es für aber leider eher unnötig diese Facette einzubringen. Da wären ein paar mehr Stellen von Carrie ( und vielleicht Marc) auf der Insel mit den Wallabys schöner gewesen.

Insgesamt ein netter Roman, der sich zügig lesen ließ, der aber für mich persönlich einige Schwächen hat, nicht zuletzt, dass ich mich bei einem Buch, das schon "Weihnachten" im Titel hat, etwas mehr vorweihnachtliche Atmosphäre erhofft hatte.

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  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 10.12.2025

Ein ehrlicher, warmherziger Coming-of-Age-Roman

Und morgen dann erwachsen
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Die Geschichte ist ein einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden mit all seinen Unsicherheiten, Hoffnungen und kleinen Katastrophen. Im Mittelpunkt steht eine (namenslose) Hauptfigur, die sich zwischen ...

Die Geschichte ist ein einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden mit all seinen Unsicherheiten, Hoffnungen und kleinen Katastrophen. Im Mittelpunkt steht eine (namenslose) Hauptfigur, die sich zwischen jugendlicher Freiheit und den Erwartungen der Erwachsenenwelt wiederfindet und das auch in seiner Freundesgruppe, in den verschiedensten Formen miterlebt.

Ein wichtiges Motiv ist dabei auch der Vergleich zwischen dem was nach außen sichtbar ist und den inneren Krisen der Figuren: Für Außenstehende wirken die Partys, Witze und Social Media-Posts vielleicht zunächst sorglos, innerlich kämpfen die Protagonisten aber mit Krisen, Leistungsdruck und dem Gefühl, hinter den eigenen und gesellschaftlichen Erwartungen zurückzubleiben. Das geheimnisvolle Notizbuch ( es wirkt ein wenig, als wäre es wie eine erste Version des Buches) bündelt diese Konflikte symbolisch sehr schön, weil es dazu zwingt, die Dinge konkret zu benennen und sich auch damit auseinander zu setzen.

Insgesamt wirken die Figuren allesamt lebendig und glaubwürdig. Ihre Dialoge sind realistisch, oft humorvoll und spiegeln die typischen Gedankengänge einer Generation wider, die sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. Sehr gut gelungen ist dabei für mich auch die Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe. Neben witzigen Momenten gibt es auch immer wieder nachdenkliche Passagen, die zum Innehalten einladen.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht verständlich, sodass man schnell in die Geschichte eintaucht. Auch dass auf "typische" Jugendsprache verzichtet wird, tut dem Lesegenuss keinen Abbruch, im Gegenteil, es hilft, besser in die Geschichte hineinzukommen, weil man eben nicht sofort in einem Chaos aus ( für einen selbst eventuell total zusammenhangslosen) Anglizismen/Neologismen, etc. landet.

Alles in allem gelingt es Lenssen, die Atmosphäre einer Jugend voller Träume und Zweifel einzufangen, ein Gefühl, mit dem eigentlich alle auf irgendeine Art etwas anfangen können, denn jung sind/ waren wir alle mal !

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Atmosphärisch intensives Buch, dass seine Grundidee leider überläd

Flutrache
2

Das Buch überzeugt zunächst durch seine atmosphärische Dichte: Die Autorin schafft es, das Setting der von Wasser bedrohten Küstenlandschaft lebendig und beklemmend wirken zu lassen. Die Figuren sind gut ...

Das Buch überzeugt zunächst durch seine atmosphärische Dichte: Die Autorin schafft es, das Setting der von Wasser bedrohten Küstenlandschaft lebendig und beklemmend wirken zu lassen. Die Figuren sind gut gezeichnet, wenn auch manchen Stellen nicht wirklich nachvollziehbar. Auch der Kernkonflikt, eine Mischung aus Naturgewalt, Schuld und Vergeltung, ist schön angelegt

Allerdings ist die Geschichte leider völlig überladen mit Nebenfiguren, Nebenhandlungssträngen und dem Versuch Deutsch mit niederländischen Phrasen zu mischen. Auch wenn ich die Idee nett finde und es ja eigentlich auch zur Authentizität beitragen soll, hat es mich in meinem Lesefluss teils echt gestört, weil ich immer zur Übersetzung ( die es immerhin gibt) nach hinten blättern musste. So konnte ich mich irgendwie gar nicht wirklich auf die Geschichte einlassen, weil ich ständig damit zu tun hatte, die einzelnen Schauplätze, Zeitebenen und persönlichen Verbindungen nicht durcheinander zu werfen. Denn was als kunstvolle Verflechtung einzelner Handlungsstränge gedacht war, hat bei mir leider eher zu Kabelsalat im Hirn geführt.

Insgesamt ein atmosphärisch schönes Werk, das aber leider zu viel wollte.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Super spannendes Beziehungs- und Vertrauensgeflecht

Wem du traust
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Es handelt es sich bei dieser Geschichte um einen psychologischen Kriminalroman, der Themen wie Vertrauen, Verrat und die Abgründe hinter der Fassade einer scheinbar perfekten Vorstadtfamile stehen, aufgreift.

Im ...

Es handelt es sich bei dieser Geschichte um einen psychologischen Kriminalroman, der Themen wie Vertrauen, Verrat und die Abgründe hinter der Fassade einer scheinbar perfekten Vorstadtfamile stehen, aufgreift.

Im Mittelpunkt steht Eva ( aus deren Perspektive auch die einzelnen Kapitel geschrieben sind), die mit ihrem Mann Daniel und dem gemeinsamen Sohn ein ruhiges Leben am Stadtrand führt. Als eines Abends Sofia, die fünfzehnjährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne und zugleich Babysitterin der Familie, nach einer Fahrt mit Daniel nicht nach Hause zurückkehrt, gerät dieses scheinbar perfekte Leben ins Wanken.

Was mir unter Anderem sehr gut am Schreibstil hier gefallen hat, war dass die Autorin gerade ihren weiblichen Protagonistinnen (Eva und Susanne) eine sehr schöne, vielschichtige Charakterentwicklung gegeben hat; Aus inniger Vertrautheit wird unter Stress eine Beziehung, in der Misstrauen, versteckte Vorwürfe und Rivalität im Vordergrund stehen . Auch die Kontraste der Lebensmodelle (kleine Vorstadtfamilie mit Haus versus schickes Penthouse-Leben) setzt sie dabei geschickt ein.

Insgesamt wird weniger auf blutige Details als auf psychologische Spannung und Kontraste gesetzt, was angenehm zu lesen ist.
Die Auflösung und die gesamte Geschichte drum herum konnten mich dann aber leider nicht ganz überzeugen, der Plan der Mädchen schien für mich irgendwie nicht ganz nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Schöner Auftakt einer unterhaltsamen Cozy-Crime-Reihe mit Geisterelementen

The Morrisey Mysteries 1. Ein Mord in 3B
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Meg Dawson, die nach einem gescheiterten Karriereschritt einen Neuanfang in der Stadt, eben sogar im Gebäude ihrer Kindheit wagt. Nur um sich dann kurz darauf mitten ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Meg Dawson, die nach einem gescheiterten Karriereschritt einen Neuanfang in der Stadt, eben sogar im Gebäude ihrer Kindheit wagt. Nur um sich dann kurz darauf mitten in einem Mordfall wiederzufinden, in dem sie zusammen mit ihrer Geisterfreundin Ripley zu ermitteln beginnt.

Scott gelingt es, Meg sympathisch, nahbar und humorvoll zu zeichnen und auch ihr Talent Geister sehen und sich mit ihnen unterhalten zu können, schön einzubetten. Die Bewohner der anderen Apartments ( gerade Megs Freund aus Kindheitstagen; Laurie) sorgen für zusätzliche Wärme, aber auch für genügend Chaos, um die Handlung lebendig zu halten.

Der Kriminalfall ist voller Verwicklungen, die stückchenweise ans Licht kommen, nie aber unnötig brutal oder düster, sondern ganz im Stile des Cozy Crime, angenehm zu lesen. Das Buch lebt eher von cleveren Dialogen, Feingefühl für zwischenmenschliche Beziehungen und einer wachsenden Spannung, die bis zum Schluss trägt. Auch wenn ich persönlich zwischendrin die Menge an Verdächtigen, die immer wieder ( teils leider auch etwas "wie aus dem Nichts") neu eingeführt wurden, etwas "over the top" fand. Aber dadurch blieb natürlich die Geschichte auch spannend, weil immer wenn man das Gefühl hatte ganz nah dran zu sein, eben ein neuer Handlungsstrang den Alten überlagerte.

Insgesamt ein gelungener Auftakt, der Lust auf die weiteren Übersetzungen der anderen Fälle macht.

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