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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Gute Idee, aber wenig Nachhall

Bachelorette Party
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The Bachelorette Party von Camilla Sten hatte für mich alles, was ich eigentlich mag. Abgelegene Insel, eingeschlossene Gruppe, zwei Zeitebenen und ein ungelöster Fall aus der Vergangenheit. Der Einstieg ...

The Bachelorette Party von Camilla Sten hatte für mich alles, was ich eigentlich mag. Abgelegene Insel, eingeschlossene Gruppe, zwei Zeitebenen und ein ungelöster Fall aus der Vergangenheit. Der Einstieg hat mich auch direkt abgeholt, vor allem die Verknüpfung zwischen dem alten Verschwinden der „Nacka Four“ und dem aktuellen Junggesellinnenabschied funktioniert gut.

Das Problem lag für mich aber eher im Verlauf und leider im Ende. Die Geschichte zieht sich im ersten Teil etwas, bevor sie später deutlich an Tempo gewinnt. Dann wird es zwar um einiges spannender, aber die Auflösung wirkt recht überzogen und fast schon wie ein Drama, das einfach zu viel will. Dazu kommt, dass ich recht früh ein Gefühl hatte, in welche Richtung es gehen könnte. Die Überraschung blieb dadurch aus.

Mit den Figuren bin ich auch nicht richtig warm geworden. Tessa fand ich noch am interessantesten, vor allem ihre eigene Vergangenheit hatte für mich mehr Spannung als der eigentliche Hauptfall. Die Dynamik in der Gruppe blieb dagegen doch eher flach und langweilig.

Trotzdem ist das Buch kein Reinfall. Es liest sich schnell, hat ein paar starke Momente und die Atmosphäre auf der Insel passt. Für zwischendurch ist das okay, aber es bleibt wenig hängen.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Dichter, bewegender Krimi im winterlichen Berlin

Die weiße Nacht
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Dieser Auftakt hat mich direkt gepackt. Die Geschichte spielt im eisigen Winter 1946, mitten im zerstörten Berlin, und genau so fühlt es sich auch durchgehend beim Lesen an. Kälte, Hunger und Unsicherheit ...

Dieser Auftakt hat mich direkt gepackt. Die Geschichte spielt im eisigen Winter 1946, mitten im zerstörten Berlin, und genau so fühlt es sich auch durchgehend beim Lesen an. Kälte, Hunger und Unsicherheit sind ständig präsent. Das wirkt nie übertrieben, sondern sehr nah an der Realität, bis hin zur Gänsehaut.

Der Mordfall entwickelt sich ruhig, aber durchgehend spannend. Es bleibt nicht bei einem Opfer, und nach und nach kommen Zusammenhänge ans Licht, die tief in die Vergangenheit reichen. Dabei geht es nicht nur um die Frage nach dem Täter, sondern auch um Schuld und das, was Menschen verdrängen.

Lou und König sind ein wirklich starkes Duo. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau das macht ihre Zusammenarbeit so interessant. Lou bringt mit ihrer Beobachtungsgabe und ihrer Kamera eine eigene Perspektive ein. König wirkt erschöpft, bleibt aber immer hartnäckig. Beide tragen ihre eigene Geschichte mit sich herum, und das merkt man in vielen kleinen Momenten.

Besonders gut gefallen hat mir, wie lebendig die Zeit eingefangen ist. Man spürt den Alltag der Menschen, das schwierige Organisieren von Essen, das Leben zwischen Ruinen und die ständige Angst vor dem nächsten Wintertag. Gleichzeitig verlieren die Figuren nie ihre Menschlichkeit.

Für mich ein sehr gelungener historischer Krimi mit starken Figuren und einer dichten Atmosphäre. Ich bin gespannt, wie es mit Lou und König weitergeht.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Leise Geschichte, die lange nachklingt

Mathilde und Marie
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Mathilde und Marie von Torsten Woywod hat mich auf eine ruhige Art erwischt, mit der ich so absolut nicht gerechnet habe. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn. Und genau das macht dieses Buch aus.

Marie ...

Mathilde und Marie von Torsten Woywod hat mich auf eine ruhige Art erwischt, mit der ich so absolut nicht gerechnet habe. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn. Und genau das macht dieses Buch aus.

Marie lässt ihr Leben in Paris hinter sich und landet eher zufällig in einem kleinen Bücherdorf in den Ardennen. Dort läuft alles langsamer. Gespräche haben Zeit. Menschen hören zu. Bücher stehen im Mittelpunkt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst kurz raus zu sein aus dem eigenen Alltag.

Besonders mochte ich die unerwartete Entwicklung zwischen Marie und Mathilde. Die beiden sind sehr unterschiedlich, aber genau daraus entsteht etwas Echtes, Wahres und Warmes. Diese leisen Annäherungen, kleine Gesten und unausgesprochene Dinge wirken stärker als große Dramen.

Die Atmosphäre ist durchgehend ruhig und fast schon entschleunigend. Man merkt, wie viel Liebe im Detail steckt, ohne dass es ausufert. Manche Stellen waren mir etwas zu bedacht formuliert, fast ein bisschen zu gewollt tiefgründig. Die Geschichte hätte das gar nicht nötig gehabt, sie trägt sich auch so.

Für mich ist das kein Buch zum schnellen Durchlesen. Es ist eines, das man bewusst langsam liest und zwischendurch einfach mal weglegt, um nachzudenken.

.Ein stiller Roman, der gut tut und noch eine Weile bleibt.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Mein neues Lieblings-Retelling mit Suchtfaktor

Beth is dead
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Beth Is Dead von Katie Bernet hat mich komplett erwischt. Ich liebe Little Women schon lange, aber diese moderne Version fühlt sich trotzdem frisch an und bleibt den Figuren treu. Die vier Schwestern wirken ...

Beth Is Dead von Katie Bernet hat mich komplett erwischt. Ich liebe Little Women schon lange, aber diese moderne Version fühlt sich trotzdem frisch an und bleibt den Figuren treu. Die vier Schwestern wirken hier echter, kantiger und viel näher dran. Man merkt ihre Dynamik in jeder Szene, inklusive der Fehler, die sie machen. Genau das hat mich richtig reingezogen.

Und dieser Krimi-Teil? Ich hatte absolut keine Chance. Ich habe die ganze Zeit gerätselt und lag am Ende komplett daneben. Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch und lässt einen kaum los.

Dazu kommt noch das Setting in der heutigen Zeit mit Social Media und öffentlichem Druck, das passt einfach gut rein und gibt der Geschichte mehr Gewicht.

Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen und war danach noch lange gedanklich drin. Für mich ein klares Highlight. Und ja, das Cover ist genauso gut, wie alle sagen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen Liebe und Misstrauen

The Exes
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The Exes von Leodora Darlington hat mich ehrlich gesagt ganz schön durcheinandergebracht, im guten Sinne. Ich war beim Lesen ständig unsicher, wem ich glauben kann, und habe sogar meine eigenen Einschätzungen ...

The Exes von Leodora Darlington hat mich ehrlich gesagt ganz schön durcheinandergebracht, im guten Sinne. Ich war beim Lesen ständig unsicher, wem ich glauben kann, und habe sogar meine eigenen Einschätzungen immer wieder hinterfragt.

Natalie als Hauptfigur fand ich gleichzeitig nahbar und irritierend. Man versteht, warum sie sich nach einem ruhigen, normalen Leben sehnt. Aber je mehr passiert, desto weniger weiß man, ob sie Opfer ist oder selbst etwas Dunkles in sich trägt. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch und hält die Spannung hoch.

Die Geschichte startet fast ruhig, kippt dann aber immer mehr ins Unheimliche. Einige Wendungen waren für mich doch etwas drüber und nicht immer ganz glaubwürdig. Trotzdem konnte ich kaum aufhören zu lesen, weil ständig neue Fragen aufkamen. Besonders die letzten Kapitel haben für mich viel rausgeholt. Die hatten eine gewisse Tragik, die ich so nicht erwartet hätte.

Was mir gut gefallen hat, ist der Fokus auf Themen wie Trauma, Beziehungen und Kontrolle. Das geht über einen klassischen Thriller hinaus und bleibt länger im Kopf.

Am Ende bin ich bei soliden 4 Sternen gelandet. Nicht perfekt, aber intensiv, unbequem und definitiv ein Buch, das einen beschäftigt.

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