Zwei verfeindete Familien auf der wunderschönen kretischen Insel
Kretische FeindschaftMichalis Charisteas arbeitet als Kommissar für die Polizei in Chania. Sein Leben geht turbulent zu. Nicht nur, dass er eine Fernbeziehung mit seiner Freundin Hannah führt, die akribisch an ihrer Doktorarbeit ...
Michalis Charisteas arbeitet als Kommissar für die Polizei in Chania. Sein Leben geht turbulent zu. Nicht nur, dass er eine Fernbeziehung mit seiner Freundin Hannah führt, die akribisch an ihrer Doktorarbeit für Kunstgeschichte in Berlin schreibt. Er wohnt auch noch über der Taverne seiner Eltern bzw. lebt er in seinem alten kleinen Kinderzimmer.
Der Frühling kehrt langsam ein - und mit ihm ein neuer Fall. Der Bürgermeister wird von seiner Frau als vermisst gemeldet. Die zuständigen Polizeibeamten gehen davon aus, dass er eine heiße Nacht bei seiner Verliebten verbracht hat und üben sich in Geduld. Sie sind der Meinung, der Bürgermeister wird schon wieder auftauchen. Nur Michalis und seinem Kollegen ist die Sache nicht ganz Geheuer und sie ermitteln auf eigene Faust. Und siehe da, der Bürgermeister taucht wieder auf - nur anderes als erwartet. Tot in seinem Autowrack an einer Felswand. Alle gehen davon aus, dass der Bürgermeister alkoholisiert von den Klippen gestürzt ist und schließen den Fall. Schön für Michalis, denn seine geliebte Hannah kommt ihn und seine Familie besuchen. Es könnte so schön werden - wäre da nicht der nächste Tote. Und so langsam beschleicht Michalis, dass da mehr hinter den Toten steckt.
Das Krimidebüt von Nikos Milonás war für mich eine nette Urlaubslektüre. Durch die vielen Beschreibungen der Umgebung, des Essens und der Leute hatte ich ab und an das Gefühl, ich habe einen Reiseführer in der Hand. Obwohl mich die Schilderungen schon neugierig gemacht habe und ich jetzt definitiv mal nach Kreta fliegen möchte. Leider ist somit die eigene Geschichte in Hintergrund gerückt. Man hatte das Gefühl, der Mordfall wird so nebenbei gelöst. Das Augenmerk lag dann eher auf Land und Leute. Und Michalis Familie. So stellt man sich eine griechische Großfamilie vor - nur leider nervte mich dann irgendwann, dass schon wieder jemand auf der Familie versucht hat, Michalis zu erreichen bzw. das ihn jeder daran erinnert hat, dass er Hannah bitte pünktlich vom Flughafen abholen soll - und das im Minutentakt. An sich netter Ansatz eines Krimis. Nur leider war auch das Ende etwas vorhersehbar. Ich bin trotzdem gespannt, wie es mit Michalis auf Kreta weitergeht und würde mit Sicherheit auch den 2.Band lesen. Dann schon mit der Vorahnung, dass es eher eine kriminalistischer Reiseführer ist :)