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Joolte_hoert

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Das Forsthaus

Das Forsthaus
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Der Klappentext hatte mich echt neugierig gemacht, und wenn alte Verbrechen mit der Gegenwart zusammenhängen, dann bin ich sowieso immer dabei.
Die Journalistin Katharina und ihr Mann Philip wagen einen ...

Der Klappentext hatte mich echt neugierig gemacht, und wenn alte Verbrechen mit der Gegenwart zusammenhängen, dann bin ich sowieso immer dabei.
Die Journalistin Katharina und ihr Mann Philip wagen einen Neuanfang und ziehen nach Mariensicht in den Westerwald. Dort haben sie ein altes Forsthaus gekauft, doch zu diesem gibt es einen grausamen Hintergrund: Hier ist vor einigen Jahren ein schlimmer Mordfall passiert. Was ist genau passiert, und ist die richtige Person im Gefängnis?

Was mir hier unglaublich gut gefallen hat, ist die abwechslungsreiche Schilderung der Ereignisse. Denn es gibt immer wechselnde Kapitel aus der Vergangenheit und dann wieder aus der Gegenwart. Die Vergangenheit rund um Flora hat mir total gefallen. Ich war sofort in der Geschichte drin und habe mit ihr sehr stark mitgefühlt. Ab einem gewissen Punkt, konnte ich mir schon denken, in welche Richtung das ganze gehen wird. Aber das war überhaupt nicht störend, es hat mich neugierig gemacht. In der Gegenwart möchte Katharina herausfinden, was in ihrem neu gekauften Haus eigentlich stattgefunden hat und warum alle aus dem Dorf schweigen. Ihr Job als Journalistin hilft ihr dabei. Zudem verändert sich ihr Mann zunehmend und sie sieht Dinge, die er vehement abstreitet.
Es finden einige Ermittlungen statt, was das Buch auch zu einem Kriminalroman macht. Dennoch hatte es für mein Empfinden auch zahlreiche Thrillervibes.

Ich wollte immer wissen wie es weitergeht und habe mich gefreut, wenn ich wieder zum (Hör)Buch greifen konnte.
Für mich ein richtig toller Krimi, der mich gut unterhalten konnte. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2026

Wahbsinn!

Am Ende der Straße die Schlei
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Eine Geschichte, die sich für mich wie Urlaub angefühlt hat. Ich habe immernoch das Gefühl, dass ich mich gerade gezwungenermaßen in den Zug setzen musste um wieder nach Hause zu fahren. Diese Wehmut, ...

Eine Geschichte, die sich für mich wie Urlaub angefühlt hat. Ich habe immernoch das Gefühl, dass ich mich gerade gezwungenermaßen in den Zug setzen musste um wieder nach Hause zu fahren. Diese Wehmut, die immer am Ende des Urlaubs auftaucht.

In dem Buch geht es um Konstantin, er steht kurz vor seinem vierzigsten Geburtstag und soll jetzt für seine Eltern das Ferienhaus an der Schlei verkaufen. Dort war er früher als Kind mit seinen Eltern sehr oft, aber damals hat es sich oft öde für ihn angefühlt. Im Gewusel der Hausbesichtigungen macht er sich erneut mit der Umgebung vertraut, fährt an Orte an denen er früher öfter war. Lernt Menschen kennen, die ihn bereits als kleinen Jungen kannten. Er findet Ruhe, Entspannung und einen Durchblick. Was ist eigentlich Heimat und ist es an einen Ort gebunden, oder an ein Gefühl?

Wir begleiten Konstantin an sehr viele Orte, mal mit dem E-Bike und mal mit dem Boot. In manchen Situationen auch auf einem Schiff oder zu Fuß. Die Meeresluft und die Geräusche der Möwen und Urlauber hatte ich beim Lesen nahezu vor Augen und im Ohr. Das war ein ganz besonderes Gefühl. Ich habe mich Konstantin sehr verbunden gefühlt. Als würde jemand von außen einfach mal den Stecker ziehen, und die Pause Taste drücken. Im Hier und Jetzt leben, ohne Hektik und Stress. Ich möchte mir nun unbedingt selbst einen Eindruck von der Schlei machen, ich bin so neugierig geworden! Die Orte im Buch existieren größtenteils wirklich, und das hat es irgendwie noch so viel schöner gemacht. Nebenbei habe ich die Umgebung gegoogelt und somit haben sich die Bilder im Kopf noch echter angefühlt.

Für mich war es ein unfassbar tolles Leseerlebnis und empfehle es gerne weiter, für alle, die sich mal wegträumen wollen, oder die auf der Suche nach einem Urlaubsbuch sind.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll!

Spiegelland
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Letztes Jahr hat Rebekka Frank mich mit "Stromlinien" umgehauen. Es war mein erster Roman nach sehr vielen Jahren, und ich habe ihn GELIEBT! Sie hat einen so anschaulichen Schreibstil und verwebt gekonnt ...

Letztes Jahr hat Rebekka Frank mich mit "Stromlinien" umgehauen. Es war mein erster Roman nach sehr vielen Jahren, und ich habe ihn GELIEBT! Sie hat einen so anschaulichen Schreibstil und verwebt gekonnt einzelne Handlungsstränge. Deswegen habe ich auch dem Erscheinungstermin von "Spiegelland" entgegengefiebert.

Spiegelland handelt von Elias, der 2025 nach einer schlimmen Aktion zu seiner Oma Catharina ins Moor flieht. Quasi "zeitgleich" gibt es Zeitsprünge ins Jahr 1999 wo Catharina mit ihrer Tochter Kira vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht und in ein Haus im Moor unterkommt. Dort versucht sie sich vor ihm zu verstecken und ein neues Leben aufzubauen. Doch im Haus stößt sie auf einen alten Teppich, der wie eine Schatzkarte zu lesen ist. Gemeinsam mit ihrer Tochter versucht sie herauszufinden, was die Zeichen zu bedeuten haben.
In einem weiteren Erzählstrang aus der Zeit um 1756 lernen wir dann weitere Personen kennen, die auch was damit zutun haben.

Mir haben die Zeitsprünge in die unterschiedlichen Jahre sehr gefallen. Der Autorin sind die Übergänge der Kapitel unheimlich gut gelungen, denn obwohl viele Jahre zwischen den Handlungssträngen liegen, knüpfen sie beinahe nahtlos aneinander an. Befinden sich Catharina und Kira gerade im Moor und schauen auf ein Grab, so steht Elias 2025 mit der älteren Catharina an genau der gleichen Stelle.

Das Thema Gewalt gegen Frauen war in diesem Werk sehr präsent, und zeigt wie es sich durch eine Familie ziehen kann. Der Strang um 1756 war für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig, sodass ich manches mal mit den Gedanken abgedriftet bin. Wenn es nur zwei Zeitebenen gegeben hätte, wäre es in meinen Augen einfach perfekt gewesen. Trotzdem war das Hintergrund Wissen natürlich sehr nützlich für die Geschichte.

Insgesamt ein starkes Buch, mit tollen Charakteren, einem sehr anschaulichen und plastischen Schreibstil sowie einem wichtigen Thema.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Schön

Mirabellentage
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Das Cover des Buches hat mich angestrahlt. Es versprüht ganz sommerliche Vibes und hat mich deswegen neugierig gemacht.
In der Geschichte geht es um Anna, die Anfang 50 ist und gefühlt ihr ganzes Leben ...

Das Cover des Buches hat mich angestrahlt. Es versprüht ganz sommerliche Vibes und hat mich deswegen neugierig gemacht.
In der Geschichte geht es um Anna, die Anfang 50 ist und gefühlt ihr ganzes Leben lang als Haushaltshilfe für den Ortspfarrer gearbeitet hat. Doch als dieser überraschend verstirbt, weiß sie erstmal gar nicht wohin mit sich. Denn die beiden waren freundschaftlich sehr verbunden. Dann kommt ein neuer Pfarrer in das beschauliche Blumfeld und die Dorfgemeinschaft schaut nicht schlecht, denn er spricht Plattdeutsch und ist noch ziemlich jung.

Wir begleiten Anna dabei, wie sie die Vorbereitungen für die Beerdigung trifft, den letzten Willen von Josef in die Tat umsetzen möchte und dafür Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrschullehrer Herrn Tanner nimmt. Zwischendurch schwelgt sie immer wieder in Erinnerungen an alte Zeiten. Es hat alles etwas sehr verträumtes. Und auch die Mirabellen kommen im Buch nicht zu kurz.

Ich hatte beim Lesen und Hören Bilder von dem kleinen Dorf Blumfeld vor Augen. Wie die Menschen dort immer am Plaudern sind, wie sie aber auch zusammenhalten. Ich hatte angenehme Lesestunden, einzig die "Rückblenden" waren für mich innerhalb der Kapitel manchmal etwas unübersichtlich. Da fiel es mir dann schwer einzuschätzen, ob es sich gerade um die Gegenwart oder Vergangenheit handelt.
Trotzdem eine tolle, lockere Geschichte, mit kleinen Prisen Humor und sommerlichen Gefühlen.

"Nur wer von Zuhause weggeht, kann Heimkommen".

⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Pina fällt aus
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Pina ist alleinerziehende Mutter eines zwanzigjährigen, autistischen Jungen namens Leo. Sie pflegt ihn, da er nicht eigenständig leben kann. Er geht in der Woche in einer Werkstatt für behinderte Menschen ...

Pina ist alleinerziehende Mutter eines zwanzigjährigen, autistischen Jungen namens Leo. Sie pflegt ihn, da er nicht eigenständig leben kann. Er geht in der Woche in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten und er braucht Routine, sein bekanntes Umfeld. Die beiden wohnen in der Hansastraße, in einem Wohnhaus mit mehreren Parteien. Einmal die Woche passt die 86 jährige Nachbarin Inge für 1,5 Stunden auf Leo auf, weil Pina in der Zeit für Inge einkaufen geht. Doch eines Tages kommt Pina nicht vom Einkaufen zurück. Sie ist auf der Straße zusammengebrochen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert. Was passiert jetzt mit Leo?

Die Geschichte hat mich in einen Strudel hineingesogen. Es war so authentisch, bedrückend, humorvoll und informativ, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Die Charaktere werden vielschichtig gezeichnet. Inge ist seit einigen Jahren verwitwet und hat seitdem ihre Wohnung nicht mehr verlassen, die Schulabbrecherin Zola ist 16 und einfach absolut genervt von allem und jedem und möchte sich eigentlich nur noch Zuhause vor der Konsole verkriechen. Wojtek ist ein Einzelgänger und sehr wortkarg. Aber diese drei Personen, werden sich wohl oder übel um Leo kümmern müssen.

Vera Zischke schreibt mit unglaublich viel Gefühl für die einzelnen Figuren. Ich hatte zum Schluss den Eindruck, jeden von ihnen auf eine gewisse Weise zu kennen. Es wird deutlich, wie viel Pina täglich leistet und das Inklusion immernoch ein wichtiges Thema in der heutigen Gesellschaft ist.

Zitat: "Ich weiß nur, dass ich über achtzig Jahre alt werden musste, um zum ersten Mal einen Menschen wie Leo kennenzulernen. Wo sind die alle? Warum sieht man die nicht?"

'Drei Engel für Leo' nennen sich die drei Nachbarn. Und es war einfach herzlich, wie sehr sie sich für Leo einsetzen und ein Band zwischen ihnen entsteht.

Flüssig zu lesen, unheimlich tolle Charaktere und ein überaus wichtiges Thema. Ich habe sogar letzte Nacht von der Geschichte geträumt. So sehr hat es mich verfolgt.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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