Profilbild von Julchentim

Julchentim

Lesejury Star
offline

Julchentim ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Julchentim über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Dunkle Mauern, starke Themen, aber kein runder Abschluss

Oxford Blood (Oxford Blood 1)
0

Ich hatte echt Lust auf diese Mischung aus Oxford-Setting und Mordfall, und das Buch hat mich auch schnell reingezogen. Die Atmosphäre funktioniert gut. Alte Gebäude, elitäre Strukturen, dieses unterschwellige ...

Ich hatte echt Lust auf diese Mischung aus Oxford-Setting und Mordfall, und das Buch hat mich auch schnell reingezogen. Die Atmosphäre funktioniert gut. Alte Gebäude, elitäre Strukturen, dieses unterschwellige Gefühl, dass man dort nicht wirklich dazugehört. Gerade aus Evas Perspektive merkt man das deutlich, und das hat mich durch die Geschichte getragen.

Eva selbst mochte ich. Sie wirkt wach, reflektiert und reagiert nachvollziehbar auf das, was um sie herum passiert. Besonders die Themen rund um Rassismus, Herkunft und soziale Unterschiede fand ich gut eingebaut. Das fühlt sich persönlich an und nicht wie ein Pflichtpunkt auf der Liste.

Der Kriminalfall an sich hält die Spannung, auch wenn ich nicht komplett mitgerätselt habe, da ich irgendwie sofort ein Bauchgefühl hatte, wer der Täter ist.

Was mich gestört hat, war das Tempo. Der Einstieg zieht sich etwas, dann geht plötzlich alles sehr schnell. Und das Ende hat mich nicht ganz überzeugt. Die Auflösung und Evas Entscheidungen wirkten auf mich etwas zu glatt und nicht ganz verdient.

Unterm Strich ein solides Buch mit starker Atmosphäre und wichtigen Themen, aber mit Schwächen im Aufbau und beim Abschluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2026

Wieder zurück bei meiner Lieblingsherde

Widdersehen
0

Ich habe die ersten beiden Bände damals schon geliebt und ehrlich gesagt lange nicht mehr damit gerechnet, noch einmal mit dieser Herde unterwegs zu sein. Umso schöner war es, wieder nach Glennkill zurückzukehren. ...

Ich habe die ersten beiden Bände damals schon geliebt und ehrlich gesagt lange nicht mehr damit gerechnet, noch einmal mit dieser Herde unterwegs zu sein. Umso schöner war es, wieder nach Glennkill zurückzukehren. Und ich war sofort wieder drin.

Die Stimmung ist vertraut, aber die Geschichte bringt genug Neues und Abwechslungsreiches mit. Die Rückkehr nach Irland läuft ganz anders als erhofft. Die Weide ist karg, fremde Schafe stehen herum und dann verschwindet auch noch Rebecca. Spätestens da war ich komplett gepackt. Die Mischung aus Krimi und diesem ganz eigenen Schafblick auf die Welt funktioniert für mich immer wieder richtig gut.

Was ich besonders mag: die Art, wie die Schafe denken und miteinander umgehen. Diese verdrehten Begriffe und ihre Logik haben mich oft zum Schmunzeln und Kichern gebracht. Gleichzeitig steckt dahinter mehr, als es auf den ersten Blick wirkt. Man merkt, wie viel Gefühl für die Figuren drinsteckt. Alte Bekannte wie Miss Maple oder Mopple sind sofort wieder da. Und auch die neuen Charaktere passen gut rein, vor allem das junge Lamm und Madouc.

Die Geschichte selbst ist spannend genug, um dranzubleiben. Es geht um mehr als nur die Suche nach Rebecca. Die Herde wächst daran, hält zusammen und geht neue Wege, die man ihnen nicht unbedingt zutraut. Genau das macht den Reiz aus.

Für mich hat sich das lange Warten gelohnt. Ich habe jede Seite gern gelesen und war am Ende einfach froh, wieder Teil dieser Herde gewesen zu sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2026

Besessen bis zur letzten Seite, fast perfekt

Tödliches Angebot
0

Ich hatte richtig viel Spaß mit diesem Buch, auch wenn es mich am Ende etwas hängen gelassen hat. Die Idee ist frisch. Es geht nicht einfach um einen klassischen Fall, sondern um eine Frau, die sich komplett ...

Ich hatte richtig viel Spaß mit diesem Buch, auch wenn es mich am Ende etwas hängen gelassen hat. Die Idee ist frisch. Es geht nicht einfach um einen klassischen Fall, sondern um eine Frau, die sich komplett in den Gedanken verbeißt, endlich ihr Traumhaus zu bekommen.

Margo fand ich gleichzeitig extrem anstrengend und faszinierend. Sie trifft Entscheidungen, bei denen man öfter den Kopf schüttelt, aber genau das macht es so unterhaltsam. Ihre Schritte wirken oft durchdacht und nachvollziehbar, auch wenn sie moralisch völlig daneben sind. Gerade diese Mischung hat mich gepackt.

Das Tempo ist ziemlich hoch. Viel Drama und viele Wendungen, ich wollte ständig wissen, wie weit sie noch geht. Auch ihr Job spielt eine größere Rolle als erwartet, das hat dem Ganzen zusätzliche Tiefe gegeben. Was mich aber doch etwas gestört hat, war das Ende. Nach dem starken Aufbau ging alles plötzlich sehr schnell und fühlte sich nicht ganz rund an. Das hat für mich einen Stern gekostet.

Trotzdem ein richtig fesselndes Debüt, das ich gerne weiterempfehle, vor allem wenn man Lust auf eine etwas andere Thriller-Idee hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Düster, intensiv und voller Sehnsucht

Weavingshaw
0

Weavingshaw hat mich komplett abgeholt. Ich liebe Bücher mit alten, unheimlichen Anwesen, Geistern, dunklen Geheimnissen, verwitterten Moorlandschaften und genau dieser Mischung aus Gefahr, Sehnsucht und ...

Weavingshaw hat mich komplett abgeholt. Ich liebe Bücher mit alten, unheimlichen Anwesen, Geistern, dunklen Geheimnissen, verwitterten Moorlandschaften und genau dieser Mischung aus Gefahr, Sehnsucht und unterschwelliger Spannung, und dieses Buch hat davon wirklich alles.

Die Atmosphäre war unglaublich stark und dicht. Dieses Haus, diese düstere Stimmung, die Geheimnisse hinter jeder Ecke, dazu Geister, Dämonen und ein Mann, bei dem man nie ganz weiß, ob er Monster oder einfach nur zutiefst verletzt ist. Einfach genau mein Ding.

Leena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist stark, aber nicht auf diese übertriebene Art, sondern ruhig, klug und mit viel Herz. Und St. Silas? Ehrlich, dieser Mann lebt von ungelösten Blicken, Geheimnissen und purem inneren Chaos. Diese langsame Annäherung zwischen den beiden war fast schlimmer als jeder offene Romance-Plot, weil die Spannung einfach so gut geschrieben ist.

Was mich aber noch mehr beeindruckt hat, war, wie viel mehr dieses Buch eigentlich ist. Es geht nicht nur um Gothic Fantasy und Romance, sondern auch um Ausgrenzung, Herkunft, Flucht, Zugehörigkeit und darum, wie Menschen behandelt werden, wenn sie als fremd gesehen werden. Das war super eingewoben und hat der Geschichte viel Tiefe gegeben.

Und dann dieses Ende! Ich war fest davon überzeugt, ich lese einen Einzelband. Falsche Annahme. Die letzte Seite hat mich einfach sprachlos zurückgelassen und jetzt brauche ich dringend Band zwei.

Für mich war das genau die Art von Gothic Fantasy, die ich liebe. Langsam, atmosphärisch, emotional und mit genau der richtigen Menge an Schmerz. Absolute 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2026

Gute Idee, aber wenig Nachhall

Bachelorette Party
0

The Bachelorette Party von Camilla Sten hatte für mich alles, was ich eigentlich mag. Abgelegene Insel, eingeschlossene Gruppe, zwei Zeitebenen und ein ungelöster Fall aus der Vergangenheit. Der Einstieg ...

The Bachelorette Party von Camilla Sten hatte für mich alles, was ich eigentlich mag. Abgelegene Insel, eingeschlossene Gruppe, zwei Zeitebenen und ein ungelöster Fall aus der Vergangenheit. Der Einstieg hat mich auch direkt abgeholt, vor allem die Verknüpfung zwischen dem alten Verschwinden der „Nacka Four“ und dem aktuellen Junggesellinnenabschied funktioniert gut.

Das Problem lag für mich aber eher im Verlauf und leider im Ende. Die Geschichte zieht sich im ersten Teil etwas, bevor sie später deutlich an Tempo gewinnt. Dann wird es zwar um einiges spannender, aber die Auflösung wirkt recht überzogen und fast schon wie ein Drama, das einfach zu viel will. Dazu kommt, dass ich recht früh ein Gefühl hatte, in welche Richtung es gehen könnte. Die Überraschung blieb dadurch aus.

Mit den Figuren bin ich auch nicht richtig warm geworden. Tessa fand ich noch am interessantesten, vor allem ihre eigene Vergangenheit hatte für mich mehr Spannung als der eigentliche Hauptfall. Die Dynamik in der Gruppe blieb dagegen doch eher flach und langweilig.

Trotzdem ist das Buch kein Reinfall. Es liest sich schnell, hat ein paar starke Momente und die Atmosphäre auf der Insel passt. Für zwischendurch ist das okay, aber es bleibt wenig hängen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere