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Der FährmannIch muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das ...
Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das sie mich wegpustet. Und ich kann euch sagen, dass letzteres der Fall war. 🖤
"Der Fährmann" spielt um 1900 an der deutsch - österreichischen Grenze an der Salzach. Dort sind Ende des 19. Jahrhundert drei Kinder, die ganz eng miteinander befreundet sind: Hannes, Annemarie und Elisabeth. Der Hannes überlebt wie durch ein Wunder einen Sturz in die Salzach. Und von da an ist es klar, dass er in die Fußstapfen seines Onkels tritt und der nächste Fährmann wird. Aber als Fährmann darf man keine Familie haben, also keine Frau und keine Kinder. Ein paar Jahre später wird die Elisabeth dem reichen Joseph Steiner aus Österreich versprochen. Egal, ob sie ihn liebt. Sie hat schon seit langer Zeit ein Auge auf den Hannes geworfen. Doch damals entschieden die Eltern für einen, wer der richtige zu sein scheint. Und auch die Annemarie, eine Wirtstochter aus ärmlichen Verhältnissen schwärmt für den Hannes. Doch der Joseph ist vernarrt in sie. Wut, Macht, Gewalt, unerfüllte Liebe. Männer nahmen sich was "ihnen zusteht".
Ein Dreiecksgespann das über Jahre hinweg immer irgendwie verbunden ist. Der Fährmann, der die Menschen über die Salzach ins andere Land bringt. Der aber auch immer zwischen allem steht.
Elisabeth, die unterdrückt in ihrer Ehe lebt. Ausbrechen will, aus den strengen Regeln. Aber kein Weg geht daran vorbei. Auch die Zeit des Krieges wird hier nochmal sehr stark beschrieben, und wie sich zu dieser Zeit die Dinge änderten.
Regina Denk hat es geschafft, einen sehr atmosphärischen Roman zu schreiben. Der Schauplatz der Salzach (des Flusses) war sehr anschaulich. Und auch die besondere Sprache, mit dem österreichischen Dialekt, hat nochmal zusätzlich dafür gesorgt, dass ich beim Lesen einen Zeitsprung gemacht habe.
Es war krass, unheimlich atmosphärisch, düster und bedrückend. Absolute Empfehlung!
⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen