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Veröffentlicht am 21.03.2026

Hat mich emotional komplett überfordert

Papa weg. Mama müde. Ich laut.
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Ich habe Papa weg. Mama müde. Ich laut. von Parshad Esmaeili gelesen und ehrlich, ich musste es immer wieder pausieren. Nicht, weil es schlecht geschrieben ist, sondern weil es mich zu sehr mitgenommen ...

Ich habe Papa weg. Mama müde. Ich laut. von Parshad Esmaeili gelesen und ehrlich, ich musste es immer wieder pausieren. Nicht, weil es schlecht geschrieben ist, sondern weil es mich zu sehr mitgenommen hat.

Die Seiten sind schnell gelesen, aber die Gefühle bleiben hängen wie Kletten. Einsamkeit, Überforderung, diese ganze Schwere aus Parshads Kindheit, das hat mich richtig getroffen.

Ich habe großen Respekt davor, wie offen sie alles teilt. Man merkt, wie viel da drin steckt. Gleichzeitig war es für mich emotional fast zu intensiv. Ich wollte oft einfach nur raus aus diesem Kopf und diesen Gefühlen. Es gibt auch leichte, fast witzige Momente., so wie wir es von Parshad gewohnt sind und wie sie dafür lieben.

Ich glaube, viele werden sich darin wiederfinden und viel daraus ziehen. Mehr kann ich zu diesem Seelentrip nicht schreiben.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Starke Atmosphäre, aber inhaltlich nicht ganz gepackt

Verrat der Schwäne
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Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an Verrat der Schwäne von A. B. Poranek rangegangen, vor allem wegen der Idee mit der düsteren Schwanensee-Version und der queeren Liebesgeschichte. Der Einstieg ...

Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an Verrat der Schwäne von A. B. Poranek rangegangen, vor allem wegen der Idee mit der düsteren Schwanensee-Version und der queeren Liebesgeschichte. Der Einstieg hat mich auch direkt abgeholt. Die Stimmung ist dicht, fast schon märchenhaft düster, und man merkt, wie viel Mühe in die Atmosphäre geflossen ist.

Besonders gefallen hat mir die Grundidee rund um Odile und ihre Vergangenheit. Ihre innere Zerrissenheit und das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater bringen Tiefe rein. Auch einzelne Beziehungen, etwa zu ihrem Bruder oder neuen Verbündeten, hatten starke Momente.

Trotzdem hat mich die Handlung über weite Strecken nicht wirklich packen können. Vieles zieht sich so sehr, gerade am Anfang passiert wenig, und einige Entwicklungen wirken vorhersehbar. Die versprochene Liebesgeschichte bleibt für mich einfach zu blass und farblos und hätte deutlich mehr Raum gebraucht, um emotional zu wirken.

Der Schreibstil ist stellenweise sehr bildhaft, manchmal aber auch etwas zu verspielt, sodass Dialoge oder Szenen dadurch an Wirkung verlieren. Dazu kommen kleine handwerkliche Schwächen, die mich immer wieder rausgebracht haben.

Am Ende bleibt für mich ein Buch mit richtig guter Atmosphäre und interessanten Ansätzen, das aber beim Plot und bei den Figuren nicht ganz das Niveau hält. 4 Sterne, weil ich die Stimmung wirklich mochte, auch wenn mich die Geschichte nicht komplett überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Hotel zwischen Traum und Abgrund

Das White Octopus Hotel
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Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast ...

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast zart und persönlich, dann öffnet sie sich Schritt für Schritt in eine viel größere, dunklere Richtung, als von mir erwartet.

Die Hauptfigur wirkt am Anfang verletzlich und suchend. Ihre inneren Bilder und Gedanken haben mich gefesselt, auch wenn ich an manchen Stellen bewusst langsamer gelesen habe. Es ist kein leichtes Buch (!), weil es sich intensiv mit menschlichen Abgründen und historischen Grausamkeiten beschäftigt. Einige Szenen haben mich wirklich beschäftigt und nicht sofort losgelassen.

Was ich sehr gelungen fand, ist die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und realen historischen Ereignissen. Der Übergang fühlt sich mutig an und ist nicht immer bequem. Genau das aber macht die Geschichte so stark. Trotzdem hätte ich mir stellenweise doch etwas mehr Fokus gewünscht, da die Fülle an Themen fast überwältigend sein kann.

Für mich sind es gute vier Sterne. Kein cosy Wohlfühlroman, aber ein Buch, das nachhallt und im Kopf bleibt. Wer Literatur mag, die fordert und auch wehtut, sollte hier zugreifen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Loslassen wehtut und trotzdem richtig ist

Ich lass dich los und geb dir Halt
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Das Buch von Melanie Klefeldt „Ich lass dich los und geb dir Halt“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe selbst einen Sohn, der im Sommer 18 wird und gerade wieder in einer Phase steckt, in der ...

Das Buch von Melanie Klefeldt „Ich lass dich los und geb dir Halt“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe selbst einen Sohn, der im Sommer 18 wird und gerade wieder in einer Phase steckt, in der es um Diagnostik geht. Schon in der Grundschule waren wir beim Kinderarzt und in der Ergotherapie. Damals hieß es, es sei nichts in Richtung ADS. Heute stehen wir wieder genau an diesem Punkt. Und ich frage mich oft, wie vieles gelaufen wäre, wenn wir früher Gewissheit gehabt hätten. Nicht einfacher, aber anders.

Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, verstanden zu werden. Die beschriebenen Gedanken, diese Mischung aus Sorge, Hoffnung, Müdigkeit und Liebe, das kenne ich so gut. Es tut gut, wenn jemand ausspricht, wie widersprüchlich sich Begleiten in dieser Lebensphase anfühlt. Man soll loslassen und gleichzeitig da sein. Man will vertrauen und doch schützen.

Besonders geholfen haben mir die konkreten Anregungen für den Alltag. Struktur, klare Absprachen, kleine Hilfen wie Listen oder Zeitvorgaben. Dinge, die so simpel wirken und doch viel verändern können. Auch der Blick auf uns Eltern hat mich berührt. Wir funktionieren oft nur noch. Dabei brauchen auch wir Halt.

Dieses Buch belehrt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Es fühlt sich an wie ein Gespräch auf Augenhöhe mit der Autorin. Es nimmt Druck raus, und es zeigt, dass unsere Kinder nicht falsch sind. Sie ticken einfach anders. Sie haben ein anderes Betriebssystem. Und sie brauchen Eltern, die bleiben. Gerade dann, wenn sie sich lösen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Der andere Arthur, ein Buch das bleibt

Der andere Arthur
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Dieses Buch hat mich leise erwischt und dann nicht mehr losgelassen.

In Der andere Arthur von Liz Moore geht es um Einsamkeit, um Abhängigkeit, um Verlust. aber vor allem geht es um Menschen. Um Arthur ...

Dieses Buch hat mich leise erwischt und dann nicht mehr losgelassen.

In Der andere Arthur von Liz Moore geht es um Einsamkeit, um Abhängigkeit, um Verlust. aber vor allem geht es um Menschen. Um Arthur Opp, einen zurückgezogenen ehemaligen Professor, der seit Jahren sein Haus nicht mehr verlässt, und um Kel, einen Jugendlichen, der mit einer kranken Mutter aufwächst und viel zu früh Verantwortung trägt. Verbunden sind sie durch eine alte Geschichte, die langsam ans Licht kommt.

Ich habe selten Figuren gelesen, die sich so echt anfühlen. Fehlerhaft., verletzlich, würdevoll. Arthur hätte leicht zu einer Karikatur werden können. Wird er aber nicht. Seine Gedanken sind klug, traurig und manchmal auch recht komisch. Kel hat mich genauso berührt. Dieser stille Kampf zwischen Hoffnung und Resignation, man spürt jede seiner Entscheidungen.

Die Geschichte ist ruhig erzählt, kein Drama um des Dramas willen. Und doch gab es Szenen, die mir den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Genau diese schweren Momente machen die kleinen Lichtblicke so stark. Es geht um die Sehnsucht nach Nähe, um die Frage, wer für einen da ist, wenn es darauf ankommt. Und ob man sich noch traut, jemanden an sich heranzulassen.

Das Ende ist offen genug, um weiterzudenken. Für mich ist das Ende absolut stimmig. Das Leben löst auch nicht alles sauber auf.

Ich habe das Buch beendet und sofort die Figuren vermisst. Das passiert mir nicht oft. Fünf Sterne. Und eine klare Empfehlung.

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